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 Betreff des Beitrags: Friedrich Eduard Bilz
BeitragVerfasst: 10.7.2004, 13:47 
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Hallo zusammen!

Momentan wird in Deutschland über die Verlängerung der Wochen- und Lebensarbeitszeit diskutiert; auch über die Kürzung von Urlaubstagen denkt man nach. Angesichts dessen kann es doch ganz reizvoll sein, zu erfahren, wie vor hundert Jahren über diese Thematik gedacht wurde. Einer, der sich tatsächlich Gedanken darüber machte, war Friedrich Eduard Bilz. In seinem fast 800 seitigen Werk: "Der Zukunftsstaat. Staatseinrichtung im Jahre 2000. Neue Weltanschauung. Jedermann wird ein glückliches und sorgenfreies Dasein gesichert" (Leipzig 1904) heißt es u. a.:



Zitat:
Die heutige lange Arbeitszeit ist naturwidrig.
Eine weitere, falsche Einrichtung ist zurzeit die angestrengte körperliche und geistige Arbeit. Wir Menschen müssen heute viel zu lange und angestrengt arbeiten. Die Arbeit soll dem Menschen nach den Bestimmungen der göttlichen Natur nur eine liebgewordene Beschäftigung und Zeitvertreib sein. In diesem Sinne ist die Arbeit für den Menschen ein Segen.
Wenn wir einst jede unnütze Arbeit (...) unterlassen werden und alle Menschen sich an der wirklich nötigen Arbeit beteiligen, dann braucht kein Mensch täglich länger als höchstens einige Stunden zu arbeiten, sodaß dann einem jeden, wie schon erwähnt, die Arbeit zu einem liebgewordenen Zeitvertreib werden würde. (S. 4)


Der Normalarbeitstag.
Wenn ich weiter die Frage beantworte, wann und wie lange man arbeiten soll? so schlage ich vor, daß männliche Personen mit dem Verlassen der Schule und vielleicht bis zum 50. Lebensjahre die gesetzlich normierten Arbeiten zu verrichten hätten und nach dieser Zeit davon befreit sein würden. Jedoch könnte unter Umständen und auf besonderen Wunsch des Einzelnen die Arbeitszeit über die bezeichnete Altersgrenze gegen Extra-Besoldung ausgedehnt werden. Die gesetzliche Arbeitszeit für alle Menschen würde vielleicht täglich zwei bis drei Stunden währen, und dürfte diese kurze Arbeitsdauer bei durchweg praktischen Einrichtungen sicher ausreichen. Bei Erntearbeiten, wo die Mittagszeit der drückenden Hitze wegen nicht auszunützen wäre, müßte die Tätigkeit auf die Morgen- und Abendstunden verlegt werden. Ein ähnliches Verfahren wäre auch in wärmeren und heißen Zonen zu beobachten. (S. 100)


Bilz, wie Karl May 1842 im Erzgebirge geboren, war der Gründer des Sanatoriums "Schloß Lößnitz". Es "galt zu Zeiten Karl Mays als eine der modernsten naturtherapeutischen Einrichtungen Europas. Sein Gründer war auch Verfasser eines Bestsellers. 'Das neue Naturheilverfahren' von Bilz wurde etwa zwei Millionen mal gedruckt und in 13 Sprachen übersetzt" (Griese, Karl May - Personen in seinem Leben, S. 43). Karl May war mit ihm freundschaftlich verbunden. So ist belegt, daß er zusammen mit Klara an den Rosen- und Winzerfesten teilnahm, die Bilz alljährlich für die Kurgäste gab. Auch für die schriftstellerische Tätigkeit des Bilz zeigte Karl May Interesse. Laut Klaus Hoffmann soll das Buch "Goldene Lebensregeln" von Bilz in Karl Mays Bibliothek stehen.

Freundliche Grüße
Wolfgang Sämmer


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 10.7.2004, 14:47 
Hallo zusammen,

ergänzend möchte ich noch darauf hinweisen, daß auch Emma May im September 1896 zur Kur im Bilz-Sanatorium weilte, um sich von einer Influenza zu erholen. Die liebe Emma May - keineswegs ein dämonisches Weib - sollte auch in diesem Zusammenhang nicht zu kurz kommen.

Ferner waren die Ehepaare May und Plöhn mit der Familie Bilz oft zu Feiern und Verantaltungen gemeinsam zusammen, wie Bilddokumente belegen.

Die Grabstätte der Familie Bilz befindet sich direkt rechts neben der Grabanlage von Karl May. Ein Besuch lohnt sich.

Die von Herrn Sämmer zitierten Buchauszüge aus dem Werk von Bilz wären in der realen Umsetzung geradezu wünschenswert und würde für alle Bevölkerungsschichten zu mehr Lebensqualität beitragen. Aber wie soll man das den heutigen "Führungseliten" begreiflich machen, die sich eher an den Methoden des Frühkapitalismus und dem Manchesterliberalismus orientieren.

Viele Grüße
Kurt


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