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 Betreff des Beitrags: Konnte May schwimmen?
BeitragVerfasst: 25.6.2010, 12:07 
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Eine der abenteuerlichsten und beklemmendsten Schilderungen im Wasser ist für mich der Kampf mit dem Eisensieb von Abrahim Mamur... und fast genausoviel Eindruck hinterließ die Befereiung Old Surehands mit den Schilfinseln... Aber jetzt stoße ich beim Zweikampf mit Winnetous Vater auf den seltsamen Satz:
Karl May hat geschrieben:
Ich glitt wieder in das Wasser, legte mich auf den Rücken, so daß nur die Nase und der Mund aus dem Wasser ragten, half durch leise, abwärts gerichtete Handschläge nach und ließ mich langsam forttreiben.
(Karl Mays Werke: Winnetou I. Karl Mays Werke, S. 50737 (vgl. KMW-IV.12, S. 312))

Wieviel wog der Mann? Oder konnte er hatte er einfach vom Schwimmen überhaupt keine Ahnung? ;)

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"So scheint mein Rohr besser zu sein als das Eurige, obgleich es viel kleiner ist."
[Der Schatz im Silbersee, 217.]

"Der Deutsche pflegt zwar albern, aber auch ehrlich zu sein."
[Der Sohn des Bärenjägers, 508.]


Zuletzt geändert von tragophil am 25.6.2010, 17:09, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Konnte May schwimen?
BeitragVerfasst: 25.6.2010, 13:10 
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tragophil hat geschrieben:
Eine der abenteuerlichsten und beklemmendsten Schilderungen im Wasser ist für mich der Kampf mit dem Eisensieb von Abrahim Mamur... und fast genausoviel Eindruck hinterließ die Befereiung Old Surehands mit den Schilfinseln... Aber jetzt stoße ich beim Zweikampf mit Winnetous Vater auf den seltsamen Satz:
Karl May hat geschrieben:
Ich glitt wieder in das Wasser, legte mich auf den Rücken, so daß nur die Nase und der Mund aus dem Wasser ragten, half durch leise, abwärts gerichtete Handschläge nach und ließ mich langsam forttreiben.
(Karl Mays Werke: Winnetou I. Karl Mays Werke, S. 50737 (vgl. KMW-IV.12, S. 312))

Wieviel wog der Mann? Oder konnte er hatte er einfach vom Schwimmen überhaupt keine Ahnung? ;)

Noch nie was vom toten Meer gehört? Vielleicht war der Rio Pecos ja früher sehr salzhaltig :wink: :lol: .

Aber wenn man ein bischen Ahnung vom Schwimmen hat, weiß man, daß selbst der schwerste mit ein bischen Übung sich eine Zeitlang auf dem Rücken liegend ohne Bewegungen, über Wasser halten kann. Man legt sich dazu auf den Rücken, breitet die Arme aus und pumpt die Lungen voll mit Luft, dazu leichte, kreisende Bewegungen mit den Unterarmen. Geübte schaffen das auch ohne die geringste Bewegung (ich bin in der Hinsicht total ungeübt, dagegen schafft es meine Frau ganz ohne Bewegung).

Aber das muß nicht heißen, daß Karl May auch schwimmen konnte. Wenn ich heutzutage sehe, wieviele Kinder nicht schwimmen können und wieviele Unfälle dabei passieren, kann ich mir gut vorstellen, daß Karl May nicht schwimmen konnte. Und es hat ihn in dem Falle auch sicher nicht bekümmert, denn das Schwimmen war damals noch nicht so eine große Freizeitbeschäftigung wie heute.

8)


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 Betreff des Beitrags: Re: Konnte May schwimen?
BeitragVerfasst: 25.6.2010, 13:22 
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Jajaaa...

Vom Toten Meer hab ich gehört und am Film-Silbersee hab ich schon persönlich gestanden. Der ist nämlich ein Kuriosum - und liegt mitten auf einer Insel, die dadurch zur Touristenverseuchtesten dre Kornati wurde - und hat darum ebenfalls einen höheren Salzgehalt... Insofern kenne ich den "Salz hält Dich oben"-Effekt.

Meine Frage zielte genau in die Gegenrichtung... Mach mir doch bitte mal vor, wie beim Rückenschwimmen NUR Nase und Mund aus dem Wasser hält. Da geh ich doch schon von slebe mit der Brust raus, selbst wenn die Beine unten bleiben... :D

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 Betreff des Beitrags: Re: Konnte May schwimen?
BeitragVerfasst: 25.6.2010, 13:28 
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Also die Sache mit rücklings auf dem Wasser liegen und ohne Bewegung einfach entspannt und bewußt atmen mache ich bei jedem Schwimmbadbesuch ... ich glaube nicht daß das allzuviel mit dem Gewicht zu tun hat. Mit Sportlichkeit auch nicht. Ein Sportlehrer meinte seinerzeit mehr origineller- als freundlicherweise, das was ich mache sei nicht Kraulen sondern Hundepaddeln, und das dürfte sich bis heute nicht wesentlich geändert haben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Konnte May schwimen?
BeitragVerfasst: 25.6.2010, 13:55 
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tragophil hat geschrieben:
Jajaaa...

Vom Toten Meer hab ich gehört und am Film-Silbersee hab ich schon persönlich gestanden. Der ist nämlich ein Kuriosum - und liegt mitten auf einer Insel, die dadurch zur Touristenverseuchtesten dre Kornati wurde - und hat darum ebenfalls einen höheren Salzgehalt... Insofern kenne ich den "Salz hält Dich oben"-Effekt.

Mit dem Unterschied, daß im Film-Silbersee nicht geschwommen wird und im Film-Rio-Pecos wird gepaddelt (oder gerudert?), statt geschwommen... :wink:

Zitat:
Meine Frage zielte genau in die Gegenrichtung... Mach mir doch bitte mal vor, wie beim Rückenschwimmen NUR Nase und Mund aus dem Wasser hält. Da geh ich doch schon von slebe mit der Brust raus, selbst wenn die Beine unten bleiben... :D

Meine Güte, man muß doch bei Karl May nicht immer alles sooo genau nehmen. Das hat mich beim lesen überhaupt nicht gestört, ich hab es nichtmal wahr genommen (bis jetzt). Aber jedem Menschen sind halt andere Sachen wichtig... :wink:

Apropos 'Kraulen'. Ich kanns bis heut nicht richtig, auch keinen Kopfsprung (ich kann auch nicht wie andere mich mit Fuß auf eine Pedale aufs Fahrrad schwingen, sondern setz mich erst auf den Sattel und fahre dann los), lediglich Brust- und Rückenschwimmen. Tauchen ist auch nicht so mein Ding. Überhaupt ist Wassersport wie Surfen oder Wellenreiten nicht so mein Ding. Trotzdem bin ich gerne im Wasser und laß mich eher treiben (vor allem im Meer), als daß ich ehrgeizig meine Bahnen in der Badeanstalt ziehe. Segeln wäre noch eine Option die ich gerne mal machen würde.

Zurück zu Karl May. Konnte er segeln? Man sieht ihn auf einem Foto während seiner USA-Reise mit seiner Frau und Bekannten in einem Boot sitzen. Das Boot befindet sich aber auf dem Trockenen in sicherer Entfernung vom Meer... :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Konnte May schwimen?
BeitragVerfasst: 25.6.2010, 14:02 
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markus hat geschrieben:
Zitat:
Meine Frage zielte genau in die Gegenrichtung... Mach mir doch bitte mal vor, wie beim Rückenschwimmen NUR Nase und Mund aus dem Wasser hält. Da geh ich doch schon von slebe mit der Brust raus, selbst wenn die Beine unten bleiben... :D

Meine Güte, man muß doch bei Karl May nicht immer alles sooo genau nehmen. Das hat mich beim lesen überhaupt nicht gestört, ich hab es nichtmal wahr genommen (bis jetzt).

Geht mir genauso. Und bei meinen meditativen Anwandlungen in der Badeanstalt habe ich auch noch nicht darauf geachtet, ob außer Mund und Nase sonst noch irgend etwas aus dem Wasser guckt ... ich werde vielleicht mal Zeugen befragen.

:D

Markus hat geschrieben:
Zurück zu Karl May. Konnte er segeln? Man sieht ihn auf einem Foto während seiner USA-Reise mit seiner Frau und Bekannten in einem Boot sitzen. Das Boot befindet sich aber auf dem Trockenen in sicherer Entfernung vom Meer... :wink:

Dazu gibt's eine nette Sache in einem der Fehsenfeld-Briefbände, Momenterl, das steht hier schon irgendwo ... (gefunden) Ups, das hast Du ja selber vorgetragen seinerzeit:

Markus hat geschrieben:
Das steht so am Ende vom zweiten Briefwechselband in den Erinnerungen von Paula Fehsenfeld, der Witwe von Friedrich Ernst Fehsenfeld. Laut der Witwe konnte der, der sich immer rühmte im wilden Westen alles zu können (Ob die Fehsenfelds Mays Shatterhand-Legende zu der Zeit für bare Münze hielten oder nur so taten, läßt sich wohl nicht mehr eindeutig feststellen), überhaupt nicht rudern. Als die Fehsenfelds und die Mays nämlich sich auf dem Titisee ein Ruderboot leihten, sollte selbstverständlich Karl May rudern, da er ja in Amerika das Kanu über Flüsse und Stromschnellen steuerte. Aber als ein Sturm aufzog, wars vorbei mit seinem Können, er war nicht in der Lage das Boot zu steuern. Fehsenfeld mußte die Ruder in die Hand nehmen um alle sicher ans Ufer zu bringen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Konnte May schwimen?
BeitragVerfasst: 25.6.2010, 14:14 
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markus hat geschrieben:
Mit dem Unterschied, daß im Film-Silbersee nicht geschwommen wird und im Film-Rio-Pecos wird gepaddelt (oder gerudert?), statt geschwommen... :wink:

Hihi... jetzt schwimmt man da... und wenn man die Eisbergregel anwendet kommt man da auf eine stattliche Gesamtmasse =)

Zitat:
Meine Güte, man muß doch bei Karl May nicht immer alles sooo genau nehmen. Das hat mich beim lesen überhaupt nicht gestört, ich hab es nichtmal wahr genommen (bis jetzt). Aber jedem Menschen sind halt andere Sachen wichtig... :wink:

Das ist für das Abenteuer selber auch nicht wichtig - und da hab ich auch dreidutzendmal drüber gelesen. Aber wenn man es als Spurensuche spielt, dann ists sogar angewandter Karl May... ;) Und ernsthaft: Mich interessierts eigentlich so sehr, weil mich der Mensch Karl May interessiert: Wie groß war die Distanz zwischen ihm und seinen Helden - konnte er buchstäblich gar nichts und baute sich deswegen ein Überich - oder nahm er auch teilweise vertrautes und baute es aus?

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 Betreff des Beitrags: Re: Konnte May schwimen?
BeitragVerfasst: 25.6.2010, 14:22 
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tragophil hat geschrieben:
weil mich der Mensch Karl May interessiert: Wie groß war die Distanz zwischen ihm und seinen Helden - konnte er buchstäblich gar nichts und baute sich deswegen ein Überich - oder nahm er auch teilweise vertrautes und baute es aus?


Das ist interessant ... er wußte was er konnte, und er wußte was er nicht konnte, und hatte weder mit dem einen noch dem anderen ein Problem. (Die Formulierung ging mir vorhin gerade in anderem Zusammenhang durch den Kopf, und schon besteht Gelegenheit, sie anzuwenden.)

Im Zusammenhang mit seinem Text "Der Scout" habe ich einmal Folgendes geschrieben:

Zitat:
„Der Scout“ (die Geschichte unter anderem um Old Death und William Ohlert, beide wieder Spiegelungen ihres Autors bzw. Verkörperungen von Anteilen von ihm) erschien im „Deutschen Hausschatz“ und bildete später, von Karl May selber überarbeitet, den ersten Teil des Bandes Winnetou II.

Der wesentlichste Unterschied zwischen dem „Scout“ und der in Winnetou II enthaltenen Fassung ist, dass der Ich-Erzähler im „Scout“ tatsächlich noch ein Greenhorn ist, während er in der späteren Buchausgabe nur vorgibt, eines zu sein.

Ein interessantes Thema. Die Dinge mischen sich. Wir wissen, dass es weder „Gut“ noch „Böse“ in Reinform gibt, ebenso wenig wie Schwarz oder Weiß, Groß oder Klein, Stark oder Schwach usw., in den Erscheinungen. In allem.

Und so ist auch der Ich-Erzähler weder ein Greenhorn noch ist er keines. Die Dinge mischen sich, es ist immer eine Art Flickenteppich. Im „Scout“ hatte er, noch, kein Problem damit ein Greenhorn zu sein (das ggf. seltsam wirkende Komma vor und hinter „noch“ will sagen dass sich „noch“ nicht direkt auf „kein Problem“ bezieht, sondern schwerpunktmäßig eher auf die Befindlichkeit des Autors zu „Scout“-Zeiten), in Winnetou II bzw. zu Zeiten dessen mochte er das nicht mehr (ein Greenhorn sein).

Ist er nun ein Westmann ? Nein. Ein Greenhorn ? Nein. Ein Westmann mit Greenhorn-Anteilen ? Schon eher. Ein Greenhorn mit Westmann-Anteilen ? Auch das. Mal überwiegt das eine, mal das andere. In Hermann Hesses „Die Morgenlandfahrt“ gibt es am Ende eine Doppelfigur zu sehen (zu lesen …), in der, optisch erkennbar, ein ständiges Fließen geschieht. Bei Hesse, vereinfachend, nur in eine Richtung. Im Leben in mehrere, in alle möglichen.

So ist das Leben, so ist Karl May. Und solche Dinge sind (unter anderem …), nach der unmaßgeblichen und völlig subjektiven Meinung des Schreibers dieser Zeilen, das Interessante an dessen Büchern (nicht die Abenteuergeschichten, die sind Beiwerk). Seit frühester Jugend nimmt der Rezensent in hohem Maße Anteil an Karl Mays Leben und Werk, als wäre es sein eigenes. Hans Wollschläger ging es ähnlich, er schrieb einmal fast wörtlich das Gleiche.


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 Betreff des Beitrags: Re: Konnte May schwimen?
BeitragVerfasst: 25.6.2010, 14:30 
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rodger hat geschrieben:
Markus hat geschrieben:
Das steht so am Ende vom zweiten Briefwechselband in den Erinnerungen von Paula Fehsenfeld, der Witwe von Friedrich Ernst Fehsenfeld. Laut der Witwe konnte der, der sich immer rühmte im wilden Westen alles zu können (Ob die Fehsenfelds Mays Shatterhand-Legende zu der Zeit für bare Münze hielten oder nur so taten, läßt sich wohl nicht mehr eindeutig feststellen), überhaupt nicht rudern. Als die Fehsenfelds und die Mays nämlich sich auf dem Titisee ein Ruderboot leihten, sollte selbstverständlich Karl May rudern, da er ja in Amerika das Kanu über Flüsse und Stromschnellen steuerte. Aber als ein Sturm aufzog, wars vorbei mit seinem Können, er war nicht in der Lage das Boot zu steuern. Fehsenfeld mußte die Ruder in die Hand nehmen um alle sicher ans Ufer zu bringen.

Wann hab ich das geschrieben? Sicher als die Briefbände rauskamen (vor dem Rüdi is nix sicher :mrgreen: ).


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 Betreff des Beitrags: Re: Konnte May schwimen?
BeitragVerfasst: 25.6.2010, 14:36 
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Jetzt muß ich schon für Dich nachgucken, ich glaub', es geht los ... Bittesehr, bittegleich ... am 23.04.2009 um 22:08 h.

(Es gibt da, liebe Buben und Mäderls, eine sogenannte Suchfunktion, da kann man z.B. "Ruder" und "Markus" eingeben, je nachdem, was man so sucht ...)

:wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Konnte May schwimen?
BeitragVerfasst: 25.6.2010, 14:39 
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rodger hat geschrieben:
Suchfunktion

Wo? :shock:


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 Betreff des Beitrags: Re: Konnte May schwimen?
BeitragVerfasst: 25.6.2010, 14:41 
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Ja, so isser ... jetzt weiß ich nicht ob er mich auf den Arm nimmt oder ernsthaft fragt ...

Oben rechts.

:mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: Konnte May schwimen?
BeitragVerfasst: 25.6.2010, 14:42 
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@Rodger Grundsätzlich seh ich das ähnlich. Allerdings glaube ich greift man zu kurz, wenn man alles nur auf Abspaltungen von May reduziert... Er mischt zugleich auch mit ihm bekannten Personen und literarischen Figuren. Gerade bei Vaterfiguren ist er recht deutlich. (Tatsächlich plausible scheint mir Hartmut Vollmers Artikel http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg ... 86/155.htm - Old Death=Old Wabble=Vater+Sohn?) Somit fließen also auch väterliche Züge in seine Selbstspiegelungen - und vermutlich auch mütterliche. Vor diesem Hintergrund dürfte die Shatterhand einen bitteren Beigeschmack bekommen, wenngleich sie auch die furchtbaren Prügel der Kindheit in den Nutzen der Gerechtigkeit stellt - und zugleich die 'friedlichere Alternative' gegenüber einem Töten des Feindes. (Tiefsinnige Beobachtung des oben verlinkten Artikels: Die Beziehung zu Wabble bricht äußerlich, bleibt innerlich aber bestehen. - Sehnsüchte eines verzweifelten Sohnes par excellence...) Ilmers Analysen vom Orientzyklus legen ähnliches nahe...

Zuletzt: In Winnetou II KONNTE er das Greenhorn nicht mehr sein. Das hatte sich ja in Winnetou I erledigt ;) Will sagen: Es war erzähltechnisch nicht mehr möglich...

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 Betreff des Beitrags: Re: Konnte May schwimen?
BeitragVerfasst: 25.6.2010, 15:00 
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tragophil hat geschrieben:
Allerdings glaube ich greift man zu kurz, wenn man alles nur auf Abspaltungen von May reduziert... Er mischt zugleich auch mit ihm bekannten Personen und literarischen Figuren. Gerade bei Vaterfiguren ist er recht deutlich.

Ist mir bekannt ... :wink:

Die interessanteste Vaterspiegelung ist m.E. der 'Alte Dessauer', seit mir das (durch einen Hinweis Hermann Wohlgschafts) klar wurde, verstehe ich, warum Dinge wie Gewalt, Dummdreistigkeit, Willkür u.a. in diesen Geschichten so seltsam verharmlosend gesehen werden.

Zur vermeintlichen Reduktion auf Abspaltungen: es sind sowohl andere Personen als auch er selber. Auch das mischt sich. Manchmal auch innerhalb einer Figur.

tragophil hat geschrieben:
Vor diesem Hintergrund dürfte die Shatterhand einen bitteren Beigeschmack bekommen


Ja, gucke ... ich kenne jemand, der pflegt, wenn es ihm mit zeitgenössischen Kindern zu bunt wird, gelegentlich aus tiefstem Herzensgrunde gallenbitter vorzutragen "Mein Vater hätte mir links und rechts was um die Ohren gehauen, UND ER HÄTTE RECHT GETAN ..." Ob das nun angemessen oder halt noch deutlich zu unentspannt und in Richtung Abgeklärtheit durchaus entwicklungsfähig ist, darum soll es hier jetzt nicht gehen, interessant finde ich daran diese auf einmal positive Besetzung von eigentlich traumatischen Erfahrungen ...

tragophil hat geschrieben:
Die Beziehung zu Wabble bricht äußerlich, bleibt innerlich aber bestehen.

Ja, so ist das. Hat man häufiger.

tragophil hat geschrieben:
Zuletzt: In Winnetou II KONNTE er das Greenhorn nicht mehr sein. Das hatte sich ja in Winnetou I erledigt ;) Will sagen: Es war erzähltechnisch nicht mehr möglich...

Ja, ist ja gut, bissel kenn' ich mich auch aus. Darum ging es mir nicht. Sondern darum, daß er 1888 in einer anderen Verfassung war als 1893, und zu dem, wozu er 1888 verblüffenderweise bereit war, es 1893 nicht mehr war. (Das kam dann wieder noch später ...)


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 Betreff des Beitrags: Re: Konnte May schwimen?
BeitragVerfasst: 25.6.2010, 15:08 
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Bester Rüdiger, ich hoffe wir verstehen uns nicht miss... in diesem Forum hier bin ICH das Greenhorn... aber es tut so unglaublich gut einmal diskutieren zu können was weder mit meinen Altersgenossen noch mit meinem persönlichen Old Wabble geht..., da werd ich manchmal enthusiastisch. Sollte es oberlehrerhaft ankommen, bitte ich um Verzeihung - nichts liegt mir ferner...

Den alten Dessauer hab ich mir noch nicht zur Brust genommen, ich spaziere nur schrittweise ins literarische Erzgebirge. Wobei ich bisher dachte die ganzen "Abu"s wären unübertrefflich... Und nach der Rose von Ernsthal bin ich leicht verwirrt. Benutzt er tatsächlich doch häufiger Klarnamen?

Den letzten Absatz des letzten Postings muß ich jetzt jedoch nochmal durchmeditieren...

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