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BeitragVerfasst: 23.6.2007, 21:30 
Wo ist das Verbot von "Ardistan und Dschinnistan" nachzulesen. Im welchen Archiv liegt die Quelle und wer hat sie dokumentiert?


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BeitragVerfasst: 23.6.2007, 21:36 
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Näheres zum Verbot der Bände 31 und 32 finden Sie, lieber Herr Fleischer, bei Hermesmeier/Schmatz "Karl-May-Bibliografie 1913-1945" auf Seite 182.


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BeitragVerfasst: 23.6.2007, 21:43 
Na bin gerade in Berlin. Werde es nachlesen wenn ich wieder zuhause bin, trotzdem die Forschungslage ist dünn, unbefriedigend dünn.


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BeitragVerfasst: 24.6.2007, 0:15 
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rodger hat geschrieben:
Nönö …

doch doch
Zitat:
Ist das mit den Hülsen nicht auch eine Frage der Wahrnehmung ? Will sagen: wir sind es gewohnt, dass Worte als Hülsen verwendet werden,

und? Ändert das etwas daran, dass May kein Klischee ungenutzt lassen kann und je kitschig-religiöser verbrämt es ist, eine desto unwiderstehlichere Wirkung muss es auf ihn gehabt haben. Das ist alles durch die Bank ganz grauenvolles Jenseitsgesäusel. (Ich hab's nicht so mit Erlösung, Edelmenschen, empor und so.) Kann ins nächstbeste Gemeindeblättchen und meinetwegen auch ins Erbauungsbüchlein. Auch als document humain wichtig & wertvoll. Als Lyrik allerdings ebenso unbeholfen wie indiskutabel (von sehr sehr seltenen Ausnahmen einmal abgesehen ("Ich bin so müd ..."))
rodger hat geschrieben:
Humpapatakt; man muß die Gedichte weder im Takt sprechen noch lesen,

Jambus bleibt Jambus, da gibt's nicht viel zu brechen.

rodger hat geschrieben:
Klar ist er gelegentlich schwülstig, das bestreite ich gar nicht. Aber doch nicht durchgängig. Nicht einmal meistens.

Doch, fast immer.

(Warum steht das hier eigentlich unter "Briefe & Nachlass"? Sollte ich das nicht mal ins Spätwerk verschieben?)


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BeitragVerfasst: 24.6.2007, 2:52 
>>>>Warum steht das hier eigentlich unter "Briefe & Nachlass"? Sollte ich das nicht mal ins Spätwerk verschieben?<<<<

Weil ich ein Gedicht ansprach das in einem Buch von einer Privatsammlung geschrieben steht wusste ich nicht genau wohin damit. Spaetwerk waere schon besser.

Was ich so lese hier ... man weiss immer noch nicht was man mit May machen muss ... gerade wie er's schon zu seinen Lebzeiten gesagt hat ... und komischerweise finde ich auch dass er alles ist was man ihm andichted, anehrt, abehrt, oder verneint.

Zwei gute Bemerkungen fand ich:
>>>...(!)...Wahrheit, das Adolf Hitler - ein Karl-May-Fan im heutigen Sinne - stets ein Verbot der Werke Karl Mays verhindert hat<<< (Al Gore(!) war hier?)

und

>>>dass May kein Klischee ungenutzt lassen kann und je kitschig-religiöser verbrämt es ist, eine desto unwiderstehlichere Wirkung muss es auf ihn gehabt haben<<<

ja aber ... warum?

I agree: >>>Wäre doch eine prima Forschungsarbeit<<<


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BeitragVerfasst: 24.6.2007, 6:31 
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Zitat:
Kann ins nächstbeste Gemeindeblättchen und meinetwegen auch ins Erbauungsbüchlein.


Mit Gemeindeblättchen und Erbauungsbüchlein habe ich es auch überhaupt nicht, hatte allerdings seitens der Mitleser (zumindest einiger von ihnen) vorausgesetzt, solche Dinge von denen, um die es hier ging, unterscheiden zu können.

Zitat:
Jambus bleibt Jambus, da gibt's nicht viel zu brechen.


Wenn man hier statt Jambus Ignoranz oder auch, etwas höflicher & wertungsfreier, Nicht-Wahrnehmung oder Unverständnis schriebe, dann käme es hin. Allerdings & leider.

Es kommt auf die Art des Vortrags bzw. das innere Ohr des Lesers an. Hören Sie sich z.B. mal alte Aufnahmen von Oskar Werner an, wenn der Schillers Bürgschaft spricht, merkt man sozusagen nicht, dass es sich da um einen Text in Versform handelt. (Oder wenn Chris de Burgh singt, da wird auch die Vers-Form gelegentlich zur allenfalls noch am Rande wahrgenommenen Nebensache.) Ich achte bei meiner Beschäftigung mit Karl Mays Gedichten (und überhaupt bei Literatur) nicht auf die Form, sondern auf den Inhalt. Und je mehr ich in die Gedichte eintauche, desto weniger nehme ich die äußere Form überhaupt wahr.

Die Hoffnung, über den Horizont von Deutschunterricht hinaus kommunizieren zu könen, hatte ich ja schon im vorigen Beitrag angesprochen; nicht jede Hoffnung indes wird erfüllt. (Jambus … Mays Ausspruch von Seele des Verfassers und zugeknöpftem Rock sagt mir in diesem Zusammenhang entschieden mehr.)

Zitat:
Zwei gute Bemerkungen fand ich


Das wäre schon eine ungewöhnlich gute Quote für Foren-Alltag …

:wink:

("Wie fanden Sie das Schnitzel ?" - "Als ich zufällig ein Salatblatt beiseite schob ...")


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BeitragVerfasst: 24.6.2007, 6:59 
ja eben ... musste schon durch viel hindurchlesen bis ich sie fand, Herr Ober. :wink:

und was ist das mit Jamben? Jamben = iambus oder iamb in English. Und das erklaert es mir so:
Poetry: a metrical foot containing one short or unstressed syllable followed by one long or stressed one. [from Greek, iambos, from iaptein, to lampoon {personal satirical attack}, this verse form being first used by satirists] {Chambers dictionary/thesaurus}.

Also ... weil May keine Jamben hinkriegt ist er kein Satirist? tja tjaaa tja tjaaa ... also da muss man ihm dann schon mal ueber die Knoedel hauen. :roll: oder vielleicht hat er sich um Jamben ueberhaupt nicht kuemmern moegen - det isch ooch a meeglischkeet...


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BeitragVerfasst: 24.6.2007, 7:27 
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Zitat:
Jambus bleibt Jambus


Literaturempfehlung: Ernst Bloch, "Die Kunst, Schiller zu sprechen", Bibliothek Suhrkamp.

Beim Versuch, herauszufinden, ob dieser Text auch im Netz ist (da es mir zu mühsam ist alles abzutippen was da zum Thema steht) gab ich ein Zitat aus dem Text im Google ein, nämlich "Ersatz für die gewohnte bedeutungsschwangere Ibsenpause". Das System fragte mich:

Meinten Sie "Ersatz für die gewohnte bedeutungsschwangere Essenpause" ?

Woraus zweierlei zu schließen ist:

1. Der Text ist nicht im Netz.
2. Der Zeitgeist hat auch EDV-Dialogprogramme erfasst.

:shock:


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BeitragVerfasst: 24.6.2007, 7:32 
...also doch ein Schnitzel?


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BeitragVerfasst: 24.6.2007, 7:34 
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Zitat:
weil May keine Jamben hinkriegt ist er kein Satirist?


Das ist er, der Titel für eine Fernseh-Dokumentation über Internet-Foren; den nehmen wir.

:mrgreen:

:lol:


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BeitragVerfasst: 24.6.2007, 7:57 
ich glaub die Yamben sind jetzt gekocht. :mrgreen: (wollte den auch mal gebrauchen) und wer moderiert?


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BeitragVerfasst: 24.6.2007, 8:34 
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Zum Themenkomplex Aufbrechen der Form, scheinbare Nichteinhaltung der Form aus künstlerischen Gründen (z.B. Kaschieren einer Deutungsebene oder umgekehrt Hervorheben einer solchen), vordergründiges Publikumsverständnis, Nichterkennen von Feinheiten, Missverstehen aufgrund mangelnden Tiefenverständnisses, reduzierte Feinwahrnehmung aufgrund zu ausschließlich aufs Formale gerichteter Betrachtungsweise usw. gibt es eine hübsche Stelle bei Heinz Erhardt:

Ein Angler fängt sich einen Barsch
Das Wasser steht ihm bis zum Knie

Erhardts auf den naheliegenden Einwand, das reime sich ja nicht, vorgetragene Begründung „Ja warten Sie mal bis die Flut kommt“ hätte er bei guter (besonders einsichtsvoller) Tagesform eigentlich auch weglassen und den Einwender bei seinem sich überlegen dünkenden Glauben belassen können: es reicht doch wenn nur einer, zur Not auch nur man selber, versteht was man gemeint hat …

:wink:


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BeitragVerfasst: 24.6.2007, 9:13 
>>>es reicht doch wenn nur einer, zur Not auch nur man selber, versteht was man gemeint hat …<<<

so gut haette ich es nicht sagen koennen.


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BeitragVerfasst: 24.6.2007, 9:52 
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Der Vorsitzende der Vereinigung Weisheit & Form (WuF[f]), Sandhofer, zitierte andernorts trefflich

Das ist ein Beispiel, welches wir alle befolgen sollten, die heute noch an die Unsterblichkeit der Seele, an die angeborene Freiheit oder den freien Willen glauben, sofern sie ihre Seele retten und sie würdig auf das ewige Leben vorbereiten wollen. [...] Von dem Augenblick an, wo die Seele unsterblich, d.h. in ihrem Wesen unendlich, frei durch sich selbst ist, muss sie sich selbst genügen. Nur die vergänglichen, beschränkten und endlichen Wesen können sich gegenseitig vervollkommnen; das Unendliche vervollkommnet sich nicht. Wenn es auf etwas Anderes trifft, das nicht es selbst ist, fühlt es sich im Gegenteil eingeschränkt, wovor es zu fliehen gilt, wo es gilt alles zu ignorieren, was es nicht selbst ist.
Bakunin

was sich etwa in der tunlichst von Weitschweifigkeiten befreiten, bearbeiteten Fassung Schillers so

Der Starke ist am mächtigsten allein

liest.

Siehste, im Wesentlichen treffen sie sich immer alle doch wieder oder kommen, um mit HD Hüsch zu sprechen, „an der wahre Kern“, die Dichter & Denker.

:wink:


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BeitragVerfasst: 24.6.2007, 11:35 
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marlies hat geschrieben:
Also ... weil May keine Jamben hinkriegt ist er kein Satirist?

Aber nein, nicht doch. Das eine - Jambus - hat mit dem anderen - Satire - nichts zu tun (ganz gleich, was Du da im Lexikon findest ;-))

Jambus ist ein Versrythmus, ein Silbenfall aus unbetont / betont. Zumindest in der dt. Sprache ein so einfaches und leicht zu erreichendes Mittel, dass der "Jambenflusss", nämlich der ungewollte Wechsel von Prosa in Jamben, als Fehler gilt. Theodor Storm hat deshalb zB einen Satz umgeschrieben, nach dem ihn Paul Heyse auf ungewollte Jamben in einer Erzählung aufmerksam machte. Das gilt natürlich für ungewollte Jamben; wenn May im Spätwerk plötzlich von Prosa zum Jambus wechselt, ist das gewollt – allerdings kaum besser:
Zitat:
Einem merkwürdigen Irrtum fielen einige neuere Schriftsteller .. zum Opfer, die, aufbauend auf nationale Tradition von Johannes von Weißenthurn ... bis Karl May ... ihre Stücke in durchlaufenden, unlimitierten Jamben verfaßten. In diesem tausendfüßigen Jambus gibt es weder Erwartungsschema noch den Verstoß gegen das Erwartungsschema, also überhaupt keine Möglichkeit der Akzentuierung. Das läuft nur immer so dahin, auf, ab, auf, ab, in grätenloser Unendlichkeit. Das ist natürlich kein Vers, sondern Prosa, aber jambische Prosa, also, wie man doch in der Klippschule lernt, von allen Prosaformen die schlechteste.
(Peter Hacks, Über den Vers in Müllers Umsiedlerin-Fragment)


Mays Gedichte benutzen fast ausschließlich Jamben und sehr simple Reimschemata. Gedankenschwere hin oder her (obwohl ich auch davon nicht viel halte, wie gesagt - mit Erlösungslehren hab ich's nicht so und möchte Literatur nicht mit Religion verwechselt sehen); Mays Gedichte sind formal wie inhaltliche Stümpereien.

Jetzt kann man natürlich immer noch raunen, ich verstünde halt nix von Literatur im allgemeinn und May im besonderen und sei überhaupt bei den Deutschlehrern stehen geblieben, während der ware Mayleser auf dem Dutzfuß mit dem Weltgeist steht. Mei, sei's drum. Das ist halt dann so.


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