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 Betreff des Beitrags: Die Genesende
BeitragVerfasst: 21.5.2004, 18:09 
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Hallo in die Runde!

Zitat:
"Ich kenne ein Bild, 'Die Genesende' unterzeichnet. Eine weibliche Gestalt sitzt bleichen Angesichtes in hochgelegener, offener Laube, von welcher aus einer der herrlichsten Punkte des Rheinthales zu überschauen ist. Soeben dem Tode entronnen, hat sie das Krankenzimmer mit dieser freien, vom Blumendufte umwehten Stelle vertauscht, um neues, sonniges Leben einzuatmen. Sie nimmt es mit einem stillten, milden, unendlich dankbaren Lächeln entgegen; aber die großen, ernsten Augen sind nicht hinunter auf die glitzernden Fluten des Stromes oder die grünenden Rebenhänge sondern weit, weit hinaus in die grenzenlose Ferne gerichtet, die selbst den Horizont unter sich nur als trügerische Vorspiegelung des Menschenauges kennt. Es ist, als ob diese Augen, welche nur Unbegrenztes schauen, noch immer nach der unsichtbaren Pforte jener Geheimnisse suchten, deren Schlüssel in der verschwiegenen Erde des Friedhofes vergraben liegt. Die Seele, welche sich von dem Körper trennen wollte, hat die Verbindung mit ihm noch nicht vollständig wieder hergestellt. Sie zieht den Blick hinaus, dorthin, wohin sie heimwärts gehen wollte, dem Taucher gleich, der nach vollbrachtem Tagewerke sich von der schweren, unbehilflichen Rüstung trennt und sie am Strande liegen läßt, um, wonnig atmend, wieder frei zu sein." (Silberlöwe III, S. 317f.)

Wie heißt der Maler des Bildes, das Karl May uns hier im "Silberlöwen" beschreibt? Sein Name ist nicht bekannt. Deshalb auch, so Hansotto Hatzig, konnte "das von May beschriebene Bild, das mir noch als Einschalttafel in einem Lesebuch für die Unterstufe (Jahrgänge 1930-32) in Erinnerung ist (...) trotz verschiedener Bemühungen nicht wieder aufgefunden werden". Ich meine, wir sollten die Bemühungen, den Namen des Malers in Erfahrung zu bringen, nicht einstellen. Ich selbst habe auch schon einige Recherchen angestellt und war überrascht, wie viele Bilder existieren, die mit "Die Genesende" unterzeichnet sind. So gibt es eines von Ferdinand Hodler (1853-1918), eines von Albert Anker (1831-1910), eines von Helene Schjerfbeck und eines von Gisbert Flüggen. Die ersten drei scheiden wohl als Maler des von May beschriebenen Bildes aus. Doch wie steht es mit Gisbert Flüggen? Kennt einer der Teilnehmer dieses Forums den Maler, der laut "Meyers Konversationslexikon" in der Wahl seiner Stoffe an Hogarth und Wilkie erinnert? Hat einer vielleicht sogar das von ihm geschaffene Bild "Die Genesende" schon einmal gesehen? Fragen über Fragen. Über eine Antwort würde ich mich freuen.

Einen schönen Gruß in die Runde
Wolfgang Sämmer


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