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 Betreff des Beitrags: Ardistan - nur bei Karl May?
BeitragVerfasst: 28.10.2017, 9:07 
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Hier sind doch die literarisch und sonst kulturell bewanderten Karl-May-Leser zu finden. Bevor ich stundenlang Tante Google bemühe, deshalb meine Frage in diesem Forum:

Ist "Ardistan" eigentlich ein von Karl May "erfundener" oder (schon zu Karl Mays Zeiten) "üblicher" Begriff?

Hintergrund der Frage: Ich bin heute morgen bei Franz Joseph Degenardts Lied "Gelobtes Land" über die Passage

"... Schlaraffia und Kanaan,
Ardistan, Kommunistan,
wo ist das gelobte Land?
Dan man so en passant, ganz leicht,
und notfalls auch zu Fuß erreicht?
Das Gelobte Land?..."

gestolpert und hätte jetzt gerne gewußt, ob Degenhardt hier (bewußt oder unbewußt) Karl May "zitiert".

Viele Grüße
Irmgard

P.S.: Google hat mir auf die Schnelle verraten, dass es im Iran tatsächlich einen Ort Namens "Ardistan" in der Nähe von Isphahan gibt, aber das hilft mir grade nicht besonders viel weiter...


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 Betreff des Beitrags: Re: Ardistan - nur bei Karl May?
BeitragVerfasst: 28.10.2017, 16:16 
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Jedenfalls hat May sich das Wort nicht ausgedacht, schon der Pierer von 1857 hat einen entsprechenden Eintrag zu besagter Stadt:

Zitat:
Ardestan (Ardistan), Stadt in der persischen Provinz Irak; Feuertempel, Kupferwaarenfabrikation. Geburtsort des Astronomen u. Mathematikers Merlana Muhamed. Umgegend jetzt verödet.


Da aber selbst eine so umfangreiche Textsammlung wie zeno.org neben diesem Lexikoneintrag nur noch May als Quelle kennt, könnte Degenhardt hier - bewusst oder unbewusst - May zitieren. Kann natürlich auch sein, dass er die Stadt kannte.

Es gibt da auch einen Song von Ton Steine Scherben, der "Ardistan" heißt, wobei sich der Titel wohl May verdankt (ein anderer Song auf der CD heißt "Durch die Wüste"), auch wenn der Song, wenn überhaupt, nur sehr vage an den Roman denken lässt ("Wo bin ich, bin ich in Liebe, / wo bin ich, bin ich schon da? / Wo bin ich, bin ich auf Sternen, Wann bin ich, bin ich schon da?")


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 Betreff des Beitrags: Re: Ardistan - nur bei Karl May?
BeitragVerfasst: 28.10.2017, 22:56 
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giesbert hat geschrieben:
Jedenfalls hat May sich das Wort nicht ausgedacht, schon der Pierer von 1857 hat einen entsprechenden Eintrag zu besagter Stadt:

Zitat:
Ardestan (Ardistan), Stadt in der persischen Provinz Irak; Feuertempel, Kupferwaarenfabrikation. Geburtsort des Astronomen u. Mathematikers Merlana Muhamed. Umgegend jetzt verödet.


Da aber selbst eine so umfangreiche Textsammlung wie zeno.org neben diesem Lexikoneintrag nur noch May als Quelle kennt, könnte Degenhardt hier - bewusst oder unbewusst - May zitieren. Kann natürlich auch sein, dass er die Stadt kannte.

Es gibt da auch einen Song von Ton Steine Scherben, der "Ardistan" heißt, wobei sich der Titel wohl May verdankt (ein anderer Song auf der CD heißt "Durch die Wüste"), auch wenn der Song, wenn überhaupt, nur sehr vage an den Roman denken lässt ("Wo bin ich, bin ich in Liebe, / wo bin ich, bin ich schon da? / Wo bin ich, bin ich auf Sternen, Wann bin ich, bin ich schon da?")


Ton Steine Scherben haben ja ohne Ende "Karl-May-Bezug" - wobei sich Degenhardt von dem 1983 veröffentlichten Song "Ardistan" nicht inspirieren lassen konnte - das "Gelobte Land" ist von 1965. Gerade die Kombination "Ardistan - Kommunistan" erinnert doch stark an das Begriffspaar "Ardistan - Dschinnistan"...


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 Betreff des Beitrags: Re: Ardistan - nur bei Karl May?
BeitragVerfasst: 29.10.2017, 12:15 
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Franz-Josef Degenhardt war wohl wirklich Karl-May-Leser. Zu dieser Schlußfolgerung komme ich jedenfalls, wenn ich in seine Alben „Quantensprung“ und „Cafe nach dem Fall“ höre. Denn da ist vom Alten Mübareck und Sir David Lindsay die Rede.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ardistan - nur bei Karl May?
BeitragVerfasst: 29.10.2017, 16:36 
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Zu nebenbei:
Rio Reiser (Ton, Steine, Scherben) war in der Tat "Karl May Fan", auch deshalb gab es seine Solo-Alben auch im KMV zu kaufen.

Helmut


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 Betreff des Beitrags: Re: Ardistan - nur bei Karl May?
BeitragVerfasst: 30.10.2017, 10:09 
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Da schau her. Wieder was gelernt.


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