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 Betreff des Beitrags: Der Zauberteppich...
BeitragVerfasst: 3.4.2010, 15:26 
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Meine Lieblingsgeschichte, die zu 'Und Friede auf Erden' gezählt wird.
Zuerst war ich etwas verwirrt, dass der Kalif und der Weber die gleiche Person sein sollte, inzwischen versteh ich den Zusammenhang besser.

Zitat:
So hast Du also auch mir nur Ware des Basars zugemutet und mich für einen Sohn gewöhnlichen Geschmacks gehalten! Wäre ich das, so säße ich bei den anderen auf der Ladenbank und müsste mich wie sie um die Käufer heißer schreien. Aber ich webe nach Gedanken, die nicht zu kürzen sind und wenn ich fertig bin, so haben diese Gedanken eine Tat vollbracht. Gehe getrost hin und kaufe da, wo du nun kaufen willst! Du brauchst meine Arbeit nicht zu behalten und nicht zu bezahlen. Nicht mein Geschäft, sondern Allah sorgt für mich!


Zitat:
... um die Lehren des Islams auf die Spitzen unserer Schwerter hinaus in alle Welt zu tragen...


Zitat:
Nein, nein, das bin ich nicht! Oh Allah, gib, dass ich ein anderer bin!


Zitat:
Wenn dieser Teppich Euch ein besseres Bild von Eurem Glauben zeigt, dann ist es Euch erlaubt, die Fahne des Propheten zu entfalten...


Schade, dass es diesen Teppich nicht wirklich gibt, da gäbe es ne Menge Leuts, die sich darauf mal beraten sollten... 8) :wink:

Wurde diese Geschichte auch nach bearbeitet, in den Grünen Bänden?

Grüßlis
Doro

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Zauberteppich...
BeitragVerfasst: 3.4.2010, 17:38 
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Der Text stand früher in GW Band 48 und steht seit Erscheinen des Bandes 81 nun in diesem. Bis auf Kursivschreibung des ersten Absatzes in der älteren Fassung, ein „hegest“ statt neuerdings „hegst“ und die eine oder andere unterschiedliche Absatzeinteilung habe ich keine Unterschiede feststellen können. Bei der Fassung auf den Internetseiten der KMG gibt es ebenfalls keine Unterschiede zur Fassung in den GW, bis auf Namensschreibweisen.

Die Geschichte wird insofern zu "Und Friede auf Erden" gezählt, als das sie zunächst deren Entstehungsgeschichte in verschlüsselter Form wiedergibt. Yussuf El Kürkdschi ist Herausgeber Josef Kürschner, Teppichweber Ijâr Karl May, der am Ende auch aus dem "weisesten aller Kalifen" ("Ihr seht jetzt meinen Geist") spricht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Zauberteppich...
BeitragVerfasst: 10.4.2010, 17:07 
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Der Teppich, das Werk Karl Mays, hält den Leuten einen Spiegel vor, ihm, dem Autor, selbst, ebenso den anderen. Jeder sieht etwas anderes darin, und so vermag er ebenso den „Packträgern und Eselsjungen“ zu gefallen wie auch allerhand anderen 'Sorten Mensch'. Und mit diesem grauen Teppich, diesem Spiegel, ist nicht nur Band 30 gemeint, sondern darüber hinaus auch das übrige Werk. (Man tut gut daran, bei Karl May gedanklich gleichsam immer ein wenig hin- und herzuschalten, mit eindeutigen Zuordnungen liegt man bei ihm eher falsch …)

Auch innerhalb des Gleichnisses verfährt er hier wieder gleichnishaft, so ist es ja eben nicht der Islam, um den es im Band 30 primär geht, sondern militantes Christentum, einhergehend mit falschem Missionierungseifer … Oder aber, daß es im „Zauberteppich“ um den Islam geht und in Band 30 ums Christentum, ist nur eine von mehreren möglichen Spielarten, umgekehrt wäre es genauso möglich, oder in noch anderen Varianten …

Nun liegt der Teppich da in der Moschee [der Kunst, der Literatur], man kann ihn „von dort nicht entfernen“. Man kann ihn ignorieren, unterschätzen, missverstehen, was auch immer, aber nicht entfernen.

(Übrigens, warum der Autor der Nachbemerkung zu der Geschichte in Band 81 in Zusammenhang mit der Stelle „Nicht mein Geschäft, sondern Allah sorgt für mich!“ von „Selbstüberhebung“ und „fast krankhaft“ spricht, soll er uns mal erklären … Was ist denn daran nicht in Ordnung, auf Verlegersgunst zu pfeifen und seinen eigenen Kram zu machen …)


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Zauberteppich...
BeitragVerfasst: 10.4.2010, 18:45 
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>... seht die Vögel unter dem Himmel,
sie sähen nicht, sie ernten nicht
und unser himmlischer Vater ernährt sie doch...<

Wäre möglich, dass KM diesen Satz vor Augen hatte, als er das Zitat verfaßte.
Außerdem hatte er zu dieser Zeit ja bereits schlimme Jahre hinter sich, wußte also wohl wovon er sprach.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Zauberteppich...
BeitragVerfasst: 10.4.2010, 18:53 
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... wobei er zur Zeit der Entstehung des Textes wirtschaftlich nicht auf Kürschner angewiesen war, was eine solche Haltung freilich erleichtert ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Zauberteppich...
BeitragVerfasst: 10.4.2010, 22:32 
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rodger hat geschrieben:
Man tut gut daran, bei Karl May gedanklich gleichsam immer ein wenig hin- und herzuschalten, mit eindeutigen Zuordnungen liegt man bei ihm eher falsch …


Man weiß z.B. auch nie, ist er jetzt in dem Gleichnis oder dem Bild oder im Moment gerade nicht oder springt er gedanklich auch wenn er ausdrücklich zwischenzeitlich nicht darin ist zwischendurch doch mal wieder kurz rein wenn es sich halt anbietet, oder heraus, je nachdem, undsoweiter ... fiel mir gerade ein. Schwierig, schwierig.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Zauberteppich...
BeitragVerfasst: 11.4.2010, 12:00 
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Das liegt, denke ich, an der Gleichnishaften Erzählart.
Es ist gewollt, dass sich jeder, in welcher Form auch immer, darin findet, oder auch nicht.
Sich darauf einlassen will/kann, oder eben nicht.
Man könnte im übertragenen Sinne vielleicht auch davon sprechen, dass die Geschichte denjenigen findet, der sich grade darin wieder finden kann/will.
Mir geht’s immer wieder so, dass mich bestimmte Bücher finden. Spannenderweise erzählte mir erst letztens eine Freundin, es ging ihr mit einer Inszenierung von ‚Turandot’ auch so. 8)
Meines Erachtens wusste KM genau, was er wie erreichen wollte/konnte. Das macht vielleicht auch gerade die Faszination seiner (für mich v. a. Spät-) Werke aus.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Zauberteppich...
BeitragVerfasst: 11.4.2010, 12:32 
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"Wie haben Sie Mays Spätwerk gefunden?" - "Ich habs noch gar nicht gesucht. Aber sagen Sie, warum heißt es eigentlich Spätwerk?" - "Weil May immer bis spät in die Nacht dran saß." - "Dann saß er wohl beim Frühwerk bis in die frühen Morgenstunden dran. Wo laufen sie denn...?"

:mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Zauberteppich...
BeitragVerfasst: 11.4.2010, 13:11 
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*wechhau*

Ja, ja, wer suchet, der wird finden, außer, es ist finsterer als draußen.
Aber mit Alufelgen wäre das nicht passiert!

:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Zauberteppich...
BeitragVerfasst: 11.4.2010, 13:38 
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Das sind so Antiwitze wie dieser hier:

Zitat:
Nachts ist es kälter als Draußen!

Wenn es nachts kälter ist als draußen, sollte
man lieber zu Fuß, als Bergauf gehen, weil es
dann nicht so dunkel ist. Obwohl Bergauf ist
eigentlich näher, als zu Fuß. Und vor allem ist
es wärmer, als Bergab. Aber für schwangere
Jungfrauen ist es immer weiter, als tagsüber.

Nur für die drei lustigen Zwei, wird es immer
kälter sein, als mit dem Zug. Denn der Zug fährt
schneller, als im stehen. Aber trotzdem brauch der
Zug länger, als im Flugzeug, weil das Flugzeug im
Wasser weiter fliegt, als in Milch. Ist ja auch
kein Wunder. Das Flugzeug ist morgens ja auch
leichter, als mit dem Zug.

Man kann aber auch zu Fuß mit dem Auto schwimmen.
Das ist sogar billiger, wie in der Stadt. Aber dat
beste überhaupt, man bleibt einfach daheim. Da
isses immer noch schöner, als in der eigenen
Wohnung!

Das ist so 'n Geschwafel wie er auch von Politikern stammen könnte (oder von Forumsteilnehmern).

:mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Zauberteppich...
BeitragVerfasst: 11.4.2010, 14:47 
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Wobei ja, so nebenbei gesprochen, die Geschichte des "Zauberteppichs" nicht unbedingt der (ganzen) Whrheit entspricht. (Einige reden von dem "unverbesserlichen Lügner" May, ich sage da eher, das war seine selektive, subjektive Wahrnehmung der Tatsachen (die teilweise so weit ging, dass er es für die (sog.) "objektive Wahrheit" hielt (er hat ja auch erstaunt nachgefragt "das soll alles ich verbrochen haben", als er von seinen Gaunereien erfuhr (und ich glaube ihm durchaus, dass er davon nichts mehr wusste (weil wissen wollte))), und auch dass mit der "Durchführung der Ehescheidung" (das ihm auch hie und da angelastet wird), hat er wohlweißlich (und aus gutem Grunde) "der Klara" überlassen (auch, weil er wohl da schon nicht mehr in der Lage war (aus welchen Gründen auch immer (darüber vielleicht mal später)) mit "der Emma" (vernünftig oder auch unvernünftig) zu reden (oder sonstwie nicht schriftlich zu kommunizieren). ) (hoffentlich habe ich mich mit den Klammern nicht verzählt.)
Also, die "objektive" Wahrheit war, dass er "Et in Terra Pax!" in aller Ruhe bis zum (zur damaligen Zeit von ihm) vorgesehenen Ende geschrieben hat; und nicht wie in "Und Friede auf Erden!" und im "Zauberteppich" behauptet, vorzeitig abbrechen musste, der Rest (und angebliche Schluss) der Geschichte ist ihm erst später "eingefallen" (und "aufgefallen", dass die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt war.)

Helmut


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Zauberteppich...
BeitragVerfasst: 11.4.2010, 15:43 
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Ist das Ihre Meinung zu dieser Geschichte, Helmut, oder ist dies zwischenzeitlich als festgestellt verabschiedet?

Es klingt mir sehr plausibel und nachvollziehbar ...

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Zauberteppich...
BeitragVerfasst: 11.4.2010, 16:09 
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Beides :wink:

Helmut, den man (auch) hier gerne duzen kann.
(Über das May'sche sogenannte "Westmanns Du" gibt's ja mittlerweile auch schon eine ganze Reihe mehr oder weniger (meist weniger (so meine ich)) interessante Abhandlungen, fällt mir so in diesem Zusammenhang ein.)
(You can say you to me)


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Zauberteppich...
BeitragVerfasst: 11.4.2010, 16:25 
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Danke!

Und gerne! Allerdings ist das eher aus Respekt und Achtung heraus gesiezt :wink:
Als ein Kind konservativer Erziehung lernte man (frau auch), respektvoll zu warten, bis die Erlaubnis für's DU erteilt wird.

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