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Ulane und Zouave - Die Liebe des Ulanen
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Autor:  pepe01 [ 3.12.2015, 15:39 ]
Betreff des Beitrags:  Ulane und Zouave - Die Liebe des Ulanen

Hallo,

ich lese gerade mal wieder Die Liebe des Ulanen in der HKA-Ausgabe und frage mich nun schon zum wiederholten Mal wo das eingeschobene Kapitel "Ulane und Zouave" eigentlich hingehört. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass es eigentlich zum verlorenen Sohn gehört. Aber wo kann man es dort einsortieren? Oder war es einfach nur Ausschuss, dass die Redakteure bei Münchmeyer verwendet hatten weil es gerade zur Hand war als der Mayster als verschollen galt. Über eine informative Antwort von den Experten hier im Forum würde ich mich freuen. :D

Autor:  Rene Grießbach [ 4.12.2015, 11:50 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Ulane und Zouave - Die Liebe des Ulanen

Nach meiner Überzeugung verhält es sich so:

Der Roman "Der verlorne Sohn" besteht aus den fünf Teilen "Die Sklaven des Elends", "... der Arbeit", "... der Schande", "... des Geldes", "... der Ehre".

"Ulane und Zouave" ist in keinen der fünf Teile einzuordnen, sondern hätte innerhalb des Verlornen Sohnes zu einem nicht geschriebenen sechsten Teil gehört.
Nicht geschrieben sicher auch deshalb, weil das Kapitel "Ulane und Zouave" unpassenderweise in der "Liebe des Ulanen" gelandet ist.

Autor:  Redaktion [ 12.12.2015, 19:24 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Ulane und Zouave - Die Liebe des Ulanen

Es handelt sich bei ›Ulane und Zouve‹ um den ursprünlichen Anfang der Abteilung ›Die Sclaven der Schande‹:
http://www.karl-may-stiftung.de/analyse/harder6.htm

Hierzu auch Claus Roxin:

Die vielleicht größte Überraschung, die der Ulanen-Urtext enthält, bietet ein über drei Lieferungen laufendes, eingeschobenes Textfragment, das bereits in der Fischer-Ausgabe 1900/1901 nicht mehr abgedruckt ist. Dieser Einschub war ein Notbehelf. Denn die vorhergehende Lieferung 87 bringt als einzige der 108 Lieferungen statt eines Ulanen-Textes die Mitteilung: "Fortsetzung des Romans 'Die Liebe des Ulanen' erscheint in der nächsten Nummer." Was der damalige Leser nicht wußte: Mays Mutter war soeben gestorben, und wenig später erlitt sein Vater einen Schlaganfall. Die darauf folgende Lieferung Nr. 88 fährt unter der Überschrift Ulane und Zouave mit einem in Deutschland spielenden Text fort, der weder mit Ulanen und Zouaven noch mit der übrigen Geschichte das geringste zu tun hat, sich über drei Lieferungen fortsetzt und dann unvermittelt abbricht. May, der rasch neuen Text zu liefern hatte, griff in seiner Verlegenheit zu einem liegenden Manuskript, dessen weiterer Druck unbekümmert abgebrochen wurde, als er einige Wochen später mit der Ulanen-Geschichte fortfahren konnte.
http://www.karl-may-stiftung.de/roxin.html

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