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 Betreff des Beitrags: Re: Ende der Kontroverse
BeitragVerfasst: 13.4.2010, 17:17 
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Nur mal so ins Blau hinein gefragt, da ich nicht alle Stellungnahmen/Meinungen/Untersuchungen zu diesem Thema kenne...

Wie ist es mit traumathischen Hintergründen für eine vorübergehende Blindheit?
Galt nicht sein Vater als sehr gewalttätig/cholerisch, zumindest teilweise?

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 Betreff des Beitrags: Re: Ende der Kontroverse
BeitragVerfasst: 13.4.2010, 18:52 
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Thomas Math hat geschrieben:
Witschel fasst tatsaechlich nur die vorliegenden und nicht existenten Fakten zusammen und er tut dies auch noch sehr ausgewogen und fast meines Erachtens nach zu diplomatisch.
Er hat jedoch einen grossen Vorzug er ist emeritierter Professor der Ophtalmologie ,weiss also im Gegensatz zu dem meisten die sich mit diesem Thema beschaeftigt haben, wovon er spricht.


Wenn die Ausgangslage eine Operation wäre (der Ansatz von Johannes Zeilinger), dann könnte ich Ihnen zustimmen. May wurde jedoch "behandelt". Witschel schreibt nicht ausgewogen, weil er auf die Erfahrungen von Eversbusch (immerhin auch ein Professor der Augenmedizin) überhaupt nicht eingeht.

Zur Erinnerung:

"Der […] so häufige hartnäckige sog. entzündliche Blepharospasmus ist in der Regel doppelseitig, auch wenn nur ein Auge krank ist; mit vermehrter Tränenabsonderung und Lichtscheu verknüpft, begleitet der Lidkrampf auch die Rezidive des Hornhautekzems, Wochen und Monate dauernd, mitunter auch gleiche Zeit über die Heilung der Hornhautkrankheit fortbestehend. Der Lidkrampf führt zumal bei jüngeren Kindern – ohne irgendwelche Schädigung der percipierenden Teile des Auges – zu einem Verlernen des Sehens, zu einer Schwachsichtigkeit aus Nichtgebrauch, die erst nach Beseitigung des andauernden Lidverschlusses im Laufe mehrerer Wochen durch neues Sehenlernen verschwindet.

Zu Prof. Eversbusch, der gewiss kein Kurpfuscher war:

"Die wissenschaftliche Arbeit von Oscar Eversbusch war gründlich und umfassend."..aber seine Hauptleistung liegt auf dem klinisch-therapeutischen Gebiet. Ein trefflicher Operateur, hat er zahlreiche neue Verfahren angegeben. Hierher gehört die Lid-Bildung mittels Einpflanzung stielloser Lappen, die er aus der Epidermis mit den Papillen-Spitzen herstellte. Ferner die Wiederherstellung gänzlich verloren gegangener Lider, die Hebung des gesunkenen Oberlids mittels der Sehnen-Verlagerung, endlich die Ausrottung der orbitalen Thränen-Drüse. Werthvolle Bereicherung unsrer Kunst hat er uns geschenkt für die Behandlung der Augen-Eiterung bei Neugeborenen, der Körner-Krankheit, der zerstörenden Hornhaut-Processe, der durchbohrenden Augen-Verletzung, der Linsen-Verschiebung. Ferner erwähne ich seine Versuche, die Bier'sche Stauung auf das Auge anzuwenden, die Hornhautflecke durch Bestrahlung mit der elektrischen Glühlampe zu verringern, die albuminurische Netzhaut-Veränderung, sowie das Glaukom durch kleine Aderlässe günstig zu beinflussen."


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 Betreff des Beitrags: Re: Ende der Kontroverse
BeitragVerfasst: 13.4.2010, 22:47 
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1.)Doro
Interessanter Gedanke,ich verstehe von Psychiatrie insbesonders Kinderpsychiatrie recht wenig,aber was Du beschreibst waere eine schwere psychische Erkrankung (heute (im uebrigen im Gegensatz zu was Prof.Everbusch meint) funktionelle (psychogene) Blindheit genannt.)
Ich denke das May nie so schwer psychisch krank war.
Welche andere Auswirkungen sein Vater auf ihn hatte waere Gegenstand einer laengeren Diskussion.
2.)Ralf Harder
Ich respektiere doch Prof.Everbusch als was er ist ,ein Kind seiner Zeit.
Wie auch Prof.Witschler schreibt, werden heute nicht nur andere Begriffe benutzt um bestimmte Krankheitsbilder zu beschreiben sondern man weiss auch mehr ueber Aetiologie und Behandlung.
Prof.Eversbusch hat ein Krankheitsbild beschrieben,wie er es damals verstand,heute verbergen sich dahinter wahrscheinlich verschiedene Erkrankungen.
May hat er nie gesehen.
Wenn ich eine Beschreibung der damaligen Tuberkulose lese,nehme ich ja auch nicht an,dass May Tuberkulose hatte nur weil er behauptet er waere als Kind fuer eine langwierige Erkrankung behandelt worden.
Das heisst ja nicht das der Beschreiber der Tuberkulose unrecht hat.
Nein hier wird historisch-medizinische Literatur von Laien zitiert und ohne Grundlage auf May uebertragen,weil der behauptet hatte, er waere blind gewesen.
Das dies alles eine Luege war oder um die Gemueter zu beruhigen eine Selbstillusion ist viel wahrscheinlicher.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ende der Kontroverse
BeitragVerfasst: 13.4.2010, 22:59 
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Thomas Math hat geschrieben:
Ich respektiere doch Prof.Everbusch als was er ist ,ein Kind seiner Zeit.
Wie auch Prof.Witschler schreibt, werden heute nicht nur andere Begriffe benutzt um bestimmte Krankheitsbilder zu beschreiben sondern man weiss auch mehr ueber Aetiologie und Behandlung.


Ein Kind seiner Zeit? Entscheidend ist was damals war, nicht heute. Witschel weicht aus. Ob eine Krankheit Hinz, Kunz oder Rumpelstilzchen heißt, ist völlig gleichgültig. Diverse Krankheiten und entsprechende Auswirkungen hat es ganz einfach gegeben. Niemand käme auf den Einfall die Pest im Mittelalter in Frage zu stellen, nur weil es sie heute in Deutschland nicht mehr gibt. Mitte der 1840er Jahren waren die Behandlungsmöglichkeiten deutlich schlechter als heute, und das wissen Sie als gebildeter Mensch ganz genau, Herr Math! - RH


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 Betreff des Beitrags: Re: Ende der Kontroverse
BeitragVerfasst: 13.4.2010, 23:18 
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Warum soll May seine Erblindung erfunden haben? Welchen Vorteil hätte ihm diese »Lüge« denn bringen können?


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 Betreff des Beitrags: Re: Ende der Kontroverse
BeitragVerfasst: 14.4.2010, 0:11 
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Die Pest ist ein schoenes Beispiel (im uebrigen gibt es immer noch Faelle ich habe selbst eine Fall von Lymphadenitis,ich glaube in Deutschland hiesse das Beulenpest) behandelt.
Die damaligen Beschreibungen sind recht zutreffend und natuerlich kennen wir heute den Erreger und eine wirksame Behandlung.
Der Kern ist, wie schon versucht zu erklaeren ist nicht,dass ich Prof.Everbusch Beschreibungen bezweifle aber hier uebertragen medizinische Laien seine historische Beschreibungen,die in ihrem Kontext durchaus richtig sind , voellig spekulativ auf May ,statt einfach das Naechstliegende zu sehen.

Warum luegen Menschen,ach Herr Wohlgschaft ich bin sicher das auch sie in ihrem Beruf die Erfahrung gemacht haben,das es so viele Gruende dafuer gibt und Aussenstehenden oft diese Gruende unverstaendlich und unzugaenglich sind.
Warum behauptet jemand, er spraeche weiss gott wieviele Sprachen ?Eine Luege,die so offensichtlich ist /
Fuer blosses Marketing haette auch ein paar Sprachen gereicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ende der Kontroverse
BeitragVerfasst: 14.4.2010, 8:54 
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Thomas Math hat geschrieben:
ich verstehe von Psychiatrie insbesonders Kinderpsychiatrie recht wenig,aber was Du beschreibst waere eine schwere psychische Erkrankung (heute (im uebrigen im Gegensatz zu was Prof.Everbusch meint) funktionelle (psychogene) Blindheit genannt.)
Ich denke das May nie so schwer psychisch krank war.


Ich dachte auch eher ausgelöst durch eine Art Schock... allerdings hab ich davon auch recht wenig Ahnung, man liest sehr viel...
Fragen Sie doch mal Ihren Kollegen?

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 Betreff des Beitrags: Re: Ende der Kontroverse
BeitragVerfasst: 14.4.2010, 15:06 
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Doro hat geschrieben:
Thomas Math hat geschrieben:
ich verstehe von Psychiatrie insbesonders Kinderpsychiatrie recht wenig,aber was Du beschreibst waere eine schwere psychische Erkrankung (heute (im uebrigen im Gegensatz zu was Prof.Everbusch meint) funktionelle (psychogene) Blindheit genannt.)
Ich denke das May nie so schwer psychisch krank war.


Ich dachte auch eher ausgelöst durch eine Art Schock... allerdings hab ich davon auch recht wenig Ahnung, man liest sehr viel...
Fragen Sie doch mal Ihren Kollegen?

So im Sinne von PTSD (Post traumatic Stress Disorder)
Ich esse spaeter zu Mittag mit einem psychiatrischen Kollegen und frag mal.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ende der Kontroverse
BeitragVerfasst: 14.4.2010, 15:11 
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Thomas Math hat geschrieben:
Der Kern ist, wie schon versucht zu erklaeren ist nicht,dass ich Prof.Everbusch Beschreibungen bezweifle aber hier uebertragen medizinische Laien seine historische Beschreibungen,die in ihrem Kontext durchaus richtig sind , voellig spekulativ auf May ,statt einfach das Naechstliegende zu sehen.


Nein, spekulativ ist, wenn man eine "Behandlung" als Operation umstilisiert, somit das Thema klar verfehlt und May dann obendrein in das Licht eines Lügners rückt, weil man von einer funktionellen Blindheit nichts hören möchte. - RH


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 Betreff des Beitrags: Re: Ende der Kontroverse
BeitragVerfasst: 14.4.2010, 16:30 
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Jemanden zu be-urteilen, ist schwer, jemanden zu ver-urteilen hingegen einfach. Lebius hat das zu Karl Mays Lebzeiten vorgemacht. Seltsamerweise ist von ihm keine einzige Äußerung bekannt, die gelautet hätte, Karl May sei ein Lügner, denn er sei ja gar nicht blind gewesen. Lebius hat reichlich Leute in Hohenstein und Ernstthal befragt, da er ja May einen Strick drehen wollte. In den beiden unterdes vereinigten Städten lebten noch genügend geistig frische Leute mindestens in Karl Mays Alter, aber auch aus früheren Jahrgängen, die sich positiv oder negativ oder gar arg fabulierend über die Familie May ausgelassen haben oder sich gar an Karl May als kleines Kind erinnern konnten. Der Krügelsche Unfug ist ja auch genügend breitgetreten worden. Jede Räuberpistole war dem Herrn recht, um damit auf Karl May zu zielen. Hätte irgendwer gesagt, May sei ein springlebendiger Junge gewesen, der sämtliche Schneebälle stets zielgenau geworfen habe, wäre das von Lebius an eine größere Glocke gehangen worden.

Karl May hat seine Autobiographie als Prozeßschrift bezeichnet, die ihm helfen solle, zu gewinnen. Er mußte damit rechnen, daß alle seine Angaben überprüft, Zeugenbefragungen durchgeführt werden könnten. Warum sollte er in dieser Schrift gezielt lügen? Das wäre doch aufgeflogen! Wer in einem Prozeß Erfolg haben will, darf keine fetten Lügen auftischen!

Die Herren Kritiker fordern immer wieder Beweise dafür ein, daß Karl May blind gewesen sei. Welche Beweise können sie dafür beibringen, daß Karl May qua definitionem 1842 - 1912 nicht blind gewesen sei?

Wer wie Heinrich Witschel behauptet, Karl May sei 1864 zu insgesamt sieben Jahren hinter Gittern verurteilt worden, verunstaltet seine Biographie. Wer auf leicht angestaubte Ausarbeitungen aus dem Jahre 1986 eingeht anstatt auf aktuelle, stellt seine Argumentation auf tönerne Füße. Wer den Eindruck erweckt, die Autoren Mischnick und Harder hätten ursprünglich vier Jahre Blindheit Karl Mays postuliert und seien erst in jüngster Zeit von dieser These abgerückt, verdreht die Tatsachen. Seit ungefähr zehn Jahren verweisen beide Autoren darauf, daß sie von von einer vorübergehenden funktionellen Blindheit Mays ausgehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ende der Kontroverse
BeitragVerfasst: 14.4.2010, 16:44 
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Ob man damals als Lebius Informatien sammelte noch etwas ueber Mays Kinderkrankenheiten wusste ,wage ich zu bezweifeln.Ausserdem war seine kriminelle Vergangenheit doch auch weit bessere Munition als eine falsche Behauptung ueber angeblich langjaehrige Blindheit.
Ob Witschel biografische Daten genau kennt ,ist voellig gleichgueltig im Gegensatz zu den bereits mehrmals erwaehnten Laien weiss er was Augenerkrankungen angeht, wovon er spricht.
Ich sehe auch nicht das die Blindheitsthese wegen einer nicht existenten Operation abgelehnt wird sondern schlicht und ergreifend weil sie unglaubwuerdig ist und in eine Reihe mit Mays Dr.Titel,Fruehreisen und Sprachkenntnissen passt.
Kann ich beweisen,dass May nicht eine sehr kurze Zeit eine Sehstoerung hatte ?Nein
Aber so wie er es erzaehlt war es eine falsche Behauptung.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ende der Kontroverse
BeitragVerfasst: 14.4.2010, 17:11 
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Ob und wie lange May tatsächlich blind gewesen ist, lässt sich heute nicht mehr mit Sicherheit klären. In diesem Punkt gibt es auch gar keinen Dissens. Die Frage ist vielmehr: KANN May blind gewesen sein? KANN seine Darstellung in der Selbstbiographie zutreffen? Und eben diese Frage ist – wie vor allem Ralf Harder und Harald Mischnick überzeugend belegen – mit Ja zu beantworten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ende der Kontroverse
BeitragVerfasst: 14.4.2010, 17:13 
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Thomas Math hat geschrieben:
Ob Witschel biografische Daten genau kennt ,ist voellig gleichgueltig im Gegensatz zu den bereits mehrmals erwaehnten Laien weiss er was Augenerkrankungen angeht, wovon er spricht.


Sie machen es sich sehr einfach. Man sollte schon die biografischen Fakten kennen, und wenn man gar wichtige Details ausklammert, wird man unseriös.

Die Fachärztin für Augenheilkunde Dr. Christina Alschner hat sich 2005 ausführlich mit Mays Augenleiden befasst und hält eine funktionelle Blindheit für möglich, "die zu dieser Zeit infolge mangelhafter Behandlungsmöglichkeiten sicher wesentlich länger und quälender anhielten, als dies unter heutiger moderner Therapie der Fall wäre". [Karl Mays frühkindliches Augenleiden. In: Karl May Haus Information, Nummer 19, Hohenstein-Ernstthal 2005]

Wer nur das Negative im Menschen sieht, voller Vorurteile ist, kann folgenschwere Fehler begehen. Nur so ist es z.B. erklärbar, dass Unschuldige hingerichtet worden sind oder viele Jahre inhaftiert waren.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ende der Kontroverse
BeitragVerfasst: 14.4.2010, 17:15 
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Hermann Wohlgschaft hat geschrieben:
Ob und wie lange May tatsächlich blind gewesen ist, lässt sich heute nicht mehr mit Sicherheit klären. In diesem Punkt gibt es auch gar keinen Dissens. Die Frage ist vielmehr: KANN May blind gewesen sein? KANN seine Darstellung in der Selbstbiographie zutreffen? Und eben diese Frage ist – wie vor allem Ralf Harder und Harald Mischnick überzeugend belegen – mit Ja zu beantworten.


So sehe ich das auch. -

- Und nun debattiert ganz im Gegensatz zu dem, was der Threadtitel suggerieren will, hübsch weiter bis St. Nimmerlein ... :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: Ende der Kontroverse
BeitragVerfasst: 15.4.2010, 4:37 
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Ralf Harder hat geschrieben:
Sie machen es sich sehr einfach. Man sollte schon die biografischen Fakten kennen, und wenn man gar wichtige Details ausklammert, wird man unseriös

Nicht wenn man sich auf bestimmte Dinge beschraenkt,zur Diskussion einer angeblichen Blindheit Mays ist eine genaue Kenntnis seiner kriminellen Vergangenheit nur bedingt noetig.

Zitat:
Die Fachärztin für Augenheilkunde Dr. Christina Alschner hat sich 2005 ausführlich mit Mays Augenleiden befasst und hält eine funktionelle Blindheit für möglich, "die zu dieser Zeit infolge mangelhafter Behandlungsmöglichkeiten sicher wesentlich länger und quälender anhielten, als dies unter heutiger moderner Therapie der Fall wäre". [Karl Mays frühkindliches Augenleiden. In: Karl May Haus Information, Nummer 19, Hohenstein-Ernstthal 2005]

Wir haben ja schon geklaert das damals funktionelle Blindheit etwas ganz anderes meinte als heute.also gehen wir mal davon aus das May eine solche Erkrankung hatte.Wie ich so sehe werden die Erkrankungen die Eversbusch beschreibt fast ausschliesslich von Infektionen verursacht,nicht von ungefaehr bedenkt man die damalige hygienische Situation und den Mangel an Antiinfektiva.Soweit so gut.
laengerwierige Infektionen/Entzuendungen verursachen aber auch schwerwiegende Folgen und heilen fast nie ohne Narbenbildung was besonders im/am Auge und im Kindeshalter desastroes sein kann.

Zitat:
Wer nur das Negative im Menschen sieht, voller Vorurteile ist, kann folgenschwere Fehler begehen. Nur so ist es z.B. erklärbar, dass Unschuldige hingerichtet worden sind oder viele Jahre inhaftiert waren.


Geht's es auch eine Nummer kleiner ?
Ich dachte es ginge um angebliche Blindheit nicht um schwere Kapitalverbrechen.
Fehler machen wir leider alle,deshalb sind wir ja Menschen.

Ich schliesse ja auch eine mild verlaufene Augenerkrankung nicht aus,die auch zu sehr kurzfristigen Blindheit gefuehrt haben koennte.
Monate oder jahrelang blind war er jedenfalls nicht,dem wuerde sicher auch Dr.med.Heilig zustimmen.


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