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 Betreff des Beitrags: Heilige und Schaberonen
BeitragVerfasst: 30.7.2007, 10:56 
Der Brodnik hat's mir angetan ... diese Woerter ... eine echte Fundgrube ... nun dies:

»Auch ich habe bereits einen Lehrer. Er ist größer als alle die Heiligen und Schaberonen, zu denen ihr betet.«
»Wie heißt er?«
»Jesus.«

'Wir' sind zu dem Schluss gekommen wie folgt:

Schaberonen :arrow: from Franzoesischen 'Chaperon' welches 'Kapuze' heisst und die Funktion hat den Kopf des Traegers zu schuetzen. Auch 'tour guides' heissen manchmal 'chaperons' ... also im uebertragenen Sinne:

SCHUTZENGEL / WEGFUEHRER

so far so good ... nur ... welche dieser Woerter hat der May 'erfunden' (oder vielleicht besser ausgedrueckt: frei vom Franzoesischen verdeutscht? wie man ja heute englische Woerter verdeutscht speziell Internet Jargon ) und welche waren in seinem heimatlichen 'dialekt' oder 'schwaebischen Mund' gelaeufig? Schaberonen findet man ja leider nicht mehr in Woerterbuechern (und googeln huelfte da auch nicht), da muss man selber die Eselsleiter finden - vom anderen Ende der Welt sowieso wo nicht allzuviele Sachsen herumreiten welche man fragen koennte. :wink:

Sagt man heute noch 'Schaberonen' in 'Saxony' :?:


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BeitragVerfasst: 30.7.2007, 11:22 
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Solche Probleme löse ich für mich beim Lesen von Karl May (das klappt aber auch nur bei ihm bzw. bei ihm besonders gut, von wegen der Wellenlänge) immer etwas anders, und deutlich unaufwendiger; ich lese die Stelle, stoße auf ein Wort, dessen Bedeutung ich nicht kenne und das ich vielleicht auch noch nie gehört habe, verstehe aus dem Kontext in etwa den Sinn, und gut ist.

Zur Verdeutlichung komme ich Dir noch mal mit dem Dr. Woywodt; vereinzelt gibt es doch Menschen im Leben, mit denen mittlerweile nicht mehr zu kommunizieren man wirklich bedauert: der sagte im Unterricht zu einer Schülerin "Machen Sie nicht so ein Menkenke". Vermutlich hatte keiner der Schüler das Wort jemals gehört. "Was ist das, Menkenke ?" fragte die .. junge Dame. Darauf er: "Menkenke ist das, was Sie immer machen." - Diese Erklärung hat mich voll und ganz überzeugt und mir bis heute vollends ausgereicht, da brauche ich gar nicht googeln.

:wink:


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BeitragVerfasst: 30.7.2007, 11:33 
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Vielleicht nur ein Druckfehler für "Schablonen".


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BeitragVerfasst: 30.7.2007, 11:34 
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@Marlies
Zitat:
Sagt man heute noch 'Schaberonen' in 'Saxony'

Ich als in Sachsen geborener Mensch und hier aufgewachsen muss ganz ehrlich sagen: Dieses Wort habe ich nie gehört (vielleicht mag es an meinem Alter liegen).
Übersetzen Sie gerade den Brodnik??? (ich habe die anderen Beiträge nicht gelesen, deswegen frage ich)

@rodger
Lieber rodger,

falls Siedu/Dusie immer noch nicht wissen, was "Menkenke" ist: Ich würde es frei heraus mit "Ärgerei/Kleinkariertheit/Zankerei/..." übersetzen. Dieser Begriff ist richtig vielseitig. Er kann im Prinzip alles sein. Ah, das waren Zeiten, damals in der Schule... <träum>

Deinihr/Ihrdein

_________________
D E Brasch
----
etwas Werbung muss sein: www.silberbuechse.net


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BeitragVerfasst: 30.7.2007, 11:48 
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Lieber Thomas,

(das mit dem Dh ist mir zu blöd', Du gestattest ...)

wenn man sich im Café Xanthippe (Verzeihung, auch das ist mal wieder nicht bös' gemeint sondern just frei assoziiert, immerhin gibt es in dieser meiner Stadt eine Buchhandlung selbigen Namens, man sieht, man ist noch stolz darauf ...) duzt, kann man das im Café Cäsé (s.o.) getrost auch tun ..

Ich sagte doch, was Menkenke ist, weiß ich dank der vorzüglichen Erklärung des beachtlichen Pädagogen (den mochte in der Schule keiner, und er mochte dort auch kaum jemand, nur er und ich haben uns bestens verstanden ...) seit ca. 33 Jahren. Vorhin habe ich auch gegoogelt und meine damalige Erkenntnis bestätigt gefunden. Ich habe es, auch was Erklärungen oder Definitionen betrifft, nicht so mit dem Erjagen, eher mit dem Fühlen. So heißt doch auch der Slogan für Unangepaßte und solche die es sein wollen: Wer nicht hören will, muß fühlen ...

:wink:


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BeitragVerfasst: 30.7.2007, 12:02 
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Zitat:
Verzeihung, auch das ist mal wieder nicht bös' gemeint

Das weis ich doch Rüdiger.

Zitat:
das mit dem Dh ist mir zu blöd'

mir nicht :D

Zitat:
Ich sagte doch, was Menkenke ist,

Das ist Ansichtssache, aber wir wollen uns nicht streiten, nicht wahr? Das zerstört sonst den Anfangsbeitrag mit "Schaberone".

Zitat:
duzt, kann man das im Café Cäsé (s.o.) getrost auch tun

Das weis ich doch. Nebenbei: Gibt es auch noch ichzen, eszen und wirzen? (erzen uns siezen ist ja schon vergeben, weis jeder Leser der Dessauer-Geschichten und ihrzen sowieso)

Zitat:
Vielleicht nur ein Druckfehler für "Schablonen".

Ergibt in diesem Zusammenhang - man verzeihe mir - keinen Sinn.


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BeitragVerfasst: 30.7.2007, 12:11 
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Beiträge: 524
Was haltete Ihr denn hiervon:

But the
chief of the humblest Lama-house may be an
important personage, if he happen to be a
Chaberon, that is to say, an incarnation of
Buddhaone whose death is but a transfor-
mation.

http://memory.loc.gov/cgi-bin/query/r?a ... 2-0005-187))::


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BeitragVerfasst: 30.7.2007, 12:26 
jetzt hab ich gerade ein ellenlanges Stueck geschrieben und wo ich die Vorschau anklickte fan ich Dernen's ... GENIAL ... THAT'S IT!!

s'buchstabieren tuts!

YEAH!!

ich wusste doch dass ich's im Forum finden wuerde !!!

:lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:


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BeitragVerfasst: 30.7.2007, 12:29 
Hier noch die paar Stueckchen die ich noch sagen wollte:

Hallo rodger ... schnip>>>stoße auf ein Wort, dessen Bedeutung ich nicht kenne und das ich vielleicht auch noch nie gehört habe, verstehe aus dem Kontext in etwa den Sinn, und gut ist.<<<schnap

mach ich fuer mich auch - speziell wenn da eine 'liste' besteht wie in 'Heilige und Schaberonen' - da muss es zwangslaeufig in den 'Heiligen-Kontext' passen ... da brauche ich kein konkretes Wort ... mein Instinkt langt mir da um weiterlesen zu koennen.

Aber eben ... DAS langt NICHT um es jemand zu erklaeren der weder von Deutsch noch von Saechsisch den 'foggiest' hat ... da muss ich mir schon was einfallen lassen ... dann kommen eben die Eselsleitern (und das forum 8) ) damit ich es meinem Australischen Husband erklaeren kann.

Hi Harald ... nicht in dem Kontext - zu auffaellig - er haelt dem ach-so-wichtigen Llama vor Augen dass das was er anbetet (ein hoeherer Llama der schon seit 30 Jahren seine Hoehle nicht verlassen hat und goldbarren sammelt) eigentlich mehr ein idol ist und nicht so hoch steht wie der liebe Gott (oder Gottessohn) der Christen.) Obwohl ich zugeben muss dass mir die 'Schablonen' auch in den Kopf kamen, aber irgendwie passen die nicht zu den 'Heiligen', obwohl die meisten Heiligenbilder mere Schablonen sind.

Hi Dhomasch (woher kommt diese Schreibweise des Namens? bin nur neugierig ... wie immer :wink: ) - ich bin mit dem 'Dusie' auch nicht comfortable ... it's 'you' where I live ... also 'sie' bin ich auch nicht, but 'du'.
Wenn ich Karl May lese dann uebersetze ich es automatisch und sofort ... im Moment lese ich den Brodnik (und uebersetze es gleichzeitig fuer meinen Mann) - eine der laengsten Kurzgeschichten die ich je las - die 'mystery-words' haben schon das halbe forum gefuellt - well, nicht ganz.


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BeitragVerfasst: 30.7.2007, 12:36 
@ Dernen - der link funktioniert fuer mich nicht ... moechte gerne noch darueber lesen ...

addendum ... wenn ich das ganze kopiere funktionierts - habs gefunden - toll - danke!!!


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BeitragVerfasst: 30.7.2007, 12:41 
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Danke, Rolf Dernen! Das führt auf die richtige Spur. Kein Druckfehler (Trugschluß :( des postenden H. M.). Man sollte eben nicht nur denken: "sch" auch "j", sondern ebenso: "sch" auch "ch". Und andersherum.

Und woher hatte May das Wissen? Das Wort war in einem 1881 erschienenen Wörterbuch unauffindbar.

Wohl aus seinem Pierer, siehe:

http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Lamaismus


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BeitragVerfasst: 30.7.2007, 12:41 
... und nun natuerlich die folgerichtige Frage ... woher hat der Karl May das alles gewusst? in 1880? - unheimlich .........


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BeitragVerfasst: 30.7.2007, 12:45 
det wird ja immer besser :lol: :lol: :lol: ja die sch ch j g and andere solche Dinger fuehren einen schon irre :lol: :lol: :lol:
Good ol' Pierer! Den verlink ich mir.


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BeitragVerfasst: 30.7.2007, 12:45 
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Zitat:
woher kommt diese Schreibweise des Namens?

Mal schauen, ob ich dazu etwas finden kann. <sucht auf seiner Festplatte> Also auf meiner Festplatte finde ich dazu nichts. Mmmh. Geht im Prinzip auf eine Zeit vor ca. <überlegt> 4 oder 5 Jahren zurück. Es klingt im Deutschen einfach weicher. Wie Du weist, spricht man ja ein weiches und ein hartes "t". Da fand ich "d" einfach besser. Ebenso verhält es sich mit meinem Nachnamen. Alles etwas weicher gemacht. Bin doch ein ganz zarter. ;)

Zitat:
woher hat der Karl May das alles gewusst?

KM war eben ein ganz großer.


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BeitragVerfasst: 30.7.2007, 12:53 
schnip>>>Bin doch ein ganz zarter<<<schnap

ROFLMAO - und an den Samichlaus glaube ich auch noch - womit wir wieder bei Schaberonen waeren. :twisted: :lol: :twisted: :lol:


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