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 Betreff des Beitrags: Fundgrube "Vater Abraham"
BeitragVerfasst: 2.7.2004, 18:34 
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Der Schriftsteller August Peters (1817-1864), Ehemann der berühmten Frauenrechtlerin Louise Otto-Peters veröffentlichte 1958 unter dem Pseudonym Elfried von Taura eine zweibändige Ausgabe "Erzgebirgische Geschichten". Darin ist auch die "Fundgrube 'Vater Abraham'" enthalten, die Karl May 1875 für einen Abdruck in seiner Zeitschrift übernahm.

Der Freundeskreis führt nun am 4. Juli, 10 Uhr im Leipziger "Haus des Buches" gemeinsam mit der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft eine Veranstaltung zum 140. Todestag von August Peters durch. Ein Redebeitrag wird sich dabei auch mit der "Fundgrube" befassen.

Jenny Florstedt

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BeitragVerfasst: 2.7.2004, 23:10 
Ein interessanter Vortrag und ich bedauere generell, daß ich die interessanten Vorträge in Leipzig nicht besuchen kann.

Über August Peters, der nach der Revolution 1848/49 sieben Jahre in Kerkerhaft saß und sich dort mit Louise Otto-Peters verlobte, konnte ich nicht viel in Erfahrung bringen.

Es würde mich aber schon sehr interessieren, in welchem Zuchthaus oder Gefängnis - das war damals noch ein Unterschied - August Peters eingegessen hat. War es etwa auch das Zuchthaus in Waldheim? Gibt es da nähere Erkenntnissse? Überhaupt zu seiner Biografie?

Viele Grüße
Kurt


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 Betreff des Beitrags: Biografie August Peters
BeitragVerfasst: 3.7.2004, 9:24 
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Folgendes schrieb hartmut Kühne in seine Aufsatz "karl may und E.v.T." im Jahrbuch der Karl-May-gesellschaft 1970 (Beitrag ist digitalisiert auf der Homepage der KMG zu finden).
Ob es neuere Erkenntnisse gibt, weiß ich jetzt nicht.

"A u g u s t P e t e r s kam am 4. März 1817 in Taura bei Chemnitz zur Welt, als Sohn Karl Gottlieb Peters', eines Strumpfwirkermeisters. Die Eltern waren schlichte Leute, arbeitsam und sparsam, denen niemand an »Einfalt der Sitten und Gottesfurcht gleichgekommen wäre« - wie Peters in seinen Jugenderinnerungen schreibt. Besonders der Vater war ein fleißiger und solider Mensch, der früh bis nachts arbeitete, meist dabei aber in strenger und mürrischer Laune. Im Jahre 1822 übersiedelte die Familie nach Marienberg. Peters besuchte dort die Elementarschule. Seine frühe Begabung äußerte sich in einem nicht zu bändigenden Wissenshunger, so daß er auf eigene Initiative sich einer Prüfung für das Lyceum, die ehemals bekannte lateinische Schule Marienberg, unterzog. Die Eigenmächtigkeit wurde vom Vater streng bestraft. August Peters geht in seinen Jugenderinnerungen auf diesen Gegenstand besonders ein. Der Vorfall war sicher bedeutungsvoll für sein ganzes Wirken und Wollen: Die erzieherische Härte, die ihre Wurzel in den Schranken seines sozialen Standes hatte und Peters' Drang zu geistiger Betätigung Fesseln setzte, löste später Reaktionen aus, die ihn über seine Zeit hinaus bedeutend gemacht haben: zunächst sein direktes politisches Engagement, später dann - auf sublimierter Ebene - sein dichterisch-erzählendes Werk, das die sozialkritischen Absichten stets erkennen läßt. Ein halbes Jahr später wurde dem Knaben die Erlaubnis dann doch erteilt.

Er kam in die Quarta, durcheilte aber rasch die anderen Klassen, so daß er mit dem elften Lebensjahr bereits die Sekunda besuchte. Peters' Wunsch war es zunächst, Geistlicher zu werden. Dieser Wunsch aber brachte ihm das Gespött der Mitschüler ein. Er liebte besonders die Fächer Völkerkunde und Geographie; dazu entwickelte er ein besonderes Talent zum Zeichnen. Überhaupt zeigte sich ein starker Hang zum Musischen: er sprach später noch von den Eindrücken, die das »Käthchen von Heilbronn« und der »Freischütz« in ihm hinterließen.

Eine anhaltende Gewerbestockung und ein Krankenlager des Vaters ließen das Elternhaus verarmen. Es begann für August Peters eine unruhige Zeit. 1830 kehrte er dem Elternhaus den Rücken, um sich auf eigene Füße zu stellen. Er begab sich nach Dresden und wurde Schreiber bei einem Gemeindebeamten; nach dessen Tod suchte er sich die Stelle eines Kommis in einem Kaufmannsladen in Pirna. Im nächsten Jahr kehrte er auf Wunsch des Vaters nach Marienberg zurück. Er ging erneut zur Schule, wurde konfirmiert. Da wurde das Lyceum aufgehoben. Sein Vater arbeitete in einer Fabrik in Annaberg. Um sich zu ernähren, trat August in den Dienst eines Ratskopisten. Doch dann wanderte er nach Annaberg, um erneut zur Schule zu gehen. Wegen gewaltiger Wissenslücken wurde er in die Tertia zurückversetzt. Er lebte von Privatstunden. Der Vater fand inzwischen eine Stellung in Böhmen. In seinen Ferienwanderungen gelangte Peters nach Chemnitz, traf dort frühere Mitschüler und entschloß sich, die dortige Schule weiter zu besuchen. Aus Gründen, die er nicht näher mitteilt, gab es Händel mit einem Mitschüler, einem Patriziersohn, wodurch er sich die Gunst seines Rektors verscherzte. Dieser muß ein großer Pedant gewesen sein, der selbst in den Bestrebungen des Turnvaters Jahn etwas Staatsgefährdendes sah. In diese Zeit fallen Peters' erste poetische Versuche, die auch Beifall fanden. Er verfaßte sogar ein Trauerspiel in Versen, ein »lyrisch-romantisches Ungeheuer«, wie er selber sagte, das aber von einer dort gastierenden Schauspielertruppe als zu lang zurückgewiesen wurde. In dieser Zeit regten sich in ihm dogmatische Zweifel; er trat vom Studium der Theologie zurück, um sich der Jurisprudenz zuzuwenden. Die Gunst der Eltern verscherzte er sich zwar dadurch nicht gänzlich, aber er wurde fortan von der Mutter nicht mehr unterstützt. Er verdiente sich das tägliche Brot mühsam durch Chorsingen, durch Notenabschreiben, durch Privatstunden und durch das Leiten einer Fabrikschule: bei der Kattundruckerei Claus & Pflugbeil.

Da überredete ihn der Vater, dem Militär beizutreten. So kam er 1834 zur Artillerie. Wegen einer Augenschwäche jedoch trat er wieder zurück. Er beschäftigte sich als Forstsekretär, später als Brandkassensekretär. Er veröffentlichte ein Bändchen »Gedichte« in Gödsche's Verlag, Schneeberg. 1845 lebte er in Leipzig, wo er sich den Unterhalt zum Studium durch Schriftstellerei erwarb. Seine ersten Erzählungen erschienen in den »Vaterlandsblättern«, in der »Sonne« und anderen Zeitungen. 1847 übernahm er in Berlin die Zeitung »Der Volksvertreter« Er verlobte sich mit einer Tänzerin. Sie wurde ihm untreu; er züchtigte den Nebenbuhler, einen Gardeleutnant, öffentlich; daraufhin mußte er aus Berlin fliehen.

1848 gelangte er nach Meißen, wo er das demokratische Wochenblatt »Die Barrikade« gründete. Hier lernte er Louise Otto kennen, die Tochter des Meißener Gerichtsdirektors. Louise Otto (1819 - 95), die sich später um die Emanzipation der Frau verdient gemacht hat, war bereits als Dichterin hervorgetreten. Ihre Romane »Ludwig der Kellner«, »Schloß und Fabrik« und »Kathinka« bilden wichtige Zeugnisse der sozialen Verhältnisse der Zeit. Außerdem hat sie für Robert Schumann an einem Opernlibretto gearbeitet.

August Peters engagierte sich politisch. In der Literatur wird er als gemäßigter Demokrat angesehen. Er trat als Redner und Führer für freiheitliche Bestrebungen auf. 1849 redigierte er in Marienberg die »Bergglocke«. Mit Freischaren zog er zum Dresdener Mai-Aufstand. Er langte dort zu spät an und mußte nach Süddeutschland fliehen. Dort wurde er als Führer badischer Aufständischer gefangen. Ein Krankenlager verschonte ihn vor dem Todesurteil. Sein Urteil lautete auf sechs Jahre Einzelhaft. Im Zellengefängnis Bruchsal fand die Verlobung mit Louise Otto statt. 1852 wurde Peters in Baden begnadigt, allerdings nur, um nach Sachsen ausgeliefert zu werden. Zunächst kam er in Untersuchungshaft nach Zöblitz. 1853 wurde er in das Zuchthaus Waldheim eingeliefert. Er durfte sich schriftstellerisch betätigen; der Verleger Keil (Herausgeber der berühmten »Gartenlaube«) erstattete seinen Arbeitsausfall. So arbeitete er für allerlei Familienzeitschriften: außer für die »Gartenlaube« auch für das »Familien-Journal«, die »Unterhaltungen am häuslichen Herde«, für den »Hannöverschen Kurier«, (der die preisgekrönte »Stille Mühle« enthält) und für die 1856 gegründete »Saxonia«, die mit der Erzählung »Die Fundgrube Vater Abraham« eröffnet wurde. All diese Veröffentlichungen trugen jetzt den Namen Elfried von Taura.

1856 wurde er begnadigt. Er gründete in Freiberg das Gewerbeblatt »Glückauf«. Zwei Jahre später heiratete er Louise Otto im Dom zu Meißen. Im gleichen Jahr erschienen im Verlag C. Rümpler, Hannover, seine »Erzgebirgischen Geschichten«, die 1860 unter anderem Titel auch bei Ludwig Nonne in Annaberg herausgekommen sein sollen (einschlägige Bibliographien geben hierüber jedoch keine Auskunft). Bei Nonne erschien weiterhin ein Reiseführer »Wanderung durch das Erzgebirge«, bei Hübner in Leipzig »Aus Heimat und Fremde« (Erzählungen). Peters übersiedelte nun nach Leipzig, wo er die Leitung des »Generalanzeigers« und später - zusammen mit seiner Gattin - die der »Mitteldeutschen Volkszeitung« übernahm.

Am 4. Juli 1864 ist August Peters gestorben. Posthume Würdigungen erschienen durch eine Ausgabe »In Sachsen und Böhmerland«, Sondershausen 1878, das »Glückauf-Jahrbuch« 1886 durch Hugo Rösch sowie eine Volksausgabe der Erzählungen 1910 durch Friedrich Hermann Löscher."

Es scheint schon einige Parallelen zwischen ihm und May zu geben (Herkunft und Werdegang. Nur ist may im Vergleich ein absolut unpolitischer Mensch. Und wenn er mal an eine selbstbewusste Frau geriet, vermutete er Dämonen. ;-)

Beste Grüße

Jenny

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BeitragVerfasst: 3.7.2004, 10:57 
Hallo Jenny,

zuerst einmal vielen Dank für Deine Mühe und den biografischen Auszug über Peters, den ich mir gleich ausgedruckt habe.

Dieser Tage erhielt ich übrigens ein sehr interessantes Buch von Manfred Altner "Sächsiche Lebensbilder - Literarische Streifzüge duch die Lößnitz, die Lausitz, Leipzig und Dresden". Ein hochinteressantes Buch, daß ich dir sehr empfehlen kann, falls Du es noch nicht kennen solltest.

Ich wünsche dir dann am 4. Juli einen interessanten Abend.

Viele Grüße
Kurt


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BeitragVerfasst: 3.7.2004, 16:59 
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Hallo!

"Eine Preisnovelle von Elfried v. Taura.", so lautet der Titel einer kurzen Notiz über den Schriftsteller in der Zeitschrift "Europa. Chronik der gebildeten Welt für das Jahr 1856." Hier der Text der Notiz:

"Von Elfried v. Taura, dem soeben aus der Haft zu Waldheim in Sachsen Entlassenen (Peters), lesen wir die mit dem ersten Preis gekrönte Concurrenznovelle des Hannoverschen Couriers: 'Die stille Mühle, eine Geschichte aus Deutsch-Böhmen' (Hannover bei Rümpler). Die Stimmung ist frisch, gesund, natürlich. Wir bewegen uns unter Bauern und Juden, - jetzt den stehenden Figuren des dorfgeschichtlichen und des bürgerlich realen Romans. Ein Lump geht in sich und bekehrt sich. Er war auf der Wanderschaft miserabel geworden, hatte in Straßburg mit Communisten gebechert und angestoßen auf den Rundreim: Eigenthum ist Diebstahl! Der Ton in der Bekehrungsgeschichte ist recht gesund und brav. Sonst ist das Ganze weder in der Erfindung noch in der Charakteristik bedeutend."

Freundliche Grüße
Wolfgang Sämmer


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BeitragVerfasst: 3.7.2004, 18:04 
Hallo zusammen,

da sitzt August Peters 7 Jahre in Haft, entgeht nur knapp dem Todesurteil, darf sich aber in seiner Haftzeit verloben und schriftstellerisch tätig werden und das auch im Zuchthaus Waldheim wo Karl May 1870-74 einsaß.
Man wird den Eindruck nicht los, daß Peters 20 Jahre zuvor Glück hatte und in Bruchsal wie auch in Waldheim liberale Verhältnisse vorfand.
Karl May hatte dieses Glück wohl nicht, obwohl er damals in den Genuß eines "progressiven" Strafvollzuges kam.
Einzelhaft, drakonische Härte, lediglich mit Kochta findet er einen, der es gut mit ihm meint und der ihn auf das Leben danach vorbereitet.

Man wird den Eindruck nicht los, daß Karl May es besonders hart traf oder hat er vielleicht doch schlimmere Straftaten begangen als uns bekannt ist? Was ist da schief gelaufen, wenn man May mit August Peters Strafbedingungen vergleicht.

Viele Grüße
Kurt


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BeitragVerfasst: 4.7.2004, 14:12 
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Kurt Altherr hat geschrieben:
da sitzt August Peters 7 Jahre in Haft, entgeht nur knapp dem Todesurteil, darf sich aber in seiner Haftzeit verloben und schriftstellerisch tätig werden und das auch im Zuchthaus Waldheim wo Karl May 1870-74 einsaß.


Auf der Veranstaltung heute war zu erfahren, dass Gefängnisinsassen für ihren Unterhalt von veranschlagten 50 Talern p.a. selbst aufkommen mussten. Daher die Arbeitseinsätze wie Bretter hobeln, Wollspinnerei und sicher auch Zigarren drehen.
Inhaftierte Schriftsteller durften (anstelle der regulären Arbeit) nur schreiben, wenn sie nachweisen konnten, dass sie dadurch mindestens 50 Taler im Jahr verdienten. Diesen Verdienst zahlte der Verleger dann direkt an das Gefängnis; alles, was über die 50 Taler herausging, ging an die Familie des Inhaftierten.
Ernst Keil schrieb im Falle August Peters an die Gefängnisleitung in Waldheim, dass er ihn literarisch beschäftigen und dafür 5 Taler pro Monat einsetzen wolle.

Für den Kontakt zwischen dem Häftling und den Zeitungen war eine engagierte Kontaktperson nötig. August Peters hatte mit seiner Freundin/Verlobten Louise Otto wirklich Glück, die draußen die komplette Organisation und Korrespondenz übernahm. Karl May hatte offenbar niemanden, der sich derart einsetzte. Zumal er ja auch bisher nicht als Autor in Erscheinung getreten war.

Ansonsten gibt es zwischen beiden wirklich viele Parallelen. Nur dass beide ihre Möglichkeiten völlig unterschiedlich nutzten.

ta

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BeitragVerfasst: 4.7.2004, 22:03 
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Ich wurde heute gefragt, in welcher Sammlung/ Bibliothek/Archiv denn der Jahrgang der Saxonia (1856), in der die "Fundgrube" erschien, zu finden ist. Kann das jemand sagen?

ta

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BeitragVerfasst: 5.7.2004, 18:23 
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Liebe Frau Florstedt!

Ich habe gerade ein bißchen in den Katalogen unserer Bibliotheken gestöbert und bin dabei auf diesen Titel gestoßen:

Saxonia: ein Magazin für Unterhaltung und Förderung praktischer Wissenschaften in Handel, Industrie und Verkehr; mit besonderer Rücksicht auf Sachsen. - Leipzig: Ruhl, 1856-1856.

In den Regalen der Sächsischen Landesbibliothek in Dresden müßte ein Exemplar dieses Jahrgangs stehen. Ob es sich bei besagter Zeitschrift um jene handelt, in der E.v.T. seine "Fundgrube Vater Abraham" veröffentlichte, muß bei genauerem Hinsehen auf den Untertitel zumindest in Zweifel gezogen werden. Trotzdem sollte man der Sächsischen Landesbibliothek, die darüberhinaus gewiß über so manches Buch verfügt, das das Herz jedes Karl-May-Liebhabers höher schlagen läßt, mal einen Besuch abstatten, um vollständige Gewißheit zu erlangen.
Ich hoffe, Ihnen wenigstens ein wenig weiter geholfen zu haben.

Freundliche Grüße
Wolfgang Sämmer


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BeitragVerfasst: 5.7.2004, 19:33 
Hallo Herr Sämmer!

Bei der "Saxonia", von der hier die Red ist, handelt es sich laut Kühnes Beitrag zum KMG-Jahrbuch 1970 tatsächlich um die von Ihnen genannten Zeitschrift.

Viele Grüße

Rolf Dernen


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BeitragVerfasst: 5.7.2004, 19:42 
Hallo Jenny,

ich hatte ja schon erwähnt, wie sehr mich diese Veranstaltung interessiert hätte und wäre Dir dankbar, wenn Du mir mitteilen könntest, wie deine Eindrücke waren.

Natürlich möchte ich dich jetzt nicht zu ellenlangen Ausführungen nötigen, aber vielleicht so in 4-5 Sätzen. Danke.

Viele Grüße
Kurt


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 5.7.2004, 19:57 
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Sehr geehrter Herr Sämmer,

vielen Dank für Ihren Hinweis. Die Saxonia scheint ein direktes Vorbild für "Schacht und Hütte" gewesen zu sein; daher empfand ich den Untertitel - schon vor Rolf Bestätigung - als passend. :-)

Lieber Kurt,

die Veranstaltung war in Ordnung. Es wurde in biografisch-chronologischer reihenfolge vorgegangen udn dabei begleitend sehr viel aus Texten von August Peters gelesen. u.a. auch aus der (Original-)Fundgrube. Die lesung hatte ein Schauspielschüler (?) übernommen; jedenfalls konnte man sich zurücklehnen und lauschen. Sehr angenehm.
Den Karl-May-Part hatte ich übernommen und der war wohl ehrlich gesagt der Teil, den unsere anwesenden Mitglieder noch am interessantesten fanden. ;-)
Ich hab zu Frl. Louise auch noch eine eigene Beziehung und fand daher den Rest auch sehr interessant. nach der Veranstaltung gab es noch eine Ehrung am Grab von August Peters, aber da war ich leider nicht dabei, da meine Tochter anfing zu quängeln. Ansonsten hat sie sich aber wacker geschlagen. Diesmal konnte sie nämlich nicht gut malen oder Bücher anschauen. :-)
Am meisten überraschten mich wie schon angesprochen die Parallelen im Lebenslauf - und dass beide trotzdem so unterschiedlich waren.

Bei konkreteren Fragen, antworte ich auch gern noch konkreter.

Mit herzlichen Grüßen

ta

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 5.7.2004, 20:27 
Hallo Jenny,

vielen Dank für deine Ausführungen. Ich will mich mit August Peters in der nächsten Zeit intensiver befassen und habe auch inzwischen auch den hochinteressanten Beitag von Hartmut Kühne im KMG-Jahrbuch 1970 gelesen.

Viele Grüße
Kurt


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 Betreff des Beitrags: belehrende Aufsätze in der 'Saxonia'
BeitragVerfasst: 6.7.2004, 16:33 
Hallo zusammen!

Falls jemand mal einen Blick in die betreffende 'Saxonia'-Ausgabe werfen kann, sollte er/sie vielleicht nicht versäumen, auch diesem Hinweis nachzugehen, der ebenfalls in dem besagten Jahrbuchartikel zu lesen ist:

Es gibt länder- und völkerkundliche Artikel wie »Die Jagd auf Löwen in Afrika« - »In einem Garten Arabiens« - »Aus dem Harem« - »Die Pelzjäger Amerikas« - »Der Golfstrom« - »Der Kanal durch die Landenge von Suez«, und es werden naturkundliche Themen populär-wissenschaftlich abgehandelt: »Mineralöl oder Photogen« - »Sachsens Steinkohlenlagerstätten in geognostischer Beziehung« - »Das Weltall« - »Die Schöpfung der Erde« - »Höfe, Nebensonnen und Nebenmonde«. Sicherlich haben Karl May diese Artikel angeregt, sicherlich hat er sich bei seinen kleinen Aufsätzen für »Schacht und Hütte« und besonders bei den »Geographischen Predigten« die »Saxonia« zum Vorbild genommen.

Beim Vergleich fällt dann freilich auf, wie anders May die Themen anpackt. Wenn auch das Vorwort der »Saxonia« die großen Erscheinungen der Natur in Beziehung setzt zur göttlichen Allmacht und Weisheit, so bieten die Beiträge - namentlich über das Weltall - doch nur eine nüchterne Darstellung des damaligen Standes der Wissenschaft. Karl May geht weit darüber hinaus. Die von ihm mitgeteilten Kenntnisse sind umfangreicher.


Konkreter wird Kühne leider nicht, Textbeispiele fehlen. Da sollte man wirklich mal exakt vergleichen, wie genau sich May eventuell anregen ließ. Natürlich war etwa der Artikel zum 'Suezkanal' 1875 schon ziemlich überaltert, aber die erste Hälfte von Mays Aufsatz könnte sich beiispielweise dennoch auf den 'Saxonia'-Beitrag stützen.

Viele Grüße
Thomas


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 6.7.2004, 21:16 
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Hallo zusammen!

Angeregt durch die Hinweise Jenny Florstedts und Rolf Dernens (vielen Dank dafür!) habe ich mir den Kühne-Aufsatz im Jb-KMG 1970 einmal genauer angesehen. Hätte ich's getan, bevor ich gestern meinen Beitrag schrieb, dann hätte ich mir meine Skepsis tatsächlich sparen können. - Der Saxonia-Band, der in der Sächsischen Landesbibliothek in Dresden steht, ist also der, der Elfried von Tauras "Fundgrube Vater Abraham" enthält. Für Hartmut Kühne steht fest, daß Karl May "sich bei seinen kleinen Aufsätzen für 'Schacht und Hütte' und besonders bei den 'Geographischen Predigten' die 'Saxonia' zum Vorbild genommen" hat.
Thomas Schwettmann ist also bedingungslos zuzustimmen, wenn er fordert: "Da sollte man wirklich mal exakt vergleichen, wie genau sich May eventuell anregen ließ."

Freundliche Grüße
Wolfgang Sämmer


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