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 Betreff des Beitrags: Re: Gedanken zu diesem & jenem in "Die Rache des Ehri"
BeitragVerfasst: 10.1.2010, 17:40 
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Hermann Wohlgschaft hat geschrieben:
Zu Emma gibt es einen eigenen Thread (in der Sparte ›Seine Biographie‹).



Vielen Dank, werd ich mal eruieren...

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 Betreff des Beitrags: Re: Gedanken zu diesem & jenem in "Die Rache des Ehri"
BeitragVerfasst: 10.1.2010, 17:47 
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Doro hat geschrieben:
Ohh, ich vergaß...


So ging ja auch die Geschichte neulich weiter, der Nachbar hat Doro an den Baum gebunden, stärkt sich mit Wasser, und dann sagt er "So, und nun lese ich Dir Tonio Kröger und den Tod in Venedig in voller Länge vor" ...

(heute ist das ein Witz ... 1976 bei jenem fatalen Spaziergang um den Durlacher Turmberg habe ich tatsächlich gedacht, das wäre so in etwa das, was eine junge, lebenslustige Dame hören will ...)

:lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: Gedanken zu diesem & jenem in "Die Rache des Ehri"
BeitragVerfasst: 10.1.2010, 17:50 
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rodger hat geschrieben:
Sicher ist gar nichts. (Es sei denn es hat vielleicht jemand das Manuskript ...) Er hat ja manchmal plagiiert sozusagen auf Teufel komm raus. Gerade in Sachen Ehri (Gerstäcker!), wie mir gerade einfällt. Vergleichsleser[in(nen)] vor, steht da auch entsprechendes bei Gerstäcker ?


Das klang mir ein wenig nach:
Zitat:
hoffentlich findet sich einmal ein fleißiger Urning, der die langwierige und müh=selige Aufgabe über sich nimmt, die ganzen 50 oder 60000 Seiten, wimmelnd von Hanswürsten Policinellen & Koterien, so am Schnürchen zu haben, daß er uns ein ausführliches alfabetisches May=Lexikon liefern könnte; eine Arbeit, die großen Scharfsinn & kongenitale Einfühlungskraft erforderte und außerdem auf Methoden & Techniken literaturhistorischer Forschung führen würde, die zu entwickeln & zu handhaben ich mir nicht getraue, und zu denen wegweisende Vorbilder größtenteils noch mangeln - wichtig wäre es, in Anbetracht der drogenhaften Wirkung der Sächelchen, immer. Und auch deswegen, weil es zur Einsicht in die Rolle des <Klassen=Clowns> als eines nicht unwichtigen soziologischen <Bindemittels kleinerer Gruppen>, bis auf etwa <Kompanie=Stärke>, merkwürdige Beiträge liefern könnte.

(Arno Schmidt : Sitara und der Weg dorthin)

Mittlerweile hat sich da ja jemand (eigentlich mehrere) gefunden (Bernhard Kosciuszko), ob der jedoch ein "Urning" war/ist, würde ich jedoch eher stark bezweifeln.

Helmut


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 Betreff des Beitrags: Re: Gedanken zu diesem & jenem in "Die Rache des Ehri"
BeitragVerfasst: 10.1.2010, 17:56 
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Ah, verstehe. Leuchtet ein, daß das mißverständlich herüberkommen konnte (wobei Du mir aber offenbar vermutlich mehr Häme oder Süffisanz unterstelltest als ich bei Schmidt sehe :wink: ). "Vergleichsleser[in(nen)] vor" sollte aber wirklich ganz unironisch Aufforderungscharakter haben. Jetzt wo ich weiß wo ich nachgucken kann werde ich das interessehalber selber zu erledigen versuchen.


Zuletzt geändert von rodger am 10.1.2010, 18:22, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Gedanken zu diesem & jenem in "Die Rache des Ehri"
BeitragVerfasst: 10.1.2010, 18:01 
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rodger hat geschrieben:
So ging ja auch die Geschichte neulich weiter, der Nachbar hat Doro an den Baum gebunden, stärkt sich mit Wasser, und dann sagt er "So, und nun lese ich Dir Tonio Kröger und den Tod in Venedig in voller Länge vor" ...
:lol:



Na ja, darauf ging ich nicht näher ein, weil... es gehören zwei dazu...
eine(r) der bindet, eine(r) der binden läßt; eine(r) der liest und eine(r) der zuhört :wink:

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 Betreff des Beitrags: Re: Gedanken zu diesem & jenem in "Die Rache des Ehri"
BeitragVerfasst: 10.1.2010, 18:02 
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Die Infos im Biografie Thread gehen mir zu sehr in Eine Richtung... Ich glaube nicht, dass man dies so einseitig betrachten darf/sollte...

Da wer ich mal weiter nachgehen und Quellen erkunden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Gedanken zu diesem & jenem in "Die Rache des Ehri"
BeitragVerfasst: 10.1.2010, 18:05 
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Jetzt habe ich gleich zwei Doro-Beiträge hintereinander nicht verstanden ... schlechte Quote heute ... :shock:


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 Betreff des Beitrags: Re: Gedanken zu diesem & jenem in "Die Rache des Ehri"
BeitragVerfasst: 10.1.2010, 18:19 
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Helmut hat geschrieben:
Vergleiche mit einem etwaigen Original eines anderen Schriftstellers findet man vielleicht in dem entspr. Reprint der KMG


Leider nicht ... aber es gibt ein Sonderheft der Gerstäcker-Gesellschaft, vielleicht bestell' ich mir das mal.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gedanken zu diesem & jenem in "Die Rache des Ehri"
BeitragVerfasst: 10.1.2010, 18:24 
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rodger hat geschrieben:
schlechte Quote heute ... :shock:



Oh ja... *seufz*
Für mich auch :roll:

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 Betreff des Beitrags: Re: Gedanken zu diesem & jenem in "Die Rache des Ehri"
BeitragVerfasst: 10.1.2010, 18:25 
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Wie genau, sprich wie faktisch richtig, ist der wiki Eintrag über Emma Pollmer?

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 Betreff des Beitrags: Re: Gedanken zu diesem & jenem in "Die Rache des Ehri"
BeitragVerfasst: 10.1.2010, 22:04 
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Zitat Friedrich Gerstäcker aus "Das Mädchen von Eimeo"
zum Vergleich Karl May "Die Rache des Ehri":

Nur das Volk ist ein anderes geworden – ob besser? – wer kann das sagen? Unverdorbener gewiss nicht, als in seiner alten Heidenzeit, denn das Wesen der christlichen Religion verstanden sie nicht zu erfassen, aber die Laster und schlechten Gewohnheiten der Fremden nahmen sie willig an, und während sie den Glauben an die alten Götter verloren, fehlte ihnen Herz und Sinn für den neuen Gott, dessen Wirken sie nicht begriffen, und den sie deshalb weder fürchteten noch liebten.
Dazu mochte wohl die starre Dogmatik der ersten Missionare – zelotische Protestanten - beigetragen haben, die den ganzen Gottesdienst nur in der Form suchten und fanden. Da sie diesen Heiden aber nichts weiter brachten als eine – ihren ganzen Sitten und Gebräuchen, ihrer ganzen Natur nicht zusagende starre Form, so konnten sich die Indianer auch nur wenig damit befreunden. Wo sie die neue Religion annahmen, geschah es teils in dem Glauben, einen mächtigeren Gott zu bekommen, der sie in ihren Kriegen besser schützen konnte, als ihre Götzen es vermocht, teils aus Eigennutz, um sich ausgehaltene Geschenke anzueignen – selten – oh wie selten, aus wirklicher Überzeugung, und der Erfolg zeigte denn auch den Nutzen, den ihnen die neue Lehre brachte: sie genügten eben der vorgeschriebenen Form, und glaubten damit alles getan zu haben, was man von ihnen verlangte – und man verlangte auch in der Tat oft nicht mehr von ihnen.
Wohin die Missionare freilich drangen, bildeten sie einen Kreis von Anhängern um sich her; aber viele beharrten trotzdem auf ihrem alten, von den Voreltern ererbten und für heilig gehaltenen Glauben, und dass dadurch endloser Unfrieden in Familien gebracht und viele sonst für das Leben geknüpfte Bande zerrissen wurden, lässt sich denken. Auf manchen Inseln der Südsee – ja auf sehr vielen, bildeten sich zwei feindliche Parteien; die eine, von den Missionaren dazu aufgefordert, verbrannte und zerstörte die Götzenbilder, und die andere, darüber entsetzt und empört, griff in blinder Wut zu den Waffen, um ihre bisherigen Heiligtümer zu retten oder zu rächen. Blutige Kriege wurden dabei geführt und die milde, versöhnende Lehre des Heilands, wie auf dem amerikanischen Kontinent, mit Feuer und Schwert verbreitet und mit rauchendem Blei bekräftigt.
Die friedlichen Insulaner aber bekamen die ewigen Kämpfe bald satt. Überhaupt indolent in ihrem ganzen Wesen, und von der, ihre Gaben mit vollen Händen spendenden Natur verwöhnt, ermüdete es sie, für etwas ihr Leben einzusetzen, das ihnen bisher noch keine Unbequemlichkeit gemacht hatte. Die Meisten wurden Christen und würden auch wohl jedenfalls den christlichen Glauben für den besseren gehalten haben, wenn sie nicht die christlichen Missionare selber darin irre gemacht hätten. Den protestantischen Geistlichen folgten nämlich katholische – oder auch umgekehrt, und lehrten dabei verschiedene Formen, indem sie die vorher von anderen als heilig hingestellten verwarfen – ja die protestantischen Missionare suchten sogar die Eingeborenen zu überreden, dass die Katholiken auch nichts anderes wären als Götzenanbeter, und dass sie deren Glauben meiden sollten. Natürlich konnte das die Indianer nicht in ihrer neuen Religion befestigen. Sie mussten an einer Lehre zweifeln, über welche sich die Fremden selber noch nicht einmal geeinigt hatten, und manche fielen heimlich wieder von dem neuen Glauben ab.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gedanken zu diesem & jenem in "Die Rache des Ehri"
BeitragVerfasst: 10.1.2010, 22:30 
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Danke !

Auf den ersten Blick: differenzierter als bei May ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Gedanken zu diesem & jenem in "Die Rache des Ehri"
BeitragVerfasst: 10.1.2010, 23:03 
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Ja,

das empfinde ich genau so. Beide, May und Gerstäcker, schildern dasselbe, aber Gerstäcker legt sozusagen den Finger haargenau in die Wunde bzw, er drückt die Probleme doch etwas deutlicher aus als May.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gedanken zu diesem & jenem in "Die Rache des Ehri"
BeitragVerfasst: 10.1.2010, 23:08 
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Interessant auch, erkennen zu müssen: selbst bei seiner Gesellschaftskritik hat er teilweise 'abgekupfert' ... Aber andererseits auch wieder Eigenes daraus gemacht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gedanken zu diesem & jenem in "Die Rache des Ehri"
BeitragVerfasst: 10.1.2010, 23:33 
Generell muß festgehalten werden, das Gerstäcker im Vergleich zu Karl May nicht nur der bessere Autor sondern auch das zumindest gesehen hat, über das er schreibt.

Das May bei Gerstäcker abgekupfert hat ist ja nicht erst seit heute bekannt.


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