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 Betreff des Beitrags: Ein Greenhorn staunt...
BeitragVerfasst: 1.1.2016, 23:26 
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... ja, ich weiß, für Euch alte Hasen ist das kalter Kaffee, aber ich bin platt. Höre gerade Winnetou I von Heiko Greuel und lese parallel die Züricher Ausgabe mit. Da ist ja kaum ein Satz unverändert! Warum um Himmels Willen hat man denn in den "grünen Bänden" denn den Winnetou nacherzählt statt ihn abzudrucken??? Ich verstehe es echt nicht: Was ist denn an dem Originaltext so verkehrt, dass man alles geändert hat? Welches Motiv haben denn die Nacherzähler denn da verfolgt???

Kopfschüttelnde Grüße
mugwort


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 Betreff des Beitrags: Re: Ein Greenhorn staunt...
BeitragVerfasst: 2.1.2016, 0:01 
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Das ist in der Tat ein altes Thema, das indes an Aktualität nie verloren hat ... Denn nach wie vor gilt, wer Karl May so lesen will, wie er halt geschrieben hat, muß zu im Handel nicht erhältlichen Ausgaben greifen ...

Ein Unding eigentlich. Aber auch in der 'May-Szene' gibt es soviel Bräsigkeit, Dumpfbackigkeit, Gleichgültigkeit, Schönfärberei, Unter den Teppich kehren wollen usw., daß einige ganz unangenehm stinkig werden, sobald dieses Thema angesprochen wird ...

Debatten dazu sind ganz müßig. Sind sie eigentlich generell. Ganz gleichgültig was man schreibt und wie man argumentiert, die Leut' wiederkäuen oft nur stur den in ihren Hirnen befindlichen vorgekauten Brei ... Habe ich heute wieder in einem anderen Forum erlebt. Aber hier geht's manchmal noch einigermaßen. Hier stört ein [.........] weniger.

:D


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 Betreff des Beitrags: Re: Ein Greenhorn staunt...
BeitragVerfasst: 2.1.2016, 1:06 
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rodger hat geschrieben:
Das ist in der Tat ein altes Thema, das indes an Aktualität nie verloren hat ... Denn nach wie vor gilt, wer Karl May so lesen will, wie er halt geschrieben hat, muß zu im Handel nicht erhältlichen Ausgaben greifen ...

Ein Unding eigentlich. Aber auch in der 'May-Szene' gibt es soviel Bräsigkeit, Dumpfbackigkeit, Gleichgültigkeit, Schönfärberei, Unter den Teppich kehren wollen usw., daß einige ganz unangenehm stinkig werden, sobald dieses Thema angesprochen wird ...

Debatten dazu sind ganz müßig. Sind sie eigentlich generell. Ganz gleichgültig was man schreibt und wie man argumentiert, die Leut' wiederkäuen oft nur stur den in ihren Hirnen befindlichen vorgekauten Brei ... Habe ich heute wieder in einem anderen Forum erlebt. Aber hier geht's manchmal noch einigermaßen. Hier stört ein [.........] weniger.

:D


Mir erschließt sich grade der SINN der Nacherzählerei nicht. Hat da einer geglaubt, er kann es besser als das Original??? Haben sich die "Bearbeiter" eigentlich mal dazu geäußert??.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ein Greenhorn staunt...
BeitragVerfasst: 2.1.2016, 8:02 
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mugwort hat geschrieben:
Hat da einer geglaubt, er kann es besser als das Original???

Ja.

Zitat:
Haben sich die "Bearbeiter" eigentlich mal dazu geäußert??.

Reichlich ... Auf recht unterschiedlichem Niveau. :D Mir fehlt heute die Zeit, die Kraft :D und die Lust :( für Ausführlicheres ... Außerdem fällt mir bei diesem Thema regelmäßig die zauberhafte Formulierung Hans Wollschlägers "Über Rudolf Lebius ausführlich die Wahrheit zu sagen, verbietet, da noch Nachkommen leben, das Strafgesetz" wieder ein, nicht wegen Lebius, sondern eines anderen, auf den sie ebenfalls hübsch paßt ... :D

Darüberhinaus ist die Thematik sehr komplex. Es gibt gute, erfreuliche Bearbeitungen, und es gibt verheerende ... Einige Argumente der Verteidiger sind stichhaltig und nachvollziehbar, andere sehr einseitig und Wesentliches gänzlich ausblendend ... Aber auch hier gilt wieder: viele, wenn nicht die meisten, können oder wollen über Schwarzweißdenken, über simples Dafür oder Dagegen nicht hinaus ... und auf so einem 'Niveau' ist Kommunikation halt nicht wirklich möglich ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Ein Greenhorn staunt...
BeitragVerfasst: 2.1.2016, 11:21 
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mugwort hat geschrieben:
Welches Motiv haben denn die Nacherzähler denn da verfolgt???

Dazu hat der KMV sich verschiedentlich geäußert, u.a. hier: Zu den Bearbeitungen im Werk Karl Mays

Sehr viel ausführlicher in: "Der geschliffene Diamant. Die gesammelten Werke Karl Mays", Karl-May-Verlag, Bamberg - Radebeul 2003

Die Anschaffung des Bandes lohnt sich imho allerdings vor allem nur wegen der letzten 250 Seiten. Dort nämlich breiten Wolfgang Hermesmeier und Stefan Schmatz ihr immenses Wissen um "Entstehung und Ausbau der Gesammelten Werke" aus. Hier erfährt man, wann welcher Band der GW in welcher Form auf den Markt kam und welche Hintergründe manche Bearbeitungen haben. Mitunter ist der Text nicht ganz so neutral, wie man sich das wünschen würde, aber das ist dann wohl dem Rahmen geschuldet, in dem er erschienen ist.

Die ersten gut 80 Seiten des Buches sind auch noch ganz interessant, hier erzählt Lothar Schmid über "90 Jahre Verlagsarbeit für Karl May", also die Geschichte des KMV und seiner verlegerischen Ziele. Dann wird das gesamte Thema "Bearbeitungen" verständlicher. (Man muss das nicht gut finden (finde ich auch nicht), aber man kann es verstehen.)


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 Betreff des Beitrags: Re: Ein Greenhorn staunt...
BeitragVerfasst: 2.1.2016, 12:49 
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giesbert hat geschrieben:
mugwort hat geschrieben:
Welches Motiv haben denn die Nacherzähler denn da verfolgt???

Dazu hat der KMV sich verschiedentlich geäußert, u.a. hier: Zu den Bearbeitungen im Werk Karl Mays

Sehr viel ausführlicher in: "Der geschliffene Diamant. Die gesammelten Werke Karl Mays", Karl-May-Verlag, Bamberg - Radebeul 2003

Die Anschaffung des Bandes lohnt sich imho allerdings vor allem nur wegen der letzten 250 Seiten. Dort nämlich breiten Wolfgang Hermesmeier und Stefan Schmatz ihr immenses Wissen um "Entstehung und Ausbau der Gesammelten Werke" aus. Hier erfährt man, wann welcher Band der GW in welcher Form auf den Markt kam und welche Hintergründe manche Bearbeitungen haben. Mitunter ist der Text nicht ganz so neutral, wie man sich das wünschen würde, aber das ist dann wohl dem Rahmen geschuldet, in dem er erschienen ist.

Die ersten gut 80 Seiten des Buches sind auch noch ganz interessant, hier erzählt Lothar Schmid über "90 Jahre Verlagsarbeit für Karl May", also die Geschichte des KMV und seiner verlegerischen Ziele. Dann wird das gesamte Thema "Bearbeitungen" verständlicher. (Man muss das nicht gut finden (finde ich auch nicht), aber man kann es verstehen.)


Danke für den Tipp - als Greenhorn ist mir zwar "mein May" recht vertraut, aber die Sekundärliteratur harrt noch auf Entdeckung...


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