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Der Oelprinz – Auslieferung
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Seite 3 von 4

Autor:  rodger [ 2.4.2009, 16:03 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Der Oelprinz – Auslieferung

Sachliche Hinweise auf editorische Willkür sind nicht Spott, und lange Leinenhose ist lange Leinenhose ist lange Leinenhose. Wenn einer den Text eines Autors völlig unnötigerweise willkürlich ändert und zur Begründung wörtlich schreibt "zwei Möglichkeiten waren denkbar", dann empfinde ich das als in etwa auf dem Niveau eines biederen Grundschullehrers, der Steppkes nach Schema F in Grundlagen unterrichtet, und Lichtjahre von einem Wollschläger entfernt, mit dem sich zu vergleichen man vorsichtig sein sollte.

Außerdem möchte ich noch einmal darauf hinweisen, daß es in den von mir aufgeführten Fällen ausnahmslos nicht um Stellen ging, in denen man sich aufgrund vorliegender Abweichungen in verschiedenen 'Textzeugen' für eine Version entscheiden mußte, sondern um solche, die seit über hundert Jahren offenbar unverändert [in verläßlichen Ausgaben] so vorliegen, und die man jetzt im einundzwanzigsten Jahrhundert plötzlich meinte ändern zu müssen.

Autor:  Schleburg [ 3.4.2009, 16:27 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Der Oelprinz – Auslieferung

"Er trug... lange Leinenhose" darf man als Muttersprachler des Deutschen wohl ohne viel Willkür für ungrammatisch erklären. Was wäre die Aufgabe eines Herausgebers, wenn nicht die (explizit vermerkte) Korrektur solcher Fehler?

"Abweichende Textzeugen" gibt es für den Oelprinzen grundsätzlich nicht, weil nur ein einziger unabhängiger Textzeuge vorhanden ist: die Buchausgabe ist ein von May nicht mehr beeinflusster Nachdruck der Zeitschriftenfassung. Man kann also zur Annäherung an das verlorene Original - und das ist die Aufgabe einer sog. historisch-kritischen Ausgabe - nur formale und idiomatische Parallelen in anderen möglichst authentischen May-Texten heranziehen. Es liegt keine künstlerische Aussage darin, wenn die Interpunktion einen offensichtlichen Sprecherwechsel nicht wiedergibt, sondern Eile und Schlamperei. Da die Schlamperei symptomatisch ist und da die Möglichkeit besteht, dass es Mays Schlamperei war, korrigieren wir nicht stillschweigend, sondern mit Rechenschaft, aber es gibt keinen Zweifel, dass die Behebung des Fehlers den Absichten des Autors entspricht. Man muss sich klarmachen, dass die Zeitschriftenfassung nicht per se bewahrenswert ist, sondern nur insofern, als sie am wenigsten weit von den Absichten des Autors entfernt ist. Wenn wir eine Möglichkeit sehen, diesen Absichten (nicht durch Phantasie und Séancen, sondern auf philologischem Wege) näher zu kommen, ist es unsere Aufgabe, diesen Schritt mit aller Vorsicht und mit lückenlosem Nachweis zu tun.
Ich leugne nicht, dass Konjekturalkritik zwangsläufig eine subjektive Komponente hat. "Willkürlich" wäre sie aber nur dann, wenn ihr kein einheitliches Prinzip zugrundeläge und wenn ihre Kriterien nirgends nachzulesen wären. In einem Beitrag zu einer Mailing-Liste, die ich nicht abonniert habe, wird mir offenbar vorgehalten, dass Wiedenroth & Wollschläger Zweifelsfälle mit großerer "Souveränität" bereinigt hätten: ich scheine mich also mit meinen Korrekturen ungefähr in der Mitte zwischen zwei diametral unterschiedlichen Vorstellungen von den Pflichten eines Herausgebers (und den Meriten eines Hans Wollschläger) zu bewegen... (eines Genies, mit dem sich, wenn die HKA weitergehen soll, nun eine ganze Reihe brav bemühter Philologie-Handwerker werden vergleichen lassen müssen...)
Allerdings tauchen in der HKA-Arbeitsgruppe immer wiede neue Beispiele für Vereinheitlichungen auf, die von den Herausgebern früherer Bände unter der Lizenz "stillschweigender Korrektur offensichtlicher Versehen" vorgenommen wurden; manche davon sind ganz eindeutig falsch, aber der normale Leser bemerkt nichts davon, weil sie nirgends verzeichnet sind. Das kommt der "Willkür" meines Erachtens noch ein Stück weit näher!

Autor:  rodger [ 3.4.2009, 17:02 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Der Oelprinz – Auslieferung

Zitat:
Er trug... lange Leinenhose" darf man als Muttersprachler des Deutschen wohl ohne viel Willkür für ungrammatisch erklären.

Davon bin ich wirklich überhaupt nicht überzeugt ... ich wette, daß ich vergleichbare Stellen bei Thomas Mann u.ä. finde. ('Ungrammatisch' ... Grammatikalische Regeln kenne ich zum großen Teil gar nicht ... ich schreibe und lese mehr oder weniger "nach Gefühl", und kann, denke ich, dennoch einigermaßen mithalten. - Und auch ein offensichtlich inkorrektes Wort wie z.B. Mays penetrantes "trotzdem" (statt obwohl) kann man doch nicht einfach "korrigieren" ... Arno Schmidt z.B. ist auch recht 'ungrammatisch' ...)

Zitat:
Man kann also zur Annäherung an das verlorene Original - und das ist die Aufgabe einer sog. historisch-kritischen Ausgabe - nur formale und idiomatische Parallelen in anderen möglichst authentischen May-Texten heranziehen.

Nur werden sie eben gerade zu "getötet oder gar verwundet" des öfteren vergleichbare Parallelen finden ... leider ist mein Gedächtnis so gut nun wieder auch nicht, daß ich jetzt auswendig wüßte, wo.

Zitat:
Es liegt keine künstlerische Aussage darin, wenn die Interpunktion einen offensichtlichen Sprecherwechsel nicht wiedergibt

"künstlerische Aussage" ist vielleicht auch etwas zu hoch gegriffen, aber ob er z.B. einen neuen Absatz anfängt oder eben nicht, sollte jeder Autor nach eigenem Empfinden und Gusto schon noch selber entscheiden dürfen. Und für einen neuen Absatz u.ä. können die Gründe ganz unterschiedlich sein. So etwas auf ein Schema zu reduzieren wäre wirklich fad.

Zitat:
sondern Eile und Schlamperei.

Das kommt vor, ja. Aber so einfach, zu sagen, das ist immer so, sollte man es sich nicht machen.

Zitat:
aber es gibt keinen Zweifel, dass die Behebung des Fehlers den Absichten des Autors entspricht.

Doch, diese Zweifel gibt es, mit Verlaub.

Zitat:
Wenn wir eine Möglichkeit sehen, diesen Absichten (nicht durch Phantasie und Séancen, sondern auf philologischem Wege) näher zu kommen,

Die Wege der Menschen sind verschieden ... Den eigenen für den einzig richtigen zu halten, dürfte indes nicht angemessen sein.

(1 Absatz entfernt, da aufgrund eines Mißverständnisses entstanden. RW)

Zitat:
Das kommt der "Willkür" meines Erachtens noch ein Stück weit näher!

Wenn das so ist, sicherlich.

Randbemerkung: ich will Sie nicht provozieren. Mir geht es um die Sache. Und wenn mit Sprache m.E. unangemessen leichtfertig umgegangen wird reagiere ich ein bisserl allergisch. Ihre unaufgeregt-sachliche Reaktion gefällt mir. Bleiben wir bei dem Tonfall.

:wink:

Autor:  karmaqueen [ 4.4.2009, 2:34 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Der Oelprinz – Auslieferung

auch wenn ich inhaltlich völlig den von herrn schleburg vorgebrachten argumenten folgen kann, möchte ich doch dafür plädieren, herrn wick das schlusswort zu überlassen. sonst hört er womöglich nie auf :wink:

ich freue mich jedenfalls, dass die ausgabe jetzt endlich zügig fortgesetzt zu werden scheint!

Autor:  rodger [ 4.4.2009, 8:04 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Der Oelprinz – Auslieferung

@Korte
Persönliche Animositäten sind uninteressant (was meinen Sie wie ich Sie mittlerweile finde). Gehen Sie lieber auf Sachargumente ein. Aber Sie haben ja in der Vergangenheit schon gezeigt, daß sie es lieber mit Schwarz oder Weiß und nichts dazwischen halten. Ist ja auch einfacher.

Autor:  rodger [ 4.4.2009, 15:53 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Der Oelprinz – Auslieferung

Ich habe heute durch Zufall (es ist mir zugefallen) eine der zahlreichen Stellen bei May (wieder)entdeckt, die in etwa die gleiche Richtung gehen wie „getötet oder gar verwundet“, nämlich in Richtung galliger Zynismus (oder meinetwegen Sarkasmus).

Sie brachten die Kunde davon in die Heimath, wo der Wunsch nach gleichen Genüssen und das Verlangen rege wurde, die Glückseligkeit der Insulaner durch die Predigt des göttlichen Wortes und das Stellen in politische Abhängigkeit zu erhöhen.

heißt es bei Karl May in „Die Rache des Ehri“, der Vorgänger-Version vom „Ehri“, der später in den „Stillen Ocean“ Eingang fand.

In Band 71 der Gesammelten Werke ist dieser Satz abgeändert auf

„Sie brachten die Kunde davon in die Heimat, wo der Wunsch nach gleichen Genüssen und das Verlangen rege wurde, die Glückseligkeit der Insulaner durch die Predigt des göttlichen Wortes zu erhöhen und sie in politische Abhängigkeit zu bringen.“

Das ist eine Änderung nach etwa dem gleichen Prinzip wie bei „verwundet oder gar getötet“: vermeintlich korrekter (so weit ging sozusagen das Bewusstsein des Bearbeiters), aber unter Tilgung der beabsichtigten galligen Doppelbödigkeit.

Noch ein Beispiel, aus der „Sklavenkarawane“:

Nur Hasab Murat dachte im stillen anders. Er hatte in Abu el Mot einen ihm gefährlichen Konkurrenten vernichten helfen und nahm sich vor, zwar bei dem einträglichen Geschäft zu bleiben, es aber schlauer zu betreiben als bisher und dabei mehr Menschlichkeit walten zu lassen.

Ein oberflächlicher oder unaufmerksamer Betrachter sieht hier vielleicht nur eine vermeintliche Stilblüte, eine unbeholfene Ausdrucksweise, einen Lapsus o.ä., und sagt sich vielleicht „Wie kann man Sklaverei menschlicher betreiben“ (im GW-Band hat man den Mann vorsichtshalber gleich ganz und gar der Sklaverei abschwören lassen). Das aber ist ja eben gerade der „Witz“. (Diese „menschlicher“ betriebene Sklaverei sieht man übrigens allerorten im 21. Jahrhundert, man muß nur richtig hingucken).

„Er ist in der Nähe“ antwortete Halef feierlich

heißt es in „Durch die Wüste“, als Omar Ben Sadek auf dem Schott nach seinem dort versunkenen Vater fragt …

Das ist nun mal Mays Humor, über Riesenochsenfrösche und vergleichbares hinaus oder auch fernab davon. Immer wieder gerne eben auch mal rabenschwarz.

Autor:  karmaqueen [ 5.4.2009, 0:34 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Der Oelprinz – Auslieferung

rodger hat geschrieben:
@Korte
Persönliche Animositäten sind uninteressant (was meinen Sie wie ich Sie mittlerweile finde). Gehen Sie lieber auf Sachargumente ein. Aber Sie haben ja in der Vergangenheit schon gezeigt, daß sie es lieber mit Schwarz oder Weiß und nichts dazwischen halten. Ist ja auch einfacher.


lieber herr wick,

da sie sich in dieser diskussion bislang degenüber den von den herren damaschke & schleburg vorgebrachten sachargumenten gänzlich verschlossen gezeigt haben, wage ich doch sehr zu bezweifeln, ob sich durch eine wiederholung derselben guten argumente die aussichten darauf, sie eventuell zu überzeugen, erheblich verbessern würden.

sie geben hier nunmal den verstockten text-taliban und das ist auch ihr gutes recht. ihr quasireligiöses eifern scheint mir nur ein wenig anachronistisch zu sein. nahezu alle texte liegen ja schon seit jahren in form von reprints usw. vor und jeder kann wirklich die may-edition benutzen, die ihm am besten zusagt. aber wenn sie einfach nicht verstehen wollen, was eine kritische ausgabe ausmacht, dann kann ich ihnen auch nicht helfen.

ich überlasse ihnen aber - wie oben vorgeschlagen - wirklich gerne das schlusswort und ziehe mich mit diesem beitrag lieber wieder aus der diskussion zurück. dafür ist mir meine zeit nun doch zu schade, zumal das wetter gerade so schön ist.

freundliche grüße

Autor:  rodger [ 5.4.2009, 8:41 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Der Oelprinz – Auslieferung

lieber herr korte,

die von den herren damaschke & schleburg vorgebrachten sachargumente hatten zum teil mit meinen einwänden nicht allzu viel zu tun; daß ich mich gänzlich verschlossen gezeigt hätte, entspricht ihrer (großgeschrieben) wahrnehmung, aber nicht dem sachverhalt.

ob die betrachtung der taliban als kollektiv von bilderbuchteufeln neben derzeit verordneter und üblicher einheitsmeinung auch der realität entspricht, können wir, nebenbei bemerkt, auch mal dahingestellt sein lassen, davon verstehe ich im detail wirklich zuwenig, so wie fast alle anderen halt auch (das wird nun sicher missverstanden werden im sinne von der schließt von seiner eigenen blödheit auf die anderer, ok, kann man einmal mehr nichts machen).

es geht indes nicht um quasireligiöses eifern sondern um den umgang mit text, wie man ihn von einer hka erwarten dürfte. und da entsprechen, ich wiederhole, willkürliche änderungen nun mal nicht dem wünschenswerten. ich verstehe schon, was eine kritische ausgabe ausmacht, deshalb muß ich aber noch lange nicht dafür sein daß änderungsvorschläge vorne stehen statt hinten.

daß diskussionen im grunde müßig sind sehen sie (großgeschrieben) durchaus richtig, ich will mich ja auch meinerseits immer wieder zurückziehen, schaffe das aber bislang nicht recht, obwohl mir meine zeit eigentlich auch zu schade ist. auch in sachen wetter haben sie (s.o.) in diesem zusammenhang völlig recht, schachmeister teichmann fällt mir ein, genug des stumpfsinns, remis, sprach's und ging zum ringerzelt. sehr nachvollziehbar.

freundliche grüsse

Autor:  Schleburg [ 5.4.2009, 13:29 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Der Oelprinz – Auslieferung

Mir ist selbstverständlich klar, dass man einen Autor nicht mit dem Grammatikbuch in der Hand beurteilen kann, und Sie werden feststellen, dass ich mich gehütet habe, in die Dialektreden des Hobble-Frank, wo May wirklich mit Kreativität und Lust bei der Sache war, irgendwelche Kriterien von außen hineinzutragen. Anderswo aber sind die zeilenschinderischen Dialoge unseres Autors so hölzern und hausbacken, ja vorhersagbar, dass ich - auch nach Ihren (rodgers) Parallelstellen - völlig davon überzeugt bin, dass "getötet oder gar verwundet" nur ein Lapsus sein kann. Der Oelprinz ist auf weite Strecken so lieblos ("nach Schema F") heruntergeschrieben, dass für Auffälligkeiten, die keine wirkliche Parallele haben, Flüchtigkeit eine viel näherliegende Erklärung bietet als Subtilität. Hinzu kommt, dass Setzer und Redaktion nachweisbare Hämmer in den Text eingebracht haben: wenn es zwanzig Jahre lang keinem auffällt, dass die Handlung nicht in "Avijour" (58.19) spielt, dann erstaunen Wortvertauschungen und Interpunktionschaos auch nicht.

Zitat:
Arno Schmidt z.B. ist auch recht 'ungrammatisch' ...)

Jetzt, würde ich sagen, vergleichen Sie Unvergleichbares: wenn nicht pithekos kai Herakles, so doch einen Schnellschreiber des Credos "Ich feile nie" mit einem minutiösen Stilisten. Aber selbst bei Schmidt, wo ja wirklich jeder Apostroph seine zwei bis drei Bedeutungen tragen kann, haben die Verantwortlichen der Bargfelder Ausgabe Fehlerverdächtiges emendiert (und im Anhang als "Uneindeutige Fehlschreibungen" aufgelistet).

Letztlich kommen wir, glaube ich, über die Tatsache nicht hinaus, dass Textkritik auf Plausibilitätsurteilen beruht: zwischen den eindeutigen Fällen von Richtig und Falsch (wie "Shattterhand" mit drei t - sind wir uns da einig?) liegt eine Grauzone, über die man anhand von Stilkenntnis, Texterfahrung und sicher auch Vorurteil entscheidet. Es ist völlig legitim und unausweichlich, dass verschiedene Leute hier zu verschiedenen Bewertungen kommen - ja, derselbe Herausgeber würde vielleicht zehn Jahre später anders entscheiden. (Vielleicht erleben wir ja noch eine zweite Auflage der HKA?) Einen Vorwurf müsste ich mir nur machen, wenn bei der Textkonstitution Fahrlässigkeit und Schlamperei gewaltet hätten. Das aber ist, hoffe ich, nicht der Fall, obwohl die Arbeit am Oelprinzen natürlich neben einer bürgerlichen Berufstätigkeit (und gegen Ende zu sehr eilig) vonstatten gehen musste - so dass ich mich auf objektive Errata gesenkten Hauptes gefasst mache.

Ansonsten hoffe ich, dass die HKA, die mir sehr viel bedeutet, bei aller Detailvariation, wie sie künftig unvermeidlich sein wird, unter May-Freunden konsensfähig bleibt und in seriöser Weise und realistischem Zeitrahmen zu Ende geführt werden kann. An Ernst und Einsatz aller Beteiligten, so viel ist bei jeder Besprechung der Arbeitsgruppe zu spüren, fehlt es jedenfalls nicht.

Autor:  rodger [ 5.4.2009, 13:44 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Der Oelprinz – Auslieferung

In Sachen Shatterhand mit drei t sind wir uns ziemlich einig. (Noch korrekter wäre auch in diesem Fall, es im Text so stehen zu lassen und im Anhang darauf hinzuweisen, aber da wollen wir mal nicht so sein.)

:wink:

In Sachen „getötet oder gar verwundet“ halten wir fest, daß der eine es für einen Lapsus hält, der andere für [vermutlich] Absicht. Und daß Fälle, die nicht eindeutig sind, m. (und anderer) E. eher in den Anhang gehören als im Text verändert. Natürlich auch dann, wenn der Bandbearbeiter Wollschläger oder sonstwie hieße.

Und, was mir noch sehr wichtig ist an dieser Stelle klar zu äußern:

Meine Kritik bezog sich ausschließlich auf die auf S. 585 unten bis 587 mitte aufgeführten Änderungen und sollte die verdienstvolle Arbeit Herrn Schleburgs ansonsten keineswegs schmälern. Auch ich freue mich über die Weiterführung der HKA.

:!:

Autor:  giesbert [ 7.4.2009, 10:09 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Der Oelprinz – Auslieferung

Es gibt auch eine Pressemitteilung der KMG zum "Ölprinz":
http://www.openpr.de/news/298816/Karl-M ... ienen.html

Zitat:
Karl Mays Erzählung „Der Oelprinz“ als historisch-kritische Ausgabe erschienen
Pressemitteilung von: Karl-May-Gesellschaft

Der Oelprinz: Herausgeber Ruprecht Gammler (KMG), Bandbearbeiter Dr. Florian Schleburg (KMG), René Wagner (Karl-May-Stiftung), Joachim Biermann (Geschäftsführender Herausgeber KMG), Roderich Haug (Produktion Karl-May-Verlag). Foto: KMG
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(openPR) - Klassische Jugenderzählung für die Literaturwissenschaft erschlossen

Auf der Mitarbeitertagung der Karl-May-Gesellschaft (KMG) wurde am 28. März 2009 im Weinort Ahrweiler die historisch-kritische Ausgabe (HKA) von Karl Mays Jugenderzählung „Der Oelprinz“ präsentiert. Im Jahr 2007 hatten sich Karl-May-Gesellschaft, Karl-May-Stiftung und Karl-May-Verlag zusammengetan, um die 1987 von Hans Wollschläger († 2007) und Hermann Wiedenroth begründete wissenschaftliche Ausgabe von Karls Mays Werken fortzusetzen. Die Zusammenarbeit der drei Karl-May-Institutionen hat sich als sehr fruchtbar erweisen. „Der Oelprinz“ ist bereits der dritte Band, der nach „Der schwarze Mustang“ und der Neuauflage des bislang vergriffenen ersten Bandes von „Waldröschen“ in kurzer Zeit erschienen ist. Für 2009 sind noch die Bände „Der Sohn des Bärenjägers“ und „Die Fastnachtsnarren“ geplant.

„Der Oelprinz“ ist eine von den acht Erzählungen für die Jugend, die Karl May in den Jahren 1887 bis 1897 in der seinerzeit äußerst beliebten Knabenzeitschrift „Der Gute Kamerad“ veröffentlichte und die heute zu den Klassikern der deutschen Jugendliteratur zählen. Weiter dazu gehören „Der Sohn des Bärenjägers“ und „Der Geist der Llano estakata“ (berühmt geworden unter dem Sammeltitel „Unter Geiern“), „Der Schatz im Silbersee“ (neben „Winnetou“ Karl Mays erfolgreichstes Buch überhaupt), „Der schwarze Mustang“ und „Kong Kheou, das Ehrenwort“ (eroberten unter den Titeln „Halbblut“ und „Der blaurote Methusalem“ die Herzen der Leser), sowie „Das Vermächtnis des Inka“ und „Die Sklavenkarawane“.

Da es sich bei den heute im Buchhandel erhältlichen Leseausgaben in der Regel um für die Bedürfnisse der heutigen Jugend aktualisierte Bearbeitungen handelt, stellt die historisch-kritische Ausgabe der Literaturwissenschaft eine sorgfältig kommentierte Textfassung zur Verfügung, die ein Höchstmaß an Authentizität aufweist. Beim „Oelprinz“ handelt es sich dabei um den Erstdruck aus den Jahren 1893/94 im 8. Jahrgang von „Der gute Kamerad“, da Karl Mays Manuskript nicht mehr vorhanden ist. Ein umfangreicher Apparat verzeichnet die Textvarianten der zu Karl Mays Lebzeiten erschienen Buchausgaben der Erzählung. Außerdem zeichnet der Editorische Bericht die Entstehung der Erzählung nach. Als Bandbearbeiter und Herausgeber fungieren die KMG-Experten Dr. Florian Schleburg und Ruprecht Gammler.

Doch nicht nur für Literaturwissenschaftler ist die historisch-kritische Ausgabe ein Gewinn. Auch die Sammler schöner Bücher zeigen großes Interesse an den sorgfältig in Halbleinen gebundenen und mit einem Lesebändchen und Graphitschnitt ausgestatteten Bänden. Auch Lesern, die die Bücher auch ohne wissenschaftlichen Anspruch lesen, bieten die Texte eine große Anzahl spannender und amüsanter Entdeckungen - etwa, wenn der kauzige Westmann Sam Hawkens, der in der einfältig-komischen Verkörperung von Ralf Wolter aus den Winnetou-Filmen besonders populär ist, sich plötzlich als profunder Kenner der Verhältnisse in einem Knaben-Internat in Sachsen erweist.

Erhältlich sind die Bände der historisch-kritischen Ausgabe im Abonnement oder einzeln zum Preis von 39,90 Euro pro Band über den Online-Shop des Karl-May-Museums, Radebeul http://www.tradingpost.de oder die Internetseite http://www.karl-mays-werke.de


Karl-May-Gesellschaft e.V.
Wasastraße 50
01445 Radebeul
Fon: 0351 835 3547
Fax: 0351 835 3548
E-Mail:
http://www.karl-may-gesellschaft.de
Pressekontakt:
Joachim Biermann
0591/66082, e-mail:
Druckfähiges Pressefoto erhältlich bei:
Peter Krauskopf, 0234/6236258, e-mail:
Rezensionsexemplar erhältlich bei:
Karl-May-Verlag
0951/98206-0, e-mail:

Karl-May-Gesellschaft
Die 1969 gegründete Karl-May-Gesellschaft ist eine der größten literarischen Gesellschaften Deutschlands und widmet sich der Erschließung von Werk und Leben Karl Mays.

Autor:  Ralf Harder [ 7.4.2009, 20:11 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Der Oelprinz – Auslieferung

Diese Presseerklärung wurde bereits vor einigen Tagen mit dem neuen KMG-Logo und einem Mitarbeiter-Foto direkt auf der Internetseite http://www.karl-mays-werke.de veröffentlicht. 8)

Autor:  rodger [ 6.6.2009, 23:13 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Der Oelprinz – Auslieferung

Zur "Lange Hose(n) - Diskussion" (die Interessen sind verschieden ...) ist mir heute noch aufgefallen, daß Karl May diese "ungrammatische" Schreibweise noch an mindestens einer weiteren Stelle im Gesamtwerk verwendet, der Lord Castlepool im 'Schatz im Silbersee' "trug lange Hose, Weste und kurze Jacke". Ich würd's übrigens auch so schreiben. 1 Hose.

Autor:  markus [ 7.6.2009, 2:39 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Der Oelprinz – Auslieferung

Eigentlich dachte ich das mit der Mehrzahl bei Hose gäbe es nur im englischen: Meine Hose - my trousers; Meine Hosen - my trousers.

Autor:  rodger [ 7.6.2009, 8:55 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Der Oelprinz – Auslieferung

Der zweite Teil von "Mein Leben und Streben" sollte übrigens "Mein Hosen und Hemden" heißen, eine Anregung Heinz Erhardts vorwegnehmend, der von gehost resp. gehemmt sprach.

In der HKA (Manuskriptfragmente fanden sich im Nachlass) soll im Titel aber zwecks sprachlicher Korrektheit an das erste Wort ein e angefügt werden ("Es gab zwei Möglichkeiten", erklärte der Band-Bearbeiter dazu vorab, "entweder 'Meine Hose und mein Hemd' oder aber 'Meine Hosen und meine Hemden'").

(Kleiner Scherz zur Auflockerung in Sachen Leben & Streben & überhaupt)

:lol:

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