V. Werkgeschichte
1. Ein Rettungsengel
2. Die Sklaven des Ehrgeizes


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V. Werkgeschichte

1. Ein Rettungsengel

Hat der freundliche Leser bisher eine Menge über die Inhalte jener Münchmeyer-Romane erfahren, so möchten wir ihn jetzt in ihre Entstehungsgeschichte einführen. Wie groß war die Zeitspanne zwischen Niederschrift und Druckbeginn? Gab es überhaupt Gelegenheit für Interpolationen? Diese Frage soll jetzt gelöst und der so dunkle Schleier gelüftet werden. -

Es war wohl Anfang September 1882, als May mit seiner Frau Emma auf einer Erholungstour nach Dresden kam. (483) Die folgenden acht Tage sollten schicksalsbestimmend sein. Karl May erinnert sich:

Auf einem Spaziergange vom böhmischen Bahnhof her kamen wir an die damalige Rengersche Restauration. Es war in der Dämmerung. Ich sagte ihr, dies sei das Lokal, in welchem ich mit dem "Heinrich" und dem "Fritz" [Münchmeyers Bruder und Mitinhaber der Kolportagefabrik] so oft gesessen habe, im Zimmer und auch im Garten, so um die jetzige Zeit. Da schlug sie mir vor, hinein zu gehen. Sie möchte gern wissen, wie es da aussehe, wo ich früher verkehrt habe. Wir taten es. Es gab im Garten nur einen einzigen Gast. Der sass mit dem Rücken gegen uns, den Kopf tief auf den Tisch gebeugt, in beide Hände gestützt, wie in recht schweren Sorgen. Sonderbar! Das war - - - der Heinrich! Ich schlich mich hin, legte ihm von hinten her die Hände über die Augen und fragte ihn, wer ich sei. Er erkannte mich an der Stimme; ich hatte sie nicht verstellt. Nach sechs Jahren! Er hatte jedenfalls oft an mich gedacht! (484)

Er strahlte vor Vergnügen. Er machte mir in seiner Kolportageweise die unmöglichsten Komplimente, eine so schöne Frau zu haben, und meiner Frau gratulierte er in denselben Ausdrücken zu dem Glück, einen so schnell berühmt gewordenen Mann zu besitzen. Er kannte meine Erfolge, übertrieb sie aber, um uns beiden zu schmeicheln. Er machte Eindruck auf meine Frau, und sie ebenso auf ihn. Er begann, zu schwärmen, und er begann, aufrichtig zu werden. Sie sei schön wie ein Engel, und sie solle sein Rettungsengel werden, ja, sein Rettungsengel, den er brauche in seiner jetzigen


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großen Not. Sie könne ihn retten, indem sie mich bitte, einen Roman für ihn zu schreiben. Und nun erzählte er:
   Als ich aus seinem Geschäft getreten war, hatte er keinen passenden Redakteur für die von mir gegründeten Blätter gefunden.
(485) Er selbst verstand nicht, zu redigieren.
   ... Verlust folgte auf Verlust ...
(486)

All diese Ausführungen Mays sind durchaus glaubwürdig. Jedoch haben inzwischen intensive Forschungen ergeben, daß es um den Münchmeyer-Verlag besser bestellt war als hier angegeben. So unterhielt Münchmeyer nachweislich ein recht großes Vertriebsnetz für seine Kolportageerzeugnisse. (487)

Möglicherweise waren es wieder einmal familiäre Probleme, die Münchmeyer im Garten von Rengers Restauration plagten. Mit seiner Frau Pauline stand er bekanntlich oft genug auf Kriegsfuß. Es muß daher angenommen werden, daß er eine wirtschaftliche Krise lediglich vorspielte, um May für sich zu gewinnen, und so nahm das Unheil seinen Lauf:

Er besass die alte, frühere Ueberredungsgabe noch immer. Meine Frau konnte ihr nicht widerstehen. Sie war eine Kleinstädterin. ... Ich hatte genug Schundroman-Atmosphäre geatmet, um gelernt zu haben, vorsichtig zu sein. Ich zeigte mich zwar nicht abgeneigt, einen Roman für Münchmeyer zu schreiben, doch auf keinen Fall mit Abtretung meiner Rechte, sondern nur für eine Auflage bis mit Zwanzigtausend, mehr aber nicht. ... Aber für diese 20000 ausser dem Honorar, dann auch noch eine feine Gratifikation! Ueber den Inhalt lasse ich mir keine Vorschriften machen. Einen Titel aber könne er sich wünschen, denn der falle später fort. ... Mein Name habe eine Zukunft und stehe schon jetzt mit so hochansehnlichen Firmen in Verbindung, dass es ganz unmöglich sei, ihn auf Kolportagehefte zu drucken. Es müsse ein anderer Name, ein Pseudonym, gewählt werden, und der sei von mir zu bestimmen. (488)

Im historischen "Hotel Trompeterschlößchen" am Dippoldiswalder Platz in Dresden schlägt am nächsten Morgen die Geburtsstunde des Waldröschen. Der Taufpate besucht den künftigen Vater:


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... Münchmeyer hatte während der Nacht keine Ruhe gehabt ... Meine Frau war erst beim Ankleiden und also nicht zugegen, als ich ihn empfing. Er schwärmte von ihr. Er nannte mich den glücklichsten aller Menschen, ein solches Götterweib zu besitzen, und ging auf alle meine Bedingungen ein, nur um hierauf von ihr gelobt zu werden. (489)

Er gab den Handschlag. Unser Kontrakt war also kein schriftlicher, sondern ein mündlicher. (490)

Ein Preis von 35 Mark pro Lieferung wird ausgehandelt, mehr könne Münchmeyer derzeit nicht zahlen. Immerhin gibt er einen Vorschuß von 500 Mark ad hoc! Ein weiterer Beleg dafür, daß Münchmeyer ein gut florierendes Unternehmen besaß.

Karl May dürfte den gewieften Kolportagehändler ohnehin durchschaut haben, was seine zögernde Grundhaltung in dieser Angelegenheit deutlich macht. In der Tat fühlte er sich ganz und gar nicht zur Kolportage hingezogen. Seine Ablehnung zeigte er in dem erst kürzlich wieder-entdeckten Aufsatz Ein wohlgemeintes Wort. Dort wettert er gegen das Genre der Ritter-, Räuber-, Kloster-, Geister- und Schauderromane. (491)

Die Schablone, durch welche der Stoff der allermeisten dieser Romane gequetscht worden ist, heißt:
"Sie sahen sich, sie liebten sich und sollten sich nicht bekommen;
Sie liebten sich, sie sahen sich und haben sich endlich genommen."
Dieses Bekommen und Genommen ist der Endzweck der ganzen Hetzjagd, ist des Pudels Kern, ist der Punkt, auf welchen sich alles zuspitzt.
(492)

May befand sich in einem Zwiespalt, zwei Seelen wohnten in seiner Brust. Im Grundsatz verachtete er die Kolportage. Nur mit großer Mühe und mit Widerwillen hatte er ein halbes Jahr zuvor Die Juweleninsel beendet; einen Roman, der gelinde gesprochen nicht von hohem literarischen Niveau war. Jetzt sollte er durch Münchmeyer in dieses Genre zurückgeworfen werden! Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist Ein wohlgemeintes Wort, dem wir Mays obiges abschätziges Urteil entnommen haben, unmittelbar nach der Juweleninsel entstanden.

Hier erleben wir einen Karl May, der sich aus den Fängen des Schauderromans zu befreien versucht. Er kritisiert und ironisiert, zeigt sich aber auch geradezu fasziniert von diesem Genre. Das Wort Kolportage


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erwähnt er dabei mit keiner Silbe. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen steht er selbst, unverblümt erzählt er aus seiner Jugend; der damalige Leser ahnt davon nichts:

"Mein Junge ist ein Tausendsapperlot", sagte mir in stolzer Vaterfreude ein würdiger Fleischermeister.
   "Wie der lesen kann, das glaubt kein Mensch! Sein Pathe hat eine Leihbibliothek und giebt ihm so viel Bücher, wie er haben will. Alle Wochen liest er seine fünfe, sechse durch und erzählt die Geschichten von Anfang bis zu Ende wieder her. Und ist noch nicht ganz dreizehn Jahre alt! Der muß mir 'mal studieren!"
   Ich ergriff zwei der daliegenden Bücher. Das Eine war "Sallo Sallini, der große Räuberhauptmann", das Andere führte den Titel "Schatzkammer ehelicher Geheimnisse. Gedruckt zu Frankfurt 1719" und war mit Zeichnungen versehen, die einen Erwachsenen erröthen gemacht hätten. -
(493)

May gibt sich auf. Er fühlt sich der Kolportage ausgeliefert. Würde er jemals wieder etwas anderes schreiben? Im "wilden Westen" Nordamerika's läßt er bald seinen Winnetou sterben, zuvor schreibt er Ende September 1882 folgende Zeilen für den "Deutschen Hausschatz" nieder:

Als ich die schleimig gallige Beschaffenheit der Ausscheidung bemerkte und dazu den Umstand in Erwägung zog, daß der Vorgang mir nicht den geringsten Schmerz im Epigastrium bereitet hatte, packte mich Todesangst.
   "Halef, reite fort! Verlasse mich!"
   "Verlassen? Warum?" frug er erschrocken.
   "Ich habe die - Pest!"
   "Die Pest! Allah kerihm! Ist es war, Sihdi?"
   "Ja. Ich dachte, es sei ein Fieber; jetzt aber sehe ich, daß es die Pest ist."
(494)

Wie der weitere Verlauf der Handlung zeigt, trägt nicht nur Kara Ben Nemsi die tückische Krankheit in sich; auch sein Diener Halef ist erkrankt. Das Pestgeschwür der Kolportage hatte den heißen Wüstensand erreicht. (495) Und zu diesem Zeitpunkt wird Ein wohlgemeintes Wort veröffentlicht, in dem das Schicksal derer beschrieben steht, die der Schundliteratur verfallen sind:

Die Luft, welche zwischen den Blättern seiner Romane ihm entgegen wehte, war verpestet; er hatte die gefährlichen Miasmen eingeathmet, und der Krankheitsstoff, welcher


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nun durch seine Adern pulsirt, macht seine geistige Organisation empfänglich und geneigt zur Ansteckung. (496)

Bereits 1876 schrieb May als Redakteur in einer Briefkastenantwort für Schacht und Hütte:

Herrn O. F. in Erfurt. Der Betreffende hat aus den vielen Ritter-, Räuber- und Schauderromanen, welche seine einzige Lectüre bildeten, eine vollständig falsche Lebensanschauung gesogen. Geben sie ihm Gelegenheit, sich im Kampfe mit dem realen Leben zu kräftigen und fruchtbringende Erfahrungen sich anzueignen. (497)

Rein wirtschaftliche Engpässe müssen May veranlaßt haben, überhaupt mit dem Waldröschen zu beginnen! Claus Roxin hat die finanzielle Misere jener Tage ausführlich geschildert. Demnach kam May auf ein Jahreseinkommen von zirka 1500 Mark, was dem Jahresgehalt eines weniger gut bezahlten Arbeiters entsprach. Gerade ausreichend für ein kinderloses Ehepaar in den dörflichen Verhältnissen Hohensteins. (498)

May plante jedoch in absehbarer Zeit nach Dresden überzusiedeln:

Ich hatte innere Klarheit erlangt und musste nun zurück ins Leben und an die Quellen, die nur in der Grossstadt fliessen. (499)

Ihm blieb also nichts anderes übrig, als seinen Vertrag mit Münchmeyer notgedrungen einzuhalten. Karl May war durchaus kein Einzelfall. Friedrich Schiller befand sich einst ebenso in materieller Not. So entstand ab 1786 sein Fortsetzungsroman "Der Geisterseher" für die Zeitschrift "Thalia". In Briefen an seinen Freund Körner schrieb er, es käme ihm nur darauf an, unter Ausnutzung des Publikumgeschmackes so viel Geld wie möglich zu verdienen. (500)

Während Schiller sich bald von dieser Art Literatur abwandte, blieb May dabei. Er beendete Die Todes-Karavane für den "Deutschen Hausschatz" in Regensburg, schrieb für Münchmeyer rasch ein Waldröschen-Kapitel, und belieferte dann die Konkurrenz mit In Damaskus und Baalbeck. Wohlgemeinte Worte Münchmeyers halfen nicht. Schon wollte er voller Zorn May wegen Erschwindelnds eines Baarvorschusses von 500 M (501) bei der


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Staatsanwaltschaft anzeigen; da fiel ihm etwas Besseres ein. Er schrieb einen Brief an Emma:

"Geehrte Frau!
Sie würden mich zu großem Dank verpflichten, wenn Sie Ihren geehrten Mann, den ich die Ehre habe, meinen vertrauten Freund nennen zu dürfen, bewegen könnten, mir Manuscript, u. zwar 3 Hefte pro Woche zu senden.
Es ist jetzt die beste Zeit mit der Herausgabe des Werkchen. Das erste Heft habe ich fertig, doch kann ich dasselbe nicht herausgeben, indem ich ohne Manuscript nicht weiter liefern kann.
Ich habe so gut an Ihrem Manne gehandelt. Ich habe ihm gegen 500 M. schon auf dieses Werkchen gegeben, u. er ist so undankbar u. läßt mich ganz ruhig sitzen und doch nennt er sich meinen besten Freund in seinen Briefen u. verspricht mir das Blaue vom Himmel, hält aber nicht die Idee von seinem Versprechen.
Ich glaube, er hört auf Sie, indem er Sie doch liebt, was er ja immer betheuert. Ich wende mich also vertrauensvoll an Sie u. betrachte Sie als rettenden Engel, der mich erlösen soll aus meiner kostspieligen u. höchst verhängnisvollen Lage. Meine Frau begrüßt Sie herzlich und bittet vereint mit mir um Ihre Vermittlung. In dem ich Sie recht herzlich begrüße, zeichne ich mit bekannter Hochachtung

Dresden, d. 20. 10. 82

Ihr ganz ergebenster
H. G. Münchmeyer

 

Dieser sehr wichtige Brief, ein Dokument, das wir den intensiven Nachforschungen Klaus Hoffmanns verdanken (502), bietet mancherlei Aufschlußreiches. Zunächst werden sämtliche Angaben Mays bestätigt. Münchmeyer gibt tatsächlich vor, in einer "kostspieligen u. höchst verhängnisvollen Lage" zu sein, und er betrachtet Emma wahrhaftig als seinen Rettungsengel. Aus dem Datum läßt sich schließen, daß May offensichtlich das erste Waldröschen-Kapitel Der Kampf um die Liebe Anfang Oktober 1882, kurz nach seiner Rückkehr aus Dresden, verfaßte. Wie bereits bekannt, blieb die Fortsetzung aus, weil May für den "Deutschen Hausschatz" schrieb. Dabei war "jetzt die beste Zeit mit der Herausgabe des Werkchen".

Münchmeyer hatte recht. Es war Herbst und die Tage wurden immer kürzer; die Vorweihnachtszeit nahte, und damit das lockende Weihnachtsgeschäft. Wie mag er frohlockt haben, als sich pünktlich zur Adventszeit in Emma ein leibhaftiger Engel einstellte; Anfang Dezember startete der sensationellste aller Kolportageromane:

Das "Waldröschen" mußte gradezu eingeschlagen und einen Bombenerfolg haben ... (503)


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Münchmeyer zeigte sich in seinen Briefen sehr zufrieden. Er schrieb wiederholt, daß er sich schon jetzt, nach so kurzer Zeit, für gerettet halte, denn er hoffe doch, daß der Roman so zugkräftig bleibe, wie er bis jetzt gewesen sei. (504)

Vermutlich noch in den ersten Wochen tauschte Münchmeyer eigenmächtig den Untertitel Rächerjagd rund um die Erde gegen "Verfolgung rund um die Erde" aus. (505)  Mays Originaltitel war offenkundig zu reißerisch und erregte wohl die Aufmerksamkeit der strengen Obrigkeit. Münchmeyers Vorsorge war nicht unbegründet; tatsächlich fand man Mays Kolportagewerke, wie die so vieler anderer Autoren, später im "Königlich Sächsischen Gendarmerieblatt" auf dem Index. "Vom Feilbieten im Umherziehen ausgeschlossene, bez. auszuschließende Druckschriften, Schriften und Bilder", hieß dies damals im Klartext.

Man kann also gut nachvollziehen, warum May seinen Namen auf keinem Kolportageheft sehen wollte. Auf der anderen Seite waren Kolportageverleger sichtlich bemüht, die Starttermine ihrer Produkte zu verschleiern, um einem möglichen Verbot der Behörden zu entgehen. Hierin liegt heute die Schwierigkeit für eine genaue Datierung, aber eben dies ist im Falle Karl Mays von entscheidender Bedeutung! Läßt sich erst einmal seine genaue Arbeitsweise rekonstruieren, erfährt man zwangsläufig, ob es zeitlich überhaupt möglich war, daß fremde Hände seine Texte ändern konnten.

Allgemeine Kenntnisse sind erforderlich, um das Unmöglichscheinende wahrzumachen, jede einzelne Lieferung praktisch auf den Tag genau zu bestimmen. Angestrebter Erscheinungstermin jeglicher Publikation war damals stets der Samstag. Die Gründe dürften einleuchtend sein. Der Arbeiter erhielt seinen Wochenlohn und konnte sich für den einzigen arbeitsfreien Tag in der Woche, den Sonntag, mit Lesestoff versorgen. Alle großen Verlage trugen dem Rechnung:

"Sie lassen uns ja abermals ohne Manuscript! Wir erwarten solches sofort, damit die N° Samstag erscheinen kann. GuR." (506)

In diesem Sinne war der Redaktionsschluß einer Nummer beim "Deutschen Hausschatz" nachweislich in den meisten Fällen am Samstag, das heißt, auch hier wurde der nächstfolgende Samstag zur Veröffentli-


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chung angestrebt. Ebenso verhielt es sich bei Spemann in Stuttgart, der die Jugendschriften Mays herausgab. Man braucht sich also nur die einzelnen Samstage jener Jahre vor Augen halten, verbunden mit den entsprechenden Wochen- und Monatsdaten, so kann man sich in historischen Zeiträumen anschaulich zurechtfinden.

Bei der Kolportage war pünktliches, regelmäßiges Erscheinen höchstes Gebot, wollte man den Leser mehr als fünfzig Lieferungen lang bei der Stange halten und keinen Abonnentensprung (507) riskieren. Fünfzig Lieferungen galten schon als mäßiger Erfolg; Mays Romane durchbrachen die Schallmauer von hundert. Da mußte einfach alles stimmen. Handwerkliches Können des Autors gepaart mit geschäftlichem Geschick des Verlegers, der für einen reibungslosen Vertrieb zu sorgen hatte.

Bekanntlich erschien das Waldröschen unter einem Pseudonym. Hier galten besondere Gesetze: Das Produkt mußte mit einem Paukenschlag auf den Markt gebracht werden, um den unbekannten Autor, in unserem Fall Capitain Ramon Diaz de la Escosura, einzuführen. Die ersten vier Hefte des Waldröschen dürften deshalb nicht wie die späteren im Stereotypdruck erschienen sein, sondern wurden in hoher Auflage im sogenannten Hochdruckverfahren hergestellt; demgemäß gibt es von den ersten vier Heften Varianten im Zeilenverlauf und in den Schriftarten. (508)

Zunächst war zweifellos eine wöchentliche Erscheinungsweise, also samstags, angestrebt. Nach den Gepflogenheiten der Kolportage zu urteilen, dürften aus Werbegründen am ersten Samstag gleich zwei Lieferungen ausgeteilt worden sein; somit konnte Münchmeyers Vorweihnachtsgeschäft am 2. Dezember 1882 endlich beginnen.

Diese verblüffend genaue Datierung läßt sich aus einer Verlagsanzeige inmitten des Waldröschen ableiten:


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Martin Luther


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"Der 10. November des Jahres 1883 ist ein Tag welthistorischer Bedeutung geworden, denn er verzeichnet in der Kirchengeschichte der evangelischen Christengemeinden aller Länder das Fest der vierhundertjährigen Jubelfeier zur Erinnerung an die Geburt Doctor Martin Luther’s, des heldenmüthigen deutschen Reformators." (509)

Der "Tag welthistorischer Bedeutung" verrät hier, daß die Verlagsanzeige als Abschluß von Lieferung 51 des Waldröschen unmittelbar für den 10. November 1883 gedruckt worden ist.

Offensichtlich war es der letzte Versuch, noch zögernde Abonnenten für die "Doctor Martin Luther's Haus-Postille" zu gewinnen. Diese Annahme wiegt um so schwerer, als der 10. November 1883 auf einen Samstag fiel, der Tag, an dem das Waldröschen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgetragen werden mußte.

Wer jetzt einundfünfzig Wochen zurückrechnet, kommt zwangsläufig auf Anfang Dezember 1882. In Lieferung 6, nach den genannten Berechnungen am 30. Dezember 1882 erschienen, also unmittelbar nach Weihnachten, findet diese These ihre Bestätigung. Dort gibt es ein Kapitel mit dem vielsagenden Titel: Die Weihnacht des Gefangenen.

Schaut man sich die ersten Waldröschen-Kapitel etwas genauer an, wird man zweierlei gewahr. Zunächst sticht die Erzählweise des Autors hervor. Wie viele Schriftsteller könnten noch heute von diesem wortgewandten Meister der Spannung lernen! Sein Stil hat nicht die Patina des Vergangenen angesetzt, er bleibt für alle Zeiten modern. (510) Aber man erkennt auch die Schwächen des Romans, und gerade an ihnen erfährt man einiges über die Arbeitsweise Mays.

Die frühen Kapitel sind mit leichter Hand entworfen, munter dahinfabuliert. Der kundige Leser wird sich an die Herkunft des deutschen Arztes Karl Sternau erinnern. Zunächst bemerkt niemand seine große Ähnlichkeit mit dem Herzog von Olsunna. Gegen alle Logik auch nicht sein Erzfeind Gasparino Cortejo, der beide kennt. Der Grund liegt einfach darin, daß May selbst davon noch nichts wußte. Die Person Karl Sternaus war ursprünglich anders geplant:

Ein prächtiger Kerl dieser Helmers ... Er hat einen Freund gehabt, einen gewissen Sternau, der mit ihm das Gymnasium besuchte ... (511)

Vierundfünfzig Seiten später kommt es dann zu einem überraschenden Kennenlernen:


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"Verzeihung! Sind Sie der Herr Doktor Sternau?" fragte Helmers.
   "Ja," lautete die Antwort.
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Wiederum neunzig Seiten später wird aus dem deutschen Sternau der Sohn eines spanischen Herzogs. Derartige Konstruktionsfehler kann man unmöglich Münchmeyer anlasten. Alleinige Ursache ist die Überforderung des Autors; so galt zu diesem Zeitpunkt seine ganze Konzentration den Reiseerzählungen In Damaskus und Baalbeck samt der Fortsetzung Stambul. Parallel entstand vermutlich außerdem in drei Schüben Im "wilden Westen" Nordamerika's.

Mays Arbeit am letztgenannten Werk - die Niederschrift des III. Kapitels Am Hancockberg - könnte den größten Handlungsbruch im Waldröschen verständlicher erscheinen lassen. Klaus Hoffmann führt hierzu aus:

"Figuren tauchen plötzlich auf, niemand weiß, woher. Nach dem Sieg über das Raubschiff "Pendola" (Seite 864) geht Sternau an Bord. "Quimbo war bei ihm, um ihn zu führen", heißt es weiter. Quimbo...?! - Im Kapitel EIN WIEDERSEHEN haben ganze Abschnitte (Seite 851-852) keinen inneren Zusammenhang zur vorhergehenden Handlung ... Hier liegt der fremde Eingriff auf der Hand. Diese Passagen oder Szenen zuvor sind nicht von Karl May, sondern sind künstlich geschaffene Übergänge, die der Bearbeiter nach Streichungen einfügen mußte." (513)

Entgegen Hoffmanns Thesen sind Kürzungen Münchmeyers - in welcher Form auch immer - höchst fragwürdig. Derartiges konnte er sich überhaupt nur dann erlauben, wenn er ständig mit reichlichem Manuskriptmaterial versehen war, und gerade dies traf in der Regel nicht zu. Es herrschte damals die Gepflogenheit, jeder Kolportagelieferung eine nach Möglichkeit farbige Illustration beizulegen. Blieb diese aus, konnte das zu erheblichen Umsatzeinbußen führen! In einem Zeitalter, wo die Photographie noch in den Kinderschuhen steckte, verlangten die Leser nach bunten Abbildungen.

"Bei dem außerordentlichen Aufschwung, den die illustrierten Zeitschriften in den letzten Jahren genommen, fällt es einem bescheidenen Blatt 'ohne Bilder' täglich schwerer, die Gunst des Publikums zu gewinnen und zu erhalten. Nicht mehr lesen, die Menge will nur sehen und eine Augenweide haben." (514)

Im Waldröschen und seinen Folgeromanen wurden keineswegs die Bilderbeilagen stets pünktlich mitgeliefert. Dann und wann fehlen sie gleich mehrere Lieferungen hintereinander. Oftmals stellt eine Illustration Er-


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eignisse dar, die bereits hundert Seiten zurückliegen. Hier gibt es nur eine Schlußfolgerung: May, dauerhaft überlastet, schaffte nicht sein angestrebtes Pensum; der Setzer erhielt dementsprechend in allerletzter Minute weiteres Manuskript. Und der Zeichner konnte erst später tätig werden.

Die Yacht heftete sich an den Räuber und bemerkte bereits am nächsten Tage, daß er den Kurs nach Amerika verlegte. Sie eilte ihm voraus, um ihn in dem verworrenen westindischen Inselmeere zu erwarten. - (515)

Nach dem Zusammentreffen mit dem Räuberschiffe dampfte die "Rosa" in den Fluß zurück. Die Nacht war zwar dunkel und die Flußfahrt in Folge dessen nicht ungefährlich, aber Kapitän Helmers hatte während des Tages jede Biegung und Krümmung des Flusses kennen gelernt und getraute sich, die Mission glücklich zu erreichen. (516)

In der Tat bilden beide Abschnitte keine innere Einheit, obwohl sie lediglich durch siebenundzwanzig Seiten - eine Heimatepisode - getrennt werden. Was also in Lieferung 35 gilt, paßt nicht mehr mit Lieferung 36 zusammen. Und jetzt wird es interessant: die Illustration zu Lieferung 36 zeigt eine Begebenheit aus der Heimatepisode vor dem Handlungsbruch. In den Lieferungen 37 und 38 gibt es überhaupt keine Illustrationen!

Das Manuskript Mays erreichte somit erst spät den Setzer, dem Zeichner blieb bloß der gedruckte Text. Offensichtlich kam es zu einer nicht unüblichen Schreibpause zwischen zwei Kapiteln. In dieser Zeit entstanden vermutlich die beiden kürzeren Arbeiten Pandur und Grenadier sowie Der Amsenhändler. Auch ist hier Mays Umzug von Hohenstein nach Dresden-Blasewitz am 7. April 1883 beachtenswert. Die Großstadtmetropole bot zweifellos dem Ehepaar May anfangs mancherlei Amüsement.

So bewahrheitet sich eine These, die Karl Serden bereits vor längerer Zeit entwickelte; er weist auf die Novelle Robert Surcouf hin:

"Bei diesem Seemannsbild (Deutscher Hausschatz Nr. 50 - 52, Sept. 1882, 8. Jahrgang) findet sich im 3. Kapitel, ... das "Zusammentreffen mit dem Räuberschiffe"; das handlungsreiche Geschehen bringt Überfall und Piraterie, und - man halte kurz die Luft an - auch die Missionsstation, eine Niederlassung mit einem Priester, findet im Wortlaut mehrfach Erwähnung! ... Während einer Schreibpause am Waldröschen, ... schob sich ihm dann beim Weiterschreiben unbewußt das Surcouf-Geschehen vor sein geistiges Auge, und es kam zu dieser Text-Divergenz." (517)


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Erneut erleben wir hier einen Karl May, der plötzlich sein Konzept revidierte, und sich dabei verzettelte. Wie hatte er sich den Fortgang der Handlung ursprünglich gedacht? Ein paar Äußerungen im Waldröschen verraten es:

"... Wohin werdet Ihr ihn bringen?"
   "Hm, weiß noch nicht. Vielleicht nach Borneo oder Celebes. Die Malayen geben dort gern Gold oder gar Edelsteine für Weiße, welche sie ihren Göttern oder Todten zu Ehren schlachten."
(518)

Ein Kenner hätte die Buchstaben des Briefes als arabische erkannt; das Schreiben selbst aber war in jenem malayischen Dialekte abgefaßt, welcher auf den westlichen Inseln des stillen Ozeans gesprochen wird und viel mit arabischen Wörtern vermengt ist. (519)

"Was! Woher hat der Waldhüter diese seltene Sprache! Es ist Malayisch."
   "Malayisch?" fragte der Großherzog. "Ein deutscher Waldhüter, und Malayisch! ..."
(520)

Man hatte einen Neger an Bord, der ein sehr scharfes Auge besaß und das Schiff vom Maste aus mit bloßem Auge eher entdeckt hatte als es von Helmers mit dem Fernrohre bemerkt worden war. (521)

"..., denn der Neger hat Ihnen doch gesagt, daß der gefangene Husarenlieutenant nach Borneo gebracht werden soll ..." (522)

Man fand die deutlichsten Beweise, daß es ein Seeräuberschiff gewesen war. ... Quimp[b]o war bei ihm, um ihn zu führen. (523)

Erkennbar zielstrebig plante May ganze Kapitel im asiatischen Teil der Erde. Dann jedoch gingen seine Gedanken in der Kapstadt-Episode ganz andere Wege. Der Neger, ursprünglich ohne Namen und in etwas anderer Funktion, heißt plötzlich Quimbo. Pate stand hier gewiß der gleichnamige Basutokaffer, der bereits in einem anderen Südafrikaabenteuer Mays die Hauptrolle spielte. (524)

Bei der Kolportage gibt es für Quimbo nur ein kurzes Gastspiel. Erst Jahre später läßt ihn May, sich der Unzulänglichkeiten des Waldröschen bewußt, in einer ganz ähnlichen Seeräubergeschichte wieder auferste-


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hen. (525) Die Frage, warum May im Waldröschen so unerwartet von dem geplanten Asienabenteuer abrückte, läßt sich einfach beantworten: Das tagespolitische Geschehen in Mexiko faszinierte ihn. Er studierte eifrig alle verfügbaren Quellen und konnte mit seinem dadurch errungenen Wissen viele Seiten füllen; sein Kolportageroman wurde dadurch streckenweise zum Geschichtsbuch. Zwar beschrieb May im Waldröschen fast ausschließlich historische Ereignisse, die bereits ein Jahrzehnt zurücklagen, jedoch waren diese Begebenheiten zum Zeitpunkt der Niederschrift immer noch hochbrisant und strahlten mit der Präsidentschaft von Porfirio Diaz am 1. Juli 1884 in die Gegenwart hinein.

 

2. Die Sklaven des Ehrgeizes

Wie bereits mehrmals erwähnt, fand am 7. April 1883 der Umzug von Hohenstein nach Dresden statt. May hatte bis auf weiteres seine Hausschatz-Tätigkeit eingestellt, um sich ganz Münchmeyer zu widmen:

Münchmeyer gab damals eine Zeitschrift heraus, "Der deutsche Wanderer" genannt, die gar nicht gehen wollte. Er bat mich also, einen Roman für sie zu schreiben. Ich war ... nicht abgeneigt, es zu tun und liess mir das Blatt zeigen. ...
   "Der deutsche Wanderer" sollte kein Kolportageunternehmen sein. Er sollte auf derselben Höhe stehen, wie die beiden im Jahre 1875 von mir gegründeten Unterhaltungsblätter. Darum hatte Münchmeyer den Wunsch, dass der betreffende Roman nicht unter einem Pseudonym, sondern unter meinem wirklichen Namen veröffentlicht werde. Wie der bekannte "Deutsche Hausschatz" in Regensburg durch die Beiträge von Karl May in die Höhe gekommen war, so sollte auch der "Deutsche Wanderer" von diesem meinem Namen profitieren. ... Ich schrieb also den Roman "Die Liebe des Ulanen" ...
(526)

Etwas viel Begeisterung klingt aus diesen Worten heraus! Der Wanderer sollte auf derselben Höhe stehen, wie die beiden im Jahre 1875 von mir gegründeten Unterhaltungsblätter; wie soll man das verstehen? Weitere Aussagen Mays hinsichtlich Münchmeyer eröffnen in diesem Zusammenhang völlig neue Perspektiven:

Er regte den Gedanken an, daß wir nicht in Hohenstein bleiben, sondern nach Dresden ziehen möchten, da er mich in seiner Nähe haben wolle. ... Münchmeyer stellte


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sich auch da sofort ein, und zwar wöchentlich mehrere Male. Es entwickelte sich ein anfangs ganz förderlicher Verkehr zwischen ihm und uns. Ich arbeitete so, daß ich mir fast keine Ruhe gönnte. (527)

Sagen wir es deutlich heraus: man führte in Blasewitz gemeinschaftlich die Redaktion des "Deutschen Wanderer". Die Redaktion eines derartigen Wochenblattes nimmt höchstens einen Tag in Anspruch. Die übrigen Tage gehörten dann mir und meinen Manuskripten (528), hatte May einmal über seine Redakteurtätigkeit gesagt und dies dürfte auch auf den "Deutschen Wanderer" zutreffen, zumal der Hauptroman Die Liebe des Ulanen ohnehin den größten Raum darin einnahm.

Ich bekam weder Korrektur noch Revision zu lesen, und das war mir ganz lieb, denn ich hatte keine Zeit dazu. (529)

Dies wird so gewesen sein. May begutachtete lediglich seinen gedruckten Text und konnte sich über Irrtümer des Setzers erregen. (530) Gegen den "unglaublichen Schlendrian im Verlag und in der Druckerei von H. G. Münchmeyer" (531), konnte er nie und nimmer ankämpfen. Mal treibt der Druckfehlerteufel sein Unwesen, mal stimmen die Bildunterschriften nicht mit den geschrieben Texten überein. Die Rechtschreibung variiert bei gleichlautenden Worten, und Inhaltsverzeichnisse betrachtete man als absoluten Luxus.

Münchmeyer verließ sich ganz und gar auf den überforderten May. Warum hätte er denn auch einen tüchtigen Redakteur durch einen möglicherweise schlechteren korrigieren lassen sollen? Das ließ sein offenkundiger Geiz gar nicht erst zu; sein Ziel waren fette Gewinne! Da gab es in seinem Verlag schon genügend andere Lieferungsromane, um die zu kümmern es sich vielleicht eher lohnte; einige Titel seien hier genannt:

Gustav Berthold: Die Pfarrerstochter von Goldenheim, 1883.
Schindler: Die Fenierbraut, 1883.
Gustav Berthold: Die Grabesbraut, 1884.
G. Haymer: Schön-Röschen aus der Hofemühle, 1884.
C. Bellack: Auf einsamer Insel oder Unschuldig verstoßen, 1885.
A. Breyer: Der Fluch des Meineids, 1885.
C. Bellack: Das Vermächtniß oder Die Waisen von Paris, 1886.


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Emanuel Wurm: Die Wiener Nachtigall, 1886.
Otto Freitag: Valida, die schöne Sclavin, 1887.
Alexander Sternberg: Die Lorelei, 1887.
Otto Freitag: Das Federlottchen, 1888.
Alexander Sternberg: Zehn Jahre unter der Erde oder Schuld einer Sühne, 1888.

Alle diese Angaben sind dem vorzüglichen Buch "Der Kolportageroman" von Günther Kosch und Manfred Nagel entnommen. (532) Die Produktvielfalt bestätigt eindringlich, daß Münchmeyer froh sein mußte, wenn May sich um seine eigenen Texte kümmerte! Und dies geschah hin und wieder überraschend gründlich:

Diese Wüste geht mit ihrem Westrande fast bis zum Rio Puercos, der ein Nebenfluß des Rio grande del Norte ist. An diesem Rio Puercos liegt das Fort Quadeloupe, welches unseren Lesern bereits aus dem I. Theile, Capitel 11, Seite 379 bekannt ist. (533)

Wer sonst, außer Karl May hätte in Münchmeyers "Kraut-und-Rüben-Verlag" derartige Angaben nach einem Szenenwechsel machen sollen? Spuren seiner redaktionellen Tätigkeit werden wir noch des öfteren begegnen. Im Spätsommer 1883 liefen die Planungen für den "Deutschen Wanderer" auf Hochtouren. May steckte seine ganze Schaffenskraft in dieses Projekt. Indessen flehte der Hausschatz-Redakteur Venanz Müller vergeblich um weiteres Manuskript. Ein Mythos entsteht:

"Die Fortsetzung der Reise-Erzählungen von Karl May wird in dem bald beginnenden neuen Jahrgang unserer Zeitschrift Statt finden. Der Herr Verfasser ist wieder auf Reisen." (534)

"An mehrere Abonnenten. Dr. K. May ist wieder auf der Rückkehr nach Deutschland begriffen. Die Fortsetzung der Reiseabenteuer wird nun nicht mehr lange auf sich warten lassen." (535)

"Auf mehrere Anfragen. Herr Dr. Karl May ist am 19. Februar 'nach langer Irrfahrt', wie er uns schreibt, wieder in der Heimat angekommen und will nun seine Reise-Erzählungen alsbald fortsetzen." (536)

Zunächst geschah nichts! In Dresden waren May und Münchmeyer zu Sclaven des Ehrgeizes (537) geworden. Wie der bekannte "Deutsche Hausschatz" in Regensburg durch die Beiträge von Karl May in die Höhe gekommen war, so sollte auch der "Deutsche Wanderer" ... profitieren. Während der "Deutsche Hausschatz", wie damals allgemein üblich, am letzten Samstag im September


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startete, war man in Dresden offenkundig stolz, eine Woche früher beginnen zu können. (538)

Die Liebe des Ulanen, ein Sensationsroman aus der Zeit des deutsch-französischen Krieges 1870/71, sollte Münchmeyer ab den 22. September 1883 beispiellose Gewinne bescheren und May ein erhöhtes Honorar; er bekam ab jetzt 50 Mark pro Heft. Die Waldröschen-Produktion ratterte derweil unermüdlich weiter. May mußte überdies sein Schreibtempo forciert haben, wie eine Fußnote im Waldröschen dokumentiert:

*) Diese Prophezeiung ist in Erfüllung gegangen, denn jetzt, im Juli 1884 ist Porfirio Diaz Präsident von Mexiko geworden. Anmerkung des Verfassers. (539)

Die Aktualität der Mexiko-Ereignisse veranlaßte May vermutlich zu der schnelleren Gangart. Denkbar wäre freilich auch, daß May sein Tempo forcierte, um sich rascher wieder dem "Deutschen Hausschatz" zu widmen; die Entscheidung für einen weiteren Kolportageroman könnte somit kurzfristig gefallen sein. Zum großen Leidwesen Münchmeyers schrieb May aber nach dem Waldröschen niemals mehr als eine Lieferung pro Roman wöchentlich!

Der Hinweis "jetzt im Juli 1884" deutet eindeutig darauf hin, daß die Lieferung 104 exakt zu diesem Zeitpunkt ausgetragen wurde. (540) Wie sich errechnen läßt, erschien demnach das Waldröschen ab Lieferung 73 zweimal pro Woche, wobei der gedruckte Text zuweilen etwas lockerer gesetzt wurde. Mit der letzten Nummer 109 wurde zugleich aus Werbegründen die erste Nummer des Nachfolgeromans ausgegeben.

Nach den außergewöhnlichen Erfolgen, welche sich die bereits vollständig erschienene Erzählung: "Das Waldröschen" errungen hat, bringt die Verlagshandlung von demselben Verfasser den neuen Roman: Der verlorene Sohn oder der Fürst des Elends. [siehe Faksimile, S. 153]

May hatte einsehen müssen, daß sein Waldröschen große strukturelle Schwächen besaß. Ohne nennenswerte Konzeption begonnen und munter dahinfabuliert, hatte er manchmal den Faden verloren, wußte


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nicht, wie es weitergehen sollte. Dies alles rächte sich. Fragen über Fragen blieben offen. So blieb ihm nichts anderes übrig, als seine Leser zu vertrösten:

Und die Anderen, welche noch zu erwähnen wären? Zarba, die Zigeunerin, nebst ihren Leuten, Pepi und Zilli, die schönen Mexikanerinnen, nebst Berthold und Willmann, den beiden österreichischen Aerzten, wo sind sie geblieben? Was ist ferner aus dem Gärtner Bernardo geworden, welcher mit Don Ferdinando aus Härrär entfloh, und aus Wagner, dem braven, deutschen Seecapitän? Nun diese beiden Letzteren sind reichlich belohnt worden und jetzt wohlhabende Herren. Ueber die Anderen aber bereitet sich noch heut ein ebenso mystisches wie hochinteressantes Dunkel, welches sich erst dann lichten kann, wenn der geneigte Leser so freundlich ist, einen Blick in den Roman "Der verlorene Sohn" zu werfen, welcher von demselben Verfasser geschrieben ist und bei demselben Verleger zur Ausgabe gelangt wie das gegenwärtig von allen lieben Freunden herzlichen Abschied nehmende "Waldröschen". (541)

Der Autor hatte aus all seinen Fehlern gelernt. Den neuen Roman wollte er professioneller gestalten. Zu diesem Zweck entwarf er, wie aus dem Faksimile erkennbar, ein streng strukturiertes Exposé. Er plante anfänglich sechs Abteilungen. Titel und Thema standen genau fest. Der verlorne Sohn sollte offensichtlich in 120 Lieferungen erscheinen. Dies ergibt sich aus folgendem Sachverhalt: bis Nummer 60 beträgt der Umfang jeder einzelnen Romanabteilung exakt 20 Lieferungen, was hochgerechnet 120 Hefte ergibt. Erst in der vierten Abteilung weicht May allmählich von seinem Exposé ab. Er verzichtet auf die letzten beiden Abteilungen Sclaven des Ehrgeizes und Rettung aus dem Elende; sie verschmelzen ineinander zu Sclaven der Ehre. Über das warum, werde ich noch später sprechen.

Zunächst ist beachtenswert, daß jede der ersten drei Abteilungen buchstäblich mit der letzten Zeile einer entsprechenden Lieferung endet. Hier konnte Karl May nur selbst federführend sein und keinesfalls "der Schlendrian" im Münchmeyer-Verlag! Das heißt, er muß jede einzelne Lieferung in Augenschein genommen haben, sonst wäre er wohl kaum in der Lage gewesen, sein handgeschriebenes Manuskript so einzurichten, daß es exakt dem Zeilenverlauf von zwanzig Lieferungen à vierundzwanzig Seiten entspricht, zumal der Satzspiegel pro Münchmeyer-Seite variiert. Fünfundvierzig Zeilen entsprachen der Norm, wenn Mays Schreibflut jedoch nachließ, konnten es auch vierundvierzig oder gar nur dreiundvierzig Zeilen sein.


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Prospect


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Mit dem Waldröschen hatte May eine hohe zeitgeschichtliche Aktualität erreicht. Die Präsidentschaft Porfirio Diaz kam ihm wie gerufen. Der damalige Leser mußte und sollte annehmen, daß sämtliche Begebenheiten im Waldröschen auf Tatsachen beruhen. Das erhöhte den Verkaufserfolg ungemein und verschaffte May eine halbwegs gesicherte Existenz. Der verlorne Sohn oder der Fürst des Elends sollte im Gegensatz zum Waldröschen ausschließlich in der Heimat spielen; deswegen aber nicht weniger aktuell sein.

Ob May zunächst wahrhaftig plante, das hochinteressante Dunkel einiger Waldröschen-Akteure zu erhellen, kann hier nicht mit letzter Sicherheit beantwortet werden; wahrscheinlich brach er das Waldröschen vorzeitig ab, um in den Genuß des erhöhten Honorars von 50 Mark pro Lieferung zu gelangen. Möglich, daß er somit in der Tat auf die unerfüllten Schicksale einzelner Personen nochmals eingehen wollte, derartige Versprechen hatte er auch anderswo abgegeben, ohne sie zufriedenstellend einzulösen:

Und nun das Ende, lieber Leser? Ich weiß, du möchtest recht ausführliche Auskunft über jede einzelne Person haben, aber wollte ich sie dir geben, so würde ich mir vorgreifen und mich um die Freude bringen, dir in einem der folgenden Bände noch mehr von ihnen erzählen zu können. (542)

Als Der verlorne Sohn mit größter Wahrscheinlichkeit am 16. August 1884 startete, sollte er nach Willen des Autors im Gegensatz zum Waldröschen nur einmal wöchentlich erscheinen; May fand so noch etwas Zeit, seine große Orienterzählung weiterzuführen, um welche der Regensburger Redakteur Venanz Müller immer dringlicher bat.

Ab November 1884 erfreute dann Der letzte Ritt die Hausschatz-Leser, aber May fühlte sich matt und ausgelaugt; er besaß in jener Zeit nicht die Motivation, drei große Romane gleichzeitig zu verfassen. Der letzte Ritt wurde unterbrochen, ehe er richtig begonnen hatte, und wieder mußte Venanz Müller lange Zeit vergeblich auf weiteres Manuskript warten!

Indessen schritt das Geschehen im Verlornen Sohn nur schleppend voran. Am heutigen Tage, an welchem man den letzten November schrieb (543), heißt es in Lieferung 5, danach sind offenbar sämtliche Uhren stehen geblieben. Immer wieder wirft May groben Sand in das Stundenglas, bis er endlich in Lieferung 19, 346 Seiten später, das Weihnachtsfest erreicht:


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Später wurde die Thür zum Salon geöffnet. Da brannte ein reich ausgestatteter Christbaum, unter welchem Geschenke ausgebreitet lagen. Diese Letzteren waren für die Familienglieder bestimmt; aber doch lag auch für jede der anderen anwesenden Personen eine Gabe bereit.
   Da trat Fanny zu Robert.
   "Kommen Sie, Herr Bertram!" sagte sie. "Sollte das Christkind nicht auch an Sie gedacht haben? Darf ich Sie führen?"
(544)

In der gesamten Lieferung 19 steht das Weihnachtsfest als tragendes Element im Mittelpunkt der Ereignisse. Somit wird deutlich, warum die Zeit so lange still stand. Karl May zögerte die Handlung hinaus, weil er unbedingt die fiktive Romanweihnacht zu den realen Feiertagen ausgetragen wissen wollte; Lieferung 19 erschien am Samstag, 20. Dezember 1884. Wer jetzt kopfschüttelnd zweifeln sollte, wird sofort eines besseren belehrt! In Lieferung 21 erleben wir dasselbe Phänomen noch einmal:

Es war am Sonnabend vor Fastnacht. (545)

Dieses Zitat erschien zu Beginn einer neuen Abteilung bereits am 3. Januar 1885, zeitlich noch weit von der tatsächlichen Fastnacht entfernt. Erneut wendet May also seine Verzögerungstaktik an. Ganze 175 Seiten vergehen, bis wir uns inmitten des Karnevals befinden:

Als sie die Schänke erreichte, zog sie ihre seidene Halbmaske, welche sie mit dem Anzuge erhalten hatte, aus der Tasche und befestigte sie vor das Gesicht ... In demselben Augenblicke begannen die Musikanten einen flotten Walzer. Eine männliche Maske kam auf Engelchen zu, verbeugte sich und sagte:
   "Endlich, Endlich! Ich habe mit herzlicher Sehnsucht auf Dich gewartet, schöne Italienerin. Bitte, diesen Walzer!"
(546)

In jenem Jahr fiel der Fastnachtsdienstag auf den 17. Februar. Bereits vier Tage später, am Samstag, 21. Februar 1885, konnte sich der damalige Leser in der Lieferung 28 darüber informieren, was sich soeben mit dem Engelchen zugetragen hatte. Was May hier leistete, ist genial, damals gewiß ungewöhnlich. An dieser Stelle wird erneut deutlich, wie genau May seine Lieferungshefte gekannt haben muß, wenn er sie aktuellen Gegebenheiten anpaßte; fremde Hände konnten hier nicht walten!

Faßt man die bislang gesammelten Daten zusammen, ergibt sich eine logische Kette historischer Zeitabläufe:


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Der Brief Heinrich Münchmeyers vom 20. Oktober 1882, erstes Waldröschen-Heft ist bereits gedruckt - Luthers vierhundertster Geburtstag in der Waldröschen-Lieferung 51 - ab Lieferung 73 zwei Hefte pro Woche, denn jetzt, im Juli 1884 ist Porfirio Diaz Präsident von Mexiko geworden, laut Fußnote in Lieferung 104 - gleitender Wechsel vom Waldröschen zum Verlornen Sohn am 16. August 1884 - eine wöchentliche Erscheinungsweise plaziert automatisch die Weihnachtslieferung 19 auf den 20. Dezember 1884, somit die Karnevalslieferung 28 auf den 21. Februar 1885, vier Tage nach Fastnacht. Anhand dieser Fakten können die Zeitangaben, die Klaus Hoffmann zum Verlornen Sohn gemacht hat, nicht stimmen.

"Aus Werbegründen lieferte Münchmeyer die ersten der insgesamt 101 Hefte (2412 S.) bereits Weihnachten 1883 aus." (547)

Der augenscheinlich von May selbst verfaßte Münchmeyer-Prospekt macht diese Schlußfolgerung gegenstandslos:

Nach den außergewöhnlichen Erfolgen, welche sich die bereits vollständig erschienene Erzählung: "Das Waldröschen" errungen hat, bringt die Verlagshandlung ... den neuen Roman: Der verlorene Sohn ...

Ein dreiviertel Jahr (!) zuvor müßte Münchmeyer demzufolge Werbematerial ausgegeben haben. Weshalb? Der Werbeeffekt war doch gleich null. Für derartige kostenreiche Spielereien hatte er mit Sicherheit keinen Pfennig übrig. Klaus Hoffmann spricht ferner "von korrespondierende Verlagsankündigungen auf den Lieferungsheften WALDRÖSCHEN und DER VERLORENE SOHN." (548)

Nun weiß man aber inzwischen, daß Münchmeyer ständig die einzelnen Heftumschläge wegen wechselnder Werbetexte und Adressen austauschen ließ, während der Romantext Mays jahrelang unverändert blieb. (549) Mit der Lieferung 73 des Waldröschen teilte sich der Abonnentenstrom; es herrschte damals allgemeine Armut, nicht jeder Leser konnte das Geld für zwei Lieferungen pro Woche aufbringen. Dementsprechend verlängerte sich das Abonnement um weitere vier Monate. Korrespondierende Verlagsanzeigen werden durch diesen Umstand leicht erklärlich und lassen Datierungen mit Hilfe der alten Heftumschläge völlig untauglich erscheinen!

Als Hilfsmittel stellte der Kolporteur für jedes Abonnement gewöhnlich solche Karten aus:


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Karte

"Der Expedient, das ist derjenige Angestellte des Hauses, der die Fortsetzungshefte liefert, nimmt diese Karten, welche aus starkem Karton hergestellt sind, auf seiner Lieferungstour mit. Die Karten, die durch ein Gummiband zusammen gehalten werden, legt er in der Reihenfolge, in welcher er die Abonnenten besucht, sodass die Karte des Abonnenten, welchem er zuerst liefert, obenauf liegt." (550)

Auf diese Weise konnten Abonnenten, die später hinzukamen oder eben aus pekuniären Gründen unregelmäßig einzelne Fortsetzungshefte bezogen, mit der jeweils richtigen Lieferung versorgt werden. Die Nummern ausgetragener Hefte wurden dann umgehend angestrichen. Somit konnte der Druckbetrieb stets der aktuellen Marktlage angepaßt werden, wobei Reklameseiten nach Bedarf erneuert wurden.

Eine Fußnote im Verlornen Sohn verleitet zu weiteren Fehldatierungen:

Der Gefangene war wirklich an Arm und Fuß mittelst einer starken Kette an die Mauer gefesselt.*)
   *) Siehe die Abbildung auf dem Heftumschlage!
(551)


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Keineswegs darf man annehmen, es hätten bereits dreihundert Seiten Sohn-Manuskript vorgelegen, ehe der Roman mit dem dazugehörigen - immer gleichbleibenden Titelbild - in Druck ging. Im Waldröschen wären es dann sage und schreibe eintausendeinhundertsechsundsechzig Seiten gewesen!

Das waren für Röschen unverständliche Worte, aber sie gruben sich ihr tief in das kleine Herz hinein, und noch als sie die Hütte verließ, blieb sie am Gatterpförtchen stehen, um nachzudenken, was Zarba, der Schutzgeist, gemeint habe. Die Alte aber stand unter der Thür, beschattete mit der Hand ihre Augen und blickte dem Waldröschen mit dem Ausdrucke eines Wohlwollens nach, welches den Zügen ihres tief ausgewitterten Gesichtes einen Abendschein jener Glorie gab, mit welcher einst die Sonne des Südens ihren glücklichen, damals noch unentweihten Lebensmorgen bestrahlte. (552)

Ähnliches findet sich hinsichtlich des Titelbildes auch in Deutsche Herzen - Deutsche Helden:

Er schritt langsam und grad auf den Leopard zu, ohne den Blick von den Augen desselben zu wenden. Dabei zog er den Dolch mit der Rechten aus dem Gürtel. Das Thier erhob den Hinterkörper, peitschte mit dem Schwanze die Erde und stieß ein kurzes Brüllen aus. (553)

Für Die Liebe des Ulanen ließ Münchmeyer kein Titelbild zeichnen, schließlich handelte es sich ja um einen Zeitschriftenroman. Der Weg zum Glück hingegen zeigte ein Titelbild ganz im alpenländischen Genre gehalten; es war von selbsterklärendem Charakter. Eindeutige Textstellen Mays lassen sich deshalb nicht finden:

Sie deutete nach der Grasalpe, welche sich hinter der Hütte hoch empor zog. Dort weideten die Kühe und Ziegen. (554)

Wie die Faksimiles der Münchmeyer-Titelbilder auf den folgenden Seiten belegen, konnte Karl May anhand vorgefertigter Illustrationen mühelos seine Romantexte erstellen. Von dieser Fähigkeit profitierte ebenso der Verleger Spemann in Stuttgart; er ließ May eine Reihe Bildmotive zukommen und erhielt umgehend die dazu passenden Kurzgeschichten zurück. (555)


// 159 //

Waldröschen


// 160 //

Der verlorne Sohn


// 161 //

Deutsche Herzen


// 162 //

Weg zum Glück


// 163 //

Nur mit dem Verlornen Sohn verhält es sich anders. Hier gab es mutmaßlich eine Absprache zwischen May und Münchmeyer, wegen der Gestaltung des Titelbildes. Das detaillierte Exposé im Werbeprospekt verleitet einfach zu dieser Annahme.


Seite 163-189


Anmerkungen

(483) Vgl. Mein Leben und Streben, wie Anm. 80, S. 198. Vgl. ferner: Lebius, wie Anm. 7, S. 44f.

(484) Ein Schundverlag, wie Anm. 6, S. 328.

(485) Gemeint sind hier die Blätter: "Schacht und Hütte", "Deutsches Familienblatt" (1875) und "Feierstunden am häuslichen Heerde" (1876).

(486) Mein Leben und Streben, wie Anm. 80, S. 198f.

(487) Vgl. Gerhard Klußmeier: H. G. Münchmeyer in Hamburg und anderswo. In: Neues vom Waldröschen und seinem Verleger Münchmeyer, Sonderheft der KMG 31, 1981, S. 12-20.

(488) Ein Schundverlag, wie Anm. 6, S. 330f.

(489) Pollmer-Studie, wie Anm. 176, Manuskriptseite 832.

(490) Mein Leben und Streben, wie Anm. 80, S. 201.

(491) Ein wohlgemeintes Wort, wie Anm. 2, unpaginiert (S. 36).

(492) Ein wohlgemeintes Wort, wie Anm. 2, unpaginiert (S. 40).

(493) Ein wohlgemeintes Wort, wie Anm. 2, unpaginiert (S. 37).

(494) Die Todes-Karavane, Zweiter Theil, wie Anm. 83, Nr. 7, S. 109.

(495) Noch Jahrzehnte später ereiferte May sich "über die Pest der Schundliteratur" in der Selbstrezension "Die Schundliteratur und der Früchtehunger" (1907/1908), abgedruckt in: Jb-KMG 1983, Husum 1983, S. 50f.

(496) Ein wohlgemeintes Wort, wie Anm. 2, S. 132f.

(497) Briefkastenantwort in: Schacht und Hütte, Blätter zur Unterhaltung und Belehrung Berg- Hütten- und Maschinenarbeiter, Münchmeyer, Dresden 1875/76, 1. Jg., Nr. 39, S. 312. Vgl. Ernst Seybold: Karl May Gratulationen IV, Ergersheim 1991, S. 78.

(498) Claus Roxin: Einführung zu "Die Todes-Karavane …", Reprint der KMG 1978, S. 3.

(499) Ein Schundverlag, wie Anm. 6, S. 340.

(500) Vgl. Michael Görden: Einführung zu Schillers Geisterseher, Bergisch Gladbach 1982, S. 7

(501) Laut Klaus Hoffmann: "Münchmeyer-Akten, Band VI, Anlagen-Fascikel (1905)", Waldröschen-Nachwort, wie Anm. 15, S. 2623, 2684.

(502) Laut Klaus Hoffmann: "Entwurf eines Briefes H. G. Münchmeyers an Emma May (1882), von Pauline Münchmeyer später zu den Akten gegeben.", wie Anm. 15, S. 2623, 2684.

(503) Pollmer-Studie, wie Anm. 176, Manuskriptseite 834.

(504) Mein Leben und Streben, wie Anm. 80, S. 202f.

(505) Heftumschläge mit dem Originaltitel "Rächerjagd" sind leider verschollen; für das Faksimile, Seite 159, wurde deshalb eine Montage aus dem erhalten gebliebenen Originaltitelblatt und dem dazugehörigen Originalbild angefertigt.

(506) Mahnung von Göltz & Rühling an Karl May hinsichtlich der "Juweleninsel". Vgl. Roland Schmid: Anhang zum Reprint "Auf fremden Pfaden", Bamberg 1984, S. A35.

(507) Damaliger Fachbegriff für das rapide Einbüßen von Abonnenten.

(508) Vgl. Gerhard Klußmeier: Nachwort. Die Editionsgeschichte von Karl Mays "Waldröschen", Leipzig 1989, S. IV.

(509) Verlagsanzeige Münchmeyers im Waldröschen, wie Anm. 4, Lfg. 51, S. 1224.

(510) Vgl. Heiko Postma: Kolportage. In: die Horen, Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik, 40. Jg., Bd. 2/1995, Ausgabe 178, S. 44.

(511) Waldröschen, wie Anm. 4, Lfg. 10, S. 231.

(512) Waldröschen, wie Anm. 4, Lfg. 12, S. 285.

(513) Klaus Hoffmann: Waldröschen-Nachwort, wie Anm. 15, S. 2657f.

(514) Unterhaltungen am häuslichen Herd, 12. Jg. 1864, Nr. 52, S. 1040; zitiert nach Gabriele Scheidt: Der Kolportagebuchhandel (1869-1905) - Eine systemtheoretische Rekonstruktion, Stuttgart 1994, S. 225.

(515) Waldröschen, wie Anm. 4, Lfg. 35, S. 824.

(516) Waldröschen, wie Anm. 4, Lfg. 36, S. 851.

(517) Karl Serden: Ein verschwundenes Waldröschen-Kapitel? In: M-KMG 57, S. 29f.

(518) Waldröschen, wie Anm. 4, Lfg. 5, S. 116.

(519) Waldröschen, wie Anm. 4, Lfg. 13, S. 290.

(520) Waldröschen, wie Anm. 4, Lfg. 31, S. 722.

(521) Waldröschen, wie Anm. 4, Lfg. 35, S. 819.

(522) Waldröschen, wie Anm. 4, Lfg. 36, S. 851.

(523) Waldröschen, wie Anm. 4, Lfg. 36, S. 864.

(524) Der Boer van het Roer. In: Deutscher Hauschatz, wie Anm. 1, 6. Jg. 1879/80, Nr. 8 u. 9.

(525) Gemeint ist das Kapitel "An der Tigerbrücke". In: Am stillen Ocean, Freiburg 1894, S. 477ff.

(526) Ein Schundverlag, wie Anm. 6, S. 349f.

(527) Mein Leben und Streben, wie Anm. 80, S. 203.

(528) Ein Schundverlag, wie Anm. 6, S. 280.

(529) Mein Leben und Streben, wie Anm. 80, S. 202

(530) Vgl. Kapitel "Verstümmelungen", S. 199ff.

(531) Roland Schmid: Vorwort zu "Deutsche Herzen - Deutsche Helden", wie Anm. 11, S. XIII.

(532) Erschienen im Verlag J. B. Metzler, Stuttgart - Weimar 1993.

(533) Waldröschen, wie Anm. 4, Lfg. 59, S. 1413.

(534) Deutscher Hausschatz, wie Anm. 1, 9. Jg., Nr. 50, September 1883.

(535) Deutscher Hausschatz, wie Anm. 1, 10. Jg., Nr. 12, Dezember 1883.

(536) Deutscher Hausschatz, wie Anm. 1, 10. Jg., Nr. 23, März 1884.

(537) So lautet der Titel einer geplanten, jedoch nicht verfaßten Abteilung für den "Verlornen Sohn".

(538) Für den Deutschen Hausschatz ist dieser Termin belegt, da zahlreiche Redaktionsschlußzeiten bekannt sind; in der Regel betrug die Zeitspanne von Redaktionsschluß zur Veröffentlichung exakt eine Woche, d. h. von Samstag zu Samstag. Durch den Tod der Mutter Karl Mays (15. April 1885) und der damit verbundenen Konsequenzen sind auch die Erscheinungstermine für den Deutschen Wanderer, wie noch dargelegt werden wird, faktisch nachweisbar.

(539) Waldröschen, wie Anm. 4, Lfg. 104, S. 2477. Laut Brockhaus, 13. Auflage, Bd. 11, Leipzig 1885, S. 685, übernahm Porfirio Diaz am 1. Juli 1884 zum zweitenmal die Exekutivgewalt.

(540) In späteren Auflagen wurde das Wort "jetzt" folgerichtig gestrichen! Vgl. den Waldröschen- Neusatz, hrsg. von Klaus Hoffmann, wie Anm. 15, S. 2477.

(541) Waldröschen, wie Anm. 4, Lfg. 109, S. 2612.

(542) Old Surehand, 3. Band, wie Anm. 329, S. 565.

(543) Der verlorne Sohn, wie Anm. 26, Lfg. 5, S. 103.

(544) Der verlorne Sohn, wie Anm. 26, Lfg. 19, S. 449.

(545) Der verlorne Sohn, wie Anm. 26, Lfg. 21, S. 481.

(546) Der verlorne Sohn, wie Anm. 26, Lfg. 28, S. 656.

(547) Klaus Hoffmann: "Der verlorene Sohn". In: Karl-May-Handbuch, wie Anm. 449, S. 397.

(548) Klaus Hoffmann: Waldröschen Nachwort, wie Anm. 15, S. 2623.

(549) Vgl. Gerhard Klußmeier: Nachwort. Die Editionsgeschichte von Karl Mays "Waldröschen", wie Anm. 508, S. XII.

(550) Der Kolportagehandel. Praktische Winke für die Einrichtung und den Betrieb der Kolportage in Sortimentsgeschäften von Friedr. Streissler, Verlag Carl Rühle, Leipzig-Reudnitz 1887, S. 9.

(551) Der verlorne Sohn, wie Anm. 26, Lfg. 12, S. 279.

(552) Waldröschen, wie Anm. 4, Lfg. 49, S. 1166.

(553) Deutsche Herzen - Deutsche Helden, wie Anm. 66, Lfg. 6, S. 124.

(554) Der Weg zum Glück, wie Anm. 16, Lfg. 1, S. 7.

(555) Vgl. Erich Heinemann: Die kleineren Kamerad-Erzählungen von Karl May. In: "Der schwarze Mustang", Reprint der KMG 1991, S. 235ff.



Titelseite: Karl May und seine Münchmeyer-Romane