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 Betreff des Beitrags: Keine Jugend
BeitragVerfasst: 13.6.2004, 13:05 
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„Keine Jugend“ lautet eine der Kapitelüberschriften in „Mein Leben und Streben“, ich las den Text relativ früh, so zwischen 12 und 15, und war mir nicht sicher mit dieser Überschrift. Ein Druckfehler vielleicht ? Oder doch Absicht ? Gibt es so etwas wie „keine Jugend“ ? In den nächsten Jahren wurde mir dann schmerzlich klar, dass es so etwas in der Tat gibt, und dass es auch durchaus so gemeint war, steht ja gleich zu Beginn im Text.

Du liebe, schöne, goldene Jugendzeit! Wie oft habe ich dich gesehen, wie oft mich über dich gefreut! Bei Andern, immer nur bei Andern! Bei mir warst du nicht. Um mich gingst du herum, in einem weiten, weiten Bogen. Ich bin nicht neidisch gewesen, wahrlich nicht, denn zum Neid habe ich überhaupt keinen Platz in mir; aber wehe hat es doch getan, wenn ich den Sonnenschein auf dem Leben Anderer liegen sah, und ich stand so im hintersten, kalten Schattenwinkel. Und ich hatte doch auch ein Herz, und ich sehnte mich doch auch nach Licht und Wärme. Aber Liebe muß sein, selbst im allerärmsten Leben, und wenn dieser Aermste nur will, so kann er reicher als der Reiche sein. Er braucht nur in sich selbst zu suchen. Da findet er, was ihm das Geschick verweigert, und kann es hinausgeben an alle, alle, von denen er nichts bekommt. Denn wahrlich, wahrlich, es ist besser, arm und doch der Gebende zu sein, als reich und doch der immer nur Empfangende!
[Karl Mays Werke: Mein Leben und Streben, S. 49. Digitale Bibliothek Band 77: Karl Mays Werke, S. 70673 (vgl. KMW-VI.3, S. 37)]

Dieser Mann …

„Er war so alt unter seinen blonden Locken. Den Frühling auf den Wangen und den Winter im Herzen“ heißt es bei Büchner. Was habe ich mich mit diesem Satz identifiziert, so vor 25 – 30 Jahren. Und heute ? Da sehe ich Leute, die 10 und mehr Jahre jünger sind, aber so festgelegt, so unbewusst und festgefahren, lustlos eingefahrener Spur folgend … Es gleicht sich alles aus. Wer im Alter jung sein will, muss in der Jugend alt sein.


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