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 Betreff des Beitrags: Die "Fischer"-Ausgabe
BeitragVerfasst: 6.11.2005, 16:03 
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Der folgende Beitrag stand ursprünglich hier und wurde von mir umgetopft. - Giesbert Damaschke
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Zur Fischer-Ausgabe möchte ich noch etwas nachbemerken. Warum hat May sie „gehasst“. Nicht, weil sie so furchtbar verändert gewesen wäre, sondern weil er mit eigenen Werken konfrontiert war, mit denen er nichts mehr zu tun haben wollte. In ihrer ursprünglichen bei Münchmeyer vorher erschienenen Erstfassung sind die Dinge, um derentwillen man ihn angriff, Gewalt, „Unsittliches“, ja noch krasser, insofern ist ihm ja Fischer mit seiner Ausgabe, wenn man so will, fast noch entgegengekommen.

Und, natürlich lese ich lieber die Münchmeyer-Erstfassung, weil authentischer, aber auch die stilistisch überarbeitete Fischer-Ausgabe ist wesentlich näher an der Erstfassung als „Schloß Rodriganda“ und Konsorten, die ja nun wirklich stark gekürzt und teilweise völlig umgeschrieben sind. Ich habe „Waldröschen“ und „Weg zum Glück“ seinerzeit zunächst in der Weltbild-Fischer-Ausgabe kennengelernt, wenn ich mir die Werke eines Tages noch mal in der Bücherhaus-Bargfeld-Ausgabe zu Gemüte führe, wird der Unterschied bei weitem nicht so eklatant sein wie zwischen Fischer-Ausgabe und Bamberger Ausgabe.

Die Fischer-Ausgabe ist übrigens auch bei Pawlak, Bertelsmann u.a. erschienen und war seinerzeit überhaupt die einzige Möglichkeit, die Kolportageromane einigermaßen original zu lesen, so sehr zu verteufeln ist sie also nun auch wieder nicht.

Und Karl May selber hat das einfach falsch dargestellt und die Wahrheit nicht mehr wahrhaben wollen. Die Sache mit dem Kiss-y-darr im „Silberlöwen“, selbst in einem so noblen Buch, ich muß es leider so sagen, lügt er, dass sich die Balken biegen.

*

MIT DIESEM BEITRAG WURDE URSPRÜNGLICH KEIN NEUER THREAD ANGELEGT. DIES TAT DER ADMINISTRATOR, DA DER BEITRAG MIT DEM URSPRÜNGLICHEN THEMA EINES ANDEREN THREADS NICHT MEHR VIEL ZU TUN HATTE. DER BEITRAG BEZOG SICH IN EINEM ANDEREN THREAD AUF EINE AUSSAGE EINES MITDISKUTANTEN. HÄTTE ICH EINEN THREAD "DIE FISCHER-AUSGABE" ANGELEGT, WÜRDE DER TEXT EINEN GANZ ANDEREN CHARAKTER ERHALTEN HABEN. ES HANDELT SICH ALSO UM EINE - IN MEINEN AUGEN ZIEMLICH UNGLÜCKLICHE UND EINEN IRRITIERENDEN EINDRUCK HINTERLASSENDE - ART VERLEGENHEITSLÖSUNG, UND UM EINE BEHELFS-ÜBERSCHRIFT.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 6.11.2005, 17:38 
Durch das Zerreißen der Diskussion wird eine weitere Reaktion für mich uninteressant. Wenn das nicht beabsichtigt war, hat es trotzdem funktioniert.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die "Fischer"-Ausgabe
BeitragVerfasst: 7.11.2005, 9:23 
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Hallo zusammen!

rodger hat geschrieben:
Und, natürlich lese ich lieber die Münchmeyer-Erstfassung, weil authentischer, aber auch die stilistisch überarbeitete Fischer-Ausgabe ist wesentlich näher an der Erstfassung als „Schloß Rodriganda“ und Konsorten, die ja nun wirklich stark gekürzt und teilweise völlig umgeschrieben sind.

Über letzteres brauchen wir ja nicht zu streiten. Wieweit die Münchmeyer-Fassung authentischer ist (wenn "authentischer" heissen soll: "näher am von Karl May original verfassten Text") lässt sich nicht beurteilen, solange die entsprechenden Handschriften fehlen. Insofern ist hier der Streit um Authentizität einer um des Kaisers Bart.

Grüsse

Sandhofer


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 Betreff des Beitrags: Re: Die "Fischer"-Ausgabe
BeitragVerfasst: 7.11.2005, 9:38 
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Sandhofer hat geschrieben:
lässt sich nicht beurteilen


Theoretisch ja, dem Amte wohlbekannt. Klar ist aber auch, daß die Fischer-Ausgabe nachgewiesenermaßen von Herrn Staberow überarbeitet worden ist, während man die vermeintlichen Änderungen der Erstfasssung eben nur mutmaßt.

Literaturtip: Ralf Harder, Karl May und seine Münchmeyer-Romane


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 Betreff des Beitrags: weisses Rauschen
BeitragVerfasst: 7.11.2005, 10:34 
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Hallo zusammen!

rodger hat geschrieben:
[...] während man die vermeintlichen Änderungen der Erstfasssung eben nur mutmaßt.

Immerhin beruhen diese Mutmassungen auf Äusserungen des Autors persönlich. Und solange weder das eine noch das andere bewiesen ist, kann "authentischer" im Falle der May-Kolportage höchstens heissen "früheste erhaltene Textform".

rodger hat geschrieben:
Literaturtip: Ralf Harder, Karl May und seine Münchmeyer-Romane

Bekannt. Interessant. Leidet aber - wie letztlich alle Versuche, einem Autor ein Werk oder Passagen eines Werkes anhand stilistischer Vergleiche zuzuweisen - daran, dass in jedem Text zu viel "weisses Rauschen" ist und man zuletzt vor lauter Anstrengung in dieses weisse Rauschen Stimmen hineininterpretiert.

Ein Beispiel: Ich habe heute morgen in einem Beitrag von rodger den Ausdruck "ich werde den Teufel tun" gefunden. Ich hielt das bisher für einen authentischen Ausdruck von sandhofer. Soll man daraus nun schliessen, dass rodger und sandhofer letztlich dieselbe Person sind?

Grüsse

Sandhofer


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 Betreff des Beitrags: Re: weisses Rauschen
BeitragVerfasst: 7.11.2005, 11:41 
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Sandhofer hat geschrieben:
"früheste erhaltene Textform".


Da sind wir uns schon wieder einig. Habe es auch vorher nicht anders gemeint (wobei ich schon mutmaße, glaube, davon ausgehe, wie auch immer, daß diese früheste erhaltene Textform der Originalfassung, wenn sie es denn nicht gar ist, deutlichst näher kommt als die Fischer-Ausgabe).

Sandhofer hat geschrieben:
Soll man daraus nun schliessen, dass rodger und sandhofer letztlich dieselbe Person sind?


Pst ! Nicht verraten !

:lol:

Wobei, LETZTLICH, nunja, der Tropfen ist das Meer, Manifestationen des Einen, usw., you know.

;)


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 30.7.2006, 23:32 
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Hat sich mal jemand die Muehe gemacht die Fischer Ausgabe und die Lieferungsausgabe aus den 80iger Jahren sagen wir mal fuer das Waldroeschen vergleich zu lesen ?
Falls ja,gibt es denn signifikante Unterschiede ?


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 30.7.2006, 23:48 
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Ich habe diese Ausgaben nicht vergleichgelesen, mir ist aber bekannt, daß z.B. einige Grausamkeiten und erotische Szenen in der Fischer-Ausgabe etwas abgemilderter daherkommen. Der Bearbeiter Staberow hat den Text auch für die Fischer-Ausgabe stilistisch überarbeitet.

Bei "Deutsche Herzen" gibt es beträchtliche Kürzungen.


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