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 Betreff des Beitrags: GW 31 / 32
BeitragVerfasst: 4.12.2015, 15:39 
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Zitat:
> genaugenommen rück-bearbeitet

ne, auf diese Terminologie lass ich mich nicht ein 8-).

Bearbeitung ist Bearbeitung. Auch wenn Wollschlägers Fassung sehr viel näher am Original als frühere Bearbeitungen ist. Ich hab gerade mal die ersten Seiten verglichen - auch die 57er-Ausgabe greift sehr stark in den Text ein.

BTW - wie sieht denn das eigentlich heute aus? Wurde die Wollschlägersche Bearbeitung im Laufe der Jahre erneut bearbeitet?


(Rückworts ...)

(König Alphons des Viertelvorzwölften Erläuterung[en] [für Nichtlateiner]: Ohne ü-Striche ist das ein Zitat aus dem Titel einer Schrift über Wollschläger :D )

Ich habe eine Fassung mit einem Copyrightvermerk 1967, das dürfte also eine von der 57er abweichende sein ...

Dazu ein Eigenzitat vom Mai (eben zunächst versehentlich mit y geschrieben ... das Alter ?) 2004 (da kann man mal sehen wie die Zeit vergeht ... der Beitrag bzw. dessen Inhalt fiel mir vorhin direkt ein, und mit der Suchfunktion findet man so etwas dann zügig ...)

Zitat:
Auch das Spätwerk ist in den Bamberger Ausgaben von Streichungen keineswegs verschont, wie ich nach dem „Silberlöwen“ nun auch in „Ardistan & Dschinnistan“ feststellen mußte.

Nach „Auch unsere Waffen waren vortrefflich, die meinigen sogar unschätzbar, wir selbst dabei kerngesund und frohen Mutes, voller Unternehmungslust und Zukunftsfreude“ (KMV Seite 403) steht im Original (Fehsenfeld-Reprint und HKA) der autobiographisch uneitle, augenzwinkernde, reizvolle Satz „Mehr kann man von zwei Menschen, von denen der eine der Sohn eines blutarmen, deutschen Leinewebers und der andere der Sprosse einer ebenso armen, nordafrikanischen Beduinenfamilie war, wohl kaum verlangen.“

In meiner KMV-Ausgabe, 215. Tausend, © 1967, fehlt dieser Satz.

Vorher war mir schon an einer anderen Stelle eine kleinere Streichung aufgefallen, nach „Der gegenwärtige Trinkspruch sei in ihrem Leben der erste, den sie halte. Sie sei stolz darauf, dies von uns gelernt zu haben, und sie hoffe, auch in Zukunft noch Vieles und Besseres von uns zu lernen“ (KMV Seite 297) fehlt das ironisierende, launige „Hurra! Hurra! Hurra!" des Originals.

Gleichwohl heißt es im Innentext: „Die vorliegende Fassung enthält den ungekürzten Text der ersten Buchausgabe (Freiburg 1909), in der lediglich einzelne veraltete Stilformen behutsam revidiert wurden“.


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 Betreff des Beitrags: Re: GW 31 / 32
BeitragVerfasst: 4.12.2015, 23:53 
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Hab das nie verstanden, was das soll mit den "Rückbearbeitungen".
Habs nie verstanden und ich glaube, ich will´s auch nicht verstehen.
Also: es ist entweder Original ODER Bearbeitung, was drittes gibt's für mich nicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: GW 31 / 32
BeitragVerfasst: 5.12.2015, 9:14 
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Doch, das gibt's schon, und es ist recht einfach ... Sicher, auch Rückbearbeitung ist Bearbeitung, aber halt weniger einschneidend.

Ein Beispiel ist der Band "Von Bagdad nach Stambul", der war seinerzeit stark bearbeitet, und ist mittlerweile wieder deutlich näher am Original. Dazu schrieb ich einmal (Bandrezension in der Bücherdatenbank):

Zitat:
Als ich vor einiger Zeit die Neuausgabe von diesem Band 3 erwarb, war ich zunächst ziemlich begeistert: zahlreiche, gerade in diesem Band früher äußerst unglückliche und ärgerliche Textänderungen waren verschwunden, der Text sah an den Stellen, die ich nachschlug, tatsächlich wieder so aus, wie Karl May ihn geschrieben hat.

Auf den zweiten, tiefergehenden Blick musste ich feststellen: es gibt nach wie vor kleine Änderungen und Streichungen, und so etwas trübt für mich denn die Freude an einem Karl May Buch doch sehr.

So steht an einer Stelle immer noch „Der ganze Plan war verkehrt“ anstelle des Mayschen „Das ganze Arrangement war ein verkehrtes“, wobei die Maysche Formulierung für mich wesentlich besser das Kopfzerbrechen ausdrückt, das die Situation dem Erzähler auch nachträglich noch bereitet.

Ein „Wir schießen sie augenblicklich nieder“, vom Ich-Erzähler in Wut und tief verletzt geäußert, ist gestrichen. Schade. May war halt auch schon mal radikal, warum muß man das wegnehmen.

Und so wird auch dieser hübsch anzusehende Band recht unbenutzt in meinem Regal stehen, und wenn ich diesen Band 3 wieder lesen will, werde ich zum Greno-Taschenbuch bzw. zum Weltbild-Band greifen.

Festzuhalten bleibt aber: die aktuelle Ausgabe ist wieder wesentlich näher am Original als die lange Zeit erhältliche Vorgänger-Fassung.


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 Betreff des Beitrags: Re: GW 31 / 32
BeitragVerfasst: 5.12.2015, 10:22 
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Rene Grießbach hat geschrieben:
Also: es ist entweder Original ODER Bearbeitung, was drittes gibt's für mich nicht.

Dieser radikalen Ansicht schließe ich mich an.


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 Betreff des Beitrags: Re: GW 31 / 32
BeitragVerfasst: 5.12.2015, 10:31 
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Es gibt Wiener Schnitzel und Schnitzel Wiener Art. [Auch] Letzteres in verschiedenen Erscheinungsformen und verschiedener Qualität. :D

(Bei der Gelegenheit nicht zu vergessen das in diesem Forum schon besprochene Sandhofer Schnitzel im Gasthof zum Adler ebd.)

http://www.speisekarte.de/mannheim/rest ... _schnitzel

("Doch weg von dieser Abschweifung, welche vielleicht Entschuldigung findet, weil sie aus dem Herzen kam!"; Karl May, Am Jenseits)

:D


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 Betreff des Beitrags: Re: GW 31 / 32
BeitragVerfasst: 6.12.2015, 17:57 
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rodger hat geschrieben:
Ohne ü-Striche ist das ein Zitat aus dem Titel einer Schrift über Wollschläger :D )


Wohl eher ein Zitat aus den "Herzgewächsen", das Andreas Weigel als Titel nutzt (beschwören kann ich's jetzt nicht, weil ich’s auf die Schnelle nicht wiederfinde, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass "ruckworts gegen den Strom der Zeilen" im Roman auftaucht. Vielleicht ein guter Vorwand, den noch mal zu lesen. Hm.).

Was die "Rück-Bearbeitung" angeht, so beginnt die 57er-Fassung folgendermaßen:

Zitat:
Es war eine eigenartige Stimmung, in der ich mich befand, als mich der Ustâd hinauf in die mir zugedachte Wohnung führte. Es war nicht Spannung, noch viel weniger Neugierde. Ich hatte das Gefühl, als werde eine schon längst in mir lebende und doch niemals ganz in das Bewußtsein getretene Sehnsucht nun in Erfüllung gehen, als stehe mir ein Glück bevor, auf das ich schon längst, aber ohne mein Wissen, vorbereitet worden war. Warum war ich dabei so ernst, als ob auf jeder der Stufen, die wir emporstiegen, eine Gestalt aus vergangenen Tagen stehe und stumm mahnend die Hand erhebe?

(GW 29, 175. Tsd, S. 7 © 1957)


Bei May beginnt der Silberlöwe IV dagegen so:

Zitat:
Es war eine eigenartige Stimmung, in welcher ich mich befand, als mich der Ustad hinauf nach der mir zugedachten Wohnung führte. Es war nicht Spannung, noch viel weniger Neugierde. Ich hatte das Gefühl, also ob eine schon längst in mir lebende und doch niemals ganz in das Bewußtsein getretene Sehnsucht nun in Erfüllung gehen würde, als ob mir ein Glück bevorstehe, auf welches ich längst, aber ohne mein Wissen, vorbereitet worden sei. Warum war ich dabei so ernst, als ob auf jeder der Stufen, welche wir emporstiegen, eine Gestalt aus vergangenen Tagen stehe und stumm mahnend die Hand erhebe?

(F 29, S. 1)


Das ist im Vergleich zur übrigen Bearbeitungspraxis der Zeit zwar sehr moderat - aber es ist auch nicht mehr das Original. Die Änderung von "welcher, welches" in "der, die" oder die Korrektur der Schreibweise von Ustad - mag hingehen. Aber die "als ob"-Reihung auflösen? Aus "worden sei" ein "worden war" machen? Ich weiß nicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: GW 31 / 32
BeitragVerfasst: 6.12.2015, 18:15 
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rodger hat geschrieben:
und wenn ich diesen Band 3 wieder lesen will, werde ich zum Greno-Taschenbuch bzw. zum Weltbild-Band greifen.

Ich greife da lieber zum Fehsenfeld-Reprint ;-). Und für diese verlegerische Großtat wie überhaupt das gesamte Reprint-Programm sei der KMV auch an dieser Stelle einmal gelobt & gepriesen!


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 Betreff des Beitrags: Re: GW 31 / 32
BeitragVerfasst: 6.12.2015, 20:02 
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Mein 29er ("Das versteinerte Gebet") hat auch (c) 1957, da stehen die "als obs" aber wieder drin ... (?; jetzt wird's interessant ...) (310. Tausend)

Zitat:
Ich greife da lieber zum Fehsenfeld-Reprint

Die habe ich auch, schätze aber mehr deren Anhänge als deren Schriftbild ...


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 Betreff des Beitrags: Re: GW 31 / 32
BeitragVerfasst: 7.12.2015, 11:30 
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rodger hat geschrieben:
Die habe ich auch, schätze aber mehr deren Anhänge als deren Schriftbild ...

Das sehe ich dann ganz anders: ich finde, die Fraktur passt hervorragend.

Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, ist das sogar eine eigene Fehsenfeld-Fraktur, speziell für die Karl-May-Ausgabe entworfen. Vor Jahren gab es mal einen Versuch, das Jahrbuch der KMG neu zu gestalten, dabei wurde auch vorgeschlagen, die May-Zitate nicht mehr kursiv, sondern in eben dieser Fraktur zu setzen. Ging aber nicht durch.


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 Betreff des Beitrags: Re: GW 31 / 32
BeitragVerfasst: 7.12.2015, 11:34 
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giesbert hat geschrieben:
Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, ist das sogar eine eigene Fehsenfeld-Fraktur


Stimmt: Hier - http://www.romana-hamburg.de/Fraktur.htm - kann man ein PDF runterladen, in dem die Schriften der Fehsenfeld-Ausgabe beim Namen genannt werden (und man sie auch kaufen kann). Für den Fließtext wird die "Karl-May-Fehsenfeld-Fraktur" benutzt.


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 Betreff des Beitrags: Re: GW 31 / 32
BeitragVerfasst: 7.12.2015, 12:27 
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giesbert hat geschrieben:
ich finde, die Fraktur passt hervorragend.

Das mag ja sein, aber zum Lesen mag ich sie generell nicht ...


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 Betreff des Beitrags: Re: GW 31 / 32
BeitragVerfasst: 7.12.2015, 12:31 
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Falls das etwas untergegangen sein sollte, halten wir nochmal fest, daß das 310. Tausend von GW 29 anderen Text enthält als das 175., bei gleichem Copyrightvermerk (1957).

Kann jemand etwas Erhellendes dazu beitragen ?


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 Betreff des Beitrags: Re: GW 31 / 32
BeitragVerfasst: 7.12.2015, 13:07 
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rodger hat geschrieben:
Falls das etwas untergegangen sein sollte, halten wir nochmal fest, daß das 310. Tausend von GW 29 anderen Text enthält als das 175., bei gleichem Copyrightvermerk (1957).

Kann jemand etwas Erhellendes dazu beitragen ?

Frag doch mal in der Mailingliste, deren Beiträge du immer mal wieder hier zitierst ;-).


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 Betreff des Beitrags: Re: GW 31 / 32
BeitragVerfasst: 7.12.2015, 13:12 
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Ich zitier' sie hier weil ich dort nicht schreiben mag ... (aus unterschiedlichen Gründen.)

In der Bücherdatenbank habe ich mittlerweile gefunden daß der Text sich offenbar zwischen dem 175. und 190. Tausend verändert hat. (Abweichende Seitenzahl.)


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