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BeitragVerfasst: 2.8.2006, 22:30 
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in der Tat, befürchten muß man das immer. Normalerweise steht aber drin wenn es sich um gekürzte Ausgaben handelt. Ich habe jetzt nicht alle Ausgaben akribisch verglichen, daher kann ich da jetzt nichts genaues drüber sagen, aber ich nehme doch mal stark an, daß es eher am Schriftbild und an etwaigen Illustrationen liegt. Ruf der Wildnis ist auch in der Originalausgabe nicht sonderlich voluminös, überhaupt hat JL keine Wälzer geschrieben, das war damals auch nicht en vogue.

Ich muss grad mal an mein Regal...moment... also... Der Seewolf: 366 Seiten in der deutschen Übersetzung, im englischen 360. Martin Eden schlägt aus der Art mit über 450 Seiten. Ruf der Wildnis in der Herrnberger Doppelausgabe mit Wolfsblut nur knapp 100 Seiten, in der Artemis Winkler Ausgabe allerdings 150... hm. Bin ich derart besessen, daß ich die jetzt parallel lese zumal es zwei verschiedene Übersetzer sind? Nein, so besessen bin ich dann doch nicht. Da ich die meisten dann doch in englisch konsumiert habe, ist es mir jetzt auch wurscht.

Ach, und nett, daß Sie das Nachwort von Wissdorf erwähnt haben.
:-))

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I would be rather ashes than dust -
Jack London 1876 - 1916


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BeitragVerfasst: 2.8.2006, 22:40 
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Zitat:
Bin ich derart besessen, daß ich die jetzt parallel lese zumal es zwei verschiedene Übersetzer sind? Nein, so besessen bin ich dann doch nicht.


Wie ich mich kenne, werde ich genau das aber in Bälde tun. Ich will doch wissen, ob ich etwas verpaßt habe. Außerdem habe ich langjährige Übung im Vergleichslesen.

:wink:


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BeitragVerfasst: 3.8.2006, 12:54 
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Ich habe mir jetzt den "Seewolf" in der dtv-Taschenbuchausgabe (schönes Cover) angeschafft und wundere mich über die geringe Seitenzahl. Ich dachte, dass sei dicker.

Dann fiel mir auf einmal ein, dass ich wohl als Kind den "Seewolf" schon gelesen habe, habe dann in meiner Kinderbuchsammlung (ja, sowas habe ich noch) nachgesehen und siehe da, das Buch "Der Seewolf" ist vorhanden - und es ist eigentlich ziemlich umfangreich für ein reines Kinderbuch. - Ach ja, in gleicher Ausführung habe ich auch noch "Wolfsblut". Was ich als Kind alles gelesen habe....

Jetzt bin ich wirklich mal gespannt auf die Unterschiede in beiden Ausgaben.
Möglicherweise werde ich jetzt auch noch zum Vergleichsleser. :D

Gruß

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andrea


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BeitragVerfasst: 11.8.2006, 20:04 
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In der Biographie von Robert Barltrop wird die These, Jack London sei latent homosexuell gewesen (wir sprachen hier kurz darüber) übrigens offen ausgesprochen und auch zu belegen versucht:

„er mochte Frauen nicht. In einem früheren Abschnitt seines Lebens hatte er sexuelle Beziehungen zu Männern gehabt und Charmian wusste davon. Sie sprach von >>Verirrungen in seinen jungen, stürmischen Tagen<<, und in einem langen Brief der Selbstprüfung schrieb er ihr in den Anfangstagen ihrer Ehe: >>Einige Male bin ich, durch Kameraden herausgefordert, mit einem oder zwei Männern und einer oder zwei Frauen intim gewesen.<< Sein Verlangen nach dem >>männlichen Kameraden<< blieb bestehen und zeigte sich in seiner Beziehung zu George Sterling noch deutlicher. Jedoch scheint Charmians sportliches Wesen in Verbindung mit ihrer ausgeprägten Sexualität die homosexuellen Neigungen, die Jack zweifellos hatte, befriedigt zu haben.“ (dtv-Ausgabe, S. 113)

Das wäre ja alles nicht unbedingt weiter von größerem Interesse, aber: damals ging man mit diesen Dingen noch keineswegs so entspannt um wie - teilweise ! - heute, und es dürfte für ihn ein richtiges Problem gewesen sein. Und passt bestens ins Bild eines, der irgendwie den Eindruck macht, sein Leben lang nie richtig zur Ruhe gekommen zu sein, möglicherweise immer ein bisschen auch auf der Flucht vor etwas gewesen zu sein.


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BeitragVerfasst: 11.8.2006, 22:39 
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hmmm... wenn Robert Baltrop so etwas behauptet gibt es sicher auch Quellen dafür.. oder? Der entsprechende Brief sollte also mit Datum angegeben sein.

Ich sass bei den Briefen an der direkten Quelle, teilweise habe ich sie auch noch in Kopie, mal ganz abgesehen vom dreibändigen Sammelband der Briefe, die ich im Jack London Village erstanden habe. Einen entsprechenden Hinweis könnte ich also prüfen...
:-)

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BeitragVerfasst: 12.8.2006, 0:09 
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An der Stelle ist keine exaktere Quellenangabe, nur dieses "in einem langen Brief der Selbstprüfung schrieb er ihr in den Anfangstagen ihrer Ehe".


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BeitragVerfasst: 12.8.2006, 13:36 
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Nun, das fällt dann für mich in den Bereich der Fiktion. Ohne Quellenangaben auch keine Stichhaltigkeit.
Wie sagt der dicke Markwort vom Focus immer so schön? Ich will Fakten, Fakten, Fakten!

:-)

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BeitragVerfasst: 12.8.2006, 14:30 
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Spekulation, nicht Fiktion, etwas passender ausgedrückt.

Ich halte es mit einem berühmten Vorgänger bzw. Vorredner und weiß, daß ich nichts weiß.

Und Sie sind doch sonst auch ein angenehm fantasievoller Mensch und kein Erbsenzähler ...

:wink:


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BeitragVerfasst: 12.8.2006, 17:52 
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So, der "Seewolf" ist ausgelesen.

Ich habe ja die Ausgabe dtv, Deutsch von Erwin Magnus.

Irgendwie klingt der Roman recht modern. Wurde da der Text irgendwie angepasst? Oder war das Londons Stil?
Gefallen hat´s mir prächtig. Klasse Roman.

Der Vierteiler folgt ja wirklich hervorragend dem Buch - bis auf die eingeschobenen Jugenderinnerungen, die mich immer schon genervt haben und die Vorkommnisse auf der Insel - ansonsten wurde der Text sauber übernommen. Nicht schlecht. Da habe ich dann doch schon schlechtere Verfilmungen gesehen.

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andrea


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BeitragVerfasst: 12.8.2006, 18:11 
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Überhaupt nicht gefallen hat mir die Verfilmung mit Charles Bronson aus dem Jahre 1993.


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BeitragVerfasst: 12.8.2006, 18:51 
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Hey, das freut ich aber, daß Ihnen Der Seewolf so gut gefällt!
:-)

Komisch, wollte heute schon mal danach fragen.. und um Ihre Frage nach dem Stil zu beantworten: Jack London schrieb tatsächlich so modern! Das war ja das besondere an ihm, und auch ein Grund seines grossen Erfolges. Und deshalb gilt er auch als Begründer eines neuen Realismus und Vorreiter von Hemingway.

Ja, die TV-Verfilmung von Wolfgang Staudte folgt in den Seewolf-relevanten Abschnitten ziemlich buchstabengetreu der Buchvorlage, sogar die Dialoge sind teilweise original. Mich hat es früher auch genervt, daß er "The Road", "Frisco Kid", "Ein Sohn der Sonne" und noch diverse Shortstories (Love of Life) verwurstet hat - auf der anderen Seite ist das Buch in der Tat nicht leicht zu verfilmen, weil das Ende recht eintönig ist. Es fehlt hier so der richtige Hollywood'eske Höhepunkt, deshalb sind die meisten Verfilmungen (eigentlich alle) bislang gescheitert. Die mit Charles Bronson ist eine der schlechtesten, wobei ich Christopher Reeve als Hump recht gelungen fand. Es gab vor einigen Jahren Gerüchte, daß Ridley Scott sich des Stoffs mal annehmen wollte, aber das bleiben wohl nur fromme Wünsche. Machen wir uns einstweilen also unseren eigenen "Film im Kopf" - was meines Erachtens mehr als ausreicht.
:-)

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BeitragVerfasst: 12.8.2006, 19:31 
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Zitat:
Machen wir uns einstweilen also unseren eigenen "Film im Kopf" - was meines Erachtens mehr als ausreicht.


Das sehe ich auch so.


Zuletzt geändert von rodger am 4.12.2008, 19:27, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 13.8.2006, 0:39 
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@FoxMulder: Abenteuergeschichten, und dazu noch auf See - was sollte mein Herz da noch mehr wollen??

Ich habe übrigens verschiedene Seiten der dtv-Ausgabe mit meinem sogenannten "Jugendbuch" verglichen. Es war kein gravierender Unterschied. (z.B. "Reich mir die Flosse" - "Reich mir die Pfote"... Was steht da eigentlich im Original??) Ich bin überrascht. Aber vielleicht liegt das an Londons Stil, dass man diesen nicht "jugendgerecht" umfutscheln musste.

Heute geht´s noch auf einen Trödelmarkt. Mal schauen, ob ich da in Sachen "Die Schatzinsel" fündig werde.

Gruß

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andrea


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BeitragVerfasst: 13.8.2006, 9:20 
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Werner Herzog wäre der richtige Regisseur für eine "Seewolf"-Verfilmung gewesen. Dem ging es nie um Action als Selbstzweck oder Abenteuer um des Abenteuers willen, sondern um das, was dahinter steht oder steckt. - So geschieht beispielsweise in "Fitzcarraldo", wenn sie den Fluß hinauffahren, eine ganze lange Weile so gut wie gar nichts, aber es baut sich eine ungeheure Spannung auf. Das kann viel beeindruckender sein als wenn Gott weiß wie herumgeballert oder herumgehampelt wird.

Freilich wäre auch wieder Klaus Kinski eine wunderbare Besetzung gewesen, denkbar auch für den Larsen, aber noch eher für dessen Widerpart: ich sehe es vor mir, wie er erst ganz verhalten-feinnervig den Intellektuellen verkörpert und im Laufe des Films mehr und mehr auch all die anderen Züge sich zeigen, die er halt auch in sich hat ...


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BeitragVerfasst: 16.8.2006, 8:43 
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Derzeit lese ich "Zur See und im Sattel", Biographie über Jack London von Irving Stone. Der trägt manchmal ein bißchen dick auf und kommt auch schon mal ein wenig allzu hemdsärmelig daher (die Biographie ist aus den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts), aber es gelingen ihm auch Formulierungen wie folgende, die das Buch dann doch wieder sehr lohnenswert machen:

Es gab für Jack auf der ganzen Welt nur einen Beruf: Schreiben. Sein Entschluß entsprang keiner Laune; er strebte nicht nach Ruhm oder Reichtum und hatte nicht den Ehrgeiz, sich gedruckt zu sehen. Es war der Ruf seiner inneren Stimme, das Gebot seiner Natur und seiner Begabung. Sein Tagebuch enthielt flüchtig hingeworfene Charakterskizzen aus seiner Vagabundenzeit, Schilderungen der Landschaft Alaskas, aufgefangene Gesprächsfetzen und ergänzende Entwürfe, die sich ungewollt in ihm gebildet hatten, weil er mit den Gaben hoher Wahrnehmungsfähigkeit und Empfindsamkeit und der Gewalt über das Wort geboren war. [...] Was er in Klondike gesehen und erlebt hatte, pochte ungestüm an die Tür zu seinem Hirn und wollte geboren, geschrieben sein.

Stones Buch ist übrigens die fünfte London-Biographie, die ich, neben einigen Romanen, in den letzten zwei Monaten gelesen habe. Die beste von denen ist immer noch die von Andrew Sinclair.


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