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Gartow
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Autor:  rodger [ 14.7.2004, 8:03 ]
Betreff des Beitrags:  Gartow

(Hier stand mal ein Gedicht

Das tut es nunmehr nicht)

:wink:

*

(In Gartow verteilte der wohlhabend gewordene May ungewöhnlich hohe Trinkgelder an Kellner und Dienstboten und wurde daraufhin von der mißtrauisch gewordenen Polizei am Ort festgehalten, bis seine Identität geklärt war).

Autor:  Gast [ 14.7.2004, 18:10 ]
Betreff des Beitrags: 

"Gartow" kann als gelungener Versuch moderner Lyrik betrachtet werden, gelingt es doch dem Verfasser eindrucksvoll, an die stille Lyrik von Friederike Mayröcker nahtlos anzuschließen.

Das lyrische Werk von Friederike Mayröcker (geb. 1924) ist im Suhrkamp-Verlag erschienen.

Mays Lyrik wirkt im Vergleich zu Friederike Mayröckers Werk schon um einiges unbedarfter. Aus dieser Tatsache heraus ist "Gartow" auch wesentlich höher einzuschätzen.

Ein dickes Lob für den Newcomer und weiter so.

Viele Grüße
Kurt

Autor:  rodger [ 14.7.2004, 18:46 ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Kurt,

das ist nun nach Deinem Eintrag in mein elektronisches Gästebuch das zweite mal, daß ich mir einigermaßen sicher bin, kräftigst auf den Arm genommen zu werden.

Die „moderne Lyrik“ entstand heute morgen spontan sozusagen aus dem Ärmel, ein paar Minuten hat’s gedauert. (Ernst gemeint war's allerdings schon). - Frau Mayröcker kannte ich bis eben nicht, und nachdem, was ich jetzt so im Google las, bedaure ich das auch nicht allzusehr.

Beste Grüße

Rüdiger

Autor:  Gast [ 14.7.2004, 20:39 ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Rüdiger,

um einem Mißverständnis vorzubeugen, kann ich nicht verhehlen, daß ich deinem lyrischem Gedicht - das in der Tat seine Qualitäten hat - eine gewisse leichte Ironie ins Spiel brachte.

Was den Eintrag von mir in dein elektronisches Gästebuch anbelangt, so war dieser von mir aber absolut ernst gemeint.

Viele Grüße
Kurt

P.S. Die Lyrik von Friederike Mayröcker mag ich allerdings sehr und werde mich nunmehr auch ihrer Erzählung "brütt oder die seufzenden Gärten" näher widmen.

Autor:  Gast [ 17.7.2004, 17:42 ]
Betreff des Beitrags:  Gedanken zu Gartow 1898

In Bezug auf Karl Mays Besuch in Gartow im Mai 1898 feiert die Karl-May-Forschung ja fröhliche Urständ.
Während der eine Forscher meint, Karl May habe den Aufenthalt sichtlich genossen trotz behördlicher Eingriffe in seine persönliche Freiheit, meinen andere, May sei über seinen Aufenthalt in Gartow so verärgert gewesen, daß er jeden Gedanken an eine Posse über den "Alten Dessauer" verworfen habe.

Nun, wie es auch sei, Karl Mays Aufenthalt in Gartow ist eine kurze und interessante Episode in seinem bewegten Leben und einen "innerlich gefestigten" Karl-May-Fan fiecht es auch nicht unbedingt an, was die Forschung meint, wie man Karl Mays Besuch in Gartow interpretieren müsse.

Da lobe ich mir schon Rüdigers Gedicht "Gartow". Das ist etwas handfestes, damit kann man was anfangen.

Viele Grüße
Kurt

Autor:  rodger [ 17.7.2004, 19:31 ]
Betreff des Beitrags: 

Ich könnte mir vorstellen, daß das Gartow-Erlebnis eines der einschneidenden in Mays Leben war, eine Art Schock. Da geht einer in einem Gefühl von Lebensfreude mal aus sich heraus und mag andere an seinem Wohlgefühl teilhaben lassen, auf seine, etwas unbeholfene Weise freilich, und kriegt prompt wieder den allzu bekannten Ärger und dieses allzu bekannte Gefühl, etwas falschgemacht, etwas ausgefressen zu haben. Das Thema verfolgt ihn doch seit seiner Kindheit. Dann löst sich das Bedrohliche, Befremdliche der Situation zwar auf, aber die Freude ist hin, und das Gefühl der zwischenzeitlichen, zumindest teilweisen Verbundenheit mit den Leuten auch. Und das ist sein Thema, sein Schicksal. Allein, getrennt zu sein. Auch auf dem Marktplatz oder in Kairo. Er ist aus seinem inneren Gefängnis nie herausgekommen. Und hatte Fluch und Segen, Hölle und Himmel damit.

Eine andere Enttäuschung bereitete ihm „Babel und Bibel“, sein erster und einziger Versuch auf dramatischem Gebiet. „Es ist […] derart mit Spott und Hohn überschüttet worden, als ob es von einem Harlekin oder Affen verfaßt worden sei“ schreibt er in „Mein Leben und Streben“. Die hemdsärmelige Formulierung lässt darauf schließen, dass er, bei allem immer mal wieder durchkommenden Hang zur Pathetik, durchaus zu Selbstironie und nüchtern-realistischer Betrachtung in der Lage war, und so etwas durchaus wegstecken konnte.

:wink:

Autor:  Kurt Altherr [ 28.1.2008, 14:41 ]
Betreff des Beitrags: 

Die Ereignisse in Gartow im Mai 1898, die - wie Rüdiger so treffend feststellt - auf Karl May durchaus schockierend wirkten, liegen nunmehr im Mai 2008 genau 110 Jahre zurück. Ist seitens der KMG eine Veranstaltung in Gartow geplant?

Autor:  rodger [ 28.1.2008, 15:54 ]
Betreff des Beitrags: 

Gartow ist in der Tat ein interessantes Thema, mit oder ohne KMG. Eine Veranstaltung ist (wie so vieles) durchaus (mit gutem Grund eines meiner Lieblingswörter) entbehrlich.

In einer der Dessauer-Geschichten wird ja der inkognito reisende Fürst dort festgehalten, seinem Autor geschah später ähnliches.

Gartow ist auch in anderer Hinsicht interessant, als Beispiel für ganz unterschiedliche Wahrnehmungen. Die einen sehen eine lustige Geschichte in der Angelegenheit, die anderen ein Trauma. Oder die einen mehr dieses, die anderen mehr jenes. Wer hat nun Recht ? Wie immer, wenn man so will: alle. Jeder auf seine Weise. Das Prisma ist beliebig drehbar und der wundersame Flicken- oder auch Zauberteppich unendlich variabel betrachtbar.

:wink:

Autor:  Susanne Tilsner [ 15.5.2009, 16:55 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gartow

Hallo,
geradebeschäftige ich mich mal wieder mit Karl May und seinem Gartower Aufenthalt (ich komme nämlich aus der Region im schönen Wendland). Dieses Jahr im September ist ein kleiner Termin in Gartow geplant. Wer interessiert ist schaut mal nach unter http://www.grenzenloser-elbgenuss.de Veranstaltungsprogramm da kommt dann ein Link zu den gesamten Veranstaltungen. Auf diesem Terminblatt ist eben auch diese Karl May Veranstaltung zu entdecken. Eleonore Caspar lies Karl May auf Sächsisch. :D

Autor:  Günther Wüste [ 16.5.2009, 19:39 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gartow

Hallo
Zu Gartow siehe Mitteilungen KMG Nr. 156, S. 2-9.

Gruss Günther

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