Diskussionsforen der Karl-May-Stiftung

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BeitragVerfasst: 5.1.2008, 12:23 
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Na da bring ich ihr besser demnächst tanzen bei und überleg schon mal, wessen Kopf ich möchte. ;)


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BeitragVerfasst: 5.1.2008, 12:31 
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:lol:


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BeitragVerfasst: 5.1.2008, 13:37 
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Das von Rüdiger Wick erwähnte Wagner-Forum:

http://forum.festspiele.de/


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BeitragVerfasst: 5.1.2008, 14:24 
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Na warte … (der petzt immer …)

(Vielleicht finde ich auch mal wieder was über Charly Neumann (den mit der Großmutter) oder so …)

:wink:

Kommen wir lieber wieder zu „Am Jenseits“.

Daß es auch bei Karl May bekanntlich abwechselnd bierernst und dann wieder gar nicht so zugeht, zeigt auch der Anfang des Buches sehr schön, da scheut er sich nicht, erst einmal hemmungslos und sinnig herumzublödeln; eine Kostprobe:

»Aber neben dem Weibe eines andern zu sitzen, das ist doch wohl sehr streng verboten?«
»Nein.«
»Unmöglich! Sihdi, sag aufrichtig, ob du, nämlich du auch schon einmal im Katr neben einer Frau gesessen hast, welche in den Harem eines andern Mannes gehörte!«
»Schon oft! Ich bin nicht nur mit fremden Frauen, sondern sogar mit fremden Töchtern gefahren.«
»Und wie steht es mit deiner Emmeh, der jugendlich schönen Bewohnerin deines Frauenzeltes, hat die auch schon neben andern Männern sitzen müssen?«
»Ja.«
»So verderbe Allah eure Eisenbahnen bis in den allertiefsten Abgrund der Hölle hinab! Wenn nicht nur mein Weib, welches ich allein besitze, sondern auch alle meine Töchter, die ich glücklicherweise noch nicht habe, es sich gefallen lassen müssen, daß jeder fremde Stadtbewohner und jeder unbekannte Beduine sich im Katr an ihre Seite setzen darf, so mag ich von eurem Abendlande kein Wort weiter hören! Sihdi, du weißt, wie sehr ich dich liebe und wie hoch ich dich achte; aber nun ich weiß, daß du neben fremden Frauen und Töchtern gesessen hast, die nicht in deinem Zelte geboren worden sind, und daß du sogar auch deiner Emmeh erlaubst, mit Männern zu reisen, an welche sie kein Akd en Nikah *) bindet, nun wird es mir wohl nicht mehr leicht sein, dich als meinen besten Freund, den ich im Herzen trage, mit Anerkennung zu beehren! Die Schienen eurer Eisenbahn haben sich zwischen mich und dich gelegt, und unsere Herzen sind einander so entfremdet worden, daß sie durch keinen Wabur **) wieder verbunden werden können.«

*) Zeremonie des Ehekontraktes.
**) Lokomotive.

E.A.Schmid schreibt dazu in Band 34 „Ich“ (Kapitel "Symbolik" !) tatsächlich:

„Das Einleitungsgespräch zwischen Halef und dem Effendi über die Eisenbahnen soll z.B. die Schwierigkeiten darstellen, die sich der im Orient vordringenden europäischen Kultur entgegensetzten“ …

:lol:

(aber er ist in bester Gesellschaft. In Jahrbüchern der KMG oder im Handbuch liest man vergleichbaren blühenden Blödsinn auch immer wieder mal, unentwegt …)

:wink:


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BeitragVerfasst: 5.1.2008, 14:59 
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Diese Passage in "Am Jenseits" hat mich schon immer sehr interessiert und fasziniert.
Ich stelle mir oft die Frage, was Karl May zu diesen Buchpassagen veranlasst haben mag. Den Bau der Bagdad-Bahn, die im Herbst 1898 - als May dieses Werk schrieb - schon durch den Besuch des deutschen Kaisers Wilhelm II. (1859-1941) im Osmanischen Reich in aller Munde war oder der Bahnbau der Strecke von Wendlingen nach Kirchheim (Teck) an der der Geschäftsmann Carl Max Weise (1855-1931) - Gastgeber der Mays im Oktober 1898 - an maßgeblicher Stelle beteiligt war?

Können mir da die Karl-May-Experten Rüdiger Wick und Hermann Wohlgeschaft weiterhelfen?

Bin für jede weiterführende Information sehr dankbar.


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BeitragVerfasst: 5.1.2008, 15:35 
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Mit Zahlen und Fakten habe ich es nicht so, lieber Kurt. Ich weiß im Moment nicht einmal auswendig wie die beiden Frauen hießen an die er da vermutlich gedacht hat, da gab's doch mal irgendwo Mutter und Tochter ...

Aber, wenn wir es jetzt mal wirklich auf die Eisenbahn beschränken, die geistert ja durch sein ganzes Werk und wird ihn als technische Neuerung und Errungenschaft schon fasziniert haben. Ich persönlich habe keine Ahnung seit wann es Eisenbahnen gibt, vermute aber mal, daß die zu seiner Zeit gerade aufkamen. Aber da bist Du der Fachmann (ich habe alle Deine Eisenbahnbuch-Rezensionen bei Amazon gelesen [die über Karl May natürlich auch]).

:wink:


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BeitragVerfasst: 5.1.2008, 15:46 
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Es gibt einen einschlägigen Artikel von Martin Lowsky: Auf dem Schienenweg in die Emanzipation. Karl May zu Besuch in Kirchheim unter Teck. In: Eßlinger Zeitung. 15./16.6.1996, S. 33.

Im II. Band der Biographie, S. 1126-1130, zitiere und kommentiere ich die von rodger oben zitierte Romanpassage (die ich für sehr bemerkenswert halte).


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BeitragVerfasst: 5.1.2008, 16:27 
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Von Dr. Martin Lowsky gibt es ferner:

"Und ich reite mit", Kirchheim/Teck 1992

"Nach dem einsamen Ort geflohen...", Spuren 32, Dt. Schillergesellschaft 1992

Ich habe das jetzt unter absolut historischen Aspekten gesehen, da der Streckenabschnitt Kirchheim/Teck - Oberleningen am 1.10.1899 eröffnet wurde, also während des Aufenthaltes der Mays ein Jahr zuvor wohl in Bau gewesen sein dürfte, zumindest was die Trassierungsarbeiten anbelangt.

Karl May und die Eisenbahn ist überhaupt ein Thema, das der Vertiefung bedarf.


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BeitragVerfasst: 5.1.2008, 16:55 
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In der Eingangspartie des ›Jenseits‹-Romans geht es weniger um die Eisenbahn, vielmehr um die grundsätzliche Gleichberechtigung von Mann und Frau. Auch autobiographisch gesehen, im Blick auf Mays damalige Beziehung zu Emma, ist die Romanstelle ziemlich aufschlussreich. :wink:


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BeitragVerfasst: 5.1.2008, 19:51 
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Thomas Math hat geschrieben:
Der "echte" May hat gelogen,dass sich die Balken biegen,manchmal geradezu pathologisch (man denke an die Aussage ueber seine angeblichen Sprachfertigkeiten),hat lange Zeit mit zwei Frauen gelebt nur um spaeter seine Ehefrau unter mehr als mysterioesen Umstaenden fuer die 22 Jahre juengere Geliebte zu verlassen und seine Exfrau dann wie Aussatz zu behandeln.Er war ein streit -und nikotinsuechtiger Prozesshansel.Und last not least ein vorbestrafter conartist.
Ausserdem war er an homoerotischer Kunst interessiert ,hat wiederholt an spiritistischen Sitzungen teilgenommen und sich wohl auch des Spiritsmus bedient,als es Zeit war Emma gegen die junge Klara einzutauschen.
Nein der war mit Sicherheit kein "Edelmensch".


Was nun speziell das Interesse an homoerotischer Kunst - ich denke, Sie meinen Sascha Schneider - in diesem Negativkatalag zu suchen hat, müssen Sie aber mal erklären.


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BeitragVerfasst: 5.1.2008, 19:58 
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rodger hat geschrieben:
Aber so ist das halt. Vom Mark Twain wollten sie auch alle immer am liebsten lustige Geschichten lesen, vom Jack London Abenteuer, von Jules Verne, usw. usw. ...



Und Helmut Kohl (ausgerechnet der!) sagte mal, daß er Tucholsky schätzen würde. Wahrscheinlich kannte er von dem nur so was wie "Wenn die Igel in der Abendstunde..."


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BeitragVerfasst: 5.1.2008, 20:05 
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Rolf hat geschrieben:
Und Helmut Kohl [...] sagte mal, daß er Tucholsky schätzen würde


... was Dieter Hildebrandt seinerzeit mal in einer Fernsehsendung zu der launigen Bemerkung "Nun stellen Sie sich mal vor, der Mann würde noch leben ..." veranlasste ...

:wink:

Andererseits ... man unterschätze mal die Leute nicht, nur wenn einem die Richtung nicht paßt (was ich verstehe). Ein Dummer ist das sicherlich nicht.


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BeitragVerfasst: 5.1.2008, 20:15 
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Kohl über May:

„Ich las als Schüler übrigens mit wachsender Begeisterung die Abenteuer- und Reiseromane von Karl May. Die Handlungen zogen mich ebenso in den Bann wie die originellen Helden: Winnetou ist mir wohl deshalb so lebhaft in Erinnerung geblieben, weil mich seine Freundschaft mit dem weißen Jäger Old Shatterhand beeindruckte. Ähnlich verhält es sich mit Karl Mays Roman „Ardistan und Dschinnistan“. „Die Erde sehnt sich nach Ruhe“, heißt es da, „die Menschheit nach Frieden, und die Geschichte will nicht mehr Taten der Gewalt und des Hasses, sondern Taten der Liebe verzeichnen“. Das entsprach meinen Wunschvorstellungen, mit denen ich während des Dritten Reichs und im Zweiten Weltkrieg Karl May gelesen habe.“

Und, um noch einen drauf zu setzen, Franz Josef Strauß, in etwas eigenartiger (märchenhafter) Zusammenstellung:

„Ich denke noch mit Vergnügen an die Lektüre der Märchen, nicht nur der Gebrüder Grimm, sondern auch Hauffs, Bechsteins, Andersens. Auch Karl May durfte nicht fehlen. Ich habe wohl alle Bände der gesammelten Ausgabe gelesen.“

Quelle:

http://www.karl-may.de/geschichte/stimmen_kmv.html

*

Hat noch jemand was zu "Am Jenseits" ?

:wink:


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BeitragVerfasst: 5.1.2008, 20:20 
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Hermann Wohlgschaft hat geschrieben:
In der Eingangspartie des ›Jenseits‹-Romans geht es weniger um die Eisenbahn, vielmehr um die grundsätzliche Gleichberechtigung von Mann und Frau. Auch autobiographisch gesehen, im Blick auf Mays damalige Beziehung zu Emma, ist die Romanstelle ziemlich aufschlussreich. :wink:


Auch interessant ist die Tatsache, daß May hier bei der Herausgabe der illustrierten Fehsenfeld-Ausgabe die "Emmeh" (= Emma) dringelassen hat, während sie im "Silberlöwen" ja bekanntlich durch ein diffuses Wesen namens Dschanneh ersetzt wurde. (Sorry, wenn ich hier solche etwas weniger interpretatorische Dinge bringe, aber mich interessiert die reine Textgestalt mehr als irgendwelches Hineingeheimnissen.)


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BeitragVerfasst: 5.1.2008, 22:28 
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Dernen hat geschrieben:

Was nun speziell das Interesse an homoerotischer Kunst - ich denke, Sie meinen Sascha Schneider - in diesem Negativkatalag zu suchen hat, müssen Sie aber mal erklären.



Sorry,war ein Fehler auf den rodger einige posts zuvor schon aufmerksam gemacht hat.
Man kann natuerlich homoerotische Kunst moegen und ein vorbildlicher Mensch sein.
Wobei mich in diesem Zusammenhang interessieren wuerde ,ob bei May noch andere homosexuelle Tendenzen bekannt sind,ich meine jetzt nicht irgendwelche absurden Textinterpretationen in "Sitara und der Weg dorthin "sondern reelle Hinweise.


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