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 Betreff des Beitrags: A & D Abd el Fadl
BeitragVerfasst: 24.11.2009, 12:03 
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Hallo!
Wieder einmal komme ich wahrscheinlich mit einer längst geklärten Unstimmigkeit.

Es geht um Abd el Fadl, den Fürsten von Halihm.

Übr ihn wird gesagt:

"So erfahre und erstaune: er ist der Fürst von Halihm. An Reichtum kommt ihm keiner gleich im ganzen Ardistan. Und doch siehst Du ihn einfacher und bescheidener, als mancher Bettler ist. Er hat ein Gelübde getan; welcher Art es ist, das weiß man nicht genau, weil er niemals davon spricht. Es ist das ein Geheimnis, das er nur mit Merhameh, seiner Lieblingstochter, teilt."

Das klingt doch so, als ob Halihm in Ardistan liegt; finde ich jedenfalls.

Aber Abd el Fadl ist ein besonderer Vertrauter des Mirs von Dschinnistan, also wird er doch sein Schloss und seine Gärten in Dschinnistan haben. Und Halihm ist eine Region in Dschinnistan, oder nicht?

Ich könnte allenfalls noch interpretieren, dass ein Teilfürst von Dschinnistan reicher ist als selbst der Mir von Ardistan.

Oder wie sehr ihr dies?

Gruß Fritz


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 Betreff des Beitrags: Re: A & D Abd el Fadl
BeitragVerfasst: 24.11.2009, 12:19 
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Wenn wir den Text etwas verändern, z.B.

So erfahre und erstaune: er ist der Bischof von Mainz. An Reichtum kommt ihm keiner gleich im ganzen Wiesbaden. Und doch siehst Du ihn einfacher und bescheidener, als mancher Bettler ist.

sehen wir, daß es vielleicht, städteübergreifend, sozusagen um das ganze Rhein-Main-Gebiet geht ...

:wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: A & D Abd el Fadl
BeitragVerfasst: 24.11.2009, 12:39 
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Wie komme ich jetzt bloß auf den seinerzeitigen Spruch des seinerzeitigen Managers von Schalke 04, Rudi Assauer, daß Dortmund ein Vorort von Lüdenscheid ist?

(Sorry, hab nur laut gedacht)

:mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: A & D Abd el Fadl
BeitragVerfasst: 24.11.2009, 12:44 
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... auch hübsch gleichnishaft oder symbolisch ...

:wink:

(nicht daß der Herr R sich wieder verscheißert fühlt ... ich meine es auch tatsächlich völlig ernst ...)


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 Betreff des Beitrags: Re: A & D Abd el Fadl
BeitragVerfasst: 24.11.2009, 12:51 
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Ich meine es auch ernst, oder, ich hab wie gesagt nur laut gedacht und gedachtes kann man also ruhig überlesen, so als wärs gar nicht da. :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: A & D Abd el Fadl
BeitragVerfasst: 24.11.2009, 14:16 
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Ich hab das immer so verstanden:
Abd el Fadl ist sozusagen Beauftragter des Mir von Dschinnistan, der "... sein Schloss und seine Gärten in Dschinnistan ..." hat und nur zeitweilig in Ardistan weilt.
Dass von ihm gesagt wird: "An Reichtum kommt ihm keiner gleich im ganzen Ardistan." heißt ja noch lange nicht, dass er ein dauerhafter oder auch "eingeborener" Bewohner von Ardistan ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: A & D Abd el Fadl
BeitragVerfasst: 25.11.2009, 19:23 
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Rene Grießbach hat geschrieben:
Ich hab das immer so verstanden:
Abd el Fadl ist sozusagen Beauftragter des Mir von Dschinnistan, der "... sein Schloss und seine Gärten in Dschinnistan ..." hat und nur zeitweilig in Ardistan weilt.
Dass von ihm gesagt wird: "An Reichtum kommt ihm keiner gleich im ganzen Ardistan." heißt ja noch lange nicht, dass er ein dauerhafter oder auch "eingeborener" Bewohner von Ardistan ist.


Ich danke den Antwortern.

Wirklich zufrieden gestellt bin ich nicht.

Ich meine nach wie vor, May häbe schreiben müssen: An Reichtum kommt ihm keiner gleich im ganzen Dschinnistan.

Aber er schrieb es nun mal so. Weshalb auch immer.
Bewusst oder irrtümlich.
Also muss ich mit den genannten Einschätzungen begnügen.

Gruß Fritz


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 Betreff des Beitrags: Re: A & D Abd el Fadl
BeitragVerfasst: 25.11.2009, 19:51 
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("Das machte mich stutzig"; Heinz Ehrhardt)

Aber wenn sie es nun vielleicht mehr in Wiesbaden haben mit dem Reichtum ... und in Dschinnistan sind sie meines Wissens auch nicht so materiell eingestellt ...

Schriftsteller schreiben, mit Verlaub, doch nicht nach Schema F ... sondern pflegen sich [meistens] etwas zu denken bei ihren Formulierungen ... wo kommen wir denn da hin wenn man da mit Schulmeisterkriterien (bezieht sich da und da drauf, also muß es so und so heißen ...) an Sprache, an Literatur herangeht ...

Nicht bös' sein. Ist halt meine Meinung.


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 Betreff des Beitrags: Re: A & D Abd el Fadl
BeitragVerfasst: 25.11.2009, 21:53 
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Hallole,

wie wär's mit der Deutung des Heiligen unter Sündern, der zum rechten Weg durch Vorleben führt?

Heilige ohne Versuchungen , müßten Sie nicht widerstehen wären ja keine...

Nur mal so als 5 Cents zum Thema 8)

Grüßle
Doro

_________________
People may hate you for being different and not living by society’s standards, but deep down they wish they had the courage to do the same. (Kevin Hart)


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 Betreff des Beitrags: Re: A & D Abd el Fadl
BeitragVerfasst: 25.11.2009, 22:11 
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rodger hat geschrieben:
Schriftsteller schreiben, mit Verlaub, doch nicht nach Schema F ... sondern pflegen sich [meistens] etwas zu denken bei ihren Formulierungen ...


Meinen Erfahrungen nach gilt dies in vielen aufgedeckten Fällen NICHT für Karl May.

Erst gestern las ich, dass in der Juweleninsel ein Panter mit einem Bären kämpfte; letzterer obsiegte. Dann fiel die Begum in den Zwinger und wurde vom Bären angegriffen, doch Maletti tötete den Bären und rettete die Begum.
Als später über diese Rettung gesprochen wird, sagt die Begum: Du hast mich aus den Krallen des Panthers gerettet!
Nach: Dieter Sudhoff / Hartmut Vollmer (Hg.), Karl Mays "Ardistan und Dschinnisten", S.151.

rodger hat geschrieben:
wo kommen wir denn da hin wenn man da mit Schulmeisterkriterien (bezieht sich da und da drauf, also muß es so und so heißen ...) an Sprache, an Literatur herangeht ...


Nun, wir erhielten eine Kraut-und Rübenlitereatur! Wozu haben - besser hatten - früher Verlage ihre Lektoren?
Doch um offensichtliche Schnitzer, Längen, Ungereimtheiten, Unnötiges, Überflüssiges, etc. aus den Verfassertexten rauszuoperieren.
Verachtet mir die (Schul)meister nicht!

rodger hat geschrieben:
Nicht bös' sein. Ist halt meine Meinung.


Suum cuique!


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 Betreff des Beitrags: Re: A & D Abd el Fadl
BeitragVerfasst: 25.11.2009, 22:41 
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Ich habe gerade mal bei Sudhoff / Vollmer auf S. 151 nachgelesen, dort stehen (indirekt, in dem Absatz unterhalb des Verszitats) ja sehr schöne Argumente dafür, daß es fatal wäre, den 'Panther' in einer seriösen Ausgabe zu korrigieren ...

Sicher, der 'Panther' ist wohl ein[e Art] Schnitzer (wie gesagt, ein lesenswerter ...). Das "Ardistan" im anderen Zitat ist sicher keiner.

Ich bezweifle sehr, daß Lektoren in der Lage sind, "offensichtliche Schnitzer, Längen, Ungereimtheiten, Unnötiges, Überflüssiges, etc." immer von (den Lektoren nicht immer nachvollziehbarer) Autoren-Absicht zu unterscheiden ... (Ich denke da u.a. an den HKA-Ölprinzen ... aber nicht nur an den. Ist nur eins von unzähligen Beispielen.)

In Sachen Sachs (für Nichtlateiner: von dem ist das Meister-Zitat. Nichtlateiner ist ein Scherz.): es schrieb mal jemand, Chereau (das ist ein Regisseur) sei gut, ihm graue aber vor den vielen kleinen Chereaus in der Provinz ... Will sagen: nicht jeder kleine Meister oder Beckmesser ist ein Sachs ... und nicht jeder Lektor oder Schulmeister in der Lage, jemand wie May angemessen zu 'handeln' ... (das englische (weil passendere) 'handeln' im Sinne etwa (aber eben auch nur im Sinne etwa) von behandeln ist gemeint)

8)


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 Betreff des Beitrags: Re: A & D Abd el Fadl
BeitragVerfasst: 25.11.2009, 23:48 
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rodger hat geschrieben:
Ich habe gerade mal bei Sudhoff / Vollmer auf S. 151 nachgelesen, dort stehen (indirekt, in dem Absatz unterhalb des Verszitats) ja sehr schöne Argumente dafür, daß es fatal wäre, den 'Panther' in einer seriösen Ausgabe zu korrigieren ...

Sicher, der 'Panther' ist wohl ein[e Art] Schnitzer (wie gesagt, ein lesenswerter ...). Das "Ardistan" im anderen Zitat ist sicher keiner.

Ich bezweifle sehr, daß Lektoren in der Lage sind, "offensichtliche Schnitzer, Längen, Ungereimtheiten, Unnötiges, Überflüssiges, etc." immer von (den Lektoren nicht immer nachvollziehbarer) Autoren-Absicht zu unterscheiden ... (Ich denke da u.a. an den HKA-Ölprinzen ... aber nicht nur an den. Ist nur eins von unzähligen Beispielen.)

In Sachen Sachs (für Nichtlateiner: von dem ist das Meister-Zitat. Nichtlateiner ist ein Scherz.): es schrieb mal jemand, Chereau (das ist ein Regisseur) sei gut, ihm graue aber vor den vielen kleinen Chereaus in der Provinz ... Will sagen: nicht jeder kleine Meister oder Beckmesser ist ein Sachs ... und nicht jeder Lektor oder Schulmeister in der Lage, jemand wie May angemessen zu 'handeln' ... (das englische (weil passendere) 'handeln' im Sinne etwa (aber eben auch nur im Sinne etwa) von behandeln ist gemeint)

8)



Schön, einmal mehr von dir belehrt worden zu sein!
Ich danke!
Und wiederhole:
SUUM CUIQUE!


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 Betreff des Beitrags: Re: A & D Abd el Fadl
BeitragVerfasst: 26.11.2009, 0:19 
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Öhm, im "Seewolf" von Jack London, wird er, der Seewolf, gerne mal als Tiger oder als Wolf bezeichnet. Der war ja ganz schön schluddrig der London :lol: :mrgreen: :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: A & D Abd el Fadl
BeitragVerfasst: 26.11.2009, 8:23 
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markus hat geschrieben:
Öhm, im "Seewolf" von Jack London, wird er, der Seewolf, gerne mal als Tiger oder als Wolf bezeichnet. Der war ja ganz schön schluddrig der London :lol: :mrgreen: :wink:


Herzlichen Dank auch für diesen äußerst hilfreichen Beitrag!


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 Betreff des Beitrags: Re: A & D Abd el Fadl
BeitragVerfasst: 26.11.2009, 13:24 
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FritzR hat geschrieben:
Suum cuique!


Zur Notwendigkeit von Lektoren.

Ich möchte einen weiteren Beleg vorlegen, durch den die Diskussion über die Notwendigkeit von Lektoren zur Vermeidung von Unstimmigkeiten eines Autors. erweitert wird,
http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg ... /index.htm
S. 73

„Er (der erstgeborene Prinz Sadik der Tschoban) knüpfte an das, was sein Dschirbani gesagt hatte, und begründete es.“

So steht es im Reprint der Fehsenfeldausgabe.

Geht man nicht davon aus, dass die Fehsenfeldsche Fassung eine Fehlleistung des Setzers ist, so hat KM hier nicht aufgepasst.

Er wollte entweder sagen:

A Er knüpfte an das, was sein Vater gesagt hatte ...

oder:

B Er knüpfte an das an, was der Dschirbani gesagt hatte ...

- Derartige Verschiebungen kennt man schon lange. Freud hat sie beschrieben in seinem Buch über den Witz.

Sowohl sein Vater als auch der Dschirbani hatten zuvor zu den Dschunub gesprochen. Zuerst der Vater, dann der Dschirbani; also ist dieser der näher liegende Sprecher.

Und so steht konsequenterweise in der Fassung der KMG:

„Er knüpfte an das, was der Dschirbani gesagt hatte, und begründete es.“

- - - - -

Man mache sich nun selber seine Gedanken.


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