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 Betreff des Beitrags: Winnetou hört keine Glocken
BeitragVerfasst: 25.8.2011, 19:30 
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Lesenswert und m.E. erfreulich (ich persönlich halte es [eher] mit Wollschlägers Formulierung vom "Filmgefummel, das nach Karl May sich nennt") sind die zahlreichen unverhohlen kritischen Stimmen in der KMG-Mailingliste zu den Filmen der Sechzigerjahre. Siehe dort.

Jemand schrieb, in einer Neuverfilmung sollte dieser oder jener Schauspieler (ich weiß nicht mehr welcher) den Winnetou spielen, der Satz mit den Glocken käme dann sicher gut zur Geltung (in etwa sinngemäß [und möglicherweise mit einer Portion Halbwegs-Augenzwinkern unterlegt]). Der Satz ist aber aus der Verfilmung, und kommt im Buch nicht vor, da ist nicht davon die Rede, daß Winnetou irgendwelche Glocken hört. Warum soll sich eine Neuverfilmung an einer Altverfilmung orientieren [anstatt am Buch] ...

8)


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 Betreff des Beitrags: Re: Winnetou hört keine Glocken
BeitragVerfasst: 25.8.2011, 19:47 
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Zitat:
Winnetou hört keine Glocken

Stimmt. Er hatte höchstens welche ...

:o :oops:

:mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: Winnetou hört keine Glocken
BeitragVerfasst: 25.8.2011, 20:23 
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Glocken ? Nein ...

*

Übrigens, meine zu parodisierenden Anwandlungen neigende akustische Phantasie meldet (zur Melodie von 'Frère Jacques' alias Bruder Jakob, th'is clear) "Hörst du nicht die Glocken, hörst du nicht die Glocken, Win - ne - tou ..."

*

Die Szene im Buch ist übrigens

a.) [mit dem Satz vom 'Christ'] möglicherweise Konzession an den "Hausschatz"

b.) durchaus ernstzunehmen

c.) kein Kitsch.

*

Die Sache mit den Glocken [im Film] ist übrigens ok, warum soll man das nicht so machen, es muß nicht alles 1:1 werkgetreu sein ... (das (daß sie in den Details nicht werkgetreu sind) ist es nämlich nicht, was den Filmen anzukreiden ist, sondern daß sie von ihrem WESEN her nicht maygemäß sind ... eine Ausnahme ist der Stewart Granger. Das ist zwar kein Old Surehand, aber eine Mayfigur. Keine konkrete (= in den Büchern vorkommende), aber eine vom Wesen her passende, denkbare. - Alles klar ? 8) )


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 Betreff des Beitrags: Re: Winnetou hört keine Glocken
BeitragVerfasst: 25.8.2011, 21:09 
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In der Mailingliste * war zu lesen

Zitat:
Wie kann man sich in der KMG für die HKA stark machen und bestrebt sein,
die Texte wieder so gut wie möglich in den Originalzustand zu versetzen
(danke mal an dieser Stelle an alle, die hierbei beteiligt sind und viel
Zeit, Arbeit und Mühe investieren!!!), aber gleichzeitig gutheissen,
dass man den Namen Karl May als Quotenmacher "mißbraucht" und unter
seinem Namen Geschichten neu erfindet? Wenn das mal kein Widerspruch
ist.


Ziemlich auf den Punkt. Das ist halt die Entwicklung der letzten Jahre, Aufweichung [von klaren Positionen] ... (man könnte auch hemdsärmeligerweise von Verschlabberung sprechen). Alles bissel glatter, beliebiger, gefälliger ... Kommerzialisierer wird's freuen. Und diese Art sozusagen begleitenden stillschweigenden Gehorsams wird offenbar gemeinhin kaum wahrgenommen bzw. teils bewußt, teils unbewußt betrieben ...

* (Selbst wenn ich in der Mailingliste schreiben wollte, könnte ich das derzeit, da auf Reisen, nicht tun, da die Mailadresse nicht übereinstimmt und entsprechend zurückgewiesen wird)


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 Betreff des Beitrags: Re: Winnetou hört keine Glocken
BeitragVerfasst: 26.8.2011, 1:28 
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Der Karl May Verlag bietet zum Beispiel auch das Old Surehand-Hörspiel vom topsound-Verlag, also vom Ensemble der Norddeutschen Schaubühne unter Kurt Stephan an. Dumm nur, dass das so überhaupt nichts mehr mit dem Buch zu tun hat, weil es einfach das Filmscript übernommen hat, welches wiederum dem Buch in nichts zu ähneln scheint. Bei Vethake-Hörspielen hieß es immer noch "In Zusammenarbeit mit dem Karl-May-Verlag" oder so ähnlich...

Und einen richtigen Karl-May-Film ... den müßte man eh in der sächsischen Schweiz drehen. Und ob der Winnetou nu Glocken hat oder eigentlich ne Ebersbach ist - das kommt sich gleich. War ja eh ne Spiegelunnng der guten Emma. ;)

_________________
"So scheint mein Rohr besser zu sein als das Eurige, obgleich es viel kleiner ist."
[Der Schatz im Silbersee, 217.]

"Der Deutsche pflegt zwar albern, aber auch ehrlich zu sein."
[Der Sohn des Bärenjägers, 508.]


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 Betreff des Beitrags: Re: Winnetou hört keine Glocken
BeitragVerfasst: 26.8.2011, 17:28 
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tragophil hat geschrieben:
War ja eh ne Spiegelunnng der guten Emma. ;)

Das hat zwar Walther Ilmer mal behauptet, ist aber für mich nach wie vor Unsinn. Auch ein Ilmer, der viel Schönes gesehen und geschrieben hat, kann mal daneben liegen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Winnetou hört keine Glocken
BeitragVerfasst: 27.8.2011, 4:59 
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Habe ich das jetzt richtig verstanden,Winnetou eine Spiegelung Emmas ?
Na endlich verstehe ich warum die Beschreibung des Apachen eigentlich die einer Frau ist ,wie war das noch mit den kuesslichen Lippen oder so aehnlich ?


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 Betreff des Beitrags: Re: Winnetou hört keine Glocken
BeitragVerfasst: 27.8.2011, 5:06 
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rodger hat geschrieben:
Lesenswert und m.E. erfreulich (ich persönlich halte es [eher] mit Wollschlägers Formulierung vom "Filmgefummel, das nach Karl May sich nennt") sind die zahlreichen unverhohlen kritischen Stimmen in der KMG-Mailingliste zu den Filmen der Sechzigerjahre. Siehe dort.

Jemand schrieb, in einer Neuverfilmung sollte dieser oder jener Schauspieler (ich weiß nicht mehr welcher) den Winnetou spielen, der Satz mit den Glocken käme dann sicher gut zur Geltung (in etwa sinngemäß [und möglicherweise mit einer Portion Halbwegs-Augenzwinkern unterlegt]). Der Satz ist aber aus der Verfilmung, und kommt im Buch nicht vor, da ist nicht davon die Rede, daß Winnetou irgendwelche Glocken hört. Warum soll sich eine Neuverfilmung an einer Altverfilmung orientieren [anstatt am Buch] ...

8)

Also ich schau mir schon lieber den Schatz im Silbersee in Mandarin mit englischen Untertiteln an ,bevor ich mir das toetlich langweilige aber originale Maysche Spaetwerk antue.


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 Betreff des Beitrags: Re: Winnetou hört keine Glocken
BeitragVerfasst: 27.8.2011, 11:03 
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Thomas Math hat geschrieben:
Habe ich das jetzt richtig verstanden,Winnetou eine Spiegelung Emmas ?
Na endlich verstehe ich warum die Beschreibung des Apachen eigentlich die einer Frau ist ,wie war das noch mit den kuesslichen Lippen oder so aehnlich ?

Na, Emma wäre nicht gerade mein Typ gewesen. Aber vor 100 Jahren mußte man halt nehmen was grad da war.


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 Betreff des Beitrags: Re: Winnetou hört keine Glocken
BeitragVerfasst: 27.8.2011, 14:32 
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Die Gattenwahl war schwieriger, und die Chancen, Heiratskandidaten zu finden, besonders fuer Maedchen, gering. Vaeter von solchen organisierten Hausbaelle und sowas, um Maenner anzulocken. Organisierte Heiraten hatten mehr Bedeutung. Was nun besser ist, moegen andere entscheiden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Winnetou hört keine Glocken
BeitragVerfasst: 27.8.2011, 16:55 
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markus hat geschrieben:
vor 100 Jahren mußte man halt nehmen was grad da war.


"Es war immer, immer so ..."

:lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: Winnetou hört keine Glocken
BeitragVerfasst: 27.8.2011, 19:40 
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Helmut Prodinger hat geschrieben:
Die Gattenwahl war schwieriger, und die Chancen, Heiratskandidaten zu finden, besonders fuer Maedchen, gering. Vaeter von solchen organisierten Hausbaelle und sowas, um Maenner anzulocken. Organisierte Heiraten hatten mehr Bedeutung. Was nun besser ist, moegen andere entscheiden.

Na seit ich eine15 Jaehrige Tochter habe,bin ich ein Anhaenger der von Eltern organisierten Partnerwahl geworden.Wobei es heutzutage eher andersrum ist,es gibt zu viele Maenner.


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 Betreff des Beitrags: Re: Winnetou hört keine Glocken
BeitragVerfasst: 27.8.2011, 19:44 
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rodger hat geschrieben:
markus hat geschrieben:
vor 100 Jahren mußte man halt nehmen was grad da war.


"Es war immer, immer so ..."

:lol:

Ich glaube die Selektivitaet von Maennern ist ein Mythos.Oder wie sagt meine Frau,Maenner nehmen jede so lange nur die Brueste,der Hintern etc. attraktiv genug sind.
Seien wir mal ehrlich was wollen wir eher Schoenheit und sexuelle Attraktivitaet oder Intelligenz.


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 Betreff des Beitrags: Re: Winnetou hört keine Glocken
BeitragVerfasst: 27.8.2011, 19:50 
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Registriert: 19.10.2007, 0:48
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Thomas Math hat geschrieben:
Helmut Prodinger hat geschrieben:
Die Gattenwahl war schwieriger, und die Chancen, Heiratskandidaten zu finden, besonders fuer Maedchen, gering. Vaeter von solchen organisierten Hausbaelle und sowas, um Maenner anzulocken. Organisierte Heiraten hatten mehr Bedeutung. Was nun besser ist, moegen andere entscheiden.

Na seit ich eine15 Jaehrige Tochter habe,bin ich ein Anhaenger der von Eltern organisierten Partnerwahl geworden.Wobei es heutzutage eher andersrum ist,es gibt zu viele Maenner.

Ach sind Sie nun doch endlich ein Linker geworden?


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 Betreff des Beitrags: Re: Winnetou hört keine Glocken
BeitragVerfasst: 27.8.2011, 20:02 
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rodger hat geschrieben:
tragophil hat geschrieben:
War ja eh ne Spiegelunnng der guten Emma. ;)

Das hat zwar Walther Ilmer mal behauptet, ist aber für mich nach wie vor Unsinn. Auch ein Ilmer, der viel Schönes gesehen und geschrieben hat, kann mal daneben liegen.

Patsch und Böhm behaupten, Winnetou sei Mays Sehnsucht nach einem leiblichen Bruder, hat mich mindestens genauswenig überzeugt. ;)
Thomas Math hat geschrieben:
Ich glaube die Selektivitaet von Maennern ist ein Mythos.Oder wie sagt meine Frau,Maenner nehmen jede so lange nur die Brueste,der Hintern etc. attraktiv genug sind.
Seien wir mal ehrlich was wollen wir eher Schoenheit und sexuelle Attraktivitaet oder Intelligenz.

Hm. Wie widerspreche ich jetzt, ohne damit meine Freundin zu beleidigen? Und wie verkneif ich mir nach einem Foto Ihrer Frau zu fragen? (Beste Grüße unbekannterweise trotzdem. Es ist wahrlich nicht bös gemeint.) ;)
Aber dabei bleib ich: Wenn meine Freundin nicht diese Sprachverwandtschaft hätte, wenn sie mich nicht in meinen tiefsten Sorgen und aburdesten Blödelmomenten annehmen könnte - und wenn mir das nicht andersrum mit ihr genau so leicht fallen würde... ich glaube dann würd ich sie selbst mit vier Brüsten un zwei Hintern nicht haben wollen...

_________________
"So scheint mein Rohr besser zu sein als das Eurige, obgleich es viel kleiner ist."
[Der Schatz im Silbersee, 217.]

"Der Deutsche pflegt zwar albern, aber auch ehrlich zu sein."
[Der Sohn des Bärenjägers, 508.]


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