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 Betreff des Beitrags: Hervorragende Karl-May-Homepage
BeitragVerfasst: 25.4.2008, 13:18 
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Dieser Tage stiess ich auf http://www.charlymay.npage.de/ einer Karl-May-Webseite, die von dem wohl besten Kenner von Karl Mays Leben und Werk, Rüdiger Wick, eingerichtet wurde.

Die Werkinterpretationen und die Gedankengänge die sich Rüdiger Wick über Karl May macht, sind geradezu genial und sind für mich Lesegenuß pur.

Die beste Homepage über Karl May, sein Leben und sein Werk.


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BeitragVerfasst: 25.4.2008, 14:28 
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Schon gesehen und beeindruckt.
Nun seis ihm verziehen daß er sich hier so rar gemacht hat :wink:

Markus


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BeitragVerfasst: 25.4.2008, 14:51 
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Ja, Markus, Rüdiger hat da etwas großartiges geschaffen, das uns allen Karl May in einem gänzlich neuen Lichte erscheinen lässt.

Rüdiger lässt Karl Mays Werk Gerechtigkeit widerfahren und weist ihn als Schriftsteller und Dichter aus, der ohne jeden Zweifel die Ruhmeshallen der deutschen Literatur betreten hat.

Aber - Rüdiger Wick zeigt auch die menschlichen Schwächen und Charaktereigenschaften des Schriftstellers der durchaus mal "neben dem Gleis" stand.

Viele Grüße
Kurt


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BeitragVerfasst: 25.4.2008, 15:25 
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Kurt hat geschrieben:
die Ruhmeshallen der deutschen Literatur


Geht’s ’ne Nummer kleiner ?

Kurt hat geschrieben:
dem wohl besten Kenner von Karl Mays Leben und Werk


S.o.; und:

Diese Formulierung ist mir einigermaßen peinlich, und ich möchte folgendes anmerken:

Was Karl Mays Leben betrifft, weiß ich, was die äußerlichen Fakten betrifft, allenfalls einige grundlegende gängige Dinge. Da gibt es [vermutlich] Scharen von Leuten, die mehr darüber wissen. Jahreszahlen muß ich selber regelmäßig nachschlagen, ich weiß auch (zum Beispiel) weder, welche Blutgruppe er hatte, wie die Straßen oder Hausnummern hießen, wo er gewohnt hat, noch Einzelheiten seine Verwandtschaft betreffend. Ich will es auch gar nicht wissen (natürlich habe ich auch über solche Dinge schon gelesen, aber ich merke es mir nicht).

Daß ich zu dem Menschen Karl May eine starke Affinität habe, ihn sehr gut verstehe, weiß, wie er „tickt“ *, und sein Werk recht gut kenne, das sehe ich auch so. Wobei natürlich die Herangehensweise sehr speziell, sehr individuell ist. Ich bin kein Wissenschaftler und kein Akademiker, ich beschäftige mich mit Karl May und seinem Werk sozusagen aus Neigung und Sympathie, aus Spaß an der Freud', aus dem Bauch heraus, ohne theoretische literaturwissenschaftliche oder sonstige Kenntnisse, intuitiv, spontan, und kümmere mich bei meinen Anmerkungen weder um formale Kriterien noch [durchgehende] Allgemeinverständlichkeit. (Und halte es mit St. Exupéry, der da sagte, man sehe nur mit dem Herzen gut.)

Wissenschaftlich an May herangehende werden über meine Auslassungen sicher mehrheitlich die Nase rümpfen und darauf herabsehen, und das mögen sie auch tun, solange sie sozusagen lustig sind, wen kümmert's. Andere werden sagen, der Kerle spinnt, Psychogesülze, weltfremder Träumer, Elfenbeinturm, auch ok, bitteschön, wir sind hart auch im Nehmen.

Der Sinn der Seiten ? Sie haben keinen (Tschechow äußerte, man könne auch nach dem Sinn einer Mohrrübe fragen). Wie wenn man einen Garten anlegt. Wenn einer gucken kommt, gut, wenn nicht, auch gut. Und den einen wird es mehr gefallen und den anderen weniger, oder auch überhaupt nicht. Es ist alles recht, oder, wie man hier sagt, des derf alles sei.

:wink:

_____________________________________________________________

* Nur wenige Menschen sind wirklich lebendig und die, die es sind, sterben nie. Es zählt nicht, daß sie nicht mehr da sind. Niemand, den man wirklich liebt, ist jemals tot.

(Ernest Hemingway)


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BeitragVerfasst: 25.4.2008, 15:33 
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Sorry, Rüdiger, manchmal packt mich die Euphorie wie Karl May selbst.

Da schreibt Hermann Wohlgeschaft 3 Bände Karl-May-Biografie und müht sich redlich ab und du bringst es stellenweise mit wenigen Sätzen auf den Punkt. Das soll dir mal einer nachmachen, lieber Internetfrend.

Prof. Roxin, langjähriger Vorsitzender der KMG, schrieb einmal, wer ehrenamtlich an der HKA mitarbeite, erhielte dafür keinen Lohn aber mit Sicherheit einen Platz in den Ruhmeshallen der Ewigkeit.

Da darf ich doch mal schreiben, dass Karl May in eben diese Ruhmeshalle auch hingehört.


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BeitragVerfasst: 25.4.2008, 16:32 
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Kurt Altherr hat geschrieben:
Ja, Markus, Rüdiger hat da etwas großartiges geschaffen, das uns allen Karl May in einem gänzlich neuen Lichte erscheinen lässt.

Rüdiger lässt Karl Mays Werk Gerechtigkeit widerfahren und weist ihn als Schriftsteller und Dichter aus, der ohne jeden Zweifel die Ruhmeshallen der deutschen Literatur betreten hat.

Aber - Rüdiger Wick zeigt auch die menschlichen Schwächen und Charaktereigenschaften des Schriftstellers der durchaus mal "neben dem Gleis" stand.

Viele Grüße
Kurt


Wo sind denn die Ruhmeshallen für Karl May? Wenn ich die neue Mediothek unserer Stadt anschaue, dann sehe ich Goethe, Heine, Hesse, Fontane, Mann usw. unter den Klassikern in historisch kritischen Ausgaben.
Wo ist May? Natürlich in der Kinder- und Jugendbuchabteilung :roll:

Aber es sind ja die Bearbeitungen des KMV, Tosa und Überreuther, die gehören natürlich dahin. Somit gibts in meiner Bücherei nicht (und ich denke in fast allen Büchereien Deutschlands) den originalen Karl May.

Daß Rüdiger zeigt daß May auch mal "neben dem Gleis" stand, zeigt doch nur daß man ihn differenziert betrachten soll, von wegen schwarz-weiß-denken, Schubladendenken usw. (meine Rede übrigens auch).
Wie ich auch sonst sein langes Statement eben nur unterstreichen kann. Bin da vielfach mit ihm einer Meinung (obwohls mir manchmal auf den Zeiger geht immer einer Meinung zu sein, aber liebe Leute, in dem Fall isses nunmal so, ich kann ja auch nix dafür :lol: ).

Wo ich ganz besonders mit Rüdiger einer Meinung bin, ist die Tatsache, daß ich mir, und das nicht nur bei May, selten oder gar nie Privates von Prominenten die ich sehr schätze, merke.
Als Beatles-fan besitze ich fast alle Alben (nur auf CD), aber wann welcher Beatle mit welchem Mädchen/Frau liiert war, entzieht sich meiner Kenntnis ---und es interessiert mich auch nicht.
Paul McCartney steht ja derzeit mit seiner Scheidungsschlammschlacht mehr in den Schlagzeilen, als mit neuen Songs. Sowas kann ich nicht leiden.

Oder diese Amy Winehouse (die ja nun überhaupt nicht hierher passt, sorry, bin gleich fertig). Die macht super Musik (obwohl ich kein großer Soul-fan bin), hat eine super Stimme, aber hat mehr Schlagzeilen im Privatbereich, vor allem natürlich negative. Aber sowas interessiert die Leute ungeheuer. Ich kann das nicht nachvollziehen.

Fertig. Was mich wohl noch mit Rüdiger verbindet ist die Tatsache, daß ich jedesmal nur kurz was schreiben will, aber fast jedesmal wirds ein Roman.
Bei Rüdiger gehts noch, es werden sich nicht viele Wissenschaftler und dann nur wenig an seinen Beiträgen die Nase rümpfen. Bei mir ist das anders, ojeojeoje...... :? :lol:

Gruß Markus


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BeitragVerfasst: 25.4.2008, 17:04 
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Das Karl May heute leider nur - wenn überhaupt - in Kinder- und Jugendbuchabteilungen zu finden ist, kann dem Autor nicht angelastet werden, sondern ist vielmehr der unseligen Verlagspolitik des KMV seit dem 1. Juli 1913 anzulasten, der den großen Schriftsteller - besonders in Bezug auf sein Alterswerk - zu einem Volks- und Jugendschriftsteller demontierte.

Aber ich darf wieder Prof. Roxin zitieren, der darauf hingewiesen hat, dass jeder, der Karl May im Originaltext lesen will, auch den Zugang dazu hat. Da sei schon mal auf die herrlichen Fehsenfeld-Reprints des KMV verwiesen.

In jeder Buchhandlung kann Karl May innerhalb von 1-8 Tagen im Originaltext besorgt werden.

By the way: Als ich dieser Tage in einer Buchhandlung in Lübeck Fontanes "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" kaufen wollte, mußten diese auch erst bestellt werden. Also die ganz großen Klassiker sind auch nicht immer allerortens in jedem Regal.


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BeitragVerfasst: 25.4.2008, 21:14 
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Daß es dem KMV zu verdanken ist daß (fast) alle Welt ihn als Volks- und Jugendschriftsteller belächelt und er auch mit seinen Bearbeitungen fast nur noch in der Kinderbuchabteilung zu finden ist, weiß ich durch die aufmerksame lektüre von "Karl Mays Werke" von Klaus Hoffmann (hat mir richtig die Augen geöffnet).

Und Prof. Roxin hat natürlich Recht. Im Grunde ist es mir auch egal ob Mays Werke in den Büchereien zu haben sind oder nicht. Ich weiß ja wie ich an Originale rankomme oder nicht.
Aber irgendwie gehts mir auch etwas ums Prinzip. Warum sind alle anderen großen deutschen Dichter und Denker mit ihren Originalwerken in den Ruhmeshallen der Bibliotheken verewigt? Ich kanns euch sagen. Weil sie kaum so durch den Fleischwolf gezogen wurden wie May, und das schon zu Lebzeiten. Für die Taten die er begangen hatte, hat er im Gefängnis gebüßt.
Aber vielen war das anscheinend nicht genug. Er hatte zu Lebzeiten Prozesse am Hals die ganz überflüssig waren, weil von ganz erbärmlichen Neidhammeln geführt. Daß May viele dieser Prozesse hätte vermeiden können, steht jetzt auf einem anderen Blatt.
Und nach seinem Tod hörte man trotzdem nicht auf, seinem Ruf zu schaden. Diese ganzen unsäglichen Lügen die der KMV immer wieder in Zusammenhang mit May und seinen Werken verbreitet hat, sind einfach ungeheuerlich. Daß man im Sinne Karl May´s seine Werke bearbeitet hat usw. hat May´s Ruf mehr geschadet als daß immer so schön und gern behauptet wird, ohne den KMV würde man Karl May längst vergessen haben. Das würde ich so nie unterschreiben, auch wenn man mich als einen Neuling in Sachen May bezeichnet.
Aber ich würde behaupten ohne May´s Bearbeitungen, sähe vieles besser für ihn aus. Wieviel besser, kann wohl keiner sagen.

So und nun wars wieder ein Roman und das meiste ist wieder mal aus dem Bauch und aus den Fingern gesaugt. Also liebe Karl May-Forscher, bitte nicht zu nah lesen, schlecht für die Augen :lol: .

Markus


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BeitragVerfasst: 26.4.2008, 10:29 
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markus hat geschrieben:
Daß es dem KMV zu verdanken ist daß (fast) alle Welt ihn als Volks- und Jugendschriftsteller belächelt und er auch mit seinen Bearbeitungen fast nur noch in der Kinderbuchabteilung zu finden ist, [...]

Einerseits. Andererseits: Dass Karl May überhaupt noch 100 Jahre nach seinem Tod diskutiert wird, hat er halt m.M.n. doch dem sehr rührigen KMV zu verdanken. Kraft, Ferry, Retcliff, Moellhausen ... seit langem nur noch dem Spezialisten bekannt ...

markus hat geschrieben:
Aber irgendwie gehts mir auch etwas ums Prinzip. Warum sind alle anderen großen deutschen Dichter und Denker mit ihren Originalwerken in den Ruhmeshallen der Bibliotheken verewigt? Ich kanns euch sagen. Weil sie kaum so durch den Fleischwolf gezogen wurden wie May, und das schon zu Lebzeiten. Für die Taten die er begangen hatte, hat er im Gefängnis gebüßt.

Oder weil May halt eben trotz allem kein grosser Dichter und kein grosser Denker war?

markus hat geschrieben:
Diese ganzen unsäglichen Lügen die der KMV immer wieder in Zusammenhang mit May und seinen Werken verbreitet hat, sind einfach ungeheuerlich.

Lügen? Hm ... meine ganz persönliche Menschenerfahrung geht dahin, dass sowohl die Witwe wie die Verleger subjektiv sehr wohl davon überzeugt waren, die Wahrheit zu sagen.

markus hat geschrieben:
Daß man im Sinne Karl May´s seine Werke bearbeitet hat usw. hat May´s Ruf mehr geschadet als daß immer so schön und gern behauptet wird, ohne den KMV würde man Karl May längst vergessen haben.

Es ist im Grunde genommen müssig, darüber zu diskutieren, was wäre, wenn ... Tatsache ist, dass es kein anderer deutscher Abenteuerschriftsteller des 19. Jahrhunderts so ganz und vor allem mit praktisch dem ganzen, einige Regalmeter füllenden Werk ins 21. Jahrhundert geschafft hat. Weder schriftstellerische Qualität noch Unterhaltungswert sind bei May aber grösser als z.B. bei Kraft.


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