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Karl Mays Fauxpas mit dem Slowaken - und Kosovo
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Autor:  Faterson [ 19.2.2008, 11:36 ]
Betreff des Beitrags:  Karl Mays Fauxpas mit dem Slowaken - und Kosovo

Die Sklavenkarawane (1889/90) ist ein hervorragender Abenteuerroman, obwohl keine der bekannten Karl-May-Figuren dort ihren Auftritt hat. Der Abschluss von Kapitel 2, der den mörderischen Raubzug der Sklavenjäger schildert, gehört zum Allerbesten und Bewegendsten, was Karl May je schrieb.

Die Qualität des Romans wird in keiner Weise durch einen Fauxpas geschmälert, den Karl May bei einer der Figuren in diesem Werk beging. Eine der komischen Figuren soll nämlich ein Slowake sein. Doch dieser „Slowake“ hat einen ungarischen Namen (Istvan Uszkar); Karl May benutzt unentwegt die Bezeichnungen „der Ungar“ und „der Slowake“ als beliebig austauschbare Synonyme; und wenn er die vermeintliche Muttersprache des „Slowaken“ zitiert, spricht die Figur in Wirklichkeit... Tschechisch.

Obwohl die Figur an sich gelungen ist, ging bezüglich ihres sprachlichen und nationalen Hintergrunds alles in die Hose. Karl Mays Wörterbücher und Enzyklopädien versagten in diesem Fall kläglich.

Welchen Fauxpas da Karl May beging, wird sogar anhand der aktuellen Tagesgeschehnisse von heute sichtbar. Kosovo erklärte vor 2 Tagen, am Sonntag, dem 17. Februar 2008, eigenständig seine Unabhängigkeit von Serbien.

6 EU-Mitgliedsländer weigern sich, die Unabhängigkeit Kosovos anzuerkennen, darunter Spanien und die Slowakei. Weshalb wohl :?: Weil in diesen Ländern große nationale Minderheiten leben, deren radikalere Vertreter eigentlich nie einen Hehl daraus machten, dass sie eine Abspaltung ihrer Region vom jetzigen Mutterstaat nicht ablehnen würden.

Im Süden der Slowakei, also im Grenzgebiet zu Ungarn, leben heute etwa eine halbe Million Ungarn, was für ein Land mit 5 Millionen Einwohnern eine beträchtliche Minderheit darstellt.

Als sich vor dem 2. Weltkrieg die Slowakei auf die Seite von Hitler-Deutschland schlug, hatte dies seinen Preis. Ein großes Stück der Slowakei, nämlich der Süden, wurde der Slowakei weggenommen und einem weiteren Hitler-Verbündeten – Ungarn – zugesprochen. So blieb dies 6 Jahre lang, bis nach dem Kriegsende 1945 die Slowakei den Süden wieder zurück bekam, auch mit den dort lebenden Ungarn.

Wie man sieht, ist die gemeinsame Geschichte der Ungarn und Slowaken alles andere als konfliktfrei. Bevor 1918 die Tschechoslowakei entstand, wurden die Slowaken jahrhundertelang von den Ungarn regiert, was beinahe zur völligen Assimilierung des Volkes führte.

Der Fauxpas Karl Mays, auf heutige Verhältnisse und Kosovo übertragen, könnte etwa so dargestellt werden: Im Roman tritt eine Figur auf, die angeblich ein Serbe ist. Doch diese Figur trägt einen albanischen Namen und wenn sie vermeintlich in ihrer Muttersprache spricht, erklingt... Slowenisch. (Dass das Verhältnis zwischen Serbien und Slowenien, sowie zwischen der Slowakei und Tschechien, ebenfalls nicht immer spannungsfrei war oder noch ist, braucht man nicht näher auszuführen.)

Trotz alledem: die Lektüre der Sklavenkarawane muss jedem Karl-May-Fan empfohlen werden. Der Fauxpas mit dem Slowaken ist darin bloß ein unwichtiges Kuriosum.

Autor:  Kurt Altherr [ 19.2.2008, 18:29 ]
Betreff des Beitrags: 

Von einem Fauxpas Karl Mays kann hier wohl kaum gesprochen werden. Man schrieb das Jahr 1889 und die Probleme der Slowakei 1918 und 1939 waren für Karl May nicht vorausschaubar, wenn auch Emma Pollmer 1914 meinte, dass Karl May ein großer "Seher" war.

Von einem ganz großen Fauxpas kann eher gesprochen werden, das Deutschland - wieder einmal - unüberlegt den am 17.2.2008 sich unabhägig erklärenden Kosovo diplomatisch anerkennt.

Die Politik Deutschlands gegenüber Serbiens seit 1878 ist ein einziger politischer Skandal. Wie will man so Serbien für Europa gewinnen?

Autor:  Faterson [ 19.2.2008, 18:45 ]
Betreff des Beitrags: 

Kurt Altherr hat geschrieben:
Von einem Fauxpas Karl Mays kann hier wohl kaum gesprochen werden.

Doch :!: Konflikte zwischen den Ungarn und Slowaken waren bereits im 19. Jahrhundert noch viel schärfer als im 20. Jahrhundert oder heute. Bereits Mays Verwendung der Bezeichnungen „der Slowake“ und „der Ungar“ in der Funktion von beliebig austauschbaren Synonymen ist stümperhaft im höchsten Grad – vom Gebrauch der tschechischen Sprache statt der slowakischen und des ungarischen statt des slowakischen Namens ganz zu schweigen.

Ich wundere mich nicht, dass, als ich als Kind Die Sklavenkarawane zum ersten Mal in einer tschechischen oder slowakischen Übersetzung las, ein Slowake oder Tscheche darin überhaupt nicht erwähnt war. Denn die Fehler, die hier May beging, sind dermaßen peinlich, dass sie einem slowakischen oder tschechischen Leser nicht zugemutet werden können. Als ich dann den Roman vor ein paar Jahren das zweite Mal – das erste Mal auf Deutsch – las, wartete die Überraschung auf mich, dass eine der handelnden Figuren plötzlich ein „Slowake“ war... Na ja, Slowake sein sollte – diese Absicht ist leider May misslungen.

Autor:  Helmut Prodinger [ 20.2.2008, 1:30 ]
Betreff des Beitrags: 

Sir John Retcliffe hat sich zu "Slovaken" besser ausgekannt. Mathias,
der slovakische Kesselflicker und ehemalige Medizinstudent in Wien,
ist doch eine Hauptfigur. Slovaken sind in seiner Hackordnung aber ziemlich unten; ein Slovake musz gar zusehen, wie der Gutsbesitzer
seine Braut entjungfert. Die Rache zieht sich aber dann auch durch viele
Baende Villafranca.
Ich war auch schon in der Slovakei: in Preszburg, um billige Bilderrahmen zu kaufen, und 1995 in Liptowski Jan, bei einer Tagung. Im Nachbarthale entstand gerade ein Grand Hotel.
Retcliffe war aber im Hauptberufe Journalist bei der Kreuzzeitung, und hatte dadurch ein (vielleicht schraeges, aber immerhin) politisches Verstaendnisz.

Autor:  Helmut Prodinger [ 15.7.2008, 7:04 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Karl Mays Fauxpas mit dem Slowaken - und Kosovo

Und nun begann ich selbst, die Sklavenkarawane wieder zu lesen -- diesmal in der originalen Zeitschriftenversion. Ja, diese slowakische Problematik stiesz mir gleich auf. Dr Schwarz ist ziemlich humorlos, und pedantisch werden die verwechselten Fremdwoerter oberlehrerhaft korrigiert. Vielleicht ist das an die Leserschaft "Knaben" gerichtet. Schauplatz ist Sudan. In anderen Buechern werden die Sklaven eher aus anderen Gebieten weggeschafft, etwa Dahomey (Frank Yerby), oder Guinea (Antonio Adverso). Es wurde aber mit diesen Sklaven eher nicht der amerikanische Raum "bedient", wie es scheint. Naja, mal weiterlesen. Vielleicht weisz Wikipedia was zur Geschichte der Sklaverei.

Autor:  Faterson [ 15.7.2008, 7:36 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Karl Mays Fauxpas mit dem Slowaken - und Kosovo

Helmut Prodinger hat geschrieben:
Dr Schwarz ist ziemlich humorlos, und pedantisch werden die verwechselten Fremdwoerter oberlehrerhaft korrigiert.

So schlimm finde ich es nicht... Insgesamt ist Die Sklavenkarawane schon ein Karl-May-Buch von beachtlicher Qualität. :D

Autor:  rodger [ 15.7.2008, 7:56 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Karl Mays Fauxpas mit dem Slowaken - und Kosovo

Helmut Prodinger hat geschrieben:

pedantisch werden die verwechselten Fremdwoerter oberlehrerhaft korrigiert.


Das habe ich nicht so empfunden, sondern eher als augenzwinkerndes ironisch durchbrochenes Spiel gesehen, entfernt vergleichbar solchen inszenierten Doppelmoderationsspielereien á la Waldorf & Statler oder Delling & Netzer.

Autor:  Faterson [ 15.7.2008, 9:27 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Karl Mays Fauxpas mit dem Slowaken - und Kosovo

rodger hat geschrieben:
Helmut Prodinger hat geschrieben:

pedantisch werden die verwechselten Fremdwoerter oberlehrerhaft korrigiert.

Das habe ich nicht so empfunden, sondern eher als augenzwinkerndes ironisch durchbrochenes Spiel gesehen

Richtig :!: Zur Vollkommenheit geführt ist dieses Motiv in der Gestalt des Hobble Frank in den Wildwest-Geschichten, der immer wieder Fremdwörter durcheinanderbringt. Das ist ja das genaue Pendant dieser Passagen in der Sklavenkarawane.

Vielen geht Hobble Frank auf die Nerven, mir nicht — und soweit ich weiß, war Hobble Frank unter slowakischen Lesern immer sehr beliebt, nicht zuletzt, weil der bekannteste slowakische Karl-May-Übersetzer, Dr. Teofil Ušák (der stets nur nach ursprünglichen Fehsenfeld- oder Guter-Kamerad-Ausgaben übersetzte), sich immer darin erging, jeden Fehler Hobble Franks „pedantisch und oberlehrerhaft“ in einer Fußnote zu korrigieren, erläutern und kommentieren (und sich dabei über Hobble Frank lustig zu machen). :lol:

Autor:  rodger [ 15.7.2008, 10:01 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Karl Mays Fauxpas mit dem Slowaken - und Kosovo

Das ist immer so eine Sache, mit dem Erkennen von Ironie und Doppelbödigkeit …

Ich habe mal seinerzeit bei einer Umschulungsmaßnahme, Heinz Erhardt abkupfernd, regelmäßig „Sizilium“ oder „Silizium“ gerufen, wenn es in der Klasse zu laut wurde. Und hatte immer den Verdacht, von den fünfundzwanzig Anwesenden konnte die Hälfte gar nichts damit anfangen, die Mehrzahl der anderen Hälfte dachte ‚Jetzt protzt er mit Latein’, und die zwei oder drei „hellsten“ werden gedacht haben, 'das bringt er jetzt durcheinander, es heißt anders, naja, was will man erwarten von einem verkrachten Schauspieler' … Und den (recht anspruchslosen ...) Gag verstanden hat vermutlich keiner. - In Foren ist es gelegentlich ähnlich. Kommunikation ist wirklich eine ganz heiße Kiste, manchmal …

:wink:

*

(Ich mußte eben eine Weile überlegen bzw. suchen, ehe ich den Beitrag schreiben konnte. Bis ich sah, Aha, ich muß "Reply" anklicken ...)

(Das war jetzt keine Ironie ...)

Autor:  Faterson [ 15.7.2008, 10:16 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Karl Mays Fauxpas mit dem Slowaken - und Kosovo

rodger hat geschrieben:
Das ist immer so eine Sache, mit dem Erkennen von Ironie und Doppelbödigkeit …

Besonders bei Karl Mays Ich-Erzähler, egal ob Old Shatterhand oder Kara Ben Nemsi, wird von Kritikern oft diese bedeutende Qualität von Karl Mays Prosa, nämlich (Selbst)Ironie, verkannt und unterschätzt. Ich verstehe nicht, wieso wir immer wieder diesen unsinnigen Vorwurf lesen müssen, Karl Mays Ich-Erzähler sei ein „aufprotzender unterträglicher Besserwisser und Klugscheißer“ und dergleichen mehr — wobei Karl Mays Ich-Erzähler typischerweise Selbstironie nie fern steht. Ein wirklicher „aufprotzender Besserwisser“ verträgt hingegen keine Selbstironie; sie ist sein Todfeind. War Karl Mays Fan Adolf Hitler oft selbstironisch und geneigt dazu, den Dummkopf zu spielen (wie es Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi zu tun lieben) :?: Falls ja, habe ich davon noch keine Berichte gehört. :twisted:

rodger hat geschrieben:
(Ich mußte eben eine Weile überlegen bzw. suchen, ehe ich den Beitrag schreiben konnte. Bis ich sah, Aha, ich muß "Reply" anklicken ...)

Ich bin gerade dabei, eine Lobmail an die KMG-Liste zu verfassen — denn dieses Forum wurde endlich zeitgemäß; man hat zur Version 3 von phpBB gewechselt, was fabelhaft ist, weil man jetzt per Email nicht bloß einzelne Themen, sondern auch ganze Foren(abteilungen) abonnieren kann.

(Dass da, in Folge des Upgrades, noch nicht alle Tasten auf deutsch erhältich sind, dass wir da also noch Reply statt Antworten sehen, ist eine Kleinigkeit; jemand mit Photoshop — ich besitze diese oder ähnliche Software leider nicht — kann schnell daraus eine deutschsprachige Taste machen.)

Autor:  rodger [ 15.7.2008, 12:02 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Karl Mays Fauxpas mit dem Slowaken - und Kosovo

Die Sache mit der „slowakischen Problematik“ sehe ich übrigens anders,

„Karl May benutzt unentwegt die Bezeichnungen „der Ungar“ und „der Slowake“ als beliebig austauschbare Synonyme“ hieß es, ja, und ?

Man pflegt doch z.B. Holländer und Niederländer auch (fälschlicherweise) in den gleichen (einen) Topf zu werfen, oder wer muß alles als „Preuße“ herhalten … Es kommt doch nicht darauf an (, finde ich).

Würde ich ein Karl-May-Sequel schreiben, und eine der Hauptfiguren käme aus Slowenien oder der Slowakei, dann würde ich mich mit der Figur sicher detailliert beschäftigen, aber bis zuletzt nicht wissen, ob sie nun aus Slowenien oder der Slowakei kommt, und ob das das gleiche oder ein Unterschied ist. Von „da unten“, das reicht, und so dürfte es auch bei Karl May gewesen sein (das mögen Sie jetzt für die bare Ignoranz in sozusagen erschreckender Form halten, bitteschön, habe kein Problem damit).

(Es gibt Farbkästen mit sechs, zwölf, vierundzwanzig, achtundvierzig Farben usw. … und die Unterschiede zwischen grün und gelb sind halt relevanter und signifikanter als die zwischen mitteldunkelgrün und dreivierteldunkelgrün … (diese Farbbezeichnungen sind vermutlich nicht korrekt. Aber man weiß was ich meine. Oder auch nicht.))

Karl May würde für die Figur, so wie sie gezeichnet ist, sicher keinen Skandinavier genommen haben, sondern eben einen aus dem „Farbbereich“ (um bei dem Beispiel des Malkastens zu bleiben) Balkan. Und viel mehr Gedanken hat er sich vermutlich gar nicht gemacht.

Ich kann Ihnen z.B. zu den Wildwest-Erzählungen Mays das Blaue vom Himmel rauf und runter erzählen. Aber wo genau die jeweils spielen, ob im Norden, Süden, Osten oder Westen der Vereinigten Staaten und drumherum, davon habe ich bis heute sozusagen nicht die geringste Ahnung, ich habe niemals auch nur ansatzweise darauf geachtet. Ich glaube auch nicht dass es darauf ankommt.

Oder wenn ich diese Vorworte lese in den Weltbild-Bänden, insbesondere die von Pleticha, da erfahren wir alles mögliche über Indianerstämme, Geschichte, Geographie und was weiß ich noch, was mir zum einen Auge hinein und zum anderen Ohr wieder hinausgeht … das sind doch eh heimatliche Geschichten im exotischen Gewande, was soll ich mir da über sonst was für Einzelheiten den Kopf zerbrechen …

Das soll nun keineswegs heißen dass das jeder so sehen soll. Es gibt halt verschiedene Schwerpunkte, und jeder Jeck ist anders. Nur mal so dahergeplaudert …

Autor:  Faterson [ 15.7.2008, 12:37 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Karl Mays Fauxpas mit dem Slowaken - und Kosovo

Das alles ändert nichts daran, dass die Sache mit dem Slowaken ein großer und peinlicher Fauxpas seitens Karl Mays ist.

Wenn er einen Tschechen mit einem Slowaken verwechselte — bitteschön, das ginge noch einigermaßen, denn dies sind verwandte Völker derselben Sprachgruppe und ethnischen Ursprungs. (Und May verwechselt ja zumindest die beiden Sprachen in der Sklavenkarawane, denn der vermeintliche Slowake spricht... Tschechisch.) :?

Aber Slowake und Ungar darf man nicht als Synonyme benutzen, denn zwischen den beiden Völkern gab es schon immer große Spannungen, die bis heute andauern, wo beide Nachbarländer EU-Mitglieder sind. (Der ungarische Ministerpräsident lehnt es derzeit seit Monaten ab, sich mit dem slowakischen Ministerpräsidenten zu treffen, nach einer erneuten Unstimmigkeit wurde das vereinbarte Treffen von ungarischer Seite abgesagt.)

Also: Slowaken und Ungarn darf man nicht verwechseln, genauso, wie man Iraker und Iraner nicht verwechseln darf (oft Todfeinde), oder Armenier und Aserbajdschaner (dito) und Serben / Albaner. Slowaken und Ungarn sind keine Todfeinde, aber doch eindeutig verschiedene Völker, von denen das kleinere von dem anderen jahrhundertelang regiert wurde, woher all die Misstöne stammen.

Ein großer Fauxpas Karl Mays also — aber er mindert das Lesevergnügen der Sklavenkarawane keineswegs, ist bloß eine Notiz am Rande.

Autor:  rodger [ 15.7.2008, 12:42 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Karl Mays Fauxpas mit dem Slowaken - und Kosovo

Faterson hat geschrieben:
aber er mindert das Lesevergnügen der Sklavenkarawane keineswegs, ist bloß eine Notiz am Rande.


... und schon sind wir uns wieder einig, im Großen und Ganzen.

:wink:

Autor:  Helmut Prodinger [ 15.7.2008, 17:34 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Karl Mays Fauxpas mit dem Slowaken - und Kosovo

Die Verwechslungen der Fremdwoerter sind vom Autor, also May, lustig construirt, das gebe ich mit Freuden zu. Aber dasz dann der Forscher mit dem dichten blonden Vollbart immer sofort aufzeigen musz, um anzuzeigen, dasz er es besser weisz, macht ihn nicht unbedingt sympathischer. Also May ja, Schwarz
nein. Vielleicht haette der das manchmal durchgehen lassen koennen, denn die Leserin merkt doch auch von alleine, was gespielt wird.
Und thatsaechlich, so entnahm ich Wikipedia, wurden aus dem Suedsudan viele Sklaven verschleppt, hauptsaechlich in den Nordsudan. Kann man daraus schlieszen, dasz der Sudan kein sehr homogenes Land ist/war?
Wirklich sind die Geschichten alle in der Heimath zu Hause, und die exotische Coulisse wenig von Bedeutung. Der "Sohn" spielt in Sachsen, das heimelt richtig an. Und um die Ecke ist dann gleich Czechien.

Autor:  Helmut Prodinger [ 18.7.2008, 0:29 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Karl Mays Fauxpas mit dem Slowaken - und Kosovo

So, ich bin nun fast fertig mit der Lektuere.
Kenadem: Google findet nur May's Sklavenkarawane, also nehm' ich 'mal
an, dasz das ein Phantasie-Emirat ist?! Wie Dschinnistan?
Das Buch ist ein nettes Maerchen, sicher auch fuer damalige Knaben sehr gefaellig.
Wahrscheinlich haben wir auch einen Phantasie-Sudan, wie ja auch der Wilde Westen in diese Richtung schlaegt. Old Coon? Kommt der irgendwo vor?
Vieles stammt wahrscheinlich aus dem Pierer, das hat doch Rudi Schweikert mal aufgezeigt. Der Bandwurm, den Emil S aus dem Gesicht herausrollt: lekker, wie man bei uns sagen wuerde. Die versteinerten Frisuren! Das ist 'ne raffinierte
(cliffhanger) Technik, dasz der Pfotenhauer nie seine Geschichte fertig erzaehlen darf. So was hab ich aber schon andernortes gesehen, scheint mir. Cliffhaenger ist eigentlich ein bissel anders, das macht Retcliffe dauernd. Kurz vor der Loesung wird zu einem andern Thema gewexelt. Mir ist mal wieder zuviel Christentum drin, aber vielleicht hat der Verlag sich das (implizit?) gewuenscht.

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