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BeitragVerfasst: 26.6.2007, 12:49 
Dann ist bei mir also doch noch nicht alles verloren --- also wenn ichs mit fettschrift sichtbar mache, und zusaetzlich den guten Sinn von 'mit oder gegen die Sprache' zu betonen beachte sollte ich eigentlich eine passable Uebersetzung zustande bringen.
Ich bedanke mich herzlich (auch fuer die Geduld :wink: ) <aufatmen>


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BeitragVerfasst: 26.6.2007, 14:50 
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Darum heißt es bei Gedichten auch oft "Nachdichtung" statt "Übersetzung". Sehr gute Übersetzer finden eine Möglichkeit, das im Ursprungsgedicht mitschwingende in ihre Zielsprache zu transportieren. Es muss nicht 1:1 übersetzt und die Metrik übernommen werden, wichtiger ist - was Rüdiger entgegenkommen dürfte - auch über die formalen Aspekte das wiederzugeben, das dem Autoren wichtig war.

ta,
die damals ihre Russischnote mit Nachdichtungen mächtig aufgepeppt hat...

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BeitragVerfasst: 26.6.2007, 15:23 
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Zu „Nachdichtung“ fällt mir noch der Schauspieler G.K. aus Karlsruhe ein, der Hölderlins vielleicht nicht unmittelbar verständliches

Dem groß genug ein Hafen war,
Als Sohn in ihm mit dem Vater,
Dem hochzeitlichen, zu fahren,

bei „Oedipus“-Proben 1976 mit den Worten „Das heißt auf Deutsch: Vater und Sohn haben die gleiche ........ ........“ (die beiden letzten Worte sind hier nicht zitierfähig) hilfreich erläuternd übersetzte.

:lol:

Aber mal wieder im Ernst,

Wenn da z.B. in „Warten auf Godot“ „Oberforstinspektor“ steht als Übersetzung eines sicher ganz anderen Wortes aus dem Englischen, von einer der Personen als despektierliches Schimpfwort gebraucht, da muß man schon dem Feinempfinden des Übersetzers vertrauen …

Hans Wollschläger soll, wie ich mir habe sagen lassen (ich habe das Ding nie gelesen), bei der Ulysses-Übersetzung auch Großes geleistet haben in der Hinsicht: sich Einfühlen in den Sprachwitz des Autors und das in einer anderen Sprache herüberbringen, ohne weder dem Text noch dem Sinn allzu viel Gewalt anzutun … Schwierigst.


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BeitragVerfasst: 27.6.2007, 1:47 
darum gings mir:
>>>das im Ursprungsgedicht mitschwingende in ihre Zielsprache zu transportieren<<<

und
>>>sich Einfühlen in den Sprachwitz des Autors und das in einer anderen Sprache herüberbringen, ohne weder dem Text noch dem Sinn allzu viel Gewalt anzutun … Schwierigst<<<

Mit dem was ich hier gelernt habe in den letzten paar Tagen, und waehrend dem uebersetzen in den letzten 3 Jahren sollte ich eigentlich was acceptables hinkriegen.

Und ja - Nachdichtung = Adaption ist was es sein wird.

Die allerletzte Frage jedoch ist (ich verspreche es) ... soll ich May's 'Schullehrerisch-Stuemperhafte' (um zu zitieren) auch mit hinueber transferieren - ich will ihn sicher nicht schlechter machen als er ist, aber auch nicht vormachen dass er ein Goethe, Schiller oder Shakespeare war. In manchen Beziehungen war er ein Genie, in rein sprachlich-technischer Hinsicht tut's auch meinen Augen manchmal weh.
Ich weiss nicht ... vielleicht kann ichs mir gleich selber beantworten ... ein Goethe, Schiller oder Shakespeare bin ich auch nicht :roll: so sollte mein 'Koennen' vielleicht May's 'level of skills' spiegeln koennen. :idea:


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 Betreff des Beitrags: Re:
BeitragVerfasst: 5.10.2008, 22:48 
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Thomas Math hat geschrieben:
Auch wenn die Form nicht beruecksichtigt wird, ueber Geschmack laesst sich ja nicht gut streiten.Ich habe selten ein so abgeschmackt-duemmliches Gedicht gelesen.
Apropos Giesbert,warum sind Sie denn kein Deutschlehrer geworden,bei Ihnen haette ich Unterricht sicher genossen.Aber wie ich leider schon oft die Erfahrung gemacht habe,die Nieten werden Lehrer.


Also auch hier das dümmliche Geschimpfe auf DIE LEHRER!

Igitt!


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 Betreff des Beitrags: Re: noch'n Gedicht:
BeitragVerfasst: 5.10.2008, 23:17 
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Igittigitt, ja … stimmt schon; unter den Dutzenden, die ich kenne oder an die ich mich erinnere, waren auch zwei oder drei gute …

:wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: noch'n Gedicht:
BeitragVerfasst: 6.10.2008, 5:58 
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rodger hat geschrieben:
unter den Dutzenden [Lehrern], die ich kenne oder an die ich mich erinnere, waren auch zwei oder drei gute …

... genauso, wie es in allen anderen Berufen auch ausschaut (so unter Schriftstellern, Filmemachern, Fußballern usw.). Bild Wie es Schopenhauer sagte (frei zitiert): „Die Mittelmäßigkeit regiert die Welt; erwarte von der Welt und den allermeisten Menschen nichts als Mittelmäßigkeit.“

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