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 Betreff des Beitrags: Im Reich des silbernen Löwen II
BeitragVerfasst: 28.10.2008, 15:06 
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Hallo!

Im ersten Kapitel der oben genannten Erzählung ist von einer Karwan-i-Pischkhidmät Baschi (* Karawane des obersten Kammerherrn) die Rede.

Zitat:
»Allerdings. Daß er dies thut, ist leicht begreiflich, obgleich ich auch da keine Gewißheit, sondern nur eine Vermutung hege. Diese Vermutung hängt mit der Majdana koma (*Ausstellung) in Paris zusammen.«
»Paris, die Hauptstadt der Franken? Eine Majdana koma, wo alles gezeigt wird, was ein Volk geschafft und gearbeitet hat? Wie hängt diese mit dem Säfir und dem geplanten Überfalle zusammen?« fragte er erstaunt. »Sihdi, du bist der klügste Mann unter allen, die ich kenne; deine Gedanken sind so scharf und zutreffend, daß ich oft, sehr oft mit Bewunderung geglaubt habe, daß dir nichts verborgen bleiben könne, aber den Säfir kannst du unmöglich mit Paris und der Majdana koma zusammenbringen!«
»Ich werde es wenigstens versuchen. Der Schah hat nämlich die Absicht, nach Paris zu reisen, um diese Majdana koma zu sehen; alle seine Beamten sind damit einverstanden; aber die Geistlichkeit ist dagegen; er jedoch weiß ebensogut wie jeder andere Moslem, wie man diese frommen Leute zur bessern Einsicht bringen kann: man muß sie kaufen. Diese schiitischen Geistlichen sind alle für Gold zu haben, vom obersten Imam-Dschuma bis herunter zum niedrigsten Mullah. Man beschenkt einige Moscheen, giebt einigen einflußeichen Imams einen klingenden Händedruck, und wenn das noch nicht hilft, so greift man zum untrüglichsten und wirksamsten Mittel, welches noch nie vergeblich angewendet worden ist, nämlich man sendet eine Karwan-i-Raschwa (* Karawane der Bestechungsgeschenke) nach den heiligen Städten und kann dann sicher sein, daß der Erfolg nicht auf sich warten läßt. Die Priesterschaft von Meschhed Ali und Kerbela hat auf die Anhänger der Schia einen Einfluß, mit welchem sich derjenige aller hohen und niederen Imams nicht vergleichen läßt.«
»Weiter, Sihdi! Ich beginne jetzt zu begreifen. Du stehst im Begriff, meinen vorhin ausgesprochenen Zweifel zu besiegen.«
Fassung der KMG S. 35f.

Gibt es einen realen Hintergrund dieser Ausführungen?

Gibt es im 19. Jhdt. einen Schah, der zu einer Ausstellung – ich nehme an, es war eine der ersten Weltausstellungen – in Paris reiste oder zu reisen die Absicht hatte?

Man weiß ja, dass May sehr gerne aktuelle, allgemein bekannte Ereignisse in seine Geschichten einbaute.

Ich stehe erst am Anfang meiner Recherche und tät mich über Sukkurs freuen.

Gruß
Fritz


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 Betreff des Beitrags: Re: Im Reich des silbernen Löwen II
BeitragVerfasst: 28.10.2008, 15:19 
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Schah Nassir-eddin, er gehörte zur Dynastie der Kadscharen, herrschte in Persien von 1848 bis 1896(ermordet) und reiste als erster Schah in das westliche Ausland.


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 Betreff des Beitrags: Re: Im Reich des silbernen Löwen II
BeitragVerfasst: 28.10.2008, 15:29 
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Registriert: 29.9.2008, 1:03
Beiträge: 136
Kurt Altherr hat geschrieben:
Schah Nassir-eddin, reiste als erster Schah in das westliche Ausland.


Danke.

Und die Reisen nach Europa fanden in den Jahren 1873 und 1878 statt, wie ich mit Ihren Angaben herausfand.

Gruß Fritz


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 Betreff des Beitrags: Re: Im Reich des silbernen Löwen II
BeitragVerfasst: 28.10.2008, 17:04 
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Registriert: 29.9.2008, 1:03
Beiträge: 136
FritzR hat geschrieben:
Und die Reisen nach Europa fanden in den Jahren 1873 und 1878 statt, wie ich mit Ihren Angaben herausfand.


Und da nur im Jahre 1878 eine Weltausstellung in Paris stattfand, muss die zweite Reise des Schahs als die im Text des SL gemeint sein. Somit hätte man eine Datierung der Erzählung gewonnen.

Sie spielt kurz vor und um 1878.

Nettes Nebenergebnis. Oder wusste man das schon? Ich bin ja bei allem ein bissken spät dran. :oops:

Gruß Fritz


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