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 Betreff des Beitrags: Himmelsgedanken
BeitragVerfasst: 13.5.2004, 9:08 
Als im Dezember 1900 Karl Mays "Himmelsgedanken erschienen, gab es einen Aufschrei in der Literaturkritik. Als Lyriker wollte man sich Karl May verbeten haben.
Seine Lesergemeinde - selbst sein Verleger Fehsenfeld - wußten dagegen mit diesem Lyrikband nichts anzufangen und heute steht man dieser lyrischen Massenproduktion Mays mehr als kritisch gegenüber.

Natürlich haben die meisten Gedichte durchaus wenig lyrische Qualitäten, manche sind geradezu peinlich.

Aber einige Gedichte aus den "Himmelsgedanken" sind durchaus lesenswert. Gerade wenn der Winter nicht weichen will und man sich nach Wärme und etwas Grün sehnt, dann ist das folgende Gedicht Mays ein wahrer Genuß:


FRÜHLING von Karl May

Es ist ein linder Frühlingshauch
Heut übers Feld gegangen,
Und nun will Wiese, Baum und Strauch
In tausend Blüten prangen.
Schon morgen wohl, schon über Nacht
Gibt´s rings ein duftend Sprießen;
O Frühlingswonne, Frühlingspracht,
Sei mir, sei mir gepriesen!

In meine Seele ist ein Strahl
Vom Himmel mir gedrungen,
Und nun sind Blüten ohne Zahl
Wie draußen aufgesprungen.
Das sproßt und treibt, will dankbar sein,
Will Glück und Freude spenden.
Hergott, laß diesen Sonnenschein
doch niemals in mir enden!


Viele Grüße
Kurt


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 Betreff des Beitrags: Mays Lyrik
BeitragVerfasst: 13.5.2004, 12:20 
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Hallo zusammen!
Hallo Kurt!

Ich weiss, dass Du Mays Lyrik sehr hoch stellst. Persönlich bin ich der Meinung, dass das meiste von Mays Gedichten in die Gattung jener leicht bemühten und bemühenden Gedichte gehört, die zu meiner Zeit und an meinem Ort Onkels und Tantens einem ins kindlich-jugendliche Album schrieben und daneben ein Heiligenbildchen klebten.

Mays Gedichte sind interessant für jenen, der Mays Gedankenwelt kennenlernen will. Als Lyriker (sprich: als Lyriker von Format!) möchte ich ihn mir aber wirklich verbeten haben.

Grüsse

Sandhofer


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BeitragVerfasst: 13.5.2004, 12:33 
Hallo Sandhofer,

inzwischen ist ein Jahr vergangen, wo wir über Mays Lyrik diskutierten und ich habe dazu gerlernt.
Wenn Sie meinen letzten Beitrag gelesen haben - und sicher haben Sie das - werden Sie feststellen, daß ich Mays Lyrik heute durchaus kritisch sehe.

Das Gedicht "Frühling" gefällt mir einfach, es ist wunderschön, voll Romantik und Poesie - nicht mehr aber auch nicht weniger.

Viele Grüße
Kurt


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BeitragVerfasst: 14.5.2004, 0:27 
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Hallo Kurt,

die Gedichte WIDMUNG und HEIMKEHR mag ich auch sehr.
Das erste begleitet mich seit meiner Jugend, das zweite habe ich erst kürzlich entdeckt und mich sehr darin wiedergefunden.

Formale und theoretische Kriterien interessieren mich bei May herzlich wenig. Ich lese auch die Kolportageromane sehr gerne. Lieber als Goethes Wahlverwandschaften. Ehrlich gesagt, geht es mir mit dem ganzen Goethe, wie es Karl May mit ihm ging. "Geht nicht an mich" würde Hanns Dieter Hüsch sagen.

Beste Grüße

Rüdiger


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BeitragVerfasst: 14.5.2004, 0:48 
Hallo Rüdiger!

Ein Hüsch-Fan in dieser Runde? Wie schön, daß ich nicht alleine bin!!
"Banane indisch geht nicht an mich" war es glaube ich, oder?

Herzliche Grüße

Rolf


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BeitragVerfasst: 14.5.2004, 7:53 
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Hallo Rolf,

ja, das waren die "Bananen auf indisch".
Ich habe fast alle Schallplatten von Hüsch und ihn zig mal live gesehen. Leider hört man ja nichts mehr von ihm. Er sollte ja noch in Dresden den König Lear spielen, aber daraus ist durch seine Krankheit nichts geworden. Mit seiner Tournee "Wir sehen uns wieder" hat er sich vom Publikum verabschiedet. Und viel vom lieben Gott erzählt, der in Dinslaken Wäsche ausfährt. Und Musik machen soll man ihn gelegentlich hören, sagt er. :cry: :wink:

"liest Karl May und dann die Bibel" heißt es in einem seiner Lieder über einen der von ihm so geschätzten und liebevoll geschilderten etwas sonderbaren Außenseiter.

Beste Grüße

Rüdiger


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BeitragVerfasst: 14.5.2004, 12:03 
Die Welt ist doch prall und bunt, während die einen Hanns Dieter Hüsch
lesen und hören, beschäftigt sich der andere mit Dr. E.A. Schmid und seinem Bearbeiterteam. :oops: :D


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BeitragVerfasst: 15.5.2004, 9:29 
Kurt Altherr hat geschrieben:
Die Welt ist doch prall und bunt, während die einen Hanns Dieter Hüsch
lesen und hören, beschäftigt sich der andere mit Dr. E.A. Schmid und seinem Bearbeiterteam. :oops: :D


Das stimmt! Ich habe mich mit dem "geschliffenen Diamant" beschäftigt und mich selten so amüsiert.
Der krampfhafte Versuch die Bearbeitungen zu rechtfertigen, sind lustig zu lesen, und sorgen sicher für ein klein wenig mehr Umsatz beim KMV, den ich ihm von Herzen gönne.

Das Buch ist wirklich lesenswert, und.....
natürlich aus dem Karl May Verlag ! ! !

Gruss


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BeitragVerfasst: 15.5.2004, 10:10 
Wenn Herr Woebking schreibt, daß der "Geschliffene Diamant" der krampfhafte Versuch sei, die Bearbeitungen zu rechtfertigen, hat das eigentliche Anliegen des Buches und die Verlagsphilosopfie des Karl-May-Verlages seit 1913 nicht verstanden.

Lothar Schmidt schreibt in einer Einleitung mehr als deutlich in welcher Situatiuon sich Karl May und sein Werk bei Gründung des KMV befand. Hier galt es einen Weg zu beschreiten, um Mays Werk wieder dem Leser nahezubringen und Karl May zu rehabilitieren.

Das einige Bearbeitungen zu weit gingen, räume ich ja ein und das sieht der KMV auch so, deshalb werden viele Werke Mays vom Verlag "rückbearbeitet" und in die ursprüngliche Fassung gebracht.

Auch einige Beiträge im "Geschliffenen Diamanten" - es sind die von C.F. Lorenz - gehen zu weit, denn die Bearbeitung von "Winnetous Erben" von Otto Eicke kann nicht akzeptiert werden. Deshalb hat der KMV schon um 1960 Band 33 rückbearbeitet, um nur ein Beispiel zu nennen.

Ferner muß erwähnt werden, daß der Beitrag des Autorenteams Hermesmeier/Schmatz für jeden Karl-May-Leser geradezu unverzichtbar und schon aus dieser Tatsacher heraus, ist das Buch "Der geschliffene Diamant" unentbehrlich.

Viele Grüße
Kurt


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 Betreff des Beitrags: ? ? ?
BeitragVerfasst: 15.5.2004, 12:22 
Ich denke, dass an anderer Stelle die Problematik des "Diamant" genügend besprochen wurde, und dies mit besonderer Sorgfalt.

Wenn Sie schreiben:

"Wenn Herr Woebking schreibt, daß der "Geschliffene Diamant" der krampfhafte Versuch sei, die Bearbeitungen zu rechtfertigen, hat das eigentliche Anliegen des Buches und die Verlagsphilosopfie des Karl-May-Verlages seit 1913 nicht verstanden. "

Da gebe ich Ihnen Recht. Aber wie ich so höre, verstehen, oder verstanden, einige Leser die Verlagsphilosophie nicht, obwohl diese ja auf der Hand liegt, und so ganz uneigennützig war, wie man den Leser dies vermitteln möchte, sie ja wohl nicht.

Es drängt sich ja auch der Eindruck auf, dass der KMV, bzw. deren Gründer, wohl mehr mit Klara May "gearbeitet" hat, als sich mir Karl May, vor dessen Tod, zu beschäftigen.....

Der "Freibrief" die Bearbeitungen betreffend, erhielt der KMV wohl von Klara May, denn der Autor hätte diesen Raubbau, mit seinen Werken wohl nie geduldet.

Oder?


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 15.5.2004, 16:50 
Lieber Herr Wöbking,

sicherlich war es ein Freibrief, den da Klara May dem KMV ausstellte.
Es sollte aber auch berücksichtigt werden, daß Klara May nicht mehr die jüngste war und unmittelbar vor ihrer großen Amerikakreise 1930 stand.

Man kann da schon den damaligen Leiter des KMV, Dr. E.A. Schmid, verstehen, daß er für seinen Verlag etwas Rechtssicherheit verlangte, da Klara Mays Reise durchaus mit Risiken verbunden war.

Ob das alles im Sinne Karl Mays war, muß bezweifelt werden, aber die Erfolgsstory des KMV rechtfertigten diese Maßnahmen sicherlich.

Viele Grüße
Kurt


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 15.5.2004, 23:10 
Kurt Altherr hat geschrieben:
Lieber Herr Wöbking,

sicherlich war es ein Freibrief, den da Klara May dem KMV ausstellte.
Es sollte aber auch berücksichtigt werden, daß Klara May nicht mehr die jüngste war und unmittelbar vor ihrer großen Amerikakreise 1930 stand.


Nun bin ich aber mehr als erstaunt! Mit einer solchen Antwort hätte ich nicht gerechnet, sie zeigt mir aber, dass Sie im Gegensatz zu anderen "Fans" des KMV, für kritische Töne auch ein offenes Ohr haben. Das ist hier nicht immer der Fall, besonders, wenn es um die Bearbeitungen geht, die ja, wie ich zugeben muss, schon fast bis zum Erbrechen, hier behandelt wurden.
Seit dem Erscheinen der HKA und auch der WB - Ausgaben ( ich finde die Aufmachung auch nicht kitisch ) sind mir die Bearbeitungen auch ziemlich "schnuppe". Was mich aber auf die "Dattelpalme" bringt, sind die Begründungen, die uns dazu geliefert werden.
Ich kann es nicht mehr genau sagen, aber im SILBERSEE soll das "Ende" des "Grossen Wolfes" mehrmals geändert worden sein, also stark abweichend zum Original.
Warum? ? ?

Zitat:
Man kann da schon den damaligen Leiter des KMV, Dr. E.A. Schmid, verstehen, daß er für seinen Verlag etwas Rechtssicherheit verlangte, da Klara Mays Reise durchaus mit Risiken verbunden war.


Das kann man natürlich verstehen, aber wie ich schon erwähnte, sind die Angaben, an anderer Stelle geht man ja genau darauf ein, im DIAMANTEN z. T. sehr widersprüchlich. Wieso ?

Zitat:
Ob das alles im Sinne Karl Mays war, muß bezweifelt werden, aber die Erfolgsstory des KMV rechtfertigten diese Maßnahmen sicherlich.


Es war nicht im Sinne KARL MAYs, das muss man nicht bezweifeln. Es steht fest, dass er solches NIE geduldet hätte!!!!!
Was die Erfolgsstory des KMV betriff. Diese beruht ja auch auf der Tatsache, das der "normale" Leser sich nie darum gekümmert hat, was er da geliefert bekommt.
Als ich den ersten KARL MAY las, ( Der Ölprinz ), ging ich natürlich davon aus, dass ich einen "echten MAY" geschenkt erhielt.

Wie gesagt, mich interessieren eigentlich nur die Gründe für die Bearbeitungen, von denen die größere Anzahl wohl vollkommen unnötig waren.

Gruss

Joachim


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 Betreff des Beitrags: Bearbeitungen
BeitragVerfasst: 16.5.2004, 10:39 
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Registriert: 12.5.2004, 23:06
Beiträge: 274
Hallo zusammen!

Ich bin ja nun auch kein Anhänger von Bearbeitungen, ob das nun Karl May, Adalbert Stifter oder einen jungen Autor der Gegenwart betrifft. Dies aus Prinzip, und nicht, weil es der betroffene Autor nicht gewollt hätte. Das Argument
jwoebking hat geschrieben:
Es war nicht im Sinne KARL MAYs, das muss man nicht bezweifeln. Es steht fest, dass er solches NIE geduldet hätte!!!!!
greift leider ins Leere. Karl May hat es geduldet, hat zwar schon mal verbal/schriftlich protestiert, aber Änderungen von dritter Seite selbst dann nicht 'rückbearbeitet', wenn er die Möglichkeit gehabt hätte. Karl May, müssen wir feststellen, war gegenüber der 'Echtheit' seiner Texte recht sorglos eingestellt; seine Proteste gegen Änderungen waren wohl eher, wenn ich auch mal eine Vermutung in die Runde werfen darf, (prozess-)taktische Äusserungen, um sich z.B. vom Vorwurf der Unsittlichkeit reinigen zu können.

jwoebking hat geschrieben:
Als ich den ersten KARL MAY las, ( Der Ölprinz ), ging ich natürlich davon aus, dass ich einen "echten MAY" geschenkt erhielt.

Tatsächlich? Nun, mit 8 oder 9 habe ich mir, ehrlich gesagt, solche Fragen noch nicht gestellt ...

Grüsse

Sandhofer[/b]


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 16.5.2004, 12:58 
Herr Wöbking schrieb:

"Wie gesagt, mich interessieren eigentlich nur die Gründe für die Bearbeitungen, von denen die größere Anzahl wohl vollkommen unnötig waren."

Eigentlich bin ich auf die Gründe mehrfach eingegangen, die den KMV -besonders in den ersten 25 Jahren seines Bestehens - bewogen hat, das Werk Karl Mays zu bearbeiten.

Man muß sich da schon einmal die Mühe machen - sich den Mantel jener Zeit überzuziehen - die letzen Jahre in Mays Leben und der Verlagsproblme Fehsenfelds zueigen machen, die schwierigen Startbedingungen des 1913 gegründeten KMV und den schlechten Ruf den Karl May selbst kurz nach seinem Tod noch besaß. Die Werke Mays mußten anders der Bevölkerung nahegebracht werden. Sie sollten sittlich einwandfrei sein - man bedenke das war alles vor 90 Jahren - von Weitschweifigkeiten befreit werden - kurz Karl May zum beliebten Volksschriftsteller umgestaltet werden.

Das ist dem KMV eindrucksvoll gelungen, aber nun wo wir das Jahr 2004 schreiben, haben sich die Zeiten geändert, andere Buchreihen mit dem ursprünglichen Text Karl Mays erscheinen und man sollte dem KMV die notwendige Zeit zugestehen, die Werke in ihre ursprüngliche Form zurückzubearbeiten. Das geschieht auch seit einigen Jahren, aber sollte schon etwas zügiger auf den Weg gebracht werden.

Vielel Grüße
Kurt


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 Betreff des Beitrags: Re: Bearbeitungen
BeitragVerfasst: 16.5.2004, 13:36 
Sandhofer hat geschrieben:
Tatsächlich? Nun, mit 8 oder 9 habe ich mir, ehrlich gesagt, solche Fragen noch nicht gestellt ...


Diese Frage stellte sich natürlich nicht. Aber wenn nach dem ersten Buch weitere folgten, nahm auch der "ältere" Leser an, dass KARL MAY auch KARL MAY war, oder ?


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