Diskussionsforen der Karl-May-Stiftung

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 Betreff des Beitrags: Karl May Haus Information 24 / 25
BeitragVerfasst: 2.3.2011, 22:26 
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(Ich hätte es nicht gedacht, daß ich die Hefte tatsächlich ohne Nachhaken meinerseits zugeschickt bekomme ... Ich hatte seinerzeit ein bißchen Sturm im Wasserglas gemacht, um die Leut' darauf aufmerksam zu machen, ihr Produkt etwas professioneller an den Mann zu bringen, mit Abobestellmöglichkeit per Internet usw. Als man mir dann seitens sozusagen hochoffizieller Stelle schrieb, ich sei als Abonnent registriert, habe ich gedacht, das machen sie jetzt halt, damit der Kerl, dieser lästige Querulant in Mannheim endlich Ruh' gibt, funktionieren wird's dann doch nicht ... ich habe mich (in Sachen Funktionieren ...) geirrt. Schön.)

:D

Schon rein äußerlich (Papier- und Bildqualität, Aufmachung, optische Gestaltung) machen die Hefte beim Durchblättern wieder einen hervorragenden Eindruck, und auch die Themen sind beachtenswert. Diese Publikation erscheint mir derzeit, gern sei's zum wiederholten Mal gesagt, die reizvollste unter den erhältlichen in Sachen Karl May zu sein.

Es ist interessant, über Karl May in Gartow ausführlich zu lesen, und das Bildmaterial ist hervorragend. Erfreulicherweise vergißt die aufmerksame Redakteurin in ihrer Vorbemerkung nicht zu erwähnen, daß die Ansichten in Sachen Wirkung des Gartow-Erlebnisses auf unseren Freund May beträchtlich auseinandergehen, und daß die Sache eben auch als traumatische Erfahrung gesehen werden kann. So ist es. (Daß detaillierte Zahlen und Fakten "konkreter" sind als "literarische Deutungen und Erläuterungen", mag übrigens sein, ob sie auch immer interessanter sind, dürfte individuell unterschiedlich betrachtet werden ... "Betrachtungen zum Innenleben", ja, die sind halt das Salz in der Suppen. Watt dem eenen sin Uhl is dem anneren sin Nachtigall ... :wink: )

Und daran (daß Gartow als traumatische oder zumindest sehr ernüchternde, sehr nachdenklich machende Erfahrung gesehen werden kann) ändert sich auch nach der Lektüre des ausführlichen Artikels von Gerhard Klußmeier nichts. An diesem durchaus interessanten und lesenswerten Artikel stört ein wenig das meinerseits als recht penetrant empfundene Herumhacken auf Arbeitsweisen anderer. Ich persönlich kann auf Lebensdaten von am Rande in Erscheinung tretenden Personen gut verzichten, mich interessieren sie nicht sonderlich (in "seriösen Arbeiten" seien sie "unerläßlich", ist zu lesen, nun, unter dieser Voraussetzung lese und schreibe ich selber gerne 'unseriöse' ...), und der arme Erich Heinemann wird hier zu Unrecht nichtendenwollend gescholten. Und ob Karl May einen Tag früher oder einen später hier oder da war und über x oder doch erst über y gefahren ist, auch das finde ich persönlich eher zweitrangig, mich interessiert in Sachen Gartow viel mehr, WIE ES IHM GING, unserem Freund. Darüber kann man nun in der Tat nur spekulieren, ist klar. Und da verlasse ich mich halt nicht darauf, was z.B. ein Herr Ball oder ein Herr Hinnrichs mal aus seiner Sicht und Erinnerung dazu geäußert hat. Und um "Zorn" und "Groll" geht es übrigens nicht, wenn einer erkennen muß, daß sein Platz halt nicht unter den Menschen ist, daß sie ihm letztlich fremd bleiben, und er ihnen (von Zorn ist übrigens weder bei Roland Schmid noch bei Christian Heermann die Rede, auch nicht sinngemäß, auch wenn dies recht grob interpretierend unterstellt wird in Anmerkung 11 bzw. dem Satz auf den sie sich bezieht) ... Karl May hat sich offenbar nicht anmerken lassen und auch nicht deutlich dazu geäußert, wie es ihm mit diesem tragischen Mißdeutetwerden in Gartow ging, was das in ihm auslöste. Daraus zu schlußfolgern, er hätte es somit zweifelsfrei auf die leichte Schulter genommen, ist m.E. sehr leichtfertig ... "Glücklichste Zeit seines Lebens" ? Wohl kaum ... äußerlich vielleicht ... aber Geld & Gut sind bekanntlich nicht alles ... "Am Jenseits" nahte bereits. Auch innerlich. Stolte hat diesen voraus erspürten Umbruch in seinen Anmerkungen zu "Weihnacht" gut beschrieben.

(wird noch fortgesetzt)


Zuletzt geändert von rodger am 3.3.2011, 9:19, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Karl May Haus Information 24 / 25
BeitragVerfasst: 2.3.2011, 23:46 
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Besten Dank für diesen Kommentar, Rüdiger! Somit brauche ich mich über Klußmeiers Fußnote 41 (S. 36) nicht weiter zu äußern. :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Karl May Haus Information 24 / 25
BeitragVerfasst: 3.3.2011, 0:03 
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Es mag ja sein daß Klußmeiers These zum Reiseverlauf stichhaltiger ist als die anderer ... damit habe ich mich gedanklich ehrlich gesagt kaum befaßt ... aber dieses oberflächliche Abtun innerer Vorgänge, mit der unübersehbaren Haltung "So war's und nicht anders, das hätten wir jetzt geklärt" ist halt wirklich fatal ...

In Sachen "glücklichste Zeit seines Lebens", das dürfte um 1880 gewesen sein. Es geht halt nicht um Jahresverdienst in Zahlen und äußeren "Erfolg" ... da hat einer seinen Weg gefunden, und seine Form ... und schreibt in der Euphorie des [inneren] Aufbruchs ... "Durch die Wüste" ist beredtes Zeugnis: Ansteckende Lebensfreude, Saft & Kraft ... 1898 ? Recht leer und ausgebrannt ... "Außen hui, innen 'pfui'" könnte man es, sehr reduzierend, auf eine Art griffige Formel bringen ... das kann man mit Jux & Dollerei und Speis' und Trank bis in den frühen Morgen (gar nicht stille Tage in Gartow) mal übertünchen, aber das hilft nicht wirklich ... Es wurde wahrlich Zeit für Krise & "Am Jenseits" ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Karl May Haus Information 24 / 25
BeitragVerfasst: 3.3.2011, 9:50 
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In Sachen "konkreter" (s.o.) sind mir heute morgen die Verse

Doch weiter, weiter trachte nicht;
[...]
Der Weg zum rechten, wahren Schaun
Steigt nicht empor auf Prismenstrahlen.
Es ist da Andres aufzubaun
Als Logarithmen-Dezimalen.


wieder eingefallen ...

:D

(Wohin das übersteigerte Bedürfnis nach [gelegentlich: vermeintlichen ...] "Belegen" (sie sind schön und gut und recht, aber sie sind halt nicht alles ...) sowie deren Überschätzung manchmal führen kann, wurde seinerzeit in dem teilweise unsäglichen Buch „Karl May und Emma Pollmer“ deutlich, dort versuchte der Autor ein angebliches doch gar nicht so schlechtes Einvernehmen zwischen Karl May und seiner ersten Frau allen Ernstes u.a. durch Grußformeln in Korrespondenz zu "belegen" ...)

*

Protzerei & 'gutes Herz', Geltungsbedürfnis & Menschlichkeit ... Kein Wunder, daß die Gartower mit dieser ihnen nicht nachvollziehbaren Mixtur überfordert waren ... Angesichts provinzieller (das bezieht sich nicht etwa auf Orte und deren Größe, sondern ist davon ziemlich unabhängig eine Sache der Mentalität ...) Kleinkariertheit und geistiger Enge, völligen Unverständnisses, fatal gekrönt durch Mißtrauen und Arrestieren, dürfte Karl May in Gartow der Appetit auf weitere Dessauereien vergangen sein. Und das ist auch gut so.


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 Betreff des Beitrags: Re: Karl May Haus Information 24 / 25
BeitragVerfasst: 3.3.2011, 11:28 
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Zum Artikel "Bibliographisches (6): Deutsche Tageszeitung, Berlin 1910" ist anzumerken:
Der "pathetische Eingangssatz" der sympathischen Leserzuschrift bezieht sich eindeutig auf Verse Schillers ('Weil des Liedes Stimmen schweigen / Von dem überwundnen Mann, / So will ich für Hektor zeugen') und dürfte eher herb ironisch gebrochen, anders ausgedrückt mit einem unterlegten halben Augenzwinkern gemeint gewesen sein als pathetisch.


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 Betreff des Beitrags: Re: Karl May Haus Information 24 / 25
BeitragVerfasst: 3.3.2011, 22:27 
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Es ist immer unerfreulich, fühlt man sich verlasst, auf öffentliche Kritik zu reagieren, wenn sich der Bemängelnde nicht traut, seinen Namen zu nennen und sich hinter einer kindischen Karikatur versteckt. Vielleicht sollte man den Beitrag über Gartow doch einmal in Ruhe lesen: Der von mir untersuchte Jahrbuch-Beitrag von 1971 enthält nicht nur gravierende Fehler, die sich hätten vermeiden lassen, und zwar anhand der dem Autor einst vorgelegten Dokumente. Es sind Versäumnisse zu beklagen, die heute nicht mehr nachzuholen sind – 1971 hätte man vermutlich über die Wirtsleute bei denen May die arme Familie beschenkte auch deren Namen, vielleicht sogar Nachkommen erfahren können – und vielleicht mehr über die Schenkung. Und wenn Karl May einer jungen Frau in dem Roman „Am Jenseits“ ein mehrseitiges literarisches Denkmal setzt, so ist damit ohne Zweifel auch ein „Wie es ihm damals ging“ verbunden und so unwichtig wohl nicht, in welchem Alter die Dame war, die ihn beeindruckte, wie es auch durchaus bedeutsam ist, wie alt diejenigen waren, die damals „May-Fans“ waren und somit „wie es ihm damals ging“, diese jungen und/oder alten Menschen zu seinen Lesern zu zählen. Hainer Plaul und auch Klaus Hoffmann sind schon sehr früh allen auch noch so abwegig erscheinenden Spuren nachgegangen und konnten – und davon gibt es etliche Beispiele in den KMG Schriften –so manche „interessante“ literarische Deutung und Erläuterung ad absurdum führen, was den dabei ertappten ganz und gar nicht gefallen hat. Die Karl-May-Gesellschaft nennt sich wohl zu recht eine Literaturwissenschaftliche – da mag dem einen oder anderen oberflächlichen Betrachter manches „nebensächlich“ erscheinen – Fakten und Daten – und wie in diesem Fall, wo Karl May auf seinen literarischen Spuren wandelte (einschließlich seiner umwegigen Rückreise!) sind es nicht. Was Herr Wohlgschaft mit dem Hinweis auf die Anmerkung 41 (nicht Fußnote!) andeuten will, erschließt sich mir nicht – der definitiv falsche Reiseweg ist nun mal in die Historisch-Kritische Ausgabe der Werke Mays eingegangen. Des weiteren: Es gibt nicht einen einzigen stichhaltigen Beleg, kein einziges Wort, nicht einmal eine Andeutung dafür, dass „ihm alles verleidet“ war nach dem Erlebnis in Gartow – doch es gibt treffende Argumente, wie dargelegt, dass es viele andere Gründe dafür gab, weshalb Karl May das Theaterstück über den Alten Dessauer nicht hat schreiben können. Reine Hypothesen können manches überbrücken – doch man sollte nicht krampfhaft daran festhalten wenn Fakten dagegen sprechen. Übrigens: Ein „Nachgefragt“ Nr. 2 ist in Vorbereitung. Und was den von mir korrigierten und auch kritisierten Autor des Jahrbuchbeitrag von 1971 anbelangt, so möge man doch noch einmal die letzten sieben Zeilen der Seite 29 der Karl-May-Haus-Information Nr. 24 lesen. Gerhard Klußmeier

_________________
Gerhard Klußmeier


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 Betreff des Beitrags: Re: Karl May Haus Information 24 / 25
BeitragVerfasst: 4.3.2011, 0:22 
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Gerhard Klußmeier hat geschrieben:
sich der Bemängelnde nicht traut, seinen Namen zu nennen und sich hinter einer kindischen Karikatur versteckt.

Mein Name ist Rüdiger Wick, das ist weder ein Geheimnis noch sonderlich von Belang. In Sachen Karikatur bzw. Avatar: die Geschmäcker sind halt verschieden. Ich benutze dieses Bild aus gutem, hier & jetzt nicht näher zu erläuterndem Grund mit Vergnügen. Das entspricht meinem teilweise kindlichen Gemüt, dessen ich mich auch in fortschreitendem Alter weiterhin erfreue. Mit Verstecken hat es nichts zu tun, im Gegenteil.

:D

Zitat:
Vielleicht sollte man den Beitrag über Gartow doch einmal in Ruhe lesen

Das ist bereits mehrmals geschehen.

Zitat:
dem einen oder anderen oberflächlichen Betrachter

Jenun ... für den einen mag es in Sachen Zahlen, Namen usw. etwas oberflächlicher angehen, für den anderen vielleicht in Sachen Feinempfinden. Die Schwerpunkte liegen halt individuell verschieden.

Zitat:
Reine Hypothesen können manches überbrücken – doch man sollte nicht krampfhaft daran festhalten wenn Fakten dagegen sprechen.

Es sprechen keinerlei Fakten gegen die Vermutung, daß Gartow für Karl May ein traumatisches oder zumindest sehr enttäuschendes, deprimierendes Erlebnis gewesen sein dürfte.

Zitat:
Und was den von mir korrigierten und auch kritisierten Autor des Jahrbuchbeitrag von 1971 anbelangt, so möge man doch noch einmal die letzten sieben Zeilen der Seite 29 der Karl-May-Haus-Information Nr. 24 lesen.

Die wurden ebensowenig übersehen wie das vorherige nichtendenwollende Wiederholen von Vorwürfen.

Ich fand Ihren Beitrag, wie bereits mitgeteilt, durchaus interessant und lesenswert (ich beschäftige mich lieber einen Abend mit Karl May in Gartow als z.B. mit Freilichtbühnen oder sonstigem Firlefanz), auch wenn ich inhaltlich, was einige Ansichten betrifft, halt teilweise völlig anderer Meinung bin. Und ich denke halt, daß jeder das Recht hat, einen Artikel so zu schreiben, wie er es für richtig hält, ob er nun Klußmeier, Heinemann oder sonstwie heißt. Da hat keiner dem anderen m.E. grundsätzlich etwas vorschreiben zu wollen.


Zuletzt geändert von rodger am 4.3.2011, 0:41, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Karl May Haus Information 24 / 25
BeitragVerfasst: 4.3.2011, 0:40 
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Manche werden wohl nie den Unterschied zwischen kindlich und kindisch begreifen. Jene sind unter letzterem zu suchen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Karl May Haus Information 24 / 25
BeitragVerfasst: 4.3.2011, 0:51 
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Muß ich mir jetzt auch bestellen (aber muß etwas warten da ich Ende des Monats definitiv umziehe, sonst überschneidet es sich). Über Gartow habe ich mal was um zwei Ecken läuten gehört daß es sich um ein wichtiges Ereignis im Leben von Karl May handelt, aber was genau war mir bisher nicht bewußt. Und außerdem hätte ich es jetzt nicht um 1898 eingeordnet, eher viel früher. Einfach intuitiv. Aber da sind wir Männer halt Anfänger drin. Wir könnens besser mit Zahlen, Daten, Fakten, nicht wahr Rüdiger :wink: :mrgreen: .


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 Betreff des Beitrags: Re: Karl May Haus Information 24 / 25
BeitragVerfasst: 4.3.2011, 7:53 
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Über das Erlebnis in Gartow schrieb ich bislang in diesem Forum in früheren Beiträgen unter anderem:

Zitat:
Du meinst es gut und kriegst ordentlich einen übergebraten, weil die Menschen es halt nicht verstehen, nicht damit zurechtkommen ... Siehe auch „Das Evangelium nach Markus“ von Jorge Luis Borges, da kommt auch so ein Mechanismus dieser Art auf erschreckende Weise zum Tragen ...


Zitat:
Es ist um Welt und Menschen so bestellt, daß man auch, wenn man gut drauf ist und Geld verschenkt, deswegen arretiert werden kann.


Zitat:
dass May Fehsenfeld mitteilt, er sei in Gartow als französischer Spion arretiert worden, muß nicht unbedingt ein „phantastischer Einfall“ sein, wir wissen ja, dass May in Gartow tatsächlich arretiert wurde. Offenbar misstraute man ihm aufgrund seines lockeren Umgangs mit Geld und seiner Freigiebigkeit. Ob man ihn dabei nun für einen Kriminellen oder z.B. für einen Spion hielt, wissen wir nicht. Von der Logik her wäre die Sache mit dem Spion gar nicht so abwegig, wenn wir uns in die Köpfe der Gartower Beamten hineinversetzen. Daß einer Geld einfach so verteilt, weil er „gut drauf“ ist und ein gutes Herz hat, das geht in ihre Schädel nicht hinein, da muß er ein Betrüger sein, oder vielleicht ein Spion, der sich auf diese Weise Auskünfte erschleichen will. Das Wort Spion mag während der Vernehmungen als eine von mehreren Gedankenspielereien durchaus gefallen sein.


Zitat:
Gartow ist auch in anderer Hinsicht interessant, als Beispiel für ganz unterschiedliche Wahrnehmungen. Die einen sehen eine lustige Geschichte in der Angelegenheit, die anderen ein Trauma. Oder die einen mehr dieses, die anderen mehr jenes. Wer hat nun Recht ? Wie immer, wenn man so will: alle. Jeder auf seine Weise. Das Prisma ist beliebig drehbar und der wundersame Flicken- oder auch Zauberteppich unendlich variabel betrachtbar.


Zitat:
Die Wahrnehmungen sind halt verschieden. In Sachen Gartow z.B. auch, für mich (bzw.: für Karl May …) eine existentielle traumatische Erfahrung, für andere eine nette kleine lustige Geschichte …


Zitat:
Das Hotel Krug (Hauptstr. 15) gibt es nicht mehr. Da gibt es heute einen Bioladen. Ein Holzschild, das an den Aufenthalt Karl Mays erinnert, hängt noch im Eingang.

Auch das „Deutsche Haus“ (Hauptstr. 23) gibt es nicht mehr. Es gab dort wohl noch lange Zeit ein Lokal, jetzt stehen die Räumlichkeiten leer. Kein Hinweis auf Karl May. Als ich durchs Fenster in den leeren, noch als ehemals gastronomisch genutzt erkennbaren Raum schaute, sah ich einen kleinen, beschwingt gestikulierenden Mann im Raum stehen und schwadronieren. Aber nur vor meinem geistigen Auge.

In Kapern, wo unser ebenso gutherziger wie geltungsbedürftiger vermeintlicher Doktor ein armes Kind samt Vater ausgiebig beschenkte, erinnert eine an dem betreffenden Haus (dort auch „Zimmer frei“) angebrachte Tafel an den wohltätigen „Dr. Karl May“. Die Fahrt über Kapern nach Schnackenburg geht heute mit dem Auto etwas schneller als seinerzeit mit der Kutsch’. Schöne Gegend.

In Gartow bemerkte Karl May seinerzeit wohl (unter anderem) zweierlei: dass gesellig unter Mitmenschen sich befinden seine Bestimmung, oder auch sein Ding, letzten Endes wohl doch nicht so sehr war, und dass man heftig auf die Nase fallen kann, auch vor sich selbst, wenn man es übertreibt mit dem Auf-den-Putz-hauen und Show abziehen. Lehrreich.


Zitat:
Ich könnte mir vorstellen, daß das Gartow-Erlebnis eines der einschneidenden in Mays Leben war, eine Art Schock. Da geht einer in einem Gefühl von Lebensfreude mal aus sich heraus und mag andere an seinem Wohlgefühl teilhaben lassen, auf seine, etwas unbeholfene Weise freilich, und kriegt prompt wieder den allzu bekannten Ärger und dieses allzu bekannte Gefühl, etwas falschgemacht, etwas ausgefressen zu haben. Das Thema verfolgt ihn doch seit seiner Kindheit. Dann löst sich das Bedrohliche, Befremdliche der Situation zwar auf, aber die Freude ist hin, und das Gefühl der zwischenzeitlichen, zumindest teilweisen Verbundenheit mit den Leuten auch. Und das ist sein Thema, sein Schicksal. Allein, getrennt zu sein. Auch auf dem Marktplatz oder in Kairo. Er ist aus seinem inneren Gefängnis nie herausgekommen. Und hatte Fluch und Segen, Hölle und Himmel damit.


Zitat:
Dabei hat ein ganz großes Herz, beantwortet liebevoll Leserzuschriften, kann, gleichwohl, natürlich, auch kalt und grausam sein; die Geschichte aus Gartow spricht doch Bände, da verteilt er Geld und hat Freude daran, und die erbärmliche Welt kann nicht nachvollziehen, daß es so etwas gibt, und so hält man ihn fest, bis die Identität geklärt ist, und dann verläßt er ganz schnell den Ort, einmal mehr bitter enttäuscht, und denkt bei sich, es bringt doch nichts, sich mit den Menschen einzulassen, ich lasse es sein. Und fragt zu den Sternen wohlauf in stiller Nacht.


Was in alledem fehlt, sind Namen und Zahlen … (und Belege ...) Vielleicht schreibe ich noch einmal einen größeren, zusammenhängenden Text über Gartow. Auch dort würden sie fehlen … Das mag halt jeder halten und finden wie er will.


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 Betreff des Beitrags: Re: Karl May Haus Information 24 / 25
BeitragVerfasst: 4.3.2011, 8:08 
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Die Sache mit den unterschiedlichen Arbeits- oder Umgehensweisen, Mentalitäten, Gepflogenheiten, oder hemdsärmelig ausgedrückt dem unterschiedlichen Ticken von Köpfen wird auch in Helmut Lieblangs Artikel im Jahrbuch der KMG von 2010 thematisiert (u.a. S. 117 / 128). Dazu schrieb ich einmal folgendes:

Zitat:
Auch Helmut Lieblang kommt uns noch einmal mit allerhand aus der unmaßgeblichen Sicht Schreibers dieses bei der Beschäftigung mit May eher Überflüssigem, weitgehend zu Überblätterndem, immerhin zeigt er am Ende seines Artikels, dass er Mays Haltung offenbar verstehen könnte, wenn er denn wollte bzw. das seiner Mentalität etwas näher wäre als es offenbar ist (die Stelle mit der „unaufgeklärten Geistesströmung, die, wie es scheint, auch heute noch nicht ausgetrocknet ist“ [auf S. 113] lässt das erkennen). Meinetwegen Rio de Janeiro, genau so ist es, dem ist nichts hinzuzufügen. Unmittelbar darüber steht ja warum.


(nur verständlich bei Kenntnis des entsprechenden Artikels bzw. einem Blick auf S. 117 und 128). (Aber sehr wesentlich.) - Ich überlege mir gerade, "Meinetwegen Rio de Janeiro" zukünftig als Signatur zu benutzen ...)

8)

:!:


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 Betreff des Beitrags: Re: Karl May Haus Information 24 / 25
BeitragVerfasst: 4.3.2011, 9:18 
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Eine Art Gartow-Erlebnis wird auch in Winnetou II beschrieben (bevor er da war ... die Dinge sind halt sozusagen schon vorhanden, sie brauchen nur noch erlebt zu werden ... (oder auch nicht ...))

Zitat:
Er schoß nach mir. Die Entrüstung hielt mich an der Stelle fest, wo ich stand; ich machte keine Bewegung, der Kugel zu entgehen, und das war gut, denn er hatte schlecht gezielt; ich wurde nicht getroffen. Meine Finger zuckten, ihm eine sichere Kugel als Antwort zu geben; ich tat dies aber natürlich nicht, drehte mich um und stieg langsam wieder empor, ohne mich ein einziges Mal nach dem Manne umzusehen. Oben angekommen, setzte ich mich auf das Pferd und ritt fort. Wenn man, anstatt als Lebensretter Dank zu erhalten, eines Verbrechens beschuldigt wird, so schüttelt man den Staub von den Füßen.


Man mag nun einwenden, er habe doch nachträglich freundliche Worte an Krug geschrieben. Ja, hat er. Aber das 'belegt' m.E. nichts (auch wenn es mich seinerzeit, das sei 'eingestanden', durchaus überrascht hat). Man muß ja nicht zeigen, was man wirklich empfindet ... Wer weiß wie es innen aussah ... Zu diesem Gedanken fiel mir heute morgen eine hier schon des öfteren zitierte Stelle bei Ernest Hemingway wieder ein, ich beschränke mich heute mal auf deren Schluß: "Es hatte keinen Sinn. Er konnte es ihr nicht erklären; er konnte es ihr nicht klarmachen. Es war dumm, daß er es gesagt hatte. Es hatte ihr nur weh getan." Vielleicht hätte May, wenn er [in hier eher unangemessener Weise] offen und ehrlich gewesen wäre, so etwas wie "Ich bin froh daß ich Ihre dummen Gesichter nicht mehr sehen muß" geschrieben ...

8)


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 Betreff des Beitrags: Re: Karl May Haus Information 24 / 25
BeitragVerfasst: 7.3.2011, 17:29 
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Die Sache mit Gartow bzw. die unterschiedlichen Sichtweisen dazu scheint außer mir ja niemand interessant zu finden ...

Egal, schreib’ ich halt noch’n bißchen ...

:D

„Wenn dich die Welt aus ihren Toren stößt / So gehe ruhig fort, und laß das Klagen / Sie hat durch die Verstoßung dich erlöst / Und ihre Schuld an dir nun selbst zu tragen.“

Auch diese Zeilen passen zum Gartow-Erlebnis ... Wohlgemerkt, gehe ruhig fort, und laß das Klagen. Oder wie es bei Nietzsche heißt „Wo man nicht mehr lieben kann, da soll man vorübergehen“.

Winnetou II, Hemingway, Nietzsche, Borges, Kafka, Bibel ([fast] alle wurden schon erwähnt in diesem Zusammenhang) oder was weiß ich noch, solche gedanklichen Querverbindungen sind es, die die Beschäftigung mit Literatur, mit Leben und Werk Karl Mays interessant machen, 'Wo ein Tritt tausend Fäden regt, / Die Schifflein herüber hinüber schiessen, / Die Fäden ungesehen fliessen, / Ein Schlag tausend Verbindungen schlägt', Archetypisches, Allgemeingültiges ... und nicht wie die Hanselinnen und Hanseln im einzelnen hießen, mit denen einer sich in Gartow und anderswo herumschlagen mußte, und von wann bis wann sie gelebt haben ... sie leben eh noch heute, wenn sie nicht gestorben sind ... (ich finde halt den WALD interessanter als die einzelnen Bäume ...) (Das Karl May –Problem ist das Menschheitsproblem. Diesen Satz muß man halt richtig verstehen.) (Und Gartow war halt für mein Empfinden eine der bemerkenswerteren Stationen auf Karl Mays persönlichem Kreuzweg.)

An der Querverbindung zwischen dem offenbar in Gartow entstandenen Gedicht und der Passage in „Am Jenseits“ interessiert mich ausschließlich die Querverbindung als solche (die übrigens bestehen kann auch ohne daß May sich zu „Am Jenseits“-Zeiten das Gedicht in Erinnerung gerufen haben muß, Wahrheiten bleiben die gleichen, ob als Gedicht, ob als Prosa, ob zuvor schon geäußert oder nicht ...); wie die gute Frau nun hieß, die da eine Rolle gespielt haben soll, wer sie war und was sie gemacht hat, das habe ich bereits heute wieder vergessen, obwohl ich es vor wenigen Tagen mehrmals gelesen habe ... Wesentliches hingegen merke ich mir, auch in größerem Umfang, über Jahrzehnte ...

Die Beschenkten [in Gartow], die Honoratioren, die Gönner, die Bekannten, die Wirte, die Kellner, die übrigen, wer auch immer, sie interessieren mich nicht ... die – exemplarische - Geschichte interessiert mich, sonst nichts ...

Nur mal als Gegenpol zu einigen vorgetragenen Postulaten. Ich behaupte ja nicht daß man es so sehen muß wie ich es sehe. Aber andere behaupten das halt von ihren Ansichten ...

(Falls jetzt wieder mal der Eindruck entsteht ich würde mich aufregen o.ä.: Keineswegs. Ich teile halt, recht entspannt, Gedanken mit, die mir so durch den Kopf gehen ...)

*

Und noch einen gedanklichen Schritt weiter: es mag ja sein (theoretisch; ich glaub's nicht ...), daß ich mich irre, und Karl May die Angelegenheit tatsächlich mehr oder weniger auf die leichte Schulter genommen hat ... möglich ... dann war er halt sozusagen schon einen Schritt weiter: die Tragik der Situation sehen („Wenn wir imstande sind, uns so mißzuverstehen, warum haben wir dann das Wort Liebe überhaupt erfunden“; Edward Albee), sich ihr voll bewußt sein, aber die Dinge wertungsfrei annehmen, wie sie halt sind ... „Einmal würde ich das Lachen lernen“ schrieb Hesse ... Aber daß er ohne besagtes Bewußtsein der Sache einfach keine größere Bedeutung zugemessen hätte, hieße ihn wahrlich oberflächlicher einschätzen als er war ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Karl May Haus Information 24 / 25
BeitragVerfasst: 7.3.2011, 21:50 
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rodger hat geschrieben:
Die Sache mit Gartow bzw. die unterschiedlichen Sichtweisen dazu scheint außer mir ja niemand interessant zu finden ...


Interessant ist das Thema auf alle Fälle, in meinen Augen.
Für mich persönlich muss ich allerdings gestehen, dass ich die Sache mit Gartow bisher zwar in biografischen Schriften und ähnlichem zur Kenntnis genommen aber mich da nicht weiter damit beschäftigt hatte.
Der umfangreiche Artikel von Gerhard Klußmeier könnte / sollte da Anlass genug sein, sich auch mit diesem Thema mal näher zu befassen. Einschließlich der ebenso interessanten Ausführungen von dir, Rüdiger, zu diesem Thema. Sozusagen als Ergänzung zu Gerhards Ausarbeitung.

Wie Du siehst, es gibt Interesse auch von anderen. :wink: Nur mangelt es, jedenfalls bei mir im konkreten, an der Sachkenntnis, die eine tiefgehende Beteiligung an einer vielleicht noch entstehenden Diskussion zum Thema derzeit nicht sinnvoll erscheinen lassen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Karl May Haus Information 24 / 25
BeitragVerfasst: 8.3.2011, 11:40 
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Das Thema Karl May in Gartow beschäftigt mich seit vielen Jahren, wobei im Laufe der Zeit variierende Sichtweisen zu früher einseitigerer Betrachtung hinzugekommen sind ...

Früher neigte ich dazu, den traurigen Helden von Gartow ausschließlich sozusagen als „armes Opfer“ zu sehen ...

Mittlerweile sehe ich, daß in Sachen Geldverteilen gutes Herz und Menschlichkeit eine Sache, die eine Seite der Medaille sind, Protzerei und Geltungbedürfnis die andere ...

Und auch die Reaktion des Außen, der Anderen kann man durchaus aus verschiedenen Blickwinkeln sehen, das eine wäre Unverständnis, Undankbarkeit, Ablehnung, Willkür, das andere: eine Art Gespür dafür, daß da einer auf seinem ganz speziellen Ego-Trip ist und sich dadurch in der Tat verdächtig macht, suspekt erscheint ... Oder, noch anders: man lasse die Leut’ ihren provinziellen Schlaf schlafen und schrecke sie nicht auf, sie wollen das gar nicht ... (im Osterwald (diese Region wurde frei erfunden. Meine Geschichten sind zeitlos sowie geographisch nicht zuordbar :D ) wurde mal nach hundert Jahren eine Quelle zum dürftigen Sprudeln gebracht. Da hat einer, den das wenn man so will gar nichts anging, sich sozusagen Arme und Beine ausgerissen um Fernsehteams und Reporter dahinzuschicken. Gedankt hat’s ihm keiner, im Gegenteil, er wurde angeprangert ... So ist das. Siehe oben. Es gibt halt gewisse Unverträglichkeiten. Man lasse sich ggf. gegenseitig in Ruhe.)

(New Venango: vom „Staub von den Füßen schütteln“ zu schreiben ist das eine, sich vielleicht mal fragen daß es den anderen suspekt erschienen sein mag, daß der einsame Retter in seiner Güte sich [in der Urfassung] nur um Ellen, genauer hingesehen: das Objekt der Begierde zu kümmern geruhte und um sonst niemand [oder anders ausgedrückt in Sachen Mitmenschen recht selektive Wahrnehmung & Anteilnahme zeigte ...], wäre das andere ...)

„Ich kann zwar großzügig Trinkgelder verteilen und in Gartow und anderswo kleine Mädchen und arme Leut’ mit Essbarem versorgen, aber so im alltäglichen Miteinander da hapert’s manchmal schon beträchtlich. Ich sehe das, werte es aber nicht. So bin ich halt.“ Diese Worte in Sachen Sozialverhalten habe ich unserem Freund May seinerzeit mal in launiger Weise in den Mund gelegt ...

Ob nun so oder so (oder alles zusammen, von jedem etwas ...), die Betrachtungsweise aber, man habe über das unterelbisch verunfallte Aneinandervorbeiempfinden sozusagen herzlich gelacht und sonst nichts, ist wohl eher Hinnrichsscher unter den Teppich kehrender, vielleicht sozusagen unschuldig dumpfbirniger Biedermännerei zuzuschreiben als sonderlich ernstzunehmen ...

*

Ergänzen (
Zitat:
Ergänzung
)ist übrigens ein gutes Stichwort. Ja schade, was könnten die Leut’ sich ergänzen ... stattdessen feinden sie sich an bzw. hauen sich gegenseitig in die Pfanne. Da könnense hingucken wo se wollen. (Das war ein Hüsch-Zitat und daher Mundart ...)

Wäre z.B. gesagt worden, der neue Artikel ergänze den Heinemannschen alten, hätte vermutlich kein Mensch etwas dagegen gehabt. Daß es im redaktionellen Vorwort heißt nun werde „erstmals genau“ über die Angelegenheit berichtet und im Artikel dann auf vermeintlichen früheren Versäumnissen nichtendenwollend herumgeritten wird fordert Widerspruch geradezu heraus und ist halt auch durchaus unangemessen ... Gegen den Heinemannschen Artikel spricht nun mal [m.E.] rein gar nichts. Worüber einer berichtet, was er bringt und was er wegläßt, das soll bitt’schön jeder selbst entscheiden.

Fakten, Namen, Zahlen usw. mögen schön & recht sein, das ist sozusagen Ansichtssache, sie allein sind mir persönlich halt entschieden zu wenig ... ich persönlich neige zum entgegengesetzten Extrem: wenn ich einen längeren Text über Gartow schriebe, würden all diese Dinge völlig fehlen, stattdessen würden ggf. frei erfundene Personen auftauchen ... wenn ich mit ihrer Hilfe Dinge besser herüberbringen kann als mit real existiert habenden, dann bediene ich mich ihrer ... nach gutem Brauch und alter Sitt’ übrigens, ich wäre wahrlich nicht der erste ... (das ist übrigens auch so eine Sache: bei anderen Autoren ist es gang und gäbe, daß der interpretatorische und gestalterische Freiraum in Sachen Leben und Werk weit gespannt ist, bei Karl Mays posthumen Betreuern und Verwaltern hingegen hat man in der Hinsicht gelegentlich den Eindruck, einer Art Schrebergartenverordnung Genüge tun zu sollen ...)

„Weltanschauliche Schwadronage“, um diese süffisant herabsetzend gemeinte Formulierung aus dem letzten Jahrbuch gern noch einmal [gleichsam 'adelnderweise' gemeint] aufzugreifen, und [dürre] „Fakten“ mögen sich ergänzen. In diesem Sinne Glückauf.

(Es klappt doch nicht, nie, aber als theoretische Möglichkeit kann man’s ja mal ansprechen, erwähnen ...) :D


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