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 Betreff des Beitrags: Keitereien, freiwillige Selbstkontrolle ...
BeitragVerfasst: 30.11.2007, 18:03 
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BeitragVerfasst: 5.12.2007, 17:43 
Ich glaube das die Mutter von Pipi Langstrumpf durchaus in der Lage war konstruktiv mit Kritik und Verbesserungsvorschlägen umzugehen. Es mag jeder für sich entscheiden ob die Urpipi eine solche Sympathiewelle beim Publikum erzeugt hätte wie die real verlegte.


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BeitragVerfasst: 5.12.2007, 17:49 
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Es mag auch jeder für sich entscheiden ob es sich jeweils um konstruktiv mit Kritik und Verbesserungsvorschlägen umgehen handelt oder um Anpasserei und ob ihm die Sympathiewelle beim Publikum oder Treue zu sich selbst und zur Sache wichtiger ist.


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BeitragVerfasst: 5.12.2007, 18:28 
Wenn ich den Artikel in der Süddeutschen richtig interpretiere hat sich Pipi durch die Veränderung anscheinend ja nur verbessert. Hat vielleicht irgend jemand die Urpipi schon gelesen?


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BeitragVerfasst: 5.12.2007, 18:54 
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Das ist halt immer Ansichtssache, ob etwas besser ist oder nicht. Es gibt, habe ich mir sagen lassen, auch Leute, die es besser finden, wenn Karl Mays Hobblefrankereien seitenweise weggestrichen sind oder der Sklavenhändler am Schluß der "Sklavenkarawane" den Sklavenhandel gleich ganz aufgibt, anstatt ihn wie bei Karl May "etwas menschlicher zu betreiben". Es gibt auch Leute, die mögen Muschelsuppe, saure Nieren, Calvados (kleiner Scherz für einen einzelnen Hern nebenbei), Formalitäten und veraltete Umgangsformen, Lebenslügen, Sich-und-anderen-etwas-vor-machen, oder auch Elke Heidenreich und Stefan Raab, von dem Neuen dessen Namen ich schon wieder verdrängt habe ganz zu schweigen, bitteschön, wie sagt man so schön in Mannheim, des derf alles sei.

Ich habe weder die Ur- noch sonst eine Pippi gelesen und kann dazu nun gar nichts sagen. Ging mir nur um die Thematik Textveränderungen, freiwillig und von außen, der wir immer wieder begegnen (woraus man nun nicht den Schluß ziehen muß, das sei gut und richtig, weil man das immer schon so gemacht hat)

Pippi übrigens, soviel p muß sein, nicht ganz falsche Assoziationen wecken hier

:wink:


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BeitragVerfasst: 5.12.2007, 20:31 
Etwas menschlicherer Sklavenhandel erinnert mich an ein wenig schwanger - ich denke beides geht nicht.


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BeitragVerfasst: 5.12.2007, 20:57 
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Das mußt Du (darf ich, bei Dir weiß ich immer nicht ob ich Du oder Sie sagen soll; ich heiße Rüdiger) Karl May erzählen, der hat das geschrieben. Bzw. der Gesellschaft oder den Umständen, die er beschrieben hat. Den Menschen die er gesehen hat und die heute noch so sind.

Außerdem wird noch heute in großem Stil etwas menschlicherer Sklavenhandel betrieben. Er wird nur anders benannt und teilweise auch nicht als solcher wahrgenommen. Weil alles etwas netter, kaschierter, subtiler geworden ist. Menschlicher eben.

:wink:


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BeitragVerfasst: 6.12.2007, 12:57 
>>>heute in großem Stil etwas menschlicherer Sklavenhandel betrieben<<<

gibts 'nen anderen'Stil'?


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BeitragVerfasst: 12.12.2007, 15:21 
Hallo Rüdiger,

hier noch ein Artikel der dich interessieren dürfte.

"Ur-Pippi" mit Hang zu Räuberpistolen
Astrid Lindgren entwarf die Geschichte für ihre kranke Tochter. Der Verlag aber lehnte die raubeinige Pippi ab und druckte dafür eine bravere Version. Erst zum 100. Geburtstag der Kinderbuchautorin lernen die Leser die wahre Pippi Langstrumpf kennen.
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21.5.2007 17:23 Uhr

21.5.2007 17:23 Uhr
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Webnews
Mr. Wong
Stockholm/Hamburg - Zum 100. Geburtstag der Kinderbuchautorin Astrid Lindgren (1907-2002) ist in Schweden erstmals die Ur-Version ihres Klassikers "Pippi Langstrumpf" erschienen. Karin Nyman, Tochter Lindgrens, sagte n der Zeitung "Svenska Dagbladet" zur "Ur-Pippi", die ihre Mutter ihr zum zehnten Geburtstag am 21. Mai 1944 geschenkt hatte: "Hier lügt Pippi schamlos und gerne. Das Ganze ist ein bisschen gröber als die spätere Buchfassung."

Lindgren hatte das Buch über das starke, selbstbewusste Mädchen Pippi für ihre krank im Bett liegende Tochter geschrieben. Die als Sekretärin arbeitende Schwedin schickte das Manuskript beim angesehenen Bonnier Verlag ein, der den späteren Welterfolg aber ablehnte. Danach arbeitete Lindgren den Text um und gewann 1945 einen Kinderbuch-Wettbewerb beim Verlag Rabén&Sjögren.

Dieser Verlag hat nun die erste, von Bonnier abgelehnte Fassung ein halbes Jahr vor Lindgrens 100. Geburtstag am 14. November als "Ur-Pippi" herausgegeben. Hier ist die Rothaarige noch eine Spur frecher. So antwortet sie auf die Frage ihres Freundes Tommy, warum sie manchmal rückwärts gehe, kurz und knapp: "Leben wir nicht in einem freien Land?" Auf Tommys Nachfrage erklärt ihm Pippi zunächst etwas über merkwürdige Gehweisen in Ägypten sowie "Hinterindien". Um dann auf die Skepsis ihres Zuhörers mit der schlichten Feststellung zu reagieren, dass sie lüge.

"Pippi war nicht rücksichtslos"

"Aber Pippi war nicht rücksichtslos. Sie war lieb und eben einfach klasse", sagt Karin Nyman, die als erstes von Millionen Kindern die Geschichte der "Pippi Långstrump" vorgelesen bekam. Über die Unterschiede zwischen der Urfassung und der dann als Buch veröffentlichten hat die schwedische Literaturwissenschaftlerin Ulla Lundqvist einen Text geschrieben. Sie attestiert der allerersten Ausgabe von Pippi beim Geschichtenerzählen einen "ausgeprägten Hang zu Räuberpistolen". Der Stockholmer Verlag schrieb in seiner Buchankündigung: "Die revolutionäre Pippi, die wir kennen, ist milde im Vergleich zur Original-Pippi."

Beim Hamburger Oetinger Verlag, der die deutsche Übersetzung der Ur-Pippi im August einschließlich Lundqvists Erläuterungen herausbringt, sieht man das etwas gelassener. "Das Ganze ist wohl eher was für Wissenschaftler und Forscher", meint eine Verlagssprecherin. Lindgren selbst habe immer wieder erklärt, dass sie die überarbeitete Version für die "richtige" halte. "Wir sehen die Ur-Pippi eigentlich auch nicht als Kinderbuch an. Das ist was für die Experten", hieß es weiter aus dem Oetinger Verlag. (Von Thomas Borchert, dpa)


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BeitragVerfasst: 12.12.2007, 16:06 
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Dankeschön. - Ja, das ist interessant, nicht nur für mich (nehme ich mal an).

Wie bei Karl May. Und, siehe da, es gibt tatsächlich Menschen (im speziellen Fall offenbar gar die Autorin herself), die das GUT SO finden. Das ist wirklich interessant.

:wink:


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