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 Betreff des Beitrags: R. Hader: "Karl May und seine Münchmeyer-Romane"
BeitragVerfasst: 10.5.2005, 17:42 
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Ich möchte hier keinen Flächenbrand auslösen oder alte Wunden aufreißen.

Unmittelbar vor meiner "Karl May"-Pause erschien das Buch von Ralf Hader: "Karl May und seine Münchmeyer-Romane" - dieses war sehr gut zu lesen (was auf Sekundärliteratur ja nicht immer zutreffend ist) und hat bei mir einen pos. Eindruck hinterlassen ...

aus einigen Beiträgen im Internet bzw. aus Anspielungen aus "Der geschliffene Diamant" schließe ich, dass das Buch eine sehr emotionale und verbissen geführte Diskussion ausgelöst hat. [Vielleicht irre ich mich ja auch.]

Wo (in welchen Publikationen) kann ich die sachlichen Teile dieser Diskussion nachlesen?

-SCHEUCH-


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 Betreff des Beitrags: Re: R. Harder: "Karl May und seine Münchmeyer-Romane&qu
BeitragVerfasst: 19.5.2005, 8:30 
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Scheuch hat geschrieben:
Ich möchte hier keinen Flächenbrand auslösen oder alte Wunden aufreißen.

Unmittelbar vor meiner "Karl May"-Pause erschien das Buch von Ralf Harder: "Karl May und seine Münchmeyer-Romane" - dieses war sehr gut zu lesen (was auf Sekundärliteratur ja nicht immer zutreffend ist) und hat bei mir einen pos. Eindruck hinterlassen ...

aus einigen Beiträgen im Internet bzw. aus Anspielungen aus "Der geschliffene Diamant" schließe ich, dass das Buch eine sehr emotionale und verbissen geführte Diskussion ausgelöst hat. [Vielleicht irre ich mich ja auch.]

Wo (in welchen Publikationen) kann ich die sachlichen Teile dieser Diskussion nachlesen?

-SCHEUCH-



http://www.karl-may-stiftung.de/analyse/stimmen.htm

http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg ... rauned.htm

http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg ... /index.htm

http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg ... /index.htm (S. 68ff.)

Mit besten Grüßen
Ralf Harder


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23.5.2005, 12:17 
Es ist natürlich auch gerade der Verdienst von Ralf Harders "Karl May und seine Münchmeyer-Romane", daß die Frage, ob in den Kolportageromanen im großen Stil interpoliert wurde oder nicht, eindeutig zu beantworten ist. Für mich etwa ist kaum nachvollziehbar, wie jemand heute noch ernsthaft die Interpolations-These aufrecht halten kann. Ich habe mich dazu ja schon mehrfach geäußert, zuletzt noch etwa in dem Thread "Die plastischen körperlichen Details" im KM+CO-Forum.
-> http://www.karl-may-magazin.de/toastfor ... &tid=26781

Dazu vielleicht noch einige Ergänzungen: In dem "Geschliffenen Diamant"-Artikel "Im Schatten eines ‚Schundverlages'" schreibt Christoph F. Lorenz: In der Tat haben detaillierte Recherchen von Klaus Hoffmann (Coswig) und Edmund Jendrewski (Berlin) 1969 gezeigt, dass ab dem Eintreten August Walthers 1881 eine gewisse Art Pikanterie in den Produktionen des Hauses Münchmeyer verstärkt zu finden ist. Dr. Lorenz Krapp urteilte schon 1906: "Die betreffenden Stellen sind so maßlos plump gehalten, daß die Fälschungen bzw. Interpolationen offen auf der Hand liegt." Gemeint sind vor allem wogende Busen und sonstige weibliche Attribute, die mit Vorliebe ertastet oder bloßgelegt werden, aber auch die daran geknüpten mythologischen Vergleiche üppiger Frauenschönheiten mit Venus, Kleopatra oder Hebe.

Eine solche Argumentation wirkt freilich nur dann halbwegs überzeugend, wenn man sie lediglich mit einer extra ausgewählten Textstelle, wie dem im "Geschliffenen Diamant" zitierten angeblichen Paradebeispiel für Interpolation, der Szene mit der nackten Karja, zu belegen versucht: Jetzt sah er noch vielmehr als vorher, welche Schönheit er vor sich hatte. Seine Augen wurden größer, seine Lippen zitterten, und er sagte, sich kaum beherrschend: »Du bist mehr als eine Venus; Du bist eine Kleopatra!«

oder beim Tanz der Hannetta Valdez: Ihre herrlichen Formen glänzten durch die spinnewebenartig durchsichtige Hülle; ihre volle, üppige Gestalt schien aus den unwiderstehlichen Formen einer Juno und Venus zusammengesetzt zu sein, und ihr prachtvoller Kopf, die feine Rundung ihres Profils und das sinnbethörende Feuer ihrer Augen waren geradezu unwiderstehlich.

oder dieser Beschreibung aus "Die Liebe des Ulanen": Wie man es bei den Walachinnen gewohnt ist, so war auch Elma eine hohe, üppig volle Gestalt, deren Formen mehr an Juno als an Hebe erinnerten.

Bei einer komischen Textstelle wie dieser aus dem "Der verlorne Sohn" ist das Argument weit weniger überzeugend, da dort eine bloße Interpolation gar nicht möglich war, da hätte man schon den ganzen Dialog, die ganze Szene - und ist nur ein kleiner Ausschnitt zitiert - neu erfinden und hineinschreiben müssen.

»(...) Ich habe noch kein solches Mädchen gesehen, und das ist sehr viel gesagt bei den Erfahrungen, welche Unsereiner gesammelt hat.«
»Da haben Sie Recht. Sie ist eine Venus.«
»Das möchte ich nicht behaupten. Sie ist halb Juno und halb Diana, nämlich echt jungfräulich und doch dabei bereits üppig genug, um Herzen zu erobern.«
»Hm! Sie lieben also auch das Ueppige!«
»Eine fette Ente ist mir stets lieber, als eine magere Gans oder Henne. (...).«


Tatsächlich gibt es ja einige Handlungsstränge in Mays Kolportageromanen, in denen es gar nicht möglich ist, auf eine erotisierte Sprache zu verzichten und die mit bloßer Interpolation gar nicht erklärbar wären. Bezeichnenderweise sind solche Abschnitte bei den Bearbeitungen der 20er und 30er Jahre dann auch völlig unter den Tisch gefallen. Dies gilt besonders für einige spanischen und französischen Episoden im "Waldröschens", für weite Teile der "Sclaven der Schande"-Kapitel in "Der Verlorne Sohn" sowie für die Triester Mädchenhändler-Geschichte in "Der Weg zum Glück".

Aber selbst wenn man diese seinerzeit unterdrückten Kapitel außer acht läßt, steht die Behauptung, daß die Nennung mythologischen Schönheiten grundsätzlich als Indiz für eine interpolatierte Textstelle zu werten sei, auf wirklich schwachen Füßen. So werden die Göttinen etwa auch in den folgenden Zitaten genannt, ohne daß dabei auch nur eines der üblichen verdächtigen körperlichen Attribute erwähnt wird (Und das gilt, wie man sich überzeugen kann, auch vor und nach den Zitaten):

Das Waldröschen: Rosa de Rodriganda, ihre Mutter, hatte sich in Beziehung auf Reiz und Schönheit getrost mit jeder Anderen messen können. So war es also zu erwarten gewesen, daß die Tochter dieser Beiden die vorzüglichen Eigenschaften ihrer Eltern in sich vereinigen werde. Und wirklich war die nordisch blonde Erscheinung Sternau's und die südlich dunkle Persönlichkeit Rosa's in Röschen zu einer Gestaltung zusammengeflossen, deren fast wunderbarer Zauber jedes Herz gefangen nehmen mußte. Sie war das verkörperte Bild einer Juno, einer Hebe und einer Kleopatra zu gleicher Zeit.

Der verlorne Sohn: »Wir brauchen Geld, der Tannensteiner giebt es, und seine Tochter ist eine wahre Juno an Schönheit.«

Deutsche Herzen, deutsche Helden: »Wie schön sie ist, wie wunderbar schön!« murmelte Leflor. »Ich habe noch niemals ein solches Mädchen gesehen. Sie hat nicht die dürre, langhalsige Gestalt und das hektische, gelangweilte und darum wieder langweilende Gesicht einer Yankeedame, aber auch nicht die übermäßigen Formen einer Millionärin aus niederländischem Blute, nicht das matte, charakterlose Blond einer Dame aus dem frommen Philadelphia und doch auch nicht den dunklen Teint einer übermüthigen und anspruchsvollen Bewohnerin von Baltimore. Sie ist eine Vermählung mit den Göttinnen von Juno, Venus und Flora. Man kann sie eigentlich nach gar keinem Typus classificiren, und - - ah!«

Der Weg zum Glück: »Sie sollen die Rolle der Juno singen.« - »So! Wer die anderen?« - »Die Venus wird eine junge, unbekannte Collegin übernehmen. Sie heißt Mureni.«

Im letzten Zitat geht es um die Besetzung der Rollen im Entwurf der Oper Götterliebe (Bei der tatsächlichen Aufführung sind die römischen Götter dann durch germanische ersetzt). Oder soll man allen Ernstes glauben, ein Interpolator habe auch Rollen und Handlung des schelmisch Ehebruchgeschichte genannten Opernentwurfes eingeschmuggelt?

Außerdem ist der mythologische Göttervergleich keine Spezialität aus dem Hause Münchmeyer, sondern etwa auch bereits in den Schriften von Wilhelm Hauff zu finden, dessen Werk Karl May nachweislich beeinflußt hat (was natürlich kein Grund zur Annahme ist, der Göttervergleich sei nun tatsächlich von Hauff übernommen worden - ob dieser Tick von vielen zeitgenösische Autoren verwandt wurde, ob es sich dabei seinerzeit gar um eine richtiggehende Mode handelte - das alles entzieht sich meiner Kenntnis). Hier ein Beispiel aus "Der Mann im Mond": Neben ihr die leichte, schlanke, sylphidenähnliche Gestalt Idas; nein, dieser Kontrast.! Sie hielt sich zwar kerzengerade wie eine Tanne, aber doch war das holde Lockenköpfchen ein wenig vorwärts gesenkt, das sanfte Auge oft niedergeschlagen in Demut, zeigte dennoch, wenn sie es aufschlug, so glänzenden Mut, so feurige Luft und Liebe, so gebietenen Ernst, daß es durch die sanfte Beredsamkeit überzeugender gebot als das Rollauge der gebietenen Gräfin. Und um wieviel anziehender war das Schelmengrübchen-Lächeln des süßen Mädchens, als das schrankenlose Lachen und Gurren der Gräfin, die durch ihre rauhe Stimme jedes Ohr verletzte. So schwebte Ida neben der Gräfin hin, so wie Juno und Hebe traten sie in das Zimmer.

Auch hat May die obligatorische ägyptische Herrscherin bereits in "Die Juweleninsel" erwähnt : Man hätte vielmehr annehmen mögen, daß die Dame ein solches Gewand ä la Kleopatra nicht aus eigenem und freiem Antriebe gewählt habe, sondern durch irgend welche Umstände gezwungen worden sei es anzulegen.

... sowie später auch in "Im Lande des Mahdi" (Am Nile/Im Sudan): ... um mit dem Dichter zu sprechen, ein »nächtig-, mächtig-prächtiges« Wesen vor, mit den Zügen einer Kleopatra, Emineh oder Schefaka.

In arge Erklärungsnot kommt ein Interpolationverfechter auch, wenn er erklären will, warum eines der zahlreichen Gedichte, die May im "Waldröschen" den Kapitelanfängen vorausstellt, einen etwas pikanten Inhalt hat. Traut man dieses Niveau May noch zu oder hatte bei "der Tänzerin" etwa auch der geheimnisvolle Münchmeyer-Erotik-Beauftragte seine Hände im Spiel und tauschte ein harmloses May-Gedicht einfach aus? Wie gemein!

Ich sah Dich, hingegossen
Auf üppig weichem Samm't,
Von gold'nem Licht umflossen,
Von Liebesgluth umflammt.
Die heißen Blicke lockten
Mich hin zur süßen Ruh',
Und meine Pulse stockten,
So schön, so schön warst Du.

Ich sah Granaten blühen
In Deines Haares Pracht,
Sah Deine Augen glühen
Wie Sterne in der Nacht.
An Deinen Busen sank ich,
Vor Glück bald bleich, bald roth;
Von Deinen Lippen trank ich
Das Leben und - - - den Tod!«


Ob die Anzahl der Pikanterien erst mit dem Eintritt Walthers signifikant zugenommen hat, kann ich nicht beurteilen, daß diese jedoch schon früher in Erzeugnissen des Münchmeyer-Verlages vorhanden waren, beweist nicht nur "Das Buch der Liebe" oder "Der Venustempel". Wie ich in einem Beitrag zum alten Stiftungsforum einmal schrieb, liest man dergleichen sinnliche Frauenbeschreibungen beispielsweise auch in Otto Freitags "Goldmacher"-Roman in den Heft 12 & 13 des 2. Jg. Des "Beobachters an der Elbe"

Der sinnenbethörende Glanz, die vom köstlichen Parfum durchschwängerte Luft verfehlten ihre Wirkung auf den Jüngling nicht, dessen Blut schneller durch die Adern rollte, seit er in diesen Raume weilte; wie im Traume blickte er umher, jeden einzelnen Gegenstand musternd und anstaunend, während vor seinem geistigen Auge eine feenhafte Gestalt auftauchte, den Zauberstab in der Hand, womit sie hervorgezaubert, was sich seinen Blicken darbot. [...] Alle die Träume und Fabeln, die an das märchenhafte Land der Indier erinnerte, und für die er in seinen Knabenjahren so oft geschwärmt, sie traten plötzlich mit einer Lebendigkeit vor seine Seele, daß er sich einen Augenblick wirklich unter den glühenden Himmelsstrich versetzt glaubte, unter welchem die Menschen feuriger lieben und schneller lebten, als in unserem kalten Norden.

Rebecca (...) war ein Mädchen von noch nicht zwanzig Jahren, und von der Natur mit der ganzen Überfülle der Reize ausgestattet, welche diese vorzüglich an den Kindern des Südens verschwendet. Von mittelgroßer Gestalt war sie eher zierlich als voll gebaut, ohne daß ihre Formen indeß der Rundung und Weichheit entbehrten, welche nötig sind, einen weiblichen Körper begehrenswerth erscheinen zu lassen. Ihr Haupt war von üppigem, schwarzen Haar umrahmt, welches in natürlicher Anmuth fessellos die prächtigen Schultern umfloß, die ein ausgeschnittenes Kleid von theurem, durchsichtigen Stoff dem Blicke neidlos darbot. Das liebliche Antlitz der schönen Jüden drückte Leidenschaftlichkeit und Herzensgüte aus, die tiefschwarzen Augen schwammen in einem feuchten Glanze, aus denen träumerische Schwermuth und unnennbare Sehnsucht strahlten, um das kirschrothe, zum Kusse einladene Lippenpaar machte sich ein reizender Zug bemerkbar, der auf den Eigenwillen eines launenhaften Kindes schließen ließ.

Zu Zeitpunkt des Abdruckes dieser Zeilen war Freitag noch Redakteur. Pikanterweise liest man erst nach dem Eintreten Mays als Redakteur in dem "Goldmacher"-Roman eine Stelle mit "wogende Busen": Mit dem Ausdrucke des größten Entsetzens blickte Sie zu ihm auf, ihre Hände hatten die seinigen mit krampfhafter Gewalt umklammert, ihr Busen wogte in ungeheuerer Erregung auf und nieder. Trotzdem würde niemand auf die Idee kommen, daß Mays Eintritt in den Münchmeyer-Verlag für dieses "wogende Busen"-Zitat verantwortlich sei.

Dabei gibt es auch bei May dererlei Stellen im Frühwerk, wobei die betreffenden Erzählungen nicht nur bei Münchmeyer erschienen und somit zur Verteiligung der Interpolationsthese in gleich allen Verlagen Erotik-Beauftragte vermutet werden müßten. Zu Mays Lebzeiten, da Frühtexte und der Doppelroman wie "Scepter und Hammer/Die Juweleninsel" nicht zum Vergleich vorlagen, mögen solche Argumentationen aufgrund von Unwissenheit noch ihre subjektive Berechtigung gehabt haben, aber heute? Nein - ob man nun das Argument von der gewisse[n] Art Pikanterie, von den wogende[n] Busen und sonstige[n] weibliche[n] Attribute oder von den mythologischen Vergleiche üppiger Frauenschönheiten nimmt, alle diese Indiziengebäude brechen bei näherer Betrachtung in sich zusammen. Hier nun eine "bewegten Busen"-Frühtext-Zitatsammlung (einige der Textstellen sind auch in Harders Buch zu finden). Daüberhinaus gibt es natürlich noch "unbewegte" Exemplare:

Die Rose vom Ernstthal: Die beiden Frauen hielten sich umschlungen; keine sprach ein Wort, jede suchte ihre Gefühle zu bemeistern, und doch schlugen die Busen gegen einander und verriethen den Sturm, welcher die Wogen ihrer Empfindung aufregte.

Old Firehand: (...) deren Klang tief in ihr Herze drang und ihren jungfräulichen Busen erschwellen ließ unter süßen, sehnsüchtigen Gefühlen.

Herbstgedanken: Wie an dem keuschen, unter dem Weh des Scheidens seufzenden und von hoffenden Wünschen geschwellten Busen der Geliebten ...(...)

Geographische Predigten: Es ist jenes Empfinden der gegenwärtigen Kleinheit und Bedeutungslosigkeit, jenes Ahnen einer besseren und höheren Zukunft, welches das Herz beschleicht, den Busen schwellt und das Auge unwillkürlich mit wehmüthigen und doch wohlthuenden Thränen befeuchtet.

Das Buch der Liebe (in dem von May geschriebenen Teilen): (...) und als süßes Zeichen und schönste Gabe der Liebe findet manch ein Röslein Platz am jungfräulich schwellenden Busen.

sowie: (...) aber unter dem Drucke eines weichen Händchens, dem leuchtenden Blicke eines liebenden Auges, dem magnetischen Wogen eines warmen Busens sind sie zum Leben erwacht und beginnen eine Thätigkeit, deren Erfolge kaum in dem Bereiche einer Berechnung liegen.

Leilet: Es lag so weich und wehe in dem engelgleichen Angesichte, und ein langer, tiefer und schwerer Athemzug hob den Busen, dessen Bewegung ich trotz der Hülle deutlich zu erkennen vermochte.

Der Waldkönig: Ihr Busen ging hoch, ihre Lippen zuckten, und aus den halb geschlossenen Wimpern rollten zwei große, schwere Tropfen über die todesbleichen Wangen herab.

Quitzow: Ihr wohlgenährter Busen gerieth in eine ganz ungewöhnlich convulsivische Bewegung und machte sich endlich durch ein Schluchzen Luft [...]

und: Er fühlte die Fülle des Busens unter ihr erbeben; nie gekannte Regungen durchflutheten ihn, und es geschah ihm zum ersten Male in seinem Leben, daß er vor Verwirrung keine Worte fand.

sowie: Sie blieb ihm die Antwort schuldig, aber ihre Hand führte die Seinige an das Herz; er fühlte das Wogen des vollen, weichen Busens, hörte den leisen, verlangenden Hauch ihres Odems und legte den Arm um sie.

Wobei in dem von Dr. Goldmann geschriebenen Schlußteil zu den "Quitzows" übrigens ganz züchtig kein Busen zuckt, wo war denn da bloß der Interpolator?.

Scepter und Hammer: Er drückte sie an sich; er fühlte das entzückte Wogen ihres Busens an seiner Brust; er küßte sie wieder und immer wieder und ließ sie endlich leise auf den Divan gleiten.

und: Sie lagen einander in den Armen, wortlos; aber der warme Busen, der an seiner Brust wogte, sagte ihm, wie schwer es ihr bisher geworden war die Gefühle zu beherrschen, von denen sie jetzt beim bloßen Klange ihres Namens übermannt worden war.

Die Juweleninsel: "Meinen Sie?" antwortete sie mit keuchendem Athem und fliegendem Busen.

Schließlich ist da auch noch "Der Dichter" wo May sich allerdings wortwörtlich bei "Saat und Ernte" von Armand bedient hat - die wesentliche Szene habe ich in dem ‚Detail'-Thread bereits vorgestellt, hier noch ein paar kleinere Textstellen.

Ihr Busen wogte, und ihre Hand, welche die Korridorlampe ergriff, bebte, daß der Cylinder erklang.

und: Sie bog sich in die weiche Lehne zurück, schloß die Augen und träumte süße, holde Bilder, die ihrem selig ahnenden Herzen entstiegen und ihren reinen Busen höher schwellen ließen. So lag sie lange, lange.

Übrigens ist auch bei Wilhelm Hauff dergleichen zu lesen; nochmals "Der Mann im Mond": Und Ida? habt ihr, meine schönen Leserinnen, je ein geliebtes Bräutchen gesehen oder waret ihr es einmal oder - nun, wenn ihr es selbst noch seid, gratuliere ich von Herzen, nun, wenn ihr ein solches süßes Engelskind kennt, mit dem bräutlichen Erröten auf den Wangen, mit dem verstohlenen Lächeln das kußlichen Mundes, der sich umsonst bemüth, sich in ehrbare Matronenfalten zusammenzuziehen, mit der süßen, namenlosen Sehnsucht in denm feuchten, liebtrunkenen Auge, wenn ihr sie gesehen habt in jenen Augenblicken, wo sie dem geliebeten Mann, dem sie nun bald ganz, ganz gehören soll, verstohlen die Hand drückt, ihm die Wange streichelt, wenn sie den weichen arm vertrauensvoll um seine Hüfte schlingt, wie um eine Säule, an der sie sich anschmiegen, hinaufranken, gegen die Stürme des Lebens Schutz suchen will, wenn sie mit ihren unaussprechlichen Liebreiz die seidenen Wimpern aufschlägt und mit einem langen Blick voll Ergebenheit, voll Treue, voll Liebe an ihm hängt, wenn die Schneehügel des wogenden Busens sich höher und höher heben, das kleine, liebewarme Herzchen sich ungeduldig dem Herzen des Geliebten entgegendrängt - kennet ihr ein solches Mädchen, so wißt ihr, wie Ida aussah;

Im besagten "Detail"-Thread habe ich außerdem zu den wogenden und freigelegten Busen bereits Textstellen aus Ferrys "Waldläufer" zitiert und gefragt, warum May - dem ja schließlich bewußt ist, daß er einen Kolportageroman für einen "freizügigen" Verlag schreibt - nicht billig sein soll, was Ferry sich in seinem Roman erlaubt. Hier zur Verdeutlichung nochmals eine kleine Übersicht:

Es befand sich dort ein Wesen, dessen Lippen das Roth der Granatäpfel erbleichen ließ, die verschwenderisch auf dem Tische lagen, und deren Wangen die rosige Farbe der "Sandias" wieder strahlten; das war Donna Rosarota selbst. Ihr über den Kopf geworfener seidener Schleier bis dazwischen hindurch die glänzenden Flechten ihres Haares sehen und umgab mit seinen Falten das bezaubernde Oval ihres Gesichtes. / Der schmale Schleier verhüllte ihre Schultern, fiel aber nicht bis zur Taille hinab, deren reiche Umrisse durch einen scharlachenen Gürtel hervorgehoben wurden und unter den schillernden Falten des Schleiers verliehen strahlend weiße Arme den himmelblauen Rebozo einen neuen Glanz.

Auch beobachtete dieser (...) die lebhaften Farben der Wangen Rosarita's, das Blitzen ihrer Augen und die unregelmäßigen Bewegungen ihres Busens, welcher ihren Rebozo sich heben ließ.

Der seidene Schleier umhülte ihr Haupt und die zarten Falten desselben wogten bei jeder willkürlichen Bewegung, wie die Federn der Taube, über Hals und Schultern.

Diese Vermittlung des jungen Mädchens, deren Busen unter dem feinen Hemde sich hob und senkte, die mit aufgelösten Flechten und auf den Nacken zurückgeworfenem Schleier in ihrer stolzen und wilden Schönheit Ehrfurcht gebietend verstand, war allmächtig (...)

Auch Rosarita erbleichte unter der Rückwirkung ihrer Gemüthsbewegungen und verhüllte züchtig und ganz verwirrt durch das neue Gefühl, welches in ihr erwacht war, ihren entblößten Busen und ihre Schultern mit den Falten ihres Rebozo.


Der Rebozo, obgleich von May ebensowenig wie der wogene Busen in seine jugendfreie Bearbeitung des "Waldläufers" übernommen, taucht übrigens dafür erstmals in "Deadly Dust" auf, bekanntlich wird dort auch Ferrys "Waldläufer" erwähnt.

Eine allen gemeinsame Tracht dagegen besteht in dem Rebozo, einem vier Ellen langen Shawl, welcher zugleich als Kopfputz dient. Die Damen tragen ihn in Gesellschaft gewöhnlich über die Schulter gehängt, so ungefähr, wie man ihn bei uns zu tragen pflegt. Wenn man aber ausgehen, nach der Siesta seine Freundinnen besuchen oder abends promenieren will, so wird der Rebozo über den Kopf genommen; er bedeckt nach hinten zu die Frisur, läßt aber das Gesicht frei. Da er nun in der Regel fein und schleierartig ist, so kann er auch als Schleier benützt werden, und in diesem Falle bedeckt er nicht nur den Kopf, das Gesicht und die Schultern, sondern er hüllt die ganze Figur ein.

Weiterhin kommt der Rebozo auch in "Deutsche Herzen, deutsche Helden" zu Ehren, wobei May den "Waldläufer"-Roman im Zusammenhang mit Lord Eagle-nest ja ausdrücklich erwähnt und aus diesem auch mindestens solche speziellen Begriffe wie die Sum(m)ach(en) und die Papago-Indianer übernommen hat.

Sie trug ein leichtes, kurzes, rothes Röckchen, ein ebensolches vorn offenes Jäckchen und auf dem Kopfe einen spanischen Rebozo, einen Schleier, welcher zwar in Falten hoch genommen werden konnte, aber so lang war, daß er die ganze Gestalt wie ein leichter, durchsichtiger Mantel zu umhüllen vermochte.

Weitere letzte Rebozo-Zitate aus "Das Geldmännle" wollen wir uns hier sparen und statt dessen zum Thema zurückkehren. Das verbrecherische Halbblut Sang-Mélé: findet im "Waldläufer" Gefallen an der lieblichen Rosarita: "Alles, was den Zweck hat, mich deshalb zu tadeln, daß ich so schnell wie möglich den Liebesdurst zu stillen suche, welchem mir diese weiße Wolke, diese Schneeflocke, diese Lilie des See's einflößt, klingt schlecht in meinen Ohren." [7. Buch, Das Versteck auf der Büffelinsel, S. 50]

Die gleichen lüsteren Gefühle gibt es auch im "Waldröschen": Aus den Augen Pardero's leuchtete eine gefährliche, sinnliche Gluth. »Teufel, ja,« sagte er. »Ich gestehe aufrichtig, daß ich vor Lust brenne, sie willfährig zu sehen. Sie ist das schönste Mädchen, das ich kenne, und ich gebe viel darum, sie einmal - nun, als - als Frau zu besitzen!«

sowie: Sie werden offen, und so will ich Ihnen ebenso ehrlich sagen, daß es mir ganz ebenso geht mit dieser Sennorita Emma. Ich habe mich in sie vergafft und bin wirklich ganz verliebt in den Gedanken, meine innigen Gefühle belohnt zu sehen. Freiwillig wird das nicht geschehen, aber wer kann uns widerstehen, wenn wir vereint handeln?

Und tatsächlich entführt der Sang-Mélé das Mädchen, um seinen Liebesdurst zu stillen: Erst beim Anblick der flammenden Augen des Mestizen, erst bei der abscheulichen Berührung seiner Arme, welche sie gierig umschlossen, hatte sie zum ersten Male mitten unter diesen schrecklichen Ereignissen das Bewußtsein von dem Schicksale, welches ihr aufbewahrt war. Jetzt erst stieß sie einen herzzerreißenden Schrei aus und schloß ohnmächtig die Augen." [8. Buch, Die rothe Gabel, S. 82]

Warum also sollte Karl May hier vom Vorbild des "Waldläufers" abweichen und den Schurken Verdoja nicht ebenso gierig handeln lassen: Emma lag noch ohnmächtig am Boden. Sie war nur mit einem leichten, feinen Hemde bekleidet, und die Augen des Wüstlings verschlangen die offenen Reize mit gierigen Blicken. Aber nicht jetzt wollte er sie genießen; jetzt war keine Muse dazu.

Womit wir wieder am Ausgangspunkt, dem Paradebeispiel der Interpolations-Argumentation von Lorenz angelangt wären ...


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 27.5.2005, 12:06 
Man kann die Theorie, daß die mythologischen Vergleiche üppiger Frauenschönheiten mit Venus, Kleopatra oder Hebe Interpolations-Indizien seinen, auch dardurch entschärfen, indem man derartige Vergleiche in Mays Werk chronologisch auflistet. Dann wird ersichtlich, daß diese mythologischen Frauen in der Tat erst in den Münchmeyer-Romanen verstärkt genannt werden, daß aber einerseits durchaus schon vorher einige derartige Anspielungen gegeben hat, und daß sich andererseits diese Vergleiche auch in den Kolportageromanen erst langsam häuften bis sie schließlich stereotyp Verwendung fanden. Der erste derartige mythologische Vergleich ist übrigens noch sehr untypisch, da er sich auf einen Jüngling bezieht:

Old Firehand: (Ellen) Sie ritt jetzt eine halbe Pferdelänge vor, und der goldene Sonnenstrahl umfluthete ihre tadellose, vollendete Gestalt. »Bräunlich und schön«, wie die Bibel von David erzählt, zeigten die eigenartigen Züge trotz ihrer mädchenhaften Weichheit eine Festigkeit des Ausdruckes (...)

Die erste regelmäßig genannte Frauenfigur ist die Venus. Diese wird natürlich sehr häufig im "Buch der Liebe", insbesondere in der 3. Abtheilung bemüht, allerdings darf man davon ausgehen, daß die meisten Erwähnungen dort aus der ursprünglich wohl von Otto Freitag komplilierten Textvorlage übernommen worden sind. Deshalb soll hier lediglich ein Auszug aus der von May selbstständig formulierten 1. Abtheilung zitiert werden:

Das Buch der Liebe: Wenn die Zeit der Kinder- und Schuljahre verflossen ist und der junge Flaum sich auf der Lippe zu kräuseln beginnt, wenn im Herzen des Mädchens sich ein bisher unempfundenes Drängen und Treiben und jenes bisher unbekannte Sehnen geltend macht, welches belebend und verschönernd nach Außen tritt und Busen, Arm und Wange rundet, dann beginnen sich leise die Fluthen zu regen, aus welchen Venus, die Göttin der Liebe, in bezaubernder und bestrickender Holdseligkeit emporsteigt, um ihr mildes, beseligendes Scepter zu führen.

Zu den ebenfalls in den Kolportageromanen genannten mythologischen Frauen gehört auch Melusine. Wenn auch nicht in vergleichender Weise, so wird diese Märchengestalt doch bereits in zwei von Mays frühen Texten erwähnt:

Der beiden Quitzows letzte Fahrten: »Wer wir sind? Hrrr! Hm! Ich bin der König Salomo, und das hier ist meine Frau, die schöne Melusine,« antwortete Claus.

Der Scheerenschleifer: »So, wer hat zuerst geschimpft, Sie alte buckelige Melusine, Sie!!«

Für die ersten richtigen Schönheitsvergleiche muß aber dann doch Venus herhalten ...

Ein Dichter: Marga ist eine Venus, eine Göttin, die selbst einen kälteren Mann, als ich bin, verrückt machen könnte;

Scepter und Hammer: »Recht so, meine Venus, mein unvergleichlicher Engel! (...)«

... aber auch die bekannte ägyptische Königin wird nun erwähnt ...

Die Juweleninsel: Man hätte vielmehr annehmen mögen, daß die Dame ein solches Gewand à la Kleopatra nicht aus eigenem und freiem Antriebe gewählt habe, sondern durch irgend welche Umstände gezwungen worden sei es anzulegen.

Die Juweleninsel: »Habe keine Schwester Klara gekannt.« / »Du warst noch nicht von Kloster Neustadt nach hier versetzt, als sie in Himmelstein war. Sie war eine Venus und eine Furie zugleich, bis sie plötzlich verschwand.«

Die Göttin Hebe schließlich findet sich bei May unvermutet erstmals in "Deadly Dust":

Deadly Dust/Winnetou III: Aha, eine Französin! Sie riß sich höchst indigniert los und eilte fort. Ich steuerte weiter. An der Ecke eines Tisches traf ich mit einer zweiten Hebe zusammen.

Halten wir also fest: Bevor May die Kolportageromane für Münchmeyer schrieb, verglich oder erwähnte er vereinzelt schon die mythologischen Frauengestalten Venus, Melusine und Hebe. Die erste Erwähnung einer Göttin in einem Münchmeyer-Roman erfährt aber die bislang nicht genannte Juno. Damit deutlich wird, in welchen Abständen derartige Vergleiche im "Waldröschen" gebraucht werden, seinen nun auch die Seitenzahlen zitiert:

Waldröschen, S. 14.: Die gnädige Contezza - die schöne Juno, ich wollte sagen, die gute Sennora Rosetta (...)

Beim nächsten Vergleich kommt hingegen wieder eine bereits von May früher erwähnte Märchenfigur zum Einsatz:

Waldröschen, S. 173: Sie hatte Schleier und Mantel abgelegt und stand nun da, wie ein verkörpertes Märchenbild, wie eine Melusine, die geschaffen ist, ohne es selbst zu wollen und zu wissen, alle Herzen gefangen zu nehmen. Sie war eine Schönheit, an welcher sich der Pinsel des Malers und die Feder des Dichters vergebens versucht hätten.

Nun wird über 1000 Seiten lang kein weitere mythologische Frauengestalt erwähnt, daß heißt aber auch, daß sich die Häufigkeit, mit der dieselben anfangs im Roman genannt werden, sich nicht von der Seltenheit unterscheidet, mit der diese in den frühen Texten Mays zu finden sind. Es ist also mitnichten gleich von Anfang des "Waldröschen" an eine wesentlich häufigere Verwendung dieses Stilmittels als etwa im Doppelroman "Scepter und Hammer/Die Juweleninsel" - und damit ein signifikanter Stilbruch - zu erkennen; erst im Laufe der Niederschrift dieses und der folgenden Romane steigert sich die Frequenz der Göttinen-Vergleiche, eine erste Verdichtung zeigt sich dann in den folgenden Zitaten. Dabei kommt es erstmals zu einem Doppelvergleich, dem in kurzer Reihenfolge dann drei weitere Einzelvergleiche folgen; auffällig ist dabei, daß hier am Anfang der Kolportagearbeit noch die vergleichsweise unoriginelle und in Mays Frühwerk fast unisono erwähnte Venus dominiert:

Waldröschen, S. 1249: (Valdez) Ihre herrlichen Formen glänzten durch die spinnewebenartig durchsichtige Hülle; ihre volle, üppige Gestalt schien aus den unwiderstehlichen Formen einer Juno und Venus zusammengesetzt zu sein (...)

Waldröschen, S. 1292: Dabei fuhr sie sich mit der feinen Hand nach der Stirn und verwirrte sich unterwegs in das Negligee, welches sich verschob, daß dem Graf die Schönheit eines Busens geöffnet wurde, um die eine Venus hätte neidisch werden können.

Waldröschen, S. 1326: Da schwebten vier Sylphiden vorüber, eine von einem immer reizenderem Baue als die andere.

Waldröschen, S. 1329: Sodann war ihm der unendlich leichte, schwebende Gang sehr bald aufgefallen, und endlich hatte er an dem Faltenwurfe des Mantels bemerkt, daß dieser eine Venus verhüllen müsse.

Was die Sylphiden angeht, so kann man hier vielleicht nochmals an das im vorigen Beitrag erwähnte Zitat aus Wilhelm Hauffs "Der Mann im Mond" erinnern: Gräfin Aarstein, eine kolossale Figur - sie hätte ohne Anstand in jedem Garderegiment dienen können - voll, üppig gebaut. (...) Neben ihr die leichte, schlanke, sylphidenähnliche Gestalt Idas; nein, dieser Kontrast.! (..) So schwebte Ida neben der Gräfin hin, so wie Juno und Hebe traten sie in das Zimmer. Dabei ist der abschließende Göttinnenvergleich übrigens nicht der einzige in der Erzählung: Es war nicht möglich, etwas Liebreizenderes zu sehen als das Mädchen, eine ewig junge Hebe zwischen den alten, fröhlichen Herren.

Ob Hauffs "Mann im Mond", dessen freizügige Sprache übrigens relativ einzigartig im Werk des Autors ist, May bekannt war, kann hier nicht beurteilt werden, gleichwohl weist Millieu und Handlung nicht nur dieser Erzählung sondern auch etwa von "Die Bettlerin von Pont des Arts" und "Die Sängerin" durchaus Anklänge an einige Kapitel in den Münchmeyerromanen auf.

Doch wenden wir uns nun wieder der Chronologie der May-Zitate zu. Gut 1000 weitere Seiten gibt es wieder keine Erwähnung mythologischer Frauenfiguren. Dann aber ist der nächste Vergleich bereits in der Szene mit der nackten Karja zu finden:

Waldröschen, S. 2302: »Du bist mehr als eine Venus; Du bist eine Kleopatra

Wie wir gesehen haben, gab es bis zur Niederschrift dieses Satzes eine eindeutig bis in die Tradition des Mayschen Frühwerks zurückzuführende Verwendung der Namen Venus und Kleopatra. Der Vergleich fällt in keinster Weise aus dem Rahmen und kann insofern auch nicht als signifikantes Indiz für eine Interpolation gewertet werden. Erst in den beiden nächsten Zitate gibt es dann eine weitere Verdichtung, indem nun jeweils gleich drei mythologische Frauen genannt werden, zwei der Namen im ersten Zitat wurden dabei bislang nicht erwähnt. Diese Explosion im Gebrauch des Stilmittels erscheint punktuell zwar auffällig, ist aber innerhalb der dynamischen Gesamtentwicklung lediglich ein weiterer Schritt zu einer immer häufigeren Anwendung dieses Vergleichmodus ...

Waldröschen, S. 2688: »Herrlich! Unvergleichlich! Wer ist sie! Unbekannt! Eine Venus! Nein, eine Diana! Vielmehr eine Minerva

... wobei die nachfolgende Textstelle durch den Gebrauch etablierter Namen wieder etwas traditioneller ausfällt:

Waldröschen, S. 2713: (Waldröschen) Sie war das verkörperte Bild einer Juno, einer Hebe und einer Kleopatra zu gleicher Zeit.

Diese graduelle Steigerung in der Verwendung der Göttinnen-Vergleiche deutet klar auf die Autorenschaft eines einzelnen Schriftstellers und nicht etwa auf eingeschobene Fremdmanipulation hin. Diese Einsicht wird auch durch die moderate Erwähnung mythologischer Frauennamen in Die Liebe des Ulanen deutlich. Da dieser Roman ja ein gutes Jahr nach dem Waldröschen startet (in etwa zum Zeitpunkt das Karja-Zitates) und dann parallel erscheint, sind die Vergleiche erwartungsgemäß anfangs ebenfalls nicht so häufig und zunächst jeweils gar nur auf eine Göttin bezogen:

Die Liebe des Ulanen, S. 5: Ganz anders die Brünette. Von hoher, junonisch voller Gestalt, schien sie nur zum Gebieten bestimmt zu sein. Ihre Züge glichen denjenigen, welche der Maler jenen persischen Schönheiten zu geben pflegt, welche geschaffen sind, die Sterne eines ganzen Harems zu verdunkeln.

Die Liebe des Ulanen, S. 445: Das Gewand hatte sehr kurze Aermel und gab also ein Paar Arme frei, wie sie Kleopatra nicht voller und schöner gehabt haben konnte.

Die Liebe des Ulanen, S. 1439: (...) Hedwig, die Unbezähmbare. In graue Seide gekleidet glich sie einer Sylphide, welche darauf wartet, von Zeus zur Venus umgewandelt zu werden.

ebenfalls S. 1439: Obgleich ein Jahr jünger, war Ida doch fast mehr entwickelt als Hedwig. Sie glich einer Hebe, deren wohl gerundete Glieder sich in rosa Seide hüllten.

Es ist natürlich nicht Sinn und Zweck dieses Beitrages sämtliche Textstellen chronologisch zu zitieren, in denen mythologischen Frauennamen genannt sind. Es ging lediglich darum, zu belegen, daß der Vergleich in der "Karja-Szene" und alle bereits vorher angebrachten "Waldröschen"-Vergleiche gänzlich als logische Entwicklung eines Stilmittels aus der Hand eines einzigen Autors anzusehen sind, daß diese Vergleiche einerseits generell schon in den Frühtexten angelegt sind und andererseits deren Häufigkeit in den Kolportageromanen erst langsam zunimmt, bis sie dort schließlich geradezu verschwenderisch angebracht werden. Daß Karl May derartige mythologischen Frauengestalten auch noch nach Beendingung der Münchmeyer-Romane gelegentlich erwähnte, mögen abschließend noch die folgenden drei ausgewählten Zitate zeigen:

Der Schut: (Wirtin in Glogovic) Der Hadschi zog endlich, um sich von der Anhänglichkeit der widerwilligen Hebe zu befreien (...)

Der Sohn des Bärenjägers: Das ist die bekannte Schprache des Cicero und der schönen Melusine.

Im Lande des Mahdi I: Wenn von einer orientalischen Schönheit gesprochen wird, so stellt man sich, um mit dem Dichter zu sprechen, ein »nächtig-, mächtig-prächtiges« Wesen vor, mit den Zügen einer Kleopatra, Emineh oder Schefaka.


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 Betreff des Beitrags: Von Vampiren und Jettatori
BeitragVerfasst: 9.9.2005, 12:50 
In dem anfangs von „Ulane und Zouave“, des 10. Kapitels von „Die Liebe des Ulanen“ eingeschobenen „Von-Wilden-Fragment“ (Deutscher Wanderer, Nr. 88-91) wird die schöne Elma ebenfalls anhand des obligatorischen Göttinenvergleichs kategorisiert: Wie man es bei den Walachinnen gewohnt ist, so war auch Elma eine hohe, üppig volle Gestalt, deren Formen mehr an Juno als an Hebe erinnerten.

Während die allgemeine Beschreibung des Mädchens und ihrer Reize den üblichen stereotypen Muster – hier übrigens ohne Erwähnung des Busens - folgt, gibt es aber auch einige Charakteristika, die May hier erstmals bzw. zum zweiten Mal verwendet. Da es ist nun sehr typisch für May, daß er bestimmte Sujets mehrfach verwendet, ist es wegen der in diesem Falle eher geringen Anzahl der Wiederverwertungen interessant zu verfolgen, wie er diese speziellen Merkmale in den wenigen anderen Erzählungen wieder aufnimmt.

Da ist zum einen die Herkunft der Familie aus der Walachei. In Mays Werk wird dieser Landstrich hier erstmals genannt. Auffällig ist nun, daß in Nr. 64-65 des „Deutschen Wanderer“, eine Erzählung abgedruckt ist, die in dieser rumänischen Provinz beheimatet ist: Eine Schreckensnacht. Ein walachisches Abenteuer, erzählt von P. Böhme

Ob dies nun eine von May gänzlich unbeachtete Erzählung ist, oder ob er sich vielleicht durch diese inspirieren ließ, ja, ob er die Geschichte gar selber pseudonym verfaßt hat, darüber läßt sich ohne Kenntnis des Textes natürlich keine Aussage machen. Immerhin ist weder der Titel – das Wort Schreckensnacht findet sich bereits in der Firehand-Novelle - noch die innerhalb des „Wanderes“ einmalige Abenteuer-Form des Untertitel – vgl. z.B.: Der Girl Robber – Ein singalesisches Abenteuer – fremd. Auch wäre ein Name Böhme als Pseudonym für May nicht gänzlich ohne Bezug gewählt, schließlich führten May seine ersten realen Auslandsreisen 1870 eben nach Böhmen.

Außerdem darf man noch an die ominöse Kurzgeschichte Der Vampir erinnern, die May 1882 seiner französischen Übersetzerin Juliette Charoy schickt. Da die drei anderen kürzeren May-Beiträge im "Wanderer" allesamt Nachdrucke sind, könnte dies also theoretisch auch für Die Schreckensnacht gelten - falls die Geschichte denn überhaupt von May geschrieben wurde.

Übrigens spielt Böhmen nebst der Walachei eine größere Rolle im Roman „Der Weg zum Glück“. Wer die Gelegenheit dazu hat, sollte deshalb vielleicht mal die Schreckensnacht unter die Lupe nehmen, ob sie mit May - und sei es auch nur als Inspirationsquelle – etwas zu tun haben könnte.

In „Im Abgrund“, den 7. Kapitel des GW-Band 74 „Der verlorene Sohn“, wird in der möglicherweise bereits auf Franz Kandolf zurückgehenden Umarbeitung der Figur Salomon Levis in Sigmund Dorn ebenfalls das walachische Element eingeflochten, in Mays Originaltext ist dergleichen nicht zu lesen, hier hat sich also der Bearbeiter mit ziemlicher Sicherheit durch das „Von-Wilden-Fragment“ inspirieren lassen: Fest stand aber, daß Sigmund Dorn trotz des treuherzig-altdeutsch klingenden Namens ein ebenso durchtriebener wie hartnäckiger Geschäftsmann war, der schon manchem Kunden mit einem derben, walachischen Fluch verabschiedet hatte

Eine weitere Premiere im „Von-Wilden-Fragment“ ist zum anderen der Vergleich mit Vampyren: Sie denkt, daß sie sei das schönste Mädchen der Welt; aber sie ist eine Hexe. Sie hat den bösen Blick. Haben wir nicht auch gewohnt in der Walachei? Ist uns nicht auch bekannt die Sprache des Landes dort? Warum hat die Familie geheißen Flakehpa-Ociului, was auf Deutsch bedeutet die Augenflamme? Alle Weiber dieser Familie haben gehabt den bösen Blick; sie sind gewesen Vampyre und haben getrunken das Blut aus den Adern der Lebendigen. Wenn sie gestorben waren, diese Weiber, dann hat man ihnen noch stoßen müssen einen spitzen Pfahl durch den Leib, und sie haben dann vor Schmerz geheult, obgleich sie Leichen gewesen sind.

Vampire werden in Mays vorherigen Schriften zwar hier und da erwähnt - so etwa in „Durch die Wüste“ ((...) mit den Augen eines Tigers und mit den Krallen eines Vampyr!), „Durchs wilde Kurdistan“ ( er ist ihr Vampyr, ihr Blutsauger) oder auch schon im 6. Kapitel von „Die Liebe des Ulanen“ ( Es ist mir, als ob die Vampyre der Hölle mit dunkeln Flügeln mir um den Kopf strichen.) – ein expliziter Bezug auf menschliche untote Blutsauger, insbesondere der populären Sorte, die vorzugsweise in Südosteuropa ‚beheimatet‘ ist, findet sich dabei jedoch fast nicht, allein in „Der Kampf um die Liebe“ dem 2. Kapitel der 2. Abteilung von „Der verlorne Sohn“ findet sich eine kurze Andeutung: Aber die Blutsauger, die Vambeeren oder Vampiren oder wie sie heißen, die sind Schuld daran!

Auch vom „bösen Blick“ liest man in Mays Werk relativ selten, vor dem „Von-Wilden-Fragment“ wird er nur in „Zwei Gegner“, dem 1. Kapitel von „Die Liebe des Ulanen“ erwähnt: Dieses fascinirende, gelbgrüne, giftige Auge hatte den höllischen Blick, den die Italiener Jettatura nennen, und von welchem sie meinen, daß jeder, auf dem er haftet, unwiderruflich dem Unglück verfallen sei.

Diese knappe Kennzeichnung findet breite, ja geradezu elogische Ausformung in der Beschreibung von Elmas Augen: Man hatte diese wunderbaren Augen schon hellblau, grünlich und grau gesehen; ja, es gab Herren, welche behaupteten, bemerkt zu haben, daß im Zorne oder einer anderen ungewöhnlichen Seelenbewegung die Färbung dieser Augen vom Sammetschwarz durch alle Töne bis auf ein sogar gelblich schillerndes Grün gelaufen sei. / Und auf wen ihre Strahlen mit Absicht gerichtet waren, der vermochte es nicht, den Blick von ihnen zu wenden. Es lag ein Magnetismus in ihnen, welcher keinen Widerstand fand. Solche Augen sind gefährlich. Sie ziehen an; sie reißen hin; sie verführen und überwältigen. Ihre Macht ist bethörend und berückend; sie kann gefährlich werden. / Der Italiener hat ein Wort, mit welchem er die fascinirende Macht solcher Augen bezeichnet, das Wort Jettatura. Elma war eine Jettaturia; das sagte sich ein Jeder, welcher einen bewußten Blick von ihr empfing.

Interessant ist nun aber auch, wie May die drei ... Wallachei, Vampyr und Böser Blick dann anschließend in „Der letzte Ritt“ aus seinen Orientzyklus verwertet. Zunächst ist es der rumänische Landstrich:

Er hatte den Ausruf in walachischer Sprache getan. War er ein Walache?
[In den Schluchten des Balkan, 1. Schimin, der Schmid]

Er sprach walachisch, und zwar spricht er diese Sprache, wie mir scheint, genau so, wie ich sie in der Gegend von Slatina gehört habe.«
[In den Schluchten des Balkan, 2. Unter Paschern]

Als Abschluß von „Der letzte Ritt“ widmete May dem Vampyr gar eine ganze Episode, die in der Buchausgabe „In den Schluchten des Balkan“ ein ganzes Kapitel umfaßt: ch hatte von diesem Vampyr- Aberglauben viel gehört und viel gelesen. Jetzt galt es günstigen Falls eine Tat, so einem gespensterhaften Blutsauger hinter die Flughäute zu schauen und die beiden braven Wirtsleute von ihrer Angst und ihrem Kummer zu heilen. Es lag ja jedenfalls eine Täuschung vor.

»(...) Nun ist sie ein Vampyr und holt ihn zu sich, wenn man nicht das Mittel des Popen in Anwendung bringt.« / »Welches Mittel ist es?« / »Man muß ihr Grab öffnen und ihr einen spitzen, geweihten Pfahl, welcher mit dem Fett eines acht Tage vor Weihnacht geschlachteten Schweines bestrichen ist, in das Herz stoßen.« / »Schrecklich, schrecklich! Auch daran glaubst du, daß das Mittel hilft?« / »Ja. Aber ich gebe die Erlaubnis nicht dazu. Der Pope mag kommen und bei dem Kranken wachen; dann kann ihr Gespenst nicht zu ihm. Geschieht dies zwölf Nächte lang, so kommt sie nicht wieder und ist erlöst. Wird sie aber im Grabe gespießt, so fällt sie dem Teufel anheim. Es soll entsetzlich sein, wie so ein Vampyr schreit und gute Worte gibt, wenn er gespießt werden soll. Das geschieht stets um Mitternacht. Der Leib des Vampyrs verwest nämlich nicht. Er liegt im Grabe so warm und rot, als ob er am Leben sei. (...)«

In der nachfolgenden Reiseerzählung „Durch das Land der Skipetaren“ thematisiert May sogleich am Anfang (Buchfassung: „In den Schluchten des Balkan“, 7. Kapitel „Im Konak“) wieder die Walachei und kommt nun erstmals inm Orientzyklus auch auf den bösen Blick zu sprechen:

Während der eine eine Schleuder an dem zerrissenen Gürtel hangen hatte, trug der andere die einst so
sehr gefürchtete Waffe der vor den Türken in die Wälder geflüchteten Serbier und Walachen, einen Heiduckenczakan, dessen gewundener Schaft mit der perligen Haut des Haifisches überzogen war.


Da ließ der Mann die Zügel auf die Kniee fallen, hob die Hände bis zum Gesicht empor und hielt sie so, daß alle zehn Fingerspitzen nach mir wiesen. Das tut man in der Levante, wenn man sich gegen den bösen Blick und Zauberei verteidigen will.

Der ‚Jettatura‘ wird dann schließlich nochmal ausführlich in der Episode „Im Turm der alten Mutter“ thematisiert: Wir waren einem Arbeiter begegnet, welcher böse, triefende Augen hatte, und ich war dadurch unwillkürlich an den Umstand erinnert worden, daß die Orientalen alle den Aberglauben hegen, es gebe einen 'bösen Blick'. Die Italiener nennen das bekanntlich Jettatura. / Sieht Einer, welcher mit dem bösen Blick behaftet ist, den Andern nur scharf an, so hat dieser alles mögliche Schlimme zu erwarten. Ein Mensch, welcher ganz zufälligerweise einen scharfen, stechenden Blick besitzt, kommt leicht in den Verdacht, ein Jettatore zu sein, und wird sodann von jedermann gemieden. / Um Kinder gegen den bösen Blick zu schützen, bindet man ihnen rote Bänder um den Hals oder hängt ihnen ein Stückchen Koralle um denselben, welches die Form einer Hand besitzt. / Erwachsene kennen nur ein einziges Mittel, sich vor den Folgen des bösen Blickes zu schützen. Dasselbe besteht darin, daß man die ausgespreizten Finger der erhobenen Hand dem Betreffenden entgegen hält. Wer das tut und sich dann schnell entfernt, bleibt vor den schlimmen Folgen der Jettatura bewahrt.

Kara Ben Nemsi nimmt sich dabei höchstpersönlich des "bösen Blickes" an und bekämpft damit einige Schut-Banden-Mitglieder. Aber diese Episode am 'Turm der alten Mutter' wie auch die Vampir-Episode sollte der geneigte Leser dann lieber gemütlich mit dem Buch in der Hand nachlesen. :wink:


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