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 Betreff des Beitrags: Erste Buchausgabe
BeitragVerfasst: 16.5.2004, 21:14 
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Dem gestern erstandenen Reprintband "Der Sohn des Bärenjägers" aus dem Karl May Verlag (empfehlenswert, mit 82 seitigem hochinformativen Anhang) entnehme ich, daß Mays erste Buchausgaben, "Der Waldläufer" und "Im fernen Westen", 1879 erschienen. Am 29. November. Das ist doch mal wieder was - mein Geburtstag.
:o


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 Betreff des Beitrags: Erste Buchausgabe
BeitragVerfasst: 18.5.2004, 21:29 
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:D Soso, rodger, dann feierst du dieses Jahr ja einen schönen Geburtstag: den 125.
Dafür hast du dich aber gut gehalten. Jungbrunnen gefunden?

*Späßle gemacht*

Gruß
andrea

_________________
andrea


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BeitragVerfasst: 18.5.2004, 22:14 
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:lol:
Hallo Andrea,

auch das scheine ich mit May gemeinsam zu haben - gelegentlich unfreiwillig Böcke zu schießen. Ich hab's erst nach Deinem Beitrag gemerkt.
:lol:


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BeitragVerfasst: 12.1.2005, 19:08 
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Ereignisse aus Karl Mays Leben in erzählerischer Form, in einer Mischung aus Fakten und Phantasie, darzustellen, reizt mich gelegentlich. Hier ein weiterer Versuch in der Richtung:

Es ist der 29. November. Der oft erwartete und doch so oft nichts herbeibringende Postbote nähert sich erkennbar der Haustür. Er hat ein Paket in der Hand. Der nicht mehr ganz junge Karl, 37 ist er jetzt, ahnt, was da kommen wird. Jetzt wird es wohl so weit sein. Doch, das ist es. Und irgendwie ist auch wieder eine kalte Nüchternheit dabei in diesem Moment, wo er weiß, daß er gleich eine der glücklichsten Stunden seines Lebens erleben wird. Diese Nüchternheit kommt immer, wenn das Leben es mal gut meint mit ihm, da stellt sich immer dieser Beigeschmack von Kälte, Nihilismus und Zynismus ein, das ist wie ein Mechanismus, der jedesmal greift. Als ob er sich das nicht gönnt, daß es ihm mal gut geht. Als ob er nicht daran glauben kann, glauben mag. Ein Schutz vielleicht vor Verletzung, die ihn doch immer wieder ereilt hat, egal was da war. Aber dieser Schutz, er kennt so einige, ist, auch, ein unguter, nimmt ihm auch die wenigen Freuden noch.

Er reißt das Paket mit viel Kraft oben an der Seite auf, hat nicht die Geduld, eine Schere zu holen. Ja, das ist es, er erkennt es schon an der Schrift. Sein Buch. Das erste. Er zerrt es ganz heraus, nicht ganz einfach bei der unbeholfen geratenen Öffnung des Paketes. „Im fernen Westen“. „Von Carl May“. Der ist stark, der Moment. Da hat er nicht viele von gehabt. Aber er steht ganz still. Auch innen, ganz still. Ernst. Steif. Es strömt etwas Gutes durch ihn. Aber „Freuen“ kann er sich nicht so recht, das kann er selten. „Emma“, ruft er, laut und klar, auch das tut er nicht oft und nicht gern, den Namen nennen, „Emma“, und geht ihr entgegen, jetzt doch aufgeregt, im In-Beziehung-treten zu anderer Person sich gleichsam anstecken lassend von dem Ereignis, das dies jetzt zweifellos ist, und als sie das doch wenigstens bitte bitte sehen soll. Wenn er jetzt alleine wäre, wäre er weniger aufgeregt. Emma kommt, ein wenig unwillig, ein wenig gelangweilt, wie so oft. „Ach so, das Buch, ja. Ist es endlich gekommen. Wurde ja auch Zeit. Die Farbe ist ein bißchen blass, find’ ich. - Und ? Geht’s Dir gut ? Bist zufrieden ?“ Sie geht schon weiter in Richtung Küche, sieht auf die Uhr dabei. Er steckt das weg, wie so vieles. Ein Wegstecker, ein Meister auch darin. Und einer des Umschaltens. Er will sich das jetzt nicht kaputtmachen lassen, nein, das andere ist stärker. Die Mißachtung, Kränkung, Fremdheit, das kennt er ja schon, damit lebt er, tagein, tagaus. „Komm, wir gehen spazieren, auf die Höhen, die Sonne scheint so schön ...“, sagt er leise. Tränen treten ihm in die Augen, es könnte jetzt so schön sein, wenn da ein Mensch wäre, der ihn verstünde, der Anteil nähme ... Aber er fühlt, daß dieser Tag wichtig ist, er spürt eine neue Kraft, er hat einen neuen Weg betreten, und der tut sich jetzt weit und einladend vor ihm auf.

Er steckt das Buch in die Manteltasche, die Finger zittern, er spürt mehr und mehr, was dieser Tag für ihn bedeutet und bedeuten wird. Sei doch Emma, wie sie wolle. Das Spazierengehen kann er mit ihr genießen, das Essen und trinken, und die Liebe, in vollen Zügen, oder das, was viele dafür halten, und was auch ihm durchaus gefällt. Aber Seelen-Partnerin ist sie ihm nicht. Nie gewesen. Auf ein Trugbild ist er da hereingefallen, das zum Teil sie ihm vorgespielt, zum Teil er für sich entworfen hat...

Sie gehen den Berg hinauf, sie bleibt etwas hinter ihm, er fühlt sich beschwingt, leicht; sie schnauft ein bißchen unerfreut, möchte eigentlich immer nur bergab gehen ...

Der Sonne entgegen. Komm ! Weiter !


Zuletzt geändert von rodger am 24.1.2005, 16:02, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 12.1.2005, 19:36 
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Hallo rodger,
das hast du sehr schön geschrieben. So schön traurig-melancholisch.
Der arme Karl. Ich empfinde es als schlimm, wenn man einen Partner hat, der einen nicht versteht, vielleicht auch nicht verstehen will. Man ist innerlich so allein, kann seine Gedanken und Gefühle niemandem mitteilen. Für mich wäre es das Schlimmste, was es geben kann.

Da bin ich doch dankbar, dass ich einen absolut seelenverwandten Partner habe.

Grüße
andrea

Im übrigen bewundere ich dein Talent, so schön zu schreiben.

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andrea


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BeitragVerfasst: 12.1.2005, 19:39 
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andrea hat geschrieben:
Da bin ich doch dankbar, dass ich einen absolut seelenverwandten Partner habe.


Ich auch !

:D :D :D

:!:


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