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Gruß vom Ritter Toggenburg
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Autor:  rodger [ 15.7.2007, 7:20 ]
Betreff des Beitrags:  Gruß vom Ritter Toggenburg

Da der Berichterstatter selber gelegentlich Zitate aus der Literatur mal mehr, mal weniger unauffällig in eigene Texte einzubauen pflegt und seine klammheimliche Freude über den einen oder die zwei hat, der oder die es von zehn oder fünfundzwanzig vielleicht merken, fällt ihm solches Treiben auch schon mal bei seinem Leib- und Magenautor Karl May auf, der solche und ähnliche Scherze auch sehr schätzte.

Heute morgen las ich in „Unter den Werbern“ an einer entzückend liebevoll-galligen Stelle (die Beschreibung der Psyche der Mamsell Rosine) „Und so hatte sich denn ihr teures Bild zu ihm herabgeneigt“, und im Hirn gab es umgehend so etwas wie einen leichten Klingelton, klar, das ist fast wörtlich Ritter Toggenburg, Schiller; das Gedicht hat nicht nur offenbar Karl May, der es unter anderem schon im „Weg zum Glück“ davon hat, sondern auch den Schreiber dieser Zeilen seinerzeit nicht unwesentlich beeindruckt.

In der gut gemeinten Schulmeisterlein-Verbesserung in Band 42 lesen wir an der Stelle „Und so hatte sie sich denn freundlich zu ihm herabgeneigt“, teures Bild raus, freundlich rein, und schon haben wir vielleicht etwas gefälligeres Deutsch (auch das ist indes Geschmackssache …), aber nichts mehr von wegen Ritter Toggenburg … So ist das gelegentlich mit der Diamantenschleiferei …

Merke:

a.) Das Gegenteil von Kunst ist gut gemeint (Gottfried Benn)
b.) Kunst kommt von Können. Käme es von Wollen, müsste es Wunst heißen (Karl Valentin)

:wink:

Autor:  H. Mischnick [ 15.7.2007, 9:53 ]
Betreff des Beitrags: 

In der frühen Novelle "Wanda" befindet sich der Satzteil vom "Toggenburgischen Schmachten in die Ferne", also ein gar nicht mehr versteckter Bezug.

Autor:  rodger [ 15.7.2007, 10:24 ]
Betreff des Beitrags: 

„Toggenburg“ als Textausdruck kommt laut Suchfunktion auf den Seiten der KMG auch in Winnetou I, Deutsche Herzen und Liebe des Ulanen vor. Und ich meine auch mich zu erinnern dass er darüber hinaus mehr als einmal im Gesamtwerk [indirekt] auf das Gedicht anspielt.

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