Diskussionsforen der Karl-May-Stiftung

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BeitragVerfasst: 10.11.2007, 13:21 
The Good with the Bad ...

... und das 'Bad' sind all die Abenteuer wobei unsere 'irdischen' Mitbuerger, die Tiere, oder 'Natives' [Eingeborene - nicht-'zivilisierte' Voelker] (die welche dem 'Progress' im Weg sind, oder einen momentan grossen Verdienst einbringen koennen) einfach so abgeschlachtet werden. Wie zum Beispiel die 'inhumane main attraction' des Stierkampfes in Buenos Aires (notwithstanding der stierkampf selber - stier um stier, pferd um pferd ...) ... ein angebundener Jaguar gegen einen N/Amerikanischen Bison (die idee ist schon magendrehend, no matter wie's herauskommt) - dann ist da die 'Baerenjagd' im 'Tal der Baeren' (Old Surehand III), die Seehundjagd, und so weiter ... May hat eine eigenartige Weise diese Abschlachtereien fast bis ins Detail zu beschreiben und gleichzeitig die gefuehllose Grausamkeit dessen, sowie deren Nutzlosigkeit und Seelenlosigkeit [ist das ein Wort?] dem Leser grad ins Gesicht zu druecken. Wahrscheinlich habe ich's May zu verdanken dass ich denen die da so kreuchen und fleuchen etwas mehr also nur einen Blick der Nutz oder Unnutzen abwaegt entgegenbringe.

Dieses Kapitel 'drags' ...

Bison: http://de.wikipedia.org/wiki/Amerikanischer_Bison


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BeitragVerfasst: 17.11.2007, 15:47 
...almost there ... eines hat mich schon seit Jahrzehnten eigentlich gewundert ... dies hier:

quote:
...und stieß jenes Geschrei aus, welches die Indianer Nordamerikas bei ihren Jagd- und Kriegsangriffen hören lassen. Es ist das ein langgedehntes, in hohem Fisteltone gegebenes Hiiiiiih, bei welchem man die Finger möglichst schnell vibrierend gegen die Lippen bewegt,....
unquote

Ich stell mir vor: Indianer auf Pferd, Tomahawk oder Gewehr in einer Hand, entweder Zuegel des Pferdes oder die andere Waffe in der anderen Hand ... woher kommt da die Hand fuer die 'Finger an die Lippen' ...


Den Stierkampf hab ich nun fast ueberwunden ... nur noch der Bison ...
:wink:


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BeitragVerfasst: 18.11.2007, 13:44 
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Das mit der Hand für die Finger an die Lippen ist ja da fast noch harmlos, noch interessanter ist da das akrobatische Kunststück, das Karl May in der Urfassung von "Old Firehand", als der Sohn Harry noch Tochter Ellen war, beschreibt.
Auf der wilden Flucht vor den bösen Indsman nämlich sitzen der Ich-Erzähler und die Tochter Old Firehands auf einem Pferd, sie durch einen Streifschuss verwundet. Um es schön dramatisch zu machen, glaubt sie, sterben zu müssen. Das nächste zitiere ich aus dem "Old Firehand"-Reprint, Seite 93:

" "Nein," rief ich, sie fester an mich drückend und das Pferd zu immer rasenderem Laufe anfeuernd, "sterben sollst Du nicht und sterben darfst Du nicht. Ich habe Dich unter zehnfacher Todesgefahr errungen und mag ohne Dich nicht sein und leben!"
Da schlang sie die beiden Arme um meinen Hals, legte ihren Mund mir auf die Lippen und nach einem langen, langen Kusse, während dessen die wilde Jagd immer vorwärts tobte, klang es: ..." (Zitat Ende)

Ich meine mal, das Umschlingen des Halses mit den Armen mag ja noch angehen, aber das andere, noch dazu mitten in der wilden Jagd ...?
Habs zwar noch nicht selbst ausprobiert, ob das nun in so einer Situation geht oder nicht ( :) ), aber wirklich vorstellen kann ich mir das noch weniger als die Sache mit dem Kriegsgeschrei. Weil ja wohl sicher die Konzentration in dem Moment auf andere Sachen, zum Beispiel auf den Weg, zu richten wäre. Ja, wenn er hätte das Pferd anhalten dürfen, dann ... :) :)


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BeitragVerfasst: 18.11.2007, 14:04 
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Denkbar wäre auch noch die Kombination wilde Jagd & langer Kuss & Kriegsgeschrei. Sie schaffen das. Übung macht den Meister.

:lol:

Zitat:
Um es schön dramatisch zu machen, glaubt sie, sterben zu müssen


Spaß beiseite, Ernst komm her:

Nö, nicht um es schön dramatisch zu machen. Sie glaubt halt, sterben zu müssen. Und da tritt dann sozusagen die eine Energie gegen die andere an, und die andere gewinnt. Der Autor schildert gern Grenzerfahrungen. Ganz tief unten sein, um danach umso schöner wieder rauf zu kommen. Hat er selber auch erlebt.

:wink:


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BeitragVerfasst: 18.11.2007, 14:17 
Darf ich mal aus der Schule reden? Warum nicht - wir sind ja unter uns :wink: ... nur moeglich wenn das / die Pferd(e) stille stehen - ganz stille. Hottehueh ... hihihihihi wenn ich mich nicht irre :lol:

Das las ich auch ... und habs prompt (noch) nicht uebersetzt.

Mein Mann wundert sich manchmal ganz schoen (und dann schuettelt er nur seinen Kopf - aha - Karl May!) ... wenn er da ploetzlich vom ansonsten stillen Buero-Ecken wo ich so brav sitz und work mit der Musik im Ohr ein hysterisch angehauchtes, halb-verschlucktes Gekicher hoert. 'Derda Kuss' war so ein 'Moment'. :lol: :lol: :lol: :lol:

Jetzt mutt ich wieder zurueck zum Vater Jaguar als er da so Alt-Griechische Saltomortales ueber den Bison vollbringt ... DER Stierkampf hat schon alles ... muesste eigentlich in die Geschichte eingegangen sein ... ist geradeso 'Karl May' wie 'der' Kuss ... (woher nahm er das alles nur?) ...
:lol: :lol:

@ rodg ... glaubst du det alles nu wirklich selber? That's deep, man ... // eher subconscious, nicht bewusst but... der Sharlih war eben ein 'Superman' ... wo der Karle gefehlt hat, hat der Sharlih geglaenzt ...


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BeitragVerfasst: 18.11.2007, 15:11 
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Zitat:
glaubst du det alles nu wirklich selber?


Was ? (Was meinst Du mit dem, was ich glauben oder nicht glauben soll ?)

Ich nehme so eine Stelle ernst, und beschäftige mich nicht mit "technischen" Einzelheiten. Vielleicht registriere ich am Rande, das und das ist jetzt etwas seltsam oder unwahrscheinlich, aber, wie gesagt, nur am Rande, weil: darum geht es ja gar nicht. Es geht, um beim Beispiel zu bleiben, um mit dem Leben abgeschlossen haben, erwarten, daß man stirbt, und um die "Gegenbewegung", Festhaltenwollen des Glücks usw.; um Liebe angesichts des Todes, um eine Grenzerfahrung. Und das nehme ich sehr ernst (was nicht ausschließt, daß ich im nächsten Moment vielleicht einen albernen Witz darüber mache). Ob er da nun gelegentlich eigentlich einen dritten Arm bräuchte oder die beiden sich in größter Gefahr befinden, sich gegenseitig die Zunge abzubeißen, wenn sie da über Stock und Stein reiten, das vernachlässige ich als nebensächlich, weil es eben m.E. darum nicht geht.

Ich kann das manchmal gar nicht recht nachvollziehen, mit was für Einzelheiten sich Leute manchmal stunden- oder weiß ich wie lang beschäftigen, z.B. in den Vorworten der Weltbild-Bände, da schreibt dann einer Dutzende Seiten lang über Indianerstämme, historische Zuordnungen und was weiß ich noch, da denke ich immer an Karl Mays Satz (aus einem Brief) "Verlegen Sie das alles mal nach Deutschland". Es geht in so einer Wildwestgeschichte meinetwegen beispielsweise um Verrat, Treue, Feigheit, Mut, Selbstlosigkeit, Enttäuschung, Schmerz, Einsamkeit, was weiß ich (sind spontane Beispiele); ob das nun bei den Indianern spielt, in Sachsen oder bei den Chinesen, das ist, m.E., eher nebensächlich. Und deshalb kann ich auch auf diese Völkerkundenachhilfestunden (zur Unzeit) u.ä. verzichten.

Hoast mi ?

:wink:

("Ist gar nicht so einfach, das Wesentliche; kriegen Sie mal das Wesentliche raus !" - HD Hüsch)


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BeitragVerfasst: 18.11.2007, 15:36 
:lol: :lol: :lol:

yeah, yeah, yeah -

Was, was? Nee - nur hauptsaechlich 'shitstirring' ... (harmlos und nicht ganz Ernst!)

Ich glaubs dir ja! Stimmt auch alles ... nur ... das Bild, das Bild, die [himmlische] Vorstellung dessen ... schoen romantisch klingts auch - ein 'leben-wollender' Kuss auf einem rasenden Pferd - mit Indianergeheul hintendrein.

Wenn ich was lese sehe ich selten als erstes 'Philosophie' sondern 'Farbbilder die sich bewegen'. Die Philosophie ist auch da, aber ich muss 'darauf eingestellt sein' wenn ich die liebe Sophia auch sehen soll ... aber deine Ausfuehrungen waren auch 'enlightened' - fuer mich ein neuer Aspekt 'der' Kuss-Szene. Ob sich der May so bewusst [wie Du] mit den philosophischen Schlussfolgerungen 'der Szene' [oder anderen] auseinandergesetzt hat?

On that note ... det nehm ich mit zu Bette ...

Goodnight Germany!

:wink:


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BeitragVerfasst: 18.11.2007, 15:46 
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Zitat:
Ob sich der May so bewusst [...] mit den philosophischen Schlussfolgerungen 'der Szene' [oder anderen] auseinandergesetzt hat?


Wiebittewas ? Steht doch alles Schwarz auf Weiß da, kannste mal nachlesen, das Schwarze sind die Buchstaben. (Qualtinger hat bei einigen Lesungen immer gleichsam achselzuckend mit der Hand aufs Buch gezeigt, wenn die Leute gelacht haben oder applaudieren wollten, so als wolle er sagen Was wollt Ihr denn, steht doch alles da drin)

:wink:

»Ellen, seid aufrichtig! Ihr könnt nicht länger aushalten.«

»O doch!« erwiderte sie mit matter Stimme, indem sie das Auge mit einem unbeschreiblichen Ausdrucke zu mir aufschlug. »Ich mag nicht fort von diesem Platze und halte bei Euch aus, bis - bis -«

»Bis -?« fragte ich mit tiefem Beben.

»Bis ich den großen, großen Fehler meines Lebens gesühnt habe mit dem Tode.«

»Nein,« rief ich, sie fester an mich drückend und das Pferd zu immer rasenderem Laufe anfeuernd, »sterben sollst Du nicht und sterben darfst Du nicht. Ich habe Dich unter zehnfacher Todesgefahr errungen und mag ohne Dich nicht sein und leben!«

[...]

»Könnte ich leben, so wäre es nur und allein für Dich. O, welches Glück, welche Seligkeit müßte es sein, der Liebe gehorchen zu dürfen!«

Die Ahnung des Todes ging durch ihr Herz und machte den künstlich hineingepflanzten Muth erzittern. Es schwieg die Rache, die darin geglüht, und Alles war vergessen, was einst bestimmend auf ihr Denken und Wollen gewirkt hatte. Sie hielt es für ein Glück, zu sühnen, was sie an ihrer Weiblichkeit verbrochen hatte, und diese Sühne mußte mir den Himmel geben, nach welchem ich mit meinen heißesten Wünschen strebte. Sollte er mir mit dem dahinfließenden Leben verloren gehen? Nein, tausendmal nein; das durfte nicht geschehen!


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BeitragVerfasst: 18.11.2007, 18:08 
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... und letztlich ist es ja auch nicht geschehen, wie wir wissen.
Schließlich hat der Karl am Ende sogar in der Erzählung seine Ellen geheiratet. Schade dass das nur Phantasie war, vielleicht wäre er mit ihr, so es sie wirklich gegeben hätte, glücklicher geworden als mit Emma ...
(Bitte jetzt nicht den Hinweis, dass man zwischen Mays Leben und seinen Geschichten unterscheiden muss! :) )

Übrigens, um dich zu beruhigen, Rodger, es liegt mir fern, mit Tod und Todesangst meine Scherze zu treiben, da hab ich schon viel zu oft damit zu tun haben müssen in meinem Leben.


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BeitragVerfasst: 18.11.2007, 18:49 
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Zitat:
Schließlich hat der Karl am Ende sogar in der Erzählung seine Ellen geheiratet


Schon bei der ersten Fassung der Geschichte, "Old Firehand", wo Ellen noch kein Harry ist, gibt es verschiedene Varianten des Schlusses. Der Satz „Einige Wochen später feierten wir unsere Hochzeit“ der z.B. im Weltbild-Band die Geschichte beschließt, findet sich in anderen Fassungen nicht (vgl. z.B. auf den Seiten der KMG) und ist meines Wissens eine redaktionelle Änderung (möglicherweise schon zu Mays Lebzeiten eingefügt).

Zitat:
Übrigens, um dich zu beruhigen, Rodger, es liegt mir fern, mit Tod und Todesangst meine Scherze zu treiben, da hab ich schon viel zu oft damit zu tun haben müssen in meinem Leben.


Mißverständnisse und Aneinandervorbeireden, nächste Runde.

Warum sollte ich beunruhigt sein ? Schließt das eine das andere aus ? Ich zitiere mich zur Abwechslung mal selber (ein Stückchen weiter oben im Thread):

Zitat:
Und das nehme ich sehr ernst (was nicht ausschließt, daß ich im nächsten Moment vielleicht einen albernen Witz darüber mache).


Ich hatte auch schon damit zu tun, zwar nicht "viel zu oft", aber lehrreich war's allemal.


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BeitragVerfasst: 19.11.2007, 2:55 
@rodger ... :lol: ... ich versuch's nun auch mal einen Gang langsamer ... ich sprach von deiner philosophischen interpretation des Geschriebenen - auch ich kann die Buchstaben schwarz auf weiss sehen, und die 'Gedanken' des Reiters - wenn ich aber den Namen Karl May mit nichts in Verbindung bringen kann als nur die Abenteuer Schriften (also nix weiss von seiner Lebenseinstellung, seiner Lebenserfahrung, oder -Not), sagen wir mal, dann sehe ich hauptsaechlich den Handlungsablauf ... steiniges Flussufer wo mindestens 3 Pferde in rasendem Tempo dahinsausen unter einem blauen Himmel, die Sonne heruntergluehen, die Steine wie projektile von den Hufen dahingeschleudert, eines davon Iltshi voraus mit Winnetou, und der Held auf Hatatitla mit Ellen (obwohl weder Iltshi noch Hatatitla damals existierten und der Held auch noch nicht Old Shatterhand war - spielt aber fuer diese Exercise keine Rolle). Dann beschaeftige ich mich zuerst mit dem Gedanken ... na wie machen denn die das? Ist das Pferd auf 'autopilot' oder hat er einen luftkissengedaempften Sattel mit 'anti-shake' and 2 extra arme? Oder ausrenkbare Rueckenwirbel? Falscher Gedankengang im falschen Moment - sorry, wenn er sich so um sie sorgt sollte der Held ZUERST sich um's 'in-Sicherheit-bringen' kuemmern, DANN kann er sich die Zeit leisten solchen Gedanken nachhaengen (das aber [zwischen 'sorry' und 'nachhaengen'] ist einzig und allein mein Gesichtspunkt von wegen wenn ich eine solche story zu schreiben haette - es ist KEINE Kritik an May's eigenem 'construct' - bewahre.

Mein Gedankengang, am ende des Rittes, ist somit so voll von ??? von wegen 'unmoeglicher Kuss', dass mir die 'underlying' Philosophy-Interpretationen entschluepfen, und der 'Ritt' als 'was amuesantes' im Gedaechtnis bleibt - bis dann der rodger daherkommt und mir lebhaft beschreibt dass die 'Szene' einen ganz tieferen Hintergrund hat - hat sie auch - nur ist der Hintergrund ueberschatted von der schier-unmoeglichen Akrobatik, und fuer den 'casual reader' ist es dann schwierig sich da mehr Gedanken darueber zu machen.

***

PS: >>>Mißverständnisse und Aneinandervorbeireden<<< und wir wundern uns noch warum 'die Welt' ist wie sie ist ?

***

... Friedenspfeife ... hab ich was nettes gelesen hier ...

quote:
»Da fällt mir ein, daß es zwei Apachenhäuptlinge gab, zwei Brüder; der eine war der "brüllende Büffel" und ist seit langem tot; der andere hieß die "brennende Pfeife", weil er von friedlicher Gesinnung war und gern mit jedermann die Friedenspfeife rauchte. Er soll noch leben.«
unquote

Howgh!

PPS: das Ellen/Emma Vergleichnis ist mir auch durch den Kopf gegangen - Ellen wie er sich Emma wuenschte {?}


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BeitragVerfasst: 19.11.2007, 5:09 
zurueck zum thread (wenn's gestatten :wink: ) ... Endlich ist der Bison auch tot, und der Vater Jaguar hat gesiegt.

Neben dem Baeren-Abschlachten im Old Surehand III, und dem Robbenschlag in eben-der Robben Story, hat mir der Stierkampf in der 'Inka-Vermaechtnis' Jugenderzaehlung zu schaffen gemacht - nicht der Text, die Uebersetzung, also das Technische, sondern die Frage der 'ethics' ... bekanntlich war May ein grosser Tierfreund und hat m.M.n. mit gerade den grafisch geschriebenen Greueleien, eine Art Abschreckungs-Philosophie (schon wieder Sophia) betrieben (vielleicht waere 'Taktik' ein besseres Wort {?}).

(Ich hoffe es ist nicht allzu konfus) ... :wink:

Es waere leicht fuer mich das gleiche zu tun wie andere, und das 'Glorifizierende' des Kampfes einfach wegzulassen oder zu aendern (obwohl May mit wenigen (!) Worten es schon selber 'anklagt') wie zum Beispiel das ganze 'religioese' element in anderen Uebersetzungen weggelassen worden ist nur weils dem Uebersetzer zuwider war. (Tu ich aber nich ... :wink: obwohl die Texte seit 1962 in der 'public domain' sind und jedermann damit machen kann was er will :wink:)

Das 'Schockierende' das 'Sensationelle' verkauft sich ja am besten ... wenn May es (auch) so sah, soll's (auch) mir recht sein, nur ... woanders schrieb er ...nur das beste ist gut genug fuer unsere Jugend...

Sind diese 'Tierquaelereien' und 'sinnlose Abknallereien', so schoen lebendig beschrieben nun dazu geschaffen 'unsere Jugend' an 'Geiz- und Aberglauben-getriebene Grausamkeiten' zu gewoehnen, oder deren 'Sinn fuer das Recht des Tieres // Tierschutz // Conservation' zu wecken und foerdern?

(Auch sollte ich noch sagen dass ich den Story-Zusammenhang, und demzufolge die 'Relevanz' solcher 'Szenen' auch verstehe innerhalb May's stories -- und dass ich auch erst bis dahin (des Bison Tod) gelesen habe, auch dass ich nicht die 'Tier' Szenen nun herausheben, und die Massen-Massakers von 'Roten' beiseite schieben will - es ist rein ein 'point of interest' fuer mich.)


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BeitragVerfasst: 19.11.2007, 8:24 
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Zitat:
Mein Gedankengang, am ende des Rittes, ist somit so voll von ??? von wegen 'unmoeglicher Kuss', dass mir die 'underlying' Philosophy-Interpretationen entschluepfen, und der 'Ritt' als 'was amuesantes' im Gedaechtnis bleibt


Bei mir ist es halt umgekehrt. Und bei Karl May auch, möchte ich behaupten, deshalb passieren ihm ja solche kleinen nebensächlichen Flüchtigkeitsfehlerchen, weil er mit seinen Gedanken bei Wesentlicherem ist.

"Underlying" ist die Abenteuergeschichte, und deren technische und sonstige Einzelheiten können schon mal "entschluepfen", im Gedächtnis bleibt Wesentlicheres.

(nicht die PEN-Club-Tagung sei das Beiwerk zur Kieler Woche, sondern die Kieler Woche das Beiwerk zur PEN-Club-Tagung, hat Hermann Kesten mal einem Reporterlein ins Mikro gesagt, fällt mir gerade dazu ein. Bei solchen Sachen funktioniert das Langzeitgedächtnis.)

:wink:

Zitat:
bis dann der rodger daherkommt und mir lebhaft beschreibt dass die 'Szene' einen ganz tieferen Hintergrund hat


Nein, das habe ich in einem der letzten Beiträge schon sagen wollen (Qualtinger usw.), das ist nicht meine Interpretation, sondern steht Schwarz auf Weiß im Text. Was kann ich dafür daß das nicht wahrgenommen, nicht ernstgenommen, vernachlässigt wird.


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BeitragVerfasst: 19.11.2007, 14:20 
ah ... so ... dachte schon dies sei Deine Interpretation:
>>>Nö, nicht um es schön dramatisch zu machen. Sie glaubt halt, sterben zu müssen. Und da tritt dann sozusagen die eine Energie gegen die andere an, und die andere gewinnt. Der Autor schildert gern Grenzerfahrungen. Ganz tief unten sein, um danach umso schöner wieder rauf zu kommen. Hat er selber auch erlebt. <<<
<sigh>

Erinnert mich an Till Eulenspiegel irgendwie ... (ein oder 2 'l' in Til / Till ?) ... s'war der, oder nicht? ... er weinte beim 'Berg-hinunter-sausen' weil er an die schwierige beforstehende 'Berg-hinauf-kraxelei' denken musste, und lachte beim 'Berg-hinauf-kraxeln' weil er sich auf die leichte 'Berg-hinab-sauserei' freute. ... oder so aehnlich.

Eigentlich bin ich mitten in Buenos Aires ... mit meinen Gedanken und dem Vater Jaguar, Herr Hammer aus Deutschland der ein wahrere Riese ist, und einen alt-Griechischen (Minoan) Stierkampf vordemonstriert weil er weiss wie man mit einem Bison vom Wilden Westen umgeht.

Interessant wie er verschiedene Aspekte in einen einzelnen 'Kampf' eingearbeitet hat.

Goodnight


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BeitragVerfasst: 19.11.2007, 14:31 
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Zitat:
er weinte beim 'Berg-hinunter-sausen' weil er an die schwierige beforstehende 'Berg-hinauf-kraxelei' denken musste, und lachte beim 'Berg-hinauf-kraxeln' weil er sich auf die leichte 'Berg-hinab-sauserei' freute. ... oder so aehnlich.


Ja, super, die Geschichte. Habe ich in früher Jugend gelesen und hat mich nie wieder losgelassen. Leider finde ich die Geschichte nicht mehr. Habe sie schon in zahlreichen Eulenspiegel-Ausgaben gesucht und nicht mehr gefunden. Eine entsprechende Anfrage in einem Forum blieb auch unbeantwortet.

Nun wird es viele Leute geben, die diese Eulenspiegel-Geschichte für einen Scherz halten. Nein, das ist Weisheit. "Denken se da mal drüber nach" (hat der olle Düser immer zu mir gesagt. Ich war um die Achtzehn und er Mitte Achtzig. Bis nachts um Zwölf habe ich immer bei dem gehockt. Solche Gesprächspartner fehlen mir heutzutage ...)

Zitat:
Interessant wie er verschiedene Aspekte in einen einzelnen 'Kampf' eingearbeitet hat.


Ja, das hat man häufiger bei Karl May.

:wink:


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