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 Betreff des Beitrags: Syberbergs “Karl May”
BeitragVerfasst: 11.6.2007, 19:38 
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Seit einiger Zeit suche ich den Karl-May-Film von Syberberg. Ich weiß, es gibt ihn in dem Triologie-Paket, zusammen mit dem Ludwig- und dem Hitler-Film.

Habe aber kein Interesse an den beiden anderen Filmen. (Außerdem ein wenig teuer!)

Ist Jemandem noch eine weitere Möglichkeit bekannt, an den Film zu kommen?

Gruß Matthias


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11.6.2007, 21:44 
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Siehe Thread "Tibo Taka und der General" unter "Reiseerzählungen", Seite 2.

:wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Syberbergs “Karl May”
BeitragVerfasst: 21.8.2007, 6:34 
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Matthias hat geschrieben:

Ist Jemandem noch eine weitere Möglichkeit bekannt, an den Film zu kommen?

Gruß Matthias



Hallo Matthias
In einem anderen Forum wurde erzählt, daß der Syberberg Film als Einzel-DVD auf dem Karl May Kongress verkauft werden soll!
Vielleicht hilft Ihnen das weiter.
Gruß
Reimund Becker


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 Betreff des Beitrags: Re: Syberbergs “Karl May”
BeitragVerfasst: 21.8.2007, 9:58 
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Reimund Becker hat geschrieben:
In einem anderen Forum wurde erzählt, daß der Syberberg Film als Einzel-DVD auf dem Karl May Kongress verkauft werden soll!
Vielleicht hilft Ihnen das weiter.


Hier noch der Vollständigkeit halber der entsprechende Beitrag aus dem Forum von Karl May & Co.:

Zitat:
Liebe Filmfreunde,

wie mir Hans-Jürgen Syberberg mitteilte, wird demnächst sein Karl May Film auf DVD erhältlich sein. "Ganz neu und extra für die Ausstellung in Berlin innerhalb des Programms der Gesamtausgabe vorgezogen" - so seine Nachricht. Die Karl May Ausstellung im Deutschen Historischen Museum wird ja auch von einer Filmreihe begleitet, die im Kino des DHMs über die Monate September - Oktober verteilt gezeigt wird. Auch dies ein Grund, im Herbst Berlin zu besuchen.

Die DVD ist - wenn ich Herrn Syberberg richtig verstanden habe - extra für die Berliner Ausstellung aus seiner sog. Deutschen Trilogie ausgekoppelt und wird also nur in Berlin als Einzelwerk zu kaufen sein. Der Museumsbuchladen hat daher schon eine Reihe DVDs bestellt, ich hoffe natürlich, dass das Angebot auch wahrgenommen wird.

Die Filmreihe selbst im Zeughaus-Kino beginnt mit "Durch die Wüste" aus dem Jahr 1936 und reicht bis hin zum Schuh des Manitou. Ausser Klassikern wie Silbersee und Winnetou I - III werden thematisch verwandte Filme gezeigt, so etwa Die Söhne der großen Bärin, aber auch exotische Stummfilme wie Sumurun von Ernst Lubitsch.

Viel Vorfreude!

Johannes Zeilinger
http://www.karl-may-forum.de/forum/view ... =6542#6542

_________________
Giesbert Damaschke, München
http://www.damaschke.de/
http://www.karl-may-gesellschaft.de/


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 26.9.2007, 6:12 
nur damit alles im gleichen thread ist - weil ich mir sonst leicht verloofen tue ...

Verfasst am (unter meinem alten login AFKM - vom Tibo Taka und der General) : 13.04.2007, 10:32 ... da war ein film 'Karl May' von Hans-Juergen Syberberg, in 1974 180 min mit:
Helmut Käutner
Kristina Söderbaum
Käthe Gold
Attila Hörbiger
Willy Trenk-Trebitsch
Heinz Moog
Lil Dagover

Was weiss man davon?
cheers
Marlies
**************
rodger's antwort: 13.04.2007, 10:59
Sehr sehenswert, habe ihn auf Casette. Hervorragende May-Darstellung seitens Helmut Käutner; auch Lebius und Gerlach beeindruckend. Sehr anspruchsvoller Film. Hatte (natürlich) keinen Publikumserfolg.

************************

nun endlich (!!) hatte ich die drei Stunden Zeit um mir den Film ansehen zu koennen - und in der Tat: sehr sehenswert - der Lebius war fast genauso portraitiert wie ich ihn mir vorgestellt hatte -vielleicht etwas mehr 'slick', mehr 'greasy' herausgeputzt haette ich ihn mir gedacht- ansonsten genau die Ratte ... der Gerlach war das der 'Einaeugige' mit dem modell Schlachtfeld?
Der Film ist sehr 'theatrical' mit ein paar ungewoehnlichen Blickwinkeln. Am auffaelligsten war die Passage mit Gerlach (?), anfangs des zweiten Teiles, wo er die lange gekurvte Treppe hinaufsteigt und philosophiert ueber 'es wird keinen Sieger geben'. Was mich ueberraschte war was das script Gerlach sagen lies - hat Gerlach schon zu den Prozesszeiten seine Meinung kundgetan?:

quote Syberberg Film:
Er [May] braucht unser Inferno zu seiner Erloesung // Eine Hoellentat und doch ein gutes Werk // Er wird sich ein System errichten das sein Leben erklaert, als grosse Pruefung, als Durchgangsgebiet fuer einen am Ende siegenden im Licht und dazu braucht er unsere Hoelle, und die soll er haben durch mich, denn ich liebe ihn.
unquote
[wahrscheinlich nicht ganz der Reihe nach, und nur Ausschnitte, aber das wesentliche ist zitiert.]

Waere May geworden was er ist ohne diese Hoellentaten? Ich glaube nicht. Hat er sich als 'Opfer' gesehen? Sicher. Das wurde mir auch klar als ich Klara May's Tagebuch las, sie hat eine regelrechte 'Opfer Kultivierung' betrieben. 'Wie muessen wir // wie muss mein armer Mann doch leiden' usw.
War das so gang und gaebe 'damals' oder speziell eine Klara/Karl Entwicklung? Die haben das ja gegenseitig einander 'gefuettert'. (Es scheint mir als ob ich da schon mal in einem thread was davon fabulierte, keine Ahnung wo.)


Oh, und das andere ... da kommt er mal des Nachts die Treppe herunter und da ist ein Junge/Maedchen (?) dem er was erzaehlt und dann umarmt haelt ... da blieb ich irgendwie stecken ... wer war das? Er selber - sein 'inneres Kind' ? Es war ja nicht das erstemal dass das Gesicht eines 'Jugentlichen' da auftauchte, aber es gehoerte vorher immer einem 'Bediensteten' (?) Wie gesagt da sah ich nicht richtig was damit gesagt werden sollte.


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BeitragVerfasst: 26.9.2007, 7:23 
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Hi,

es ist ein paar Jahre her, daß ich den Film gesehen habe, und an die Szene mit dem Kind/Bediensteten erinnere ich mich nicht gut genug. ("Wer war das ?" Inneres Kind oder Bediensteter ? Vielleicht von beidem etwas ... Dinge überschneiden, überblenden sich, wie wir wissen ...)

Das Gedicht, das Gerlach (ja das ist der mit der Klappe), wenn ich mich recht erinnere, am Ende des Films spricht, ist authentisch, das hat er nach Karl Mays Tod verfaßt. Ob die Passage vorher (mit Inferno, Erlösung usw.)vielleicht aus einem Brief ist oder einfach seitens Syberberg durch das besagte Gedicht inspiriert, weiß ich nicht, ich vermute letzteres.

Zitat:
Waere May geworden was er ist ohne diese Hoellentaten? Ich glaube nicht.


Eben. Deshalb kann man auch Lebius (den ich nicht als "Ratte", sondern, sozusagen, als "Erfüllungsgehilfen" ansehe) u.a. in gewissem Sinne dankbar sein, ohne das alles wäre unser May in Hochmut und Größenwahn völlig abgedriftet, anstatt zu wachsen ... (Aber das erklär' mal all den dappigen Schwarzweißsehern mit ihrem Freund/Feind-Denken ...)


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BeitragVerfasst: 26.9.2007, 9:33 
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Ich denke, dass "Schwarz-Weiß"-Schema bei Lebius endet auch dann, wenn man sich seinen Lebenslauf genauer betrachtet. Wenn jemand in seiner Haltung immerhin so konsequent bleibt, dass er bei den Nazis im KZ landet, kann er eigentlich nicht nur "böse" gewesen sein.

Helmut


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BeitragVerfasst: 26.9.2007, 12:05 
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Rudolf Lebius als "bösen" Menschen zu bezeichnen nur weil er der ärgste Gegner Karl Mays war, halte ich für sehr vermessen. Der Mann hatte ganz gewiß auch seine guten Seiten und sich - da ist er Karl May nicht mal unähnlich - in die Sache mit May sehr verbissen.
Karl May übrigens auch, dazu noch eine gewisse Dämlichkeit, z.B. ohne Rechtsbeistand die Verhandlung am 12. April 1910 in Berlin-Charlottenburg aufzusuchen.

Man sollte bemüht sein auch die guten Seiten von Rudolf Lebius zu erkennen und fair zu bewerten.


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BeitragVerfasst: 26.9.2007, 12:29 
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Zitat:
Karl May übrigens auch, dazu noch eine gewisse Dämlichkeit


Da ist Dir, so schwer es fallen mag, uneingeschränkt zuzustimmen

:lol:


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BeitragVerfasst: 26.9.2007, 13:13 
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... oder, das Prisma etwas gedreht und anders betrachtet, es war eigensinnig (von eigenem Sinn), meinetwegen auch stur, ... radikal, konsequent ... in gutem Sinne naiv ... sich selbst treu bleibend ...


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BeitragVerfasst: 26.9.2007, 16:26 
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Da hast du ohne Zweifel recht, Rüdiger, es spricht für Karl May. Aber es war doch blauäugig von ihm ohne Anwalt zu einer Verhandlung zu gehen, wenn der Gegner Rudolf Lebius heisst. die Folgen waren für ihn ja auch fatal.

Also ich würde das nie tun, egal wie der Gegner heisst.

:wink:


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BeitragVerfasst: 26.9.2007, 16:36 
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Ich sehe es wirklich so wie im vorigen UND wie im vorvorigen Beitrag mitgeteilt ... je nachdem wie man guckt.

Aber so ein ehrlicher Polter-May hat es gegen einen mit allen Wassern gewaschenen Lebius (wie hieß das schöne Wort ... advocatus diaboli ... Teufel Teufel ...) schon schwer, th' is clear ...

:wink:


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BeitragVerfasst: 27.9.2007, 11:33 
... ... die vorgehenden Argumente sagen hoffentlich nicht dass Erpressung im Lebius/May Fall akzeptiert werden soll? Erpressung an und fuer sich ist 'Terrorism' der niedrigsten Sorte - Erpressung kann NIE mit 'er hatte auch seine guten Seiten' vermildert werden ... Lebius war ein Erpresser, Erpressung ist Terrorism, was macht das den Lebius? May's Erloeser? I think not ... es macht aus ihm jemand der mit Erpressung ein Menschenleben zerstoerte und vom Tatort ungestraft weglaufen konnte (unberuecksichtigend den Effekt an May's Werken). Ob er nun in unserer 21st Century Ansicht den May zu 'hoeheren' Dingen trieb, er hat May aufs schaendlichste terrorisiert. (Oder sollen wir sagen dass Osama Bin Laden George W. Bush's Erloeser ist?) Oder soll man sagen dass May mit seiner Daemlichkeit selbst schuld daran war dass er dem Lebius in die Falle lief? Entschuldigt dieses Argument Lebius' Erpressung ... jahrelange Erpressung? Oder dann kann man auch sagen dass 'Minirock' und 'hohe Absaetze' die Vergewaltigung entschuldigt ... nee ... Erpressung bleibt Erpressung, auch wenn er seinen Hund gut behandelt hat, oder spaeter wegen was 'unrelated' im KZ gelandet ist. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Genausowenig wie May ein 'geborener Verbrecher' war, war Lebius nur 'boese', die Erpressung May's ist EINE kriminelle Handlung von vielleicht manchen anderen in Lebius' Leben, und da es sich um May's Leben handelt hier, spielt es keine Rolle was Lebius nach May's Tod noch so alles erlebte - es hat retrospektive keinen Einfluss.
Lebius hat May erpresst, das war ein Verbrechen - und mit May's 'Daemlichkeit' ist er damit weggekommen. Das entschuldigt das Verbrechen nicht, im Gegenteil, er hat das ausgenuetzt, und das nennt man 'abuse', welches auch ein Verbrechen ist ... also sollte er fuer beides 'abuse' und 'Erpressung' zur Rechenschaft gezogen werden - damals.


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BeitragVerfasst: 27.9.2007, 11:55 
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Der langen Rede kurzer Sinn ?

Sollen wir jetzt alle eine Gedenkminute einlegen und uns auf Kommando moralisch entrüsten ?

„ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft“ …

„Lebius gibt es natürlich auch. Das hat gar nichts mit Glauben oder nicht glauben zu tun, den gibt’s immer. Der war, sozusagen, im Karl-May-Lebensplan vorgesehen. Er begegnete ihm im Außen, aber wenn er gut genug in sich hineingeschaut hat, dürfte er ihn auch da, in sich, schon wahrgenommen haben.“

habe ich seinerzeit mal im Thread „Das Buch der Liebe“ geschrieben (wobei mir übrigens erst nachträglich klar wurde, dass verständlicherweise vermutlich kein Mensch gemerkt hat, dass ich nicht die Person Rudolf Lebius meinte, sondern, wie soll ich sagen, ein gewisses Prinzip)


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BeitragVerfasst: 27.9.2007, 12:46 
>>>>Sollen wir jetzt alle eine Gedenkminute einlegen und uns auf Kommando moralisch entrüsten ? <<<

Davon hab ich nichts gesagt, nur dahergestellt dass Erpressung kriminell ist und nicht verschoenert werden kann ... nur weil jeder dazu faehig ist (als Mensch) heisst das noch lange nicht dass man sich damit vergnuegen soll. Fuer uns heute ist das reine Unterhaltung und ein ergoetzliches Hobby - was da vor 100 Jahren so vor sich ging. Die Welt is voller Erpresser, nur weil's soviele gibt, soll man nun ploetzlich die Schultern zucken und sagen: es ist die Norm? Wenn ich so nachdenke ... das tun wir als Menschheit ja eigentlich schon lange ... sollte 'evolution' nicht eine 'aufwaerts' Bewegung sein? Erpressung und deren Effekt als 'Norm' zu akzeptieren ist 'devolution' (biol. Entartung).

Darum hat May auch dem Lebius nicht nachgegeben.


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