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BeitragVerfasst: 30.12.2007, 23:16 
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Wenig,ich habe mich nur ueber den angeblichen Sinn oder Zielpunkt der Evolution gewundert wer das behauptet ,hat leider das Konzept der chaotischen Evolution nicht begriffen oder versucht vergeblich einen imaginaeren Schoepfer mit der Naturwissenschaft in Einklang zu bringen (intelligent design).

Wie auch immer gerade das symbolisch-allegorische Geschwafel stoert mich am Spaetwerk und solches findet sich auch in so mancher Schoepfungsgeschichte.

Was Mays Hang zum Spiritismus angeht,so kann man ihn leider nicht mehr fragen,zu seiner manchmal abstrusen Gedankenwelt wuerde er wohl passen.


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BeitragVerfasst: 30.12.2007, 23:52 
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Zur Diskussion über Mays Einstellung zur naturwissenschaftlichen Evolutionstheorie verweise ich auf den Thread ›Das Buch der Liebe‹ (in der Spalte ›Frühwerk‹), außerdem auf meine beiden Aufsätze im Jb-KMG 2003 und die entsprechenden Partien in Band I der May-Biographie.

Der Spiritismus (der seit Arno Schmidt, fälschlicherweise, Karl May immer wieder und unausrottbar unterstellt wird) hat mit dem Roman ›Ardistan und Dschinnistan‹ rein gar nichts zu tun. Die Evolutionslehre indessen hat mit A&D insofern etwas zu tun, als May in diesem Roman die Entwicklungstheorie voraussetzt: allerdings nicht im Sinne einer chaotischen Evolution, sondern einer zielgerichteten Aufwärtsentwicklung in Richtung Gott = Liebe. Sie, verehrter Herr Math, halten das für Unsinn, ich weiß. Ich aber sehe das anders.


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BeitragVerfasst: 31.12.2007, 1:02 
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Guten Abend!

Es lag mir fern, die Spiritismus-Diskussion wieder aufzuwärmen - aber WENN man Mays Hang zum Geisterglauben im Hinterkopf hat, entdeckt man auch in der "Geisterschmiede" allerhand interessante Möglichkeiten.

Und damit räume ich das Feld wieder. Guten Rutsch allerseits!

JF

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BeitragVerfasst: 31.12.2007, 2:21 
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Vielen Dank fuer den thread Hinweis .Scheint May war tatsaechlich ein Anhaenger jenes Aberglaubens denn man heute euphemistisch intelligent design nennt.

Der religioese Unterton in Mays Werk hat mich immer geaergert,mir war der rationale Wabble lieber als der "glaeubige"Old Shatterhand.
In A & D wird das Gottesgefasel zur Spitze getrieben und das zusammen mit dem allegorischen Stil finde ich totlangweilig.

Haette man Mays Depression damals besser behandeln koennen,waere A& D wahrscheinlich nicht oder zumindest nicht so geschrieben worden,wage ich mal zu behaupten.

Ich habe nichts gegen aberglaeubische Mitmenschen,ob einer nun an die Auferstehung eines unbekannten juedischen Predigers,die juengfraeuliche Geburt,die Sterne,die Sonne,Voudu,Hexen,den Engel Moroni ,die Thesen Freuds oder sonstwas glaubt,ist mir egal.Im uebrigen muss ich ja den Menschen May nicht respektieren oder gar moegen um die Orienterzaehlungen zu geniessen.


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BeitragVerfasst: 31.12.2007, 3:18 
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Ich denke ebenfalls, daß May mit Spiritismus nun wirlich nichts am Hut hatte.
Eher das Gegenteil ist der Fall.
Wenn man, auf das Spätwerk bezogen, Mysthik mit Spiritismus gleichsetzen will, so kann ich das erst recht nicht nachvollziehen.
Und was A&D betrifft, so gibt es nur eine einzige Szene, die Veranlassung zu solch einer Vermutung geben könnte: Das Erwachen der Dschemma der Toten. Ein, für den Leser durchaus schockierender Vorgang, der im weiteren Verlauf des Romans auch keine Erklärung findet.
Aber sollte hier nicht eher Gottes Allmacht gezeigt werden, der als einziger selbst Tote wieder auferstehen lassen kann, wenn es um das Schicksal Ardistans, also das Schicksal der gesamten Menschheit geht?
In allen seinen Romanen hat May sich wiederholt vom Zufall und überirdischen Erscheinungen im spirituellen Sinne distanziert. Für ihn gab es weder das eine, noch das andere.
Wenn es denn "Wunder" in seinen Romanen gab, waren es eben keine Wunder, sondern göttliche Fügung, Gottes Wille oder Gottes Stafgericht, aber niemals spiritistischer Aberglaube.
Selbst die Läuterung des Mirs von Ardistan verläuft bis zur Dschemma auf recht irdischen Bahnen: Die Phase, in der er "gestählt" und "gehämmert" wird, ein absolut realer Vorgang.
Nein, nicht Spiritismus, sondern die Macht Gottes tritt im Spätwerk in den Vordergrund.
Immer häufiger wird in seinen Erzählungen auf eine irdische Bestrafung verzichtet und diese einem Höheren überlassen, welche in der Regel dann auch nicht lange auf sich warten läßt.
Mysthik ja - Spiritismus nein - meine Meinung!

MfG,
Rene Jochade


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BeitragVerfasst: 31.12.2007, 5:18 
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"waren es eben keine Wunder, sondern göttliche Fügung, Gottes Wille oder Gottes Stafgericht, aber niemals spiritistischer Aberglaube. "
Also ich sehe da keinen Unterschied.
Mystik oder Spiritismus moegen sich ja in den Einzelheiten unterscheiden,im Grunde basieren doch beide auf einem Aberglauben.


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BeitragVerfasst: 31.12.2007, 9:45 
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A&D ist ein spiritueller, aber kein spiritistischer Roman. Spiritualität und Spiritismus haben miteinander so wenig zu tun wie Gustav und Gasthof.

Mit freundlichem Gruß an alle
Hermann Wohlgschaft


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BeitragVerfasst: 31.12.2007, 10:12 
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Die Geisterschmiede - um auf Jenny Florstedt einzugehen - ist, für jeden erkennbar, ein BILD. Geisterbeschwörungen im spiritistischen Sinne gibt es hier nicht. Außerdem kommt die Geisterschmiede (falls mich meine Erinnerung jetzt nicht trügt) in A&D gar nicht vor, sondern in ›Babel und Bibel‹.


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BeitragVerfasst: 31.12.2007, 10:28 
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Guten Morgen!

Es ging mir nicht um Geisterbeschwörungen, sondern um ein Geisterkonzept, bei der diese Geister einfach sehr viel "wirklicher" sind als m.E. nach christlichen Geboten sie sein dürften.
(Aber ich will da auch gar nicht mitreden. Ich halte schon den Katholizismus mit seinen ganzen Heiligen für Polytheismus.)

Wir können auch auf die "Geisterschmiede" verzichten, obwohl diese zur Gesamtlandschaft von A&D gehört, unabhängig davon ob durch diese Landschaft mal geritten werden kann und man mal eher ein Raumschiff (oder eben auch nicht) benötigt.

Jenny Florstedt

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BeitragVerfasst: 31.12.2007, 10:40 
Thomas Math schreibt:
>>>seine psycho-theologischen(mir fiel kein besseres Wort ein) Theorien fallen fuer mich in die gleiche Kategorie,Unsinn
...
as symbolisch-allegorische Geschwafel stoert mich am Spaetwerk
...
Der religioese Unterton in Mays Werk hat mich immer geaergert
...
Im uebrigen muss ich ja den Menschen May nicht respektieren oder gar moegen um die Orienterzaehlungen zu geniessen<<<

...'Unsinn' 'stoert' 'geaergert' 'nicht respektieren' ... und dann ... 'geniessen' ...

There's something not quite right with that picture! ... hm ... aber jedem das seine ... es gibt noch eine andere Wahl ... shut the book and go onto something else. Ob's stoert, aergert oder sonstwas - aendern kann er's nimmermehr.

Aber eins haste richtig jesehn ...
>>>jeder interpretiert munter drauflos und findet im Endeffekt etwas,das der eigenen Gedankenwelt nahe kommt<<<
warum denkste der May ist immer noch so 'vielgelesen'?

Gerade kuerzlich mit jemand anders darueber geplaudert: ... die Gedanken sind frei! Und ich bedanke mich dafuer dass es uns (noch) erlaubt ist munter drauflos zu interpretieren - und sage und schreibe - auch noch Freude daran haben zu duerfen - obs jetzt Unsinn, Geschwafel, oder religioese Untertoene sind spielt m.E. keine allzugrosse Rolle, die Hauptsache ist der Dialog - Hinrichtungen (auch verbale) tragen nix zu 'Friede auf Erden' bei :wink:

Vielleicht musst Du so 'nicht-gelehrten' Leuten wie mir erklaeren worauf Du ein Verdict von 'Unsinn', oder 'Geschwafel', oder 'Lack of Respect' basierst? Du musst sicher gute Gruende dafuer haben. Vielleicht ganz bestimmte Textstellen hervorheben und detailliert beschreiben - das waere schon ein Anfang. Wer weiss, vielleicht sind's 'eye-openers'.


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BeitragVerfasst: 31.12.2007, 13:59 
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Auch mir liegt es völlig fern, die Spiritismus-Diskussion hier im Thread wieder aufzuwärmen. Aber einige der letzten Einträge sind so konfus und so unsachlich, dass ich die folgende Bemerkung noch anbringen muss:

Wenn ich die Hoffnung auf ein Weiterleben nach dem Tod mit spiritistischem Humbug in einen Topf werfe, wenn ich zwischen abergläubischen Geisterbeschwörungen und dem Glauben an eine geistige, die empirische Körperwelt übersteigende Wirklichkeit überhaupt nicht unterscheide, dann war May in der Tat ein Spiritist und A&D ist folglich ein spiritistischer Roman. Dann waren aber auch Kant und Hegel, auch Goethe und Schiller, auch Hugo von Hoffmannsthal, Hermann Hesse, Carl Zuckmayer usw. usw. Spiritisten. ›Faust‹ ist dann ein spiritistisches Drama, Kants Philosophie ein spiritistischer Quatsch, Hesses ›Glasperlenspiel‹ ein spiritistischer Roman und so weiter und so fort.


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BeitragVerfasst: 31.12.2007, 16:22 
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Sandhofer hat geschrieben:
Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Dann schreiben wir halt alle bei jedem Werk Mays hin: das gefällt mir, das nicht. Und damit hat es sich, und die Karl-May-Stiftung kann das Forum schliessen


Als ich das vor drei Tagen las, habe ich schon gedacht, na klar gefällt dem einen dieses und dem anderen jenes, und es wird nie anders sein, daß der eine diese Meinung hat und der andere eine andere. Und damit hat es sich, auch richtig. Aber warum das Forum schließen ?

Drei Tage später finde ich nach der Lektüre der weiteren Beiträge diese Haltung einmal mehr bestätigt. Kommunikation ist letzten Endes oft zu großen Teilen illusionär, und es ändert sich [wenn man so will] eh nix und niemand. Schwingungen um eine Mitte allenfalls. Aber man braucht kein Problem damit haben. Und auch kein Forum schließen.

:wink:


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BeitragVerfasst: 31.12.2007, 16:52 
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Sandhofer hat geschrieben:
So pessimistisch sehe ich das nun nicht. Das würde letzten Endes bedeuten, dass jede Kommunikation ins Leere läuft, weil man im Andern immer nur sich selber erkennt.


So wird es wohl in der Tat sein ... aber was hat das mit "pessimistisch" zu tun ?

8)


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BeitragVerfasst: 31.12.2007, 17:04 
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Zum Spiritismus noch; gewisse Reizworte scheinen traditionell oder gewohnheitsmäßig negativ besetzt zu sein. Ist unnötig, auch bei so etwas kann man sozusagen ganz entspannt bleiben. "Am Jenseits" geht in Sachen Münedschi doch recht eindeutig in Richtung Spiritismus - oder etwa nicht ? (man möge mich durchaus ggf. eines anderen belehren, ich bin da keineswegs "vom Fach".)

In die ganze Hin- und Herdebattiererei mag ich gar nicht einsteigen.

"Alle Debatten sind sinnlos und dumm"

habe ich mal in einem spirituellen (nicht spiritistischen :wink: ) Buch gelesen. Ist schon länger her, aber solche Formulierungen merk' ich mir.

:wink:


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BeitragVerfasst: 31.12.2007, 18:14 
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Waukel hat geschrieben:
Das ist es, glaube ich: Zuversicht. Karl May war zuversichtlich.


Noch mal, [auch] weil's so schön war [und ist]:

http://www.gedichtsuche.de/dichter_ueber.php?id=27.

Und den auch gleich noch mal:

"Mit der Hoffnungslosigkeit beginnt der wahre Optimismus. Der Optimismus dessen, der nichts erwartet." (Sartre)

Waukel hat geschrieben:
Nur in was genau, kann ich nicht sagen.


Ich auch nicht. Braucht man auch nicht.


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