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 Betreff des Beitrags: Karl May und die Eisenbahn
BeitragVerfasst: 26.5.2010, 8:10 
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Markus hat geschrieben:
Zähl mal lieber auf in wieviel Werke Karl Mays die Eisenbahn drin vorkommt. Mir fällt da z.B. die Winnetou-Trilogie, "Waldröschen", "Der verlorene Sohn" [...] ein. Kennst du noch mehr...?

Der Weg zum Glück, Auf der See gefangen, Deutsche Herzen, Winnetou IV, Der schwarze Mustang, Der Schatz im Silbersee, Die Liebe des Ulanen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit in der Reihenfolge des Im-Hirn-Kramens bzw. dort Auffindens.

Das Thema hat ihn sicher fasziniert. Erste Begegnung mit modernen Zeiten, "Fortschritt", neuen Möglichkeiten, "großer weiter Welt" usw.


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 Betreff des Beitrags: Re: Karl May und die Eisenbahn
BeitragVerfasst: 26.5.2010, 8:39 
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... und "Am stillen Ocean", da spielt in "Der Brodnik" eine Szene am Bahnhof. Thomas Schwettmann hat seinerzeit darauf hingewiesen (hier im Forum), daß es sich um Bottrop handeln könnte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Karl May und die Eisenbahn
BeitragVerfasst: 26.5.2010, 11:42 
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Schade daß es mit den "Quitzows" keiner gemerkt hat, ich hätte dann nämlich nen Gag parat gehabt, aber daraus wird jetzt nichts mehr :wink: :P :mrgreen: .

*

Interessant auch zu beobachten wie sich das Thema Eisenbahn innerhalb der Winnetou-Trilogie entwickelt. In "Winnetou I" wird die Strecke erst noch vermessen, alles ist noch wild, die Zivilisation tastet sich erst noch ran. In "Winnetou II" fährt sie nun, wird aber noch bekämpft. In "Winnetou III" hat sie anscheinend gesiegt, der Erzähler selbst fährt nun mit ihr wie ein Tourist durch die Gegend.

*

Schaut man zu den Bühnen nach Elspe oder Bad Segeberg, stellt man fest, daß es ohne die Eisenbahn gar nicht geht, ob nun die Eisenbahn in der Roman-vorlage vorkommt oder nicht (unabhängig davon daß die sich ohnehin kaum noch einen Kopf drum machen). Die Eisenbahn ist halt seit jeher beliebt bei alt und jung (Mein Sohn hat z.B. drei verschiedene Ausführungen davon. Eine aus Holz wo die Waggons mit der Lok magnetisch verbunden werden, eine kleine von Lego und eine von diesem Thomas und seine Freunde oder wie das heißt.).

*

Auch Jack London hatte das 'Eisenbahn-Motiv' in seinem Werk. Im "Seewolf" seinerzeit mit Harmstorf in den Kindheitserinnerungen ist davon die Rede daß die Eisenbahn eine große Faszination auf die Jungen ausübte und wie das Leben mit der Eisenbahn damals war. Diese Szenen stammen aber aus einer anderen Erzählung Londons.
Ist bekannt ob die Eisenbahn bei Mark Twain auch ein Thema war? Bei Tom Sawyer wohl nicht, zu seiner Zeit als er noch jung war, gabs sie noch nicht (zumindest nicht in seiner Heimat).

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 Betreff des Beitrags: Re: Karl May und die Eisenbahn
BeitragVerfasst: 26.5.2010, 11:57 
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markus hat geschrieben:
Interessant auch zu beobachten wie sich das Thema Eisenbahn innerhalb der Winnetou-Trilogie entwickelt. In "Winnetou I" wird die Strecke erst noch vermessen, alles ist noch wild, die Zivilisation tastet sich erst noch ran. In "Winnetou II" fährt sie nun, wird aber noch bekämpft. In "Winnetou III" hat sie anscheinend gesiegt, der Erzähler selbst fährt nun mit ihr wie ein Tourist durch die Gegend.

Hm ... Ich erinnere mich, daß Sandhofer zum allgemein als Schwäche empfundenen Überangebot der Eisenbahnen in der Trilogie seinerzeit schrieb, das habe vielleicht durchaus seinen Sinn, sei möglicherweise so beabsichtigt. Ich tat das seinerzeit so ab, hielt es für spitzfindig oder konstruiert ... Heute morgen schon mußte ich daran denken, und ob vielleicht doch etwas daran sein könnte ... und jetzt schreibst Du das ... Interessant. Yes. Well.

:shock:

markus hat geschrieben:
Schaut man zu den Bühnen nach Elspe oder Bad Segeberg, stellt man fest, daß es ohne die Eisenbahn gar nicht geht, ob nun die Eisenbahn in der Roman-vorlage vorkommt oder nicht

Dort habe ich das Gefühl (die nachfolgende Betrachtung bezieht sich zwar konkret auf Elspe 2003, aber es dürfte auch an anderen Orten und zu anderen Zeiten gelegentlich ähnlich sein ...), es ist einfach Selbstzweck, ob es nun paßt oder nicht. Spielzeugeisenhabn fährt rein, Ah, Oh, Applaus, Laber Laber Irgendwas, Spielzeugeisenbahn fährt raus, Ohh, Applaus. Und dann hockt man da und denkt und was sollte der Quatsch jetzt ...

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 Betreff des Beitrags: Re: Karl May und die Eisenbahn
BeitragVerfasst: 26.5.2010, 12:06 
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"Am Jenseits" hatte ich bei der Aufzählung heute morgen noch vergessen. Da wird über die Eisenbahn zumindest ausführlich gesprochen.

(Und sie kommen dort mal wieder vom Hölzken aufs Stöcksken:)

»Aber neben dem Weibe eines andern zu sitzen, das ist doch wohl sehr streng verboten?«
»Nein.«
»Unmöglich! Sihdi, sag aufrichtig, ob du, nämlich du auch schon einmal im Katr (Bahnzug)neben einer Frau gesessen hast, welche in den Harem eines andern Mannes gehörte!«
»Schon oft! Ich bin nicht nur mit fremden Frauen, sondern sogar mit fremden Töchtern gefahren.«
»Und wie steht es mit deiner Emmeh, der jugendlich schönen Bewohnerin deines Frauenzeltes, hat die auch schon neben andern Männern sitzen müssen?«
»Ja.«
»So verderbe Allah eure Eisenbahnen bis in den allertiefsten Abgrund der Hölle hinab! Wenn nicht nur mein Weib, welches ich allein besitze, sondern auch alle meine Töchter, die ich glücklicherweise noch nicht habe, es sich gefallen lassen müssen, daß jeder fremde Stadtbewohner und jeder unbekannte Beduine sich im Katr an ihre Seite setzen darf, so mag ich von eurem Abendlande kein Wort weiter hören! Sihdi, du weißt, wie sehr ich dich liebe und wie hoch ich dich achte; aber nun ich weiß, daß du neben fremden Frauen und Töchtern gesessen hast, die nicht in deinem Zelte geboren worden sind, und daß du sogar auch deiner Emmeh erlaubst, mit Männern zu reisen, an welche sie kein Akd en Nikah (Ehekontrakt) bindet, nun wird es mir wohl nicht mehr leicht sein, dich als meinen besten Freund, den ich im Herzen trage, mit Anerkennung zu beehren! Die Schienen eurer Eisenbahn haben sich zwischen mich und dich gelegt, und unsere Herzen sind einander so entfremdet worden, daß sie durch keinen Wabur (Lokomotive) wieder verbunden werden können.«


Zuletzt geändert von rodger am 26.5.2010, 12:12, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Karl May und die Eisenbahn
BeitragVerfasst: 26.5.2010, 12:12 
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vergessen hast du ja den Band nicht wirklich, hast ja geschrieben, dass die Aufzählung nicht vollständig ist. Für die Vollständigkeit würde ja auch der Skipetaren-Band ( wenn ich mich recht erinnere) in die Liste gehören

Da fährt zwar noch keine, aber zumindest Dämme für die Eisenbahn werden gebaut


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 Betreff des Beitrags: Re: Karl May und die Eisenbahn
BeitragVerfasst: 26.5.2010, 12:15 
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Richtig.

'Vergessen' übrigens doch. Deshalb hatte ich ja geschrieben, die Aufzählung sei möglicherweise nicht vollständig, da ich es für durchaus nicht unwahrscheinlich hielt, etwas vergessen zu haben ... :wink:

Ich vermute mal wir finden noch Dutzende Beispiele, wenn wir uns ein bißchen anstrengen ...

:wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Karl May und die Eisenbahn
BeitragVerfasst: 26.5.2010, 12:17 
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rodger hat geschrieben:
markus hat geschrieben:
Interessant auch zu beobachten wie sich das Thema Eisenbahn innerhalb der Winnetou-Trilogie entwickelt. In "Winnetou I" wird die Strecke erst noch vermessen, alles ist noch wild, die Zivilisation tastet sich erst noch ran. In "Winnetou II" fährt sie nun, wird aber noch bekämpft. In "Winnetou III" hat sie anscheinend gesiegt, der Erzähler selbst fährt nun mit ihr wie ein Tourist durch die Gegend.

Hm ... Ich erinnere mich, daß Sandhofer zum allgemein als Schwäche empfundenen Überangebot der Eisenbahnen in der Trilogie seinerzeit schrieb, das habe vielleicht durchaus seinen Sinn, sei möglicherweise so beabsichtigt. Ich tat das seinerzeit so ab, hielt es für spitzfindig oder konstruiert ... Heute morgen schon mußte ich daran denken, und ob vielleicht doch etwas daran sein könnte ... und jetzt schreibst Du das ... Interessant. Yes. Well.

:shock:

Neben Santer wirkt doch grad die Eisenbahn wie ein roter Faden durch die Trilogie. Dessen wurde sie ja durch den KMV beraubt (in Band 2). Und ich glaube schon daß May es so beabsichtigt hatte, ist doch der Aufstieg der Eisenbahn schön auf alle drei Bände aufgeteilt (nicht zu verwechseln mit "schön übersichtlich"). Beginn, Durchsetzung, Sieg der Zivilisation, so könnte man die einzelnen Bände auch mit Untertiteln versehen (oder ähnlich). Ist die Trilogie also doch mehr eine Einheit die zusammen gehört, als die meisten von uns bisher dachten (ist doch nur Band 1 extra für die Trilogie geschrieben worden).

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 Betreff des Beitrags: Re: Karl May und die Eisenbahn
BeitragVerfasst: 26.5.2010, 12:21 
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markus hat geschrieben:
ist doch der Aufstieg der Eisenbahn schön auf alle drei Bände aufgeteilt (nicht zu verwechseln mit "schön übersichtlich"). Beginn, Durchsetzung, Sieg der Zivilisation, so könnte man die einzelnen Bände auch mit Untertiteln versehen (oder ähnlich). Ist die Trilogie also doch mehr eine Einheit die zusammen gehört, als die meisten von uns bisher dachten (ist doch nur Band 1 extra für die Trilogie geschrieben worden).



interessanter Aspekt, den ich so noch gar nicht gesehen habe ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Karl May und die Eisenbahn
BeitragVerfasst: 26.5.2010, 12:23 
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Da gibts doch noch diese Bagdad-bahn in "Von Bagdad nach Stambul". Aber ist die zu vergleichen mit einer Eisenbahn?


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 Betreff des Beitrags: Re: Karl May und die Eisenbahn
BeitragVerfasst: 26.5.2010, 12:29 
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Durchaus, aber meines Wissens kommt die nicht in "Von Bagdad nach Stambul" vor ...

:roll:

(In Sachen Bagdadbahn u.dgl. haben wir ja hier einen Spezialisten. Vielleicht sogar zwei, ich hab' irgendwie das dumpfe Gefühl, der Herr Zwockel könnte da auch Bescheid wissen)


Zuletzt geändert von rodger am 26.5.2010, 13:08, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Karl May und die Eisenbahn
BeitragVerfasst: 26.5.2010, 12:31 
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rodger hat geschrieben:
markus hat geschrieben:
Schaut man zu den Bühnen nach Elspe oder Bad Segeberg, stellt man fest, daß es ohne die Eisenbahn gar nicht geht, ob nun die Eisenbahn in der Roman-vorlage vorkommt oder nicht

Dort habe ich das Gefühl (die nachfolgende Betrachtung bezieht sich zwar konkret auf Elspe 2003, aber es dürfte auch an anderen Orten und zu anderen Zeiten gelegentlich ähnlich sein ...), es ist einfach Selbstzweck, ob es nun paßt oder nicht. Spielzeugeisenhabn fährt rein, Ah, Oh, Applaus, Laber Laber Irgendwas, Spielzeugeisenbahn fährt raus, Ohh, Applaus. Und dann hockt man da und denkt und was sollte der Quatsch jetzt ...

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Richtig, es ist Selbstzweck. Obwohl ich gar nicht mal glaube daß die das wegen Karl May so machen, sondern weil Eisenbahn und Lokomotiven immer "ziehen" und man damit etwas Feuerwerkskörper sparen kann, weil so eine Lok ohnehin schon für Aufsehen sorgt.

Aber die Lok in Elspe kann man trotzdem nicht mit der in Segeberg vergleichen. In Elspe das ist ne "richtige" Lok, während die in Segeberg wirklich nur so groß ist wie die, die man vor Supermärkten sieht, wo man Geld reinwerfen muß und dann kann Sohnemann ne knappe Minute drin hin und her schaukeln.

:mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: Karl May und die Eisenbahn
BeitragVerfasst: 26.5.2010, 12:34 
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Ich meine mich zu erinnern, daß Kara und Lindsay mit dieser Bahn nach Bagdad fuhren, um sich beim Barbier die Haare abzurasieren (wo beide einen Lachkrampf bekamen :mrgreen: ). Welcher Band wars? Jedenfalls Orientzyklus (der mit dem Anhang :wink: :mrgreen: ).


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 Betreff des Beitrags: Re: Karl May und die Eisenbahn
BeitragVerfasst: 26.5.2010, 12:35 
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zur "Lok in Elspe":
da lob ich mir die Rathener Inszenierungen. Die bringen nicht auf Krampf Dinge rein, die nicht reingehören. Und es gefällt trotzdem


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 Betreff des Beitrags: Re: Karl May und die Eisenbahn
BeitragVerfasst: 26.5.2010, 12:39 
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Die (Lok in Elspe) muß halt gefahren werden, sonst rostet sie :mrgreen: . Also sowas wie die "Quitzows" dürften die nie ins Programm nehmen, dann hätten die ein Problem :mrgreen: .

Aber nach Rathen muß ich auch eines Tages mal hinkommen... :wink:


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