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 Betreff des Beitrags: Herbstgedanken bei Fontane und May
BeitragVerfasst: 23.4.2013, 16:19 
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Theodor Fontane hat geschrieben:
Es ist ein Etwas im Menschen, was ihn den Herbst und das fallende Laub mehr lieben läßt als den Frühling und seine Blütenpracht, was ihn hinauszwingt aus dem Geräusch der Städte in die Stille der Friedhöfe und unter Efeu und Trümmerwerk ihn wonniger durchschauert als angesichts aller Herrlichkeit der Welt.


Denn

May hat geschrieben:
Mag das Laub fallen und die Blume welken, es liegt doch im Fallen und Welken kein spurlos Verschwinden und Vergehen, sondern die liebe, alte Mutter Erde ruft ihre Kinder nur zurück, um sie verjüngt und verschönert wieder in's Leben zu führen.


(Beim Lesen der ersten Stelle fiel mir die zweite wieder ein. Vielleicht interessiert's halt irgendjemand.)


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 Betreff des Beitrags: Re: Herbstgedanken bei Fontane und May
BeitragVerfasst: 23.4.2013, 20:03 
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rodger hat geschrieben:
(... Vielleicht interessiert's halt irgendjemand.)


*meld
Die zweite (Stelle) ist interessanter, weil sie vieldeutiger ist, meine ich...

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 Betreff des Beitrags: Re: Herbstgedanken bei Fontane und May
BeitragVerfasst: 24.4.2013, 9:14 
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Doro hat geschrieben:
Die zweite (Stelle) ist interessanter ...



geht mir ebenso.
Ich finde, sie klingt irgendwie optimistischer als die erste.


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 Betreff des Beitrags: Re: Herbstgedanken bei Fontane und May
BeitragVerfasst: 24.4.2013, 10:43 
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Doro hat geschrieben:
Die zweite (Stelle) ist interessanter, weil sie vieldeutiger ist, meine ich...


Rene Grießbach hat geschrieben:
Ich finde, sie klingt irgendwie optimistischer als die erste.


Interessant ... ich finde weder das eine noch das andere ...

Fontane macht eine neutrale Feststellung, May verbindet [sozusagen] eine weltanschauliche Angelegenheit damit.

Freund gedanklicher Querverbindungen und in Sachen Gedächtnis für Texte [sozusagen] 'auf dem Quivive' (Zitat [in Kursivform ...] Karl May ...), fiel mir zu den beiden Textstellen übrigens auch noch

Zitat:
(Zur weltlichen Orientierung nebenbei ein kleines Gleichnis meinerseits: Ist man auf einem Kindergeburtstag eingeladen, kann man sich den dort stattfindenden Ereignissen und Beschäftigungen wie Sackhüpfen, Topfschlagen, Mensch-ärgere-dich-nicht-spielen u.ä. ja durchaus widmen, halbwegs ernsthaft an ihnen teilnehmen, aber angemessenerweise doch mit dem Bewußtsein daß das nicht alles ist, daß es temporäre Dinge innerhalb einer begrenzten Zeitspanne sind, nicht mehr und nicht weniger. So in diesem unserem Leben; kümmern wir uns in angemessenem Umfang durchaus um Dinge wie Wohnung, Kleidung, Essen und Trinken, Geld verdienen usw. usf., aber vergessen wir dabei nicht, daß das, s.o., nicht alles ist ...)


ein, das steht im Thread "Neues Buch" ('Saloon') im Beitrag vom 17.6.2011, 16 h.


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 Betreff des Beitrags: Re: Herbstgedanken bei Fontane und May
BeitragVerfasst: 24.4.2013, 11:05 
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... oder das hier (aus dem Thread "Karl May, Wilhelm Busch und die Engländer"; Beitrag vom August 2010)

Zitat:
Stellen Sie sich vor, sie sind in Köln auf die Autobahn gefahren und werden Sie in Würzburg verlassen, dann können Sie ja auch während der Fahrt in aller Entspanntheit feststellen, daß die Fahrerei, so reizvoll sie zwischenzeitlich auch erscheinen mag, auf Dauer doch sozusagen kein Zustand ist und Sie eigentlich ganz froh sein können, wenn das Spektakel in Würzburg vorbei sein wird, obwohl Fahren freilich auch Spaß machen kann, aber es ist halt schon auch recht anstrengend für alle Beteiligten und immer wieder mal gibt es Ärger aller Art auf der Betonpiste ... außerdem, wenn sie an Dinge wie Benzinverbrauch, Umwelt, Lärm oder sonstnochwas denken ... oder diese Unfälle ... Fahren ist ab und zu ganz schön, aber ankommen auch ...


:D


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 Betreff des Beitrags: Re: Herbstgedanken bei Fontane und May
BeitragVerfasst: 24.4.2013, 19:06 
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Lassen wir noch einmal Fontane zu Wort kommen, passend zum Mayzitat,

Zitat:
Unsere Zeit eilt schnell: sie ist rasch im Schaffen wie im Zerstören; noch ein Winter und – das Glashaus ist eine Ruine. Schon dringen Wind und Staub durch hundert zerbrochene Scheiben, schon ist das rote Tuch der Bänke verblaßt und zerrissen, und schon findet die Spinne sich ein und webt ihre grauen Schleier, die alten Fahnen der Zerstörung. Sei's! auch die Bäume grünen schon wieder, die Paxtons kühne Hand mit in seinen Glasbau hineinzog und sprechen von Verjüngung; und möge Wind und Sand durch die Fensterlücken wehn, auch die Schwalben flattern mit herein und erzählen sich unter Trümmern von dem Leben und der Liebe, die nicht stirbt.


Bemerkenswert ist auch, kurz zuvor:

Zitat:
da erschien mir dies Glashaus wie das Abbild Londons selbst: abschreckende Monotonie im einzelnen, aber vollste Harmonie des Ganzen


(alle Fontanezitate: Wanderungen durch England und Schottland)


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 Betreff des Beitrags: Re: Herbstgedanken bei Fontane und May
BeitragVerfasst: 25.4.2013, 20:16 
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Optimistischer würde ich Mays Zitat nicht unbedingt bewerten, will sagen Fontane ist nicht un-optimistischer...
Das weitere Zitat von ihm finde ich sehr schön und interessant, weil ich dieses ebenso vielschichtig sehe wie das May Zitat oben... Im übrigen eher in Deiner Andeutung gedeutet... so ich diese richtig interpretiere. Was nicht sein muss, aber kann ;-)

Im Buch der Traumhändler von Agusto Cury gibt es auch eine interessante Stelle, die auf einem Friedhof spielt und mir dünkt, sie hat die gleiche Grundaussage (vllt. sollte ich auch schreiben eine ähnlich gleiche :roll: ), wie weiland Fontanes (... und wenn nicht, so hat sie doch eine sehr gute Grundaussage, lesenswert allemal).

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