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BeitragVerfasst: 23.4.2007, 17:34 
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Thomas Math hat geschrieben:
Depression ist eine geistige Krankheit (mental illness)und wenn man dann alles nur noch schwarz sieht und die Gedanken nur noch um Selbstmord kreisen,ist man geistig umnachtet.
[...]


Depression möchte ich - ganz altmodisch - nicht als eine Krankheit des Geistes, sondern als eine der Seele bezeichnen. Der Geist, der Intellekt, ist beim Depressiven normalerweise sehr wach, genau so wie beim gesunden Menschen. Der Depressive Mensch ist weder irr noch verwirrt, er ist nur (was heißt "nur"? Es kann bis zur völligen Lebensunfähigkeit führen) reduziert, manchmal höchst reduziert in dem Bereich, den man so allgemein "Leben" nennt. Für den Nicht-Depressiven völlig alltägliche und leicht lösbare Probleme erscheinen dem Depressiven als quasi unüberwindliche Berge bzw. Abgründe.

Grüße

Rolf Dernen


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BeitragVerfasst: 23.4.2007, 18:26 
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Schoene Definition.
Obwohl ich als Scientist nicht unbedingt an eine Seele glaube.
Apropos Nietzsche hatte der nicht tertiary syphilis ?
Hoelderlin hatte wahrscheinlich Schizophrenie.Ich kann mir kaum vorstellen,dass er jahrelang den "Irren" gespielt hat,vor allem wenn man bedenkt wie drastisch in lack of a better term die damaligen Behandlungsmethoden waren.


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BeitragVerfasst: 23.4.2007, 20:23 
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Beiträge: 524
Thomas Math hat geschrieben:
Schoene Definition.
Obwohl ich als Scientist nicht unbedingt an eine Seele glaube.


Mit "Seele" meinte ich nicht den religiösen Begriff. Nennen wir es vielleicht Psyche.


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BeitragVerfasst: 24.4.2007, 3:16 
Dass beide der May und der Shatterhand nicht immer schoen brav und gut waren das weiss ich auch, manchmal moechte ich auch den einen oder den anderen Ohrfeigen ... apropos Ohrfeigen, nur so dass dieser thread eigentlich beim Thema bleibt, der Shatterhand hat die beiden Snuffles in der Djafar Episode mit Ohrfeigerei bedroht wenn sie nicht mit den bloeden Fehlern aufhoeren. :wink:
Ich habe eine etwas respektvollere Ansicht ueber Leben / Seele denn ich hier gelesen habe ... (das von Zweig's voluntary 'doppel' Ableben), ob religioese oder scientific - weder ein Menschenleben noch die Seele noch eines Menschen Psyche gehoert auf die Stufe von "Kraemerladen Guetern" obwohl wir tagtaeglich mit dem Gegenteil bombardiert werden ... oder sowas. (Einschalten per test tube, dann auschalten per siehe oben, ein paar gens austauschen, ein paar Voelker ausloeschen usw, und dazu gehoert Selbstmord nur weil man nicht mehr 'mag'); einige der Kommentare (hier) haben mich fast zu Traenen geruehrt (ich kann das sagen, ich bin eine Frau - hey rodger, ganz recht: das 'maenner weinen nicht' geht langsam der 'way of dinosaurs') - der scientist wuerde zum Weinen sagen: eine mechanische auswirkung von chemikalischen einwirkungen im Hirn; aber menschliche Regungen koennen leider noch nicht im Labor fabriziert werden.
Ich bin weder religioes noch scientific, nur menschlich, und dafuer dass ETWAS mich gemacht hat und mich in dieses irdische Gewand gekleidet hat (schoen gesagt in Geog. Pred.), damit ich die Erde mit allem drum und dran geniessen kann (auch ich hab 'crap' aus meinem Leben zu erzaehlen, aber dafuer mach ich noch lange nicht laechelnd 'kiss n goodbye') dafuer bin ich dankbar - tot sein kann ich fuer immer, aber das Leben zu erleben in diesem meinem Menschenleben kann ich nur einmal. Und der der mir sagen kann was ausserhalb des Universes ist, oder was before dem 'big bang' war, der darf mir dann auch erzaehlen dass ein Menschenleben nur eine 'commodity' ist. Bis dann geniesse ich Karl May, einen Schmetterling, meine Musik, meine Malerei, Schreiberei, kurzum, woran sich meine Seele freut; und es macht mich eigentlich traurig dass andere das nicht koennen, wegen dem or einem anderen Grund, deren Gruende sind viele.
(ach ja ... der Bagwan... tough titties ... das hat seine #1 Freundin immer gesagt - not my cup of tea)


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 Betreff des Beitrags: Nietzsche
BeitragVerfasst: 24.4.2007, 6:35 
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Beiträge: 274
Thomas Math hat geschrieben:
Apropos Nietzsche hatte der nicht tertiary syphilis ?


Es gibt welche, die es behaupten. Andererseits gibt es ziemlich starke Hinweise darauf, dass dieser Mann als "Jungfrau" gestorben ist.

M.a.W.: Nichts Genaues weiss man nicht ...


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BeitragVerfasst: 20.5.2007, 19:45 
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Zurück zum Thema „Fehler oder nicht“.

In Old Surehand II, in dem Karl May sich bei Mutter Thick immer wieder zwischen den Zeilen, gelegentlich ironisch, mit seinem eigenen Werk auseinandersetzt, erklärt er auch sehr schön, warum durchaus Unstimmigkeiten vorkommen können und dürfen und dass man diese keineswegs abzuändern braucht:

»Aber Eure Anwesenheit macht mir doch einen Strich durch meine Rechnung oder vielmehr durch meine Erzählung!«
»Wieso?«
»Weil ich Sanders und Jean Letrier habe sterben lassen, und sie sind damals doch am Leben geblieben.«
»Ja, das war freilich eine Licenz, welche nicht mit der Wahrheit übereinstimmte.«
»Licenz, Licenz, das ist das richtige Wort. Man nimmt sich die Freiheit, gegen die Wahrheit zu erzählen, um dadurch eine höhere künstlerische Wirkung oder einen guten, befriedigenden Abschluß zu erzielen. Dieses letztere war bei mir der Fall. Sanders und Letrier wurden damals freilich nicht niedergemacht, sondern gefangen genommen, denn Fire-gun befahl seinen Leuten, sie zu schonen, weil er sie lebendig haben wollte, und auch Euch lag sehr viel daran, Sanders lebendig in Eure Hand zu bekommen. Aber ich hatte keine Zeit; ich konnte nicht im >Lager< bleiben und ritt mit meinen Leuten schon am andern Tage fort. Ich habe also bis zum heutigen Tage nicht gewußt, was Ihr mit den beiden angefangen habt, und da die Gerechtigkeit ihre Bestrafung erforderte, so habe ich sie einfach bei unsrem Angriffe im Gutter sterben lassen. Das gab einen Schluß, mit dem man zufrieden sein konnte, und so hoffe ich, daß die Gentlemen hier mir die kleine Licenz verzeihen werden.«


*

Die etwas chaotisch anmutenden ständigen Wechsel zwischen verschiedenen Schauplätzen in dem frühen „Auf der See gefangen“ bekommen auch nachträglich sozusagen ihr Fett weg (in Old Surehand II werden Teile von „Auf der See gefangen“ seitens Dritter erzählt):

„Wenn ich in meiner Geschichte vorhin einen großen Sprung von San Francisco nach dem wilden Westen gethan habe, so bitte ich euch, Mesch'schurs, diesen Sprung mit mir wieder zurückzuthun.“


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