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BeitragVerfasst: 19.4.2007, 10:31 
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Zitat:
Zahn fuer Zahn, Auge fuer Auge,


wenn es noch so wäre …

aber jemanden erst aufbauen, benutzen und dann später, wenn er einem nicht mehr in den Kram passt umbringen, so recht überzeugt mich das nicht …

aber lassen wir das

Zitat:
Und noch eins wegen 'lernen' - neee - Die Geschichte zeigt, dass wir von Geschichte nix lernen.


"Unter den vielen Dingen, die Montaigne bezweifelt hat, ist auch die Übertragungsmöglichkeit der Weisheiten und der Wahrheiten. Er glaubt nicht an Bücher, nicht an Doktrinen, nur an das, was von ihnen erlebt ist. Er sieht, daß nicht Christus, nicht Plato, nicht Seneca und Cicero der Welt geholfen haben und daß zu seiner Zeit genau dieselben Bestialitäten möglich sind wie unter den römischen Königen. Man kann nicht belehren, man kann nur den Menschen führen, sich selbst zu suchen, mit seinen eigenen Augen zu sehen. Keine Brillen und keine Pillen."

Stefan Zweig, Montaigne.


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BeitragVerfasst: 19.4.2007, 11:39 
wenn man genau hinschaut dann erkennt man die Schnuere die die Puppen tanzen lassen immer - obs ein Twin Tower, eine Haengerei, oder eine Schiesserei ist ... :!:

Und wie war das noch mit dem 'Kreis'? .... wo 'Himmel und Erde' sich vereinen, einen unsterblichen Geist fuer kurze Zeit in irdische Gewandung zu huellen, um ihn zum Erklimmen einer Hoeheren Daseinsstufe zu befaehigen.'

Tja .. wat kamma da no sage?
Die Reise in die hoehere Daseinsstufe hat ein jeder alleine zu machen.
:) :idea: :!:
(ausser wenn man mit Winnetou reitet!)


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BeitragVerfasst: 20.4.2007, 9:24 
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Um auf die ›Geographischen Predigten‹ zurückzukommen: Dass sie der Schlüssel zum Verständnis des Gesamtwerks Karl Mays seien, ist natürlich nicht meine Erfindung, sondern eine Aussage des ›Maysters‹ selbst – allerdings nicht in einem »Flugblatt« aus dem Jahre 1901 (wie ich in der Erstausgabe meiner May-Bio, S. 147 Anm. 27, irrtümlich schrieb), sondern in einem pseudonym (unter dem Namen Richard Plöhn) in der Dortmunder Zeitung ›Tremonia‹ (1899) publizierten Artikel. In der Neufassung der May-Bio (Bargfeld 2005) habe ich diesen kleinen Fehler richtig gestellt.

Wichtiger ist die Frage, ob Mays eigene Deutung der ›Geogr. Predigten‹ zutreffen könnte oder ob es sich eher um eine Selbsttäuschung unseres Autors handelt. Ich bin der Meinung – und habe diese Meinung auch begründet –, dass May hier durchaus Recht hat: Die ›Geogr. Predigten‹ enthalten tatsächlich den Schlüssel zum Verständnis des May’schen Erzählwerks. Es freut mich natürlich, dass Marlies das auch so sieht.

Hermann Wohlgschaft


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BeitragVerfasst: 21.4.2007, 4:28 
Der beruehmteste 'Vergleich' ist natuerlich die Nacht am Hankock Berg, wo Winnetou sich verabschiedet von seinem Blutsbruder. Und wenn man dann den 'desert night ride' dazunimmt vom Old Surehand, (welcher natuerlich mehr als nur 'beten und lamentieren' (so Old Wabble) ist), dann wird das Bild schon klarer; dann ... einen unsterblichen Geist fuer kurze Zeit in irdische Gewandung zu huellen ... kommt immer wieder vor in vielfacher 'Verkleidung' - und ist eines der einfachsten Beschreibung unseres Daseins - nicht mehr und nicht weniger und wenn man liest was Old Shatterhand zu Old Wabble sagt als der ueber den 'nigger' Bob so unverschaemt daher redet, dann findet man auch in der Umgekehrten Fassung das Gleichnis: Wenn man Euch einmal in die Erde scharrt, wird aus Eurem weißhäutigen Leibe grad und genau so ein stinkiger Kadaver wie aus einer Negerleiche. Das werdet Ihr wohl zugeben, und nun habt die Güte und zählt mir einmal Eure sonstigen Vorzüge auf! Es sind alle, alle Menschen Gottes Geschöpfe und Gottes Kinder, und wenn Ihr Euch einbildet, daß er Euch aus einem ganz besonders kostbaren Stoffe geschaffen habe und daß Ihr sein ganz besonderer Liebling seiet, so befindet Ihr Euch in einem Irrtum, den man eigentlich gar nicht begreifen kann.

Gerade gestern Abend hatte ich die Ehre einer Freundin zu erklaeren dass alles, alles auf dieser Erde, sogar ihr Handy, aus denselben stoffen gemacht ist aus dem auch die Erkdruste gemacht ist ... ja woraus sonst?


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BeitragVerfasst: 21.4.2007, 8:26 
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Old Shatterhand hätte auch noch Harvard-Abschlüsse u.dgl. in seine Rede miteinbeziehen können ...

:wink:


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BeitragVerfasst: 21.4.2007, 8:32 
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Hallo Marlies,

kannst du mir bitte sagen: Wo genau steht dieser Ausspruch („… einen unsterblichen Geist für kurze Zeit in irdische Gewandung zu hüllen …“)?

Ich arbeite nämlich seit einigen Wochen an einem längeren Aufsatz zum Thema »›Dort werden wir uns wiedersehen …‹ Zur ›Lebens- und Sterbensphilosophie‹ bei Karl May und in der Geistesgeschichte«. Das obige Zitat würde ich in meine Ausführungen sehr gerne noch einbauen.

Mit herzlichem Gruß
Hermann


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BeitragVerfasst: 21.4.2007, 9:48 
Geographische Predigten ganz hinten wo's heisst: Hier sind in 'Haus und Hof' unsere Betrachtungen an dem Punkt angekommen, von dem sie ausgingen, and dem Punkt, wo 'Himmel und Erde' sich vereinen, einen unsterblichen Geist fuer kurze Zeit in irdische Gewandung zu huellen, um ihn zum Erklimmen einer hoeheren Daseinsstufe zu befaehigen. Im Gottes-'Haus' vernahm er die Kunde seiner himmlischen Abstammung, und dem Kirch-'Hof' uebergab er das vom Staub geliehene Kleid, um den freien Flug ueber die Berge hinwegzulenken, deren Spitzen im Morgenrot einer anderen Welt ergluehen.

Der ganze Paragraph muss naeher angeschaut werden ...

Geographische Predigten, 1958, Joachim Schmid Verlag, Bamberg / USTAD Verlag, Bamberg.


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BeitragVerfasst: 21.4.2007, 11:31 
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Danke! Das Zitat ist, glaube ich, für meine neue Arbeit gut zu verwenden.


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BeitragVerfasst: 21.4.2007, 12:12 
You're welcome! I'm looking forward to reading your work!
cheers


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BeitragVerfasst: 21.4.2007, 20:33 
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Die ›Geographischen Predigten‹ stehen übrigens - zeitlich und thematisch - in sehr engem Zusammenhang mit den von May verfassten Teilen des anonym bei H. G. Münchmeyer erschienenen ›Buches der Liebe‹. Auf die Diskussion im Thread ›Das Buch der Liebe‹ sei hiermit verwiesen.


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BeitragVerfasst: 22.4.2007, 0:15 
werde es nachlesen - danke fuer den tip


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