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 Betreff des Beitrags: Batzendorfer Gartenfest
BeitragVerfasst: 13.5.2014, 11:44 
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»Batzendorf war eine fingierte Dorfgemeinde, der jeder Einwohner Ernstthals beitreten konnte. Es war ein Jux, aber ein Jux, der häufig zum Ausarten kam. Batzendorf hatte seinen eigenen Gemeindevorstand, seinen eigenen Pfarrer, seine eigene Gemeindeverwaltung, das alles aber von der heiter sein sollenden Seite genommen. Das allerkleinste Häuschen Ernstthals, das der alten Gemüsehändlerin Dore Wendelbrück, wurde zum Batzendorfer Rathause erhoben. Eines Morgens stand ein Turm darauf, den man aus Latten und Zigarrenkistchen gezimmert und der alten Dore auf das Dach gesetzt hatte, ohne sie zu fragen. Sie war aber sehr stolz darauf. Die Wirtin zum Meisterhaus war Dorfnachtwächter. Sie mußte die Stunden ansagen und tuten. Jede Behörde und jede Charge war vertreten, bis tief herunter zum Kartoffel- und zum Schotenwächter, auch das alles in das Komische gezogen. Des Sonnabends war Versammlungstag. Da kam die Gemeinde zusammen, und es wurden die tollsten Sachen ausgeheckt, um dann wirklich ausgeführt zu werden: Taufen fünfzigjähriger Säuglinge, Verheiratung zweier Witwen miteinander, eine Spritzenprobe ohne Wasser, Neuwahl einer Gemeindegans, öffentliche Prüfung eines neuen Bandwurmmittels und ähnliche tolle, oft sogar sehr tolle Sachen«, so berichtete Karl May über den skurrilen Ernstthaler Zeitvertreib im vorletzten Jahrhundert.

Nunmehr zum fünften Mal findet am 24. Mai 2014 das von Silberbüchse e. V. organisierte ›Batzendorfer Gartenfest‹ statt. Das Karl-May-Haus hat hierfür verlängerte Öffnungszeiten (bis 18.00 Uhr) eingerichtet. Kostenfrei geöffnet haben in der Karl-May-Begegnungsstätte zusätzlich die Zinnfigurenausstellung und die Sonderausstellung ›Winnetou reitet zum Dom‹ (14.00–18.00 Uhr).

http://www.batzendorfer-gartenfest.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Batzendorfer Gartenfest
BeitragVerfasst: 13.5.2014, 11:59 
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Ralf Harder hat geschrieben:
so berichtete Karl May über den skurrilen Ernstthaler Zeitvertreib


... und so auch

Zitat:
Dieses »Batzendorf«, in dem man nur mit Batzengeld zahlen durfte, hat eine ganze Reihe von Jahren bestanden und manche stille, heimliche, doch um so bösere Wirkung gehabt. Da lockerten sich »die Bande frommer Scheu«. Da gab es wöchentlich etwas Neues. Wir Kinder verfolgten die Albernheiten der Erwachsenen mit riesigem Interesse und höhnten und persiflierten mit, freilich ohne uns dessen bewußt zu werden. Das ging so fort, bis ein neuer, strammerer Zug in die Ortsverwaltung und in die Kirchenleitung kam, und Batzendorf an sich selbst zugrunde ging. Aber einen Nutzen hatte es keinem Menschen gebracht. Es war eine Versumpfung, in welche nicht nur die Alten gestiegen sind, sondern wir Jungen wurden auch mit hinein geführt und haben sehr viel von unserer Kindlichkeit drin stecken lassen müssen. Dem Unbegabten schadet das weniger; in dem Begabten aber wirkt es fort und nimmt in seinem Innern Dimensionen an, die später, wenn sie zutage treten, nicht mehr einzudämmen sind.


:wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Batzendorfer Gartenfest
BeitragVerfasst: 27.5.2014, 8:00 
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rodger hat geschrieben:
... und so auch


… und es gibt noch immer ›Batzendorf‹ ;-)

http://www.freiepresse.de/LOKALES/ZWICKAU/HOHENSTEIN-ERNSTTHAL/Zwei-Buergermeister-necken-sich-artikel8833582.php


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 Betreff des Beitrags: Re: Batzendorfer Gartenfest
BeitragVerfasst: 27.5.2014, 9:08 
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Thomas Mann hat geschrieben:
Wie ruhevoll und unverwirrbar Herrn Knaaks Augen blickten! Sie sahen nicht in die Dinge hinein, bis dorthin, wo sie kompliziert und traurig werden


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