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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ehrenwort
BeitragVerfasst: 15.8.2011, 0:30 
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markus hat geschrieben:
Es kann mir keiner sagen daß man als Psychopath zur Welt kommt..

Doch, so wie manche Menschen ja auch dumm oder intelligent zur Welt kommen.

Und wieder andere mit der Gabe endlos zu labbern.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ehrenwort
BeitragVerfasst: 15.8.2011, 1:04 
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Dann kommt man auch als Mörder zur Welt. Wenn das wahr wäre, wäre die Menschheit schon ausgestorben.
Die Veranlagung zum Psychopathen mag der eine oder andere in sich haben, durch äußere Einflüsse wird er jedoch entweder dazu gemacht, oder es wird unterdrückt. Kein Mensch erzieht sich selber. Soll keine Entschuldigung sein für Psychopathen die schon getötet haben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ehrenwort
BeitragVerfasst: 15.8.2011, 2:30 
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Es gibt durchaus eine Strömung innerhalb der Wissenschaft,die davon ausgeht ,dass es keinen freien Willen gibt man also seinen Instinkten und Genen unterworfen ist.
Dafür gibt es einige Indizien.
Ich bin überzeugt,dass potentielle Mörder tatsächlich auch geboren werden,wie gesagt man geht von 3-5 % Soziopathen aus.
Damit ein Mord geschieht müssen dann natürlich auch noch die entsprechenden Gelegenheiten dazukommen.
Dies gilt natürlich nicht für Morde aus Eifersucht oder ähnlichem Emotionen.

Was die Erziehung angeht spielt sie für die Entwicklung eines Menschen eine viel kleinere Rolle als seine genetischen Anlagen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ehrenwort
BeitragVerfasst: 15.8.2011, 7:24 
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Sind wir jetzt bei der Theorie vom geborenen Verbrecher angekommen?
Habe nicht geglaubt, dass diese These von Lombroso, mit der auch Karl May angegriffen wurde, heutzutage noch ernst genommen werden könnte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ehrenwort
BeitragVerfasst: 15.8.2011, 9:07 
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Dazu eine Portion Hesse ("Klein und Wagner")

Zitat:
Damals, als er zum erstenmal die Zwangsvorstellung vom Töten seiner Familie hatte und über diese teuflische Vision zu Tode erschrocken war, da hatte ihn, gleichsam höhnisch, eine kleine Erinnerung heimgesucht. Es war diese: Vor Jahren, als sein Leben noch harmlos, ja beinahe glücklich war, sprach er einmal mit Kollegen über die Schreckenstat eines süddeutschen Schullehrers namens W. (er kam nicht gleich auf den Namen), der seine ganze Familie auf eine furchtbar blutige Weise abgeschlachtet und dann die Hand gegen sich selber erhoben hatte. Es war die Frage gewesen, wie weit bei einer solchen Tat von Zurechnungsfähigkeit die Rede sein könne, und im weiteren darüber, ob und wie man überhaupt eine solche Tat, eine solche grausige Explosion menschlicher Scheußlichkeit verstehen und erklären könne. Er, Klein, war damals sehr erregt gewesen und hatte gegen einen Kollegen, welcher jenen Totschlag psychologisch zu erklären versuchte, überaus heftig geäußert: einem so scheußlichen Verbrechen gegenüber gebe es für einen anständigen Mann keine andere Haltung als Entrüstung und Abscheu, eine solche Bluttat könne nur im Gehirn eines Teufels entstehen, und für einen Verbrecher dieser Art sei überhaupt keine Strafe, kein Gericht, keine Folter streng und schwer genug. Er erinnerte sich noch heut genau des Tisches, an dem sie saßen, und des verwunderten und etwas kritischen Blickes, mit dem jener ältere Kollege ihn nach diesem Ausbruch seiner Entrüstung gestreift hatte. Damals nun, als er sich selber zum erstenmal in einer häßlichen Phantasie als Mörder der Seinigen sah und vor dieser Vorstellung mit einem Schauder zurückschreckte, da war ihm dies um Jahre zurückliegende Gespräch über den Ver wandtenmörder W. sofort wieder eingefallen. Und seltsam, obwohl er hätte schwören können, daß er damals völlig aufrichtig seine wahrste Empfindung ausgesprochen habe, war jetzt in ihm innen eine häßliche Stimme da, die ihn verhöhnte und ihm zurief: schon damals, schon damals vor Jahren bei dem Gespräch über den Schullehrer W. habe sein Innerstes dessen Tat verstanden, verstanden und gebilligt, und seine so heftige Entrüstung und Erregung sei nur daraus entstanden, daß der Philister und Heuchler in ihm die Stimme des Herzens nicht habe gelten lassen wollen. Die furchtbaren Strafen und Foltern, die er dem Gattenmörder wünschte, und die entrüsteten Schimpfworte, mit denen er dessen Tat bezeichnete, die hatte er eigentlich gegen sich selber gerichtet, gegen den Keim zum Verbrechen, der gewiß damals schon in ihm war! Seine große Erregung bei diesem ganzen Gespräch und Anlaß war nur daher gekommen, daß in Wirklichkeit er sich selbst sitzen sah, der Bluttat angeklagt, und daß er sein Gewissen zu retten suchte, indem er auf sich selber jede Anklage und jedes schwere Urteil häufte. Als ob er damit, mit diesem Wüten gegen sich selbst, das heimliche Verbrechertum in seinem Innern bestrafen oder übertäuben könnte.


(An 'Blöd'-Zeitungs-Schlagzeilen à la "Das Inzest-Monster" u.dgl. kann man dabei nebenbei bemerkt auch denken ...)


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ehrenwort
BeitragVerfasst: 15.8.2011, 10:30 
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Thomas Math hat geschrieben:
Es gibt durchaus eine Strömung innerhalb der Wissenschaft,die davon ausgeht ,dass es keinen freien Willen gibt man also seinen Instinkten und Genen unterworfen ist.

Jetzt versteh ich Sie langsam ...

:P

Zitat:
Ich bin überzeugt,dass potentielle Mörder tatsächlich auch geboren werden,wie gesagt man geht von 3-5 % Soziopathen aus.
Damit ein Mord geschieht müssen dann natürlich auch noch die entsprechenden Gelegenheiten dazukommen.

Hier glaubt man wird etwas verdreht, aber im Grunde meint er das gleiche wie ich, nur umständlicher erklärt um auch ja richtig verstanden zu werden.

:)

Zitat:
Was die Erziehung angeht spielt sie für die Entwicklung eines Menschen eine viel kleinere Rolle als seine genetischen Anlagen.

Mit Erziehung ist nicht nur die elterliche gemeint (die immer weniger eine Rolle spielt), sondern auch die gesellschaftliche, schulische usw.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ehrenwort
BeitragVerfasst: 15.8.2011, 10:48 
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Rene Grießbach hat geschrieben:
Sind wir jetzt bei der Theorie vom geborenen Verbrecher angekommen?
Habe nicht geglaubt, dass diese These von Lombroso, mit der auch Karl May angegriffen wurde, heutzutage noch ernst genommen werden könnte.

Mitnichten. Aber kein Mensch wird in erster Linie als guter Mensch geboren, genauso wenig wie als böser. Das gute wie das schlechte (ist für mich der angebrachtere Begriff als immer nur das Wort "böse") ist halt in uns von Anfang an, ob wir wollen oder nicht. Würden die schlechten Eigenschaften des Menschen nur von außen zu ihm gelangen (manchmal hat man das Gefühl wenn die eigenen Kinder mit Schimpfwörtern nach Hause kommen, die man selber nie vor denen in den Mund nimmt, aber dann wird man wieder eines besseren belehrt wenn man sieht und hört wie sie anfangen zu lügen und versuchen mit allen Tricks die Eltern gegeneinander auszuspielen, das kommt dann von den Kindern selber und wurde nicht anerzogen (welcher Vater, welche Mutter wäre so dumm dies zu tun?)), müßte man alle Gefängnisse schließen, denn es könnte ja kein Verbrecher was dafür daß er so geworden ist, sie sind ja so erzogen worden (das ist die Kuscheljustiz von heute die auf sowas hält). Und wir müssten sofort alle Gefangenen befreien wenn Mr. Math recht hätte, daß keiner einen freien Willen besitzt, sondern nur seinen Instinkten und Genen folgt. Ein Löwe zerreißt eine Antilope, wird er deswegen zur Rechenschaft gezogen? (also manchmal glaube ich schon daß Herr Klußmeier damals hier im Forum recht hatte, aber auch nur manchmal :roll: ).

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ehrenwort
BeitragVerfasst: 15.8.2011, 11:36 
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Das gehört jetzt an sich in den Hesse-Thread, aber das passt gerade so schön zum Thema:

"Wir ziehen die Grenzen unserer Persönlichkeit immer viel zu eng! Wir rechnen zu unserer Person immer bloß das, was wir als individuell unterscheiden, als abweichend erkennen. Wir bestehen aber aus dem ganzen Bestand der Welt (…..) wir haben in der Seele alles, was je in Menschenseelen gelebt hat. Alle Götter und Teufel, die je gewesen sind (…) alle sind mit uns, sind da, als Möglichkeiten, als Wünsche, als Auswege.
Aber worin besteht dann noch der Wert des Einzelnen? Warum streben wir noch, wenn wir doch alles in uns schon fertig haben?
Es ist ein großer Unterschied, ob sie bloß die Welt in sich tragen, oder ob sie das auch wissen (…) wenn der erste Funke dieser Erkenntnis dämmert, dann wird er Mensch. Sie werden doch wohl nicht alle die Zweibeiner, die da auf der Straße laufen, für Menschen halten, bloß weil sie aufrecht gehen und ihre Jungen neun Monate tragen? Sie sehen doch, wie viele von ihnen Fische oder Schafe, Würmer oder Egel sind, wie viele Ameisen, wie viele Bienen! Nun, in jedem von ihnen sind die Möglichkeiten zum Menschen da, aber erst, indem er sie ahnt, indem er sie teilweise sogar bewußt machen lernt, gehören diese Möglichkeiten ihm.
(Hesse - Demian)


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ehrenwort
BeitragVerfasst: 15.8.2011, 11:41 
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Wohnort: Krähennest
Hermine hat geschrieben:
Das gehört jetzt an sich in den Hesse-Thread, aber das passt gerade so schön zum Thema:

"Wir ziehen die Grenzen unserer Persönlichkeit immer viel zu eng! Wir rechnen zu unserer Person immer bloß das, was wir als individuell unterscheiden, als abweichend erkennen. Wir bestehen aber aus dem ganzen Bestand der Welt (…..) wir haben in der Seele alles, was je in Menschenseelen gelebt hat. Alle Götter und Teufel, die je gewesen sind (…) alle sind mit uns, sind da, als Möglichkeiten, als Wünsche, als Auswege.
Aber worin besteht dann noch der Wert des Einzelnen? Warum streben wir noch, wenn wir doch alles in uns schon fertig haben?
Es ist ein großer Unterschied, ob sie bloß die Welt in sich tragen, oder ob sie das auch wissen (…) wenn der erste Funke dieser Erkenntnis dämmert, dann wird er Mensch. Sie werden doch wohl nicht alle die Zweibeiner, die da auf der Straße laufen, für Menschen halten, bloß weil sie aufrecht gehen und ihre Jungen neun Monate tragen? Sie sehen doch, wie viele von ihnen Fische oder Schafe, Würmer oder Egel sind, wie viele Ameisen, wie viele Bienen! Nun, in jedem von ihnen sind die Möglichkeiten zum Menschen da, aber erst, indem er sie ahnt, indem er sie teilweise sogar bewußt machen lernt, gehören diese Möglichkeiten ihm.
(Hesse - Demian)

Ja und ... wie macht man das ...?

8)


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ehrenwort
BeitragVerfasst: 15.8.2011, 12:14 
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markus hat geschrieben:
Ja und ... wie macht man das ...?

....lern fliegen .... oder atmen

:wink:

Jetzt ohne Witz - wenn ich's weiß (falls mir das in diesem Leben noch gelingt), dann sag ich's Dir.

:)


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ehrenwort
BeitragVerfasst: 15.8.2011, 16:57 
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markus hat geschrieben:
wie macht man das ...?

Aufmerken, hingucken, zulassen. Ggf. Geduld haben.

8)


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ehrenwort
BeitragVerfasst: 15.8.2011, 17:25 
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Hermine (Hesse zitierenderweise) hat geschrieben:
Sie werden doch wohl nicht alle die Zweibeiner, die da auf der Straße laufen, für Menschen halten, bloß weil sie aufrecht gehen und ihre Jungen neun Monate tragen?

Nein, ein Vorzeigedemokrat und eingefleischter Philanthrop war er nicht ...

:D

(Ob's wegen solcher Sachen war, daß der Sandhofer mal schrieb, er müsse ihn sich verbitten ? Mir gefallen solche Sachen besonders gut ...)


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ehrenwort
BeitragVerfasst: 15.8.2011, 18:02 
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rodger hat geschrieben:
Mir gefallen solche Sachen besonders gut ...)

...mir auch - aber sag's nicht weiter .... und was der Herr Sandhofer sagt, ist mir auch wurscht .... Hermine liebt ihren Hermann

:wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ehrenwort
BeitragVerfasst: 15.8.2011, 21:25 
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Zitat:
Mit Erziehung ist nicht nur die elterliche gemeint (die immer weniger eine Rolle spielt), sondern auch die gesellschaftliche, schulische usw.

Habe ich genauso gemeint


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ehrenwort
BeitragVerfasst: 15.8.2011, 21:30 
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Rene Grießbach hat geschrieben:
Sind wir jetzt bei der Theorie vom geborenen Verbrecher angekommen?
Habe nicht geglaubt, dass diese These von Lombroso, mit der auch Karl May angegriffen wurde, heutzutage noch ernst genommen werden könnte.

Ich weiss zwar nicht worauf Lombroso seine These baute,aber Soziopathen werden tatsaechlich geboren, ob sie dann Verbrechen begehen, haengt von der Gelegenheit ab.

Interessant waere die Frage ob May ein Soziopath war,Indizien gaebe es.


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