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 Betreff des Beitrags: Karl Sternau und Perry Rhodan
BeitragVerfasst: 2.7.2004, 18:39 
Mit dem "Waldröschen" schreibt Karl May 1882-1884 einen vulminösen Kolportageroman, der ohne jedem Zeifel in die Literaturgeschichte eingangen ist.
Und May gestaltet in diesem Roman eine überdimensionale Heldenfigur mit dem eigentlich recht bürgerlichen Namen Karl Sternau, wobei er den Vornamen bei sich selbst gesucht und gefunden hat.

80 Jahre wird es dauern, bis der gute Karl Sternau von einem Helden übertrumpft wird, der geradezu gigantische Ausmaße annimmt: PERRY RHODAN.

Der Vater dieses Helden der Galaxis heißt K.H.Scheer und erfindet diese Figur 1961 in einem kleinen Häuschen in einer Seitenstraße von Friedrichsdorf im Taunus. Er ahnt kaum, daß er da ein Helden geschaffen hat, der noch heute seine Abenteuer in der Galaxis erlebt wie seiner Zeit Karl Sternau in Mexico, Deutschland und überhaupt in der ganzen Welt.

Karl May und K.H. Scheer - sie beide haben jeweils zu ihrer Zeit einen Überhelden geschaffen, deren Faszination noch heute ungebrochen ist.

Viele Grüße
Kurt


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 Betreff des Beitrags: KS und PR
BeitragVerfasst: 5.9.2004, 12:33 
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Hallo Kurt!

Betrachtet man den "frühen" Perry Rhodan, so stellt man fest, daß dieser - um in der Nähe deines Bild zu bleiben - fast schon ein Karl Sternau/OS/KbN in Personalunion mit Winnetou ist, denn aus den ersten 500 Bänden sind mir keine substanziellen Fehler erinnerlich, die der "Großadministrator" gemacht hätte.
Im Gegenteil, als galaktischer "Fährtenleser" lässt er alle anderen "Raumindianer" weit hinter sich - Entdeckung von ES, den Posbis, etc. etc. pp.

Es wäre aber einmal interessant zu wissen, ob K.H.Scheer Karl May in nennenswertem Umfang gelesen hat, denn einige der von Dir aufgezeigten Paralellen drängen sich dem Blick ja wirklich auf....

_________________
Mit freundlichen Grüßen,

Ralf Grosskurth


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 13.9.2004, 9:03 
Hallo Ralf,

Heiko Langhans schreibt in seiner Biografie "Karl-Herbert Scheer - Konstrukteur der Zukunft" das Scheer in jungen Jahren Kurd Laßwitz, Hans Dominik und Jules Verne gelesen habe. Karl May erwähnt er nicht.

K.H. Scheer, den ich in den Jahren 1967 - 1971 persönlich kannte, erwähnte Karl May in meiner Gegenwart mehrfach. Dabei ging es aber eher darum, dass Scheer seine Heftromane auch als gebundene Buchreihe - ähnlich Karl Mays Werke - sehen wollte. Dies ist dann auch später mit der "silbernen Reihe" und in bearbeiteter Form geschehen.

K.H. Scheer war damals davon überzeugt, daß er im Lauf der Jahre Karl May erfolgreich überrrunden werde und seine Werke noch Bestand hätten, wenn Karl May längst der Vergesssenheit anheim gefallen sei.
Das ist nicht eingetreten, denn Mays Werke werden nach wie vor gelesen.
Beide Buchreihen erfreuen sich großer Beliebtheit.

Aber es lässt sich nicht mit Bestimmheit sagen, ob K.H. Scheer Karl May gelesen hat - in welchem Umfang auch immer.

Viele Grüße
Kurt


Zuletzt geändert von Gast am 13.9.2004, 20:13, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 13.9.2004, 9:37 
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... es gibt allerdings einen wesentlichen Unterschied zwischen KM und KHS, denn der letztere wurde mitunter mit dem unschönen Spitznamen "Handgranaten-Herbert" belegt...

_________________
Mit freundlichen Grüßen,

Ralf Grosskurth


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BeitragVerfasst: 13.9.2004, 9:49 
Hallo Ralf,

K.H. Scheer erzählte mir gelegentlich, wie wichtig es ihm sein, daß die von ihm geschilderten Weltraumschiffe perfektionierte Kampfkreuzer sein sollten. Er war da ganz ein Anhänger des kalten Krieges.

Mein Vergleich galt deswegen auch nicht den Autoren - die beiden trennen Welten - sondern den Überfiguren, ja Übermenschen, Karl Sternau und Perry Rhodan.

Viele Grüße
Kurt


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BeitragVerfasst: 15.9.2004, 15:39 
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Hallo Kurt!

Mir scheint, der gute KHS war nebenbei noch begeisterter Seefahrer. Wenn mich nicht alles täuscht, war er es doch, der seine Kugelraumer im Gefecht nach "Feuerlee" abdriften ließ, oder?

Hat er Dir gegenüber diesbezüglich einmal etwas erwähnt?

_________________
Mit freundlichen Grüßen,

Ralf Grosskurth


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BeitragVerfasst: 15.9.2004, 17:51 
Hallo Ralf,

zwischen 1953 - 1956 veröffentlichte KHS etliche Seefahrerromane für den Leibüchermarkt. Diese hatten auch einen Überhelden und handelten im 17./18. Jahrhundert.

Dabei verwendete er die Pseudonyme Pierre de Chalon bzw. Diego el Santo.

Einige dieser Romane erschienen vor etwa 20 Jahren als Taschenbuch.

Viele Grüße
Kurt


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BeitragVerfasst: 16.9.2004, 15:31 
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Hallo Kurt, hallo alle anderen!

Danke für diesen kurzen Hinweis, der einiges klärt.

Nun aber wieder ein bißchen zurück zum Thema: Zwei Überhelden.

Für mich persönlich manifestiert sich der hauptsächliche Unterschied zwischen beiden (ich fasse nun einmal Sternau, Old Shatterhand, Kara Ben Nemsi zusammen) darin, daß ich mich mit de(n/m) Mayschen Überhelden identifizieren kann/konnte. Zu Perry Rhodan blieb mein Verhältnis immer distanziert. Auch die Sekundärhelden wie Reginald "Bully" Bull, Gucky etc. blieben in meinen Augen immer etwas farb- und konturenlos - mit Ausnahme des "frühen" Atlan, aber das mag auch sehr wohl daran liegen, daß Atlan ein "Ich-Erzähler" ist.
Man darf natürlich auch nicht übersehen, daß Perry Rhodan von mehreren Autoren geschrieben wurde, wohingegen Karl May - Bearbeitungen hin oder her - nun einmal Karl May war.
Fazit: Perry Rhodan ist nett als Lektüre im Freibad, Karl May ist etwas für das Eis abends im Bett, wenn man sich strikt weigert, auf den Wecker zu sehen, der sich schon räuspert, um alsbald hektisch klingeln zu wollen...

_________________
Mit freundlichen Grüßen,

Ralf Grosskurth


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 25.9.2004, 22:13 
Schon in der Anfangsphase von Perry Rhodan 1961 gab es zwischen K.H. Scheer und Clark Darlton d.i. Walter Ernsting, erhebliche Differenzen über die Gestaltung der Serie.
Eine Figur wie Gucky wäre und war tatsächlich für K.H. Scheer unakzeptabel, verdarb ihm die ganze Serie. Als KHS keine Romane mehr schrieb und nur noch als Exposé-Schreiber tätig war, wandelte sich die Serie und mit seinem Ziehsohn William Voltz änderte die Perry-Rhodan-Serie ihr Gesicht, wurde die serie liberaler.
Der Perry-Rhodan-Leser war eigentlich mit jedem Heft den Intentionen eines anderen Autors ausgesetzt. Der Serie ist das - wie der Erfolg zeigt - nie schlecht bekommen.

Mit Karl May sieht es ähnlich aus, obwohl er immer Karl May war, jedoch trennen einen Karl Sternau und ein Old Shatterhand Welten, vergleichbar ist dies auch mit den Kolportageromane und seinem Alterswerk.

Fazit: Der Perry Rhodan des KHS und den heutigen Autoren trennen ebensolche Welten.

Viele Grüße
Kurt


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11.7.2005, 21:09 
Interessant ist auch ein Vergleich zwischen den Autoren Karl May und K.H. Scheer und eine Geistesverbindung Perry Rhodan/Atlan in Bezug auf Old Shatterhand/Winnetou.

Zumal K.H. Scheer Karl May gelesen hat.


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