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 Betreff des Beitrags: Re: English Winnetou I, II, III vom Karl May Museum
BeitragVerfasst: 1.9.2008, 19:47 
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rodger hat geschrieben:
M.E. bräuchte der "Erdrutsch-Showdown" überhaupt nicht gezeigt zu werden.

Haha, das wäre recht peinlich. Würde nur noch verdeutlichen: „Naja, liebe Zuschauer, ihr wisst ja, wir haben kein Geld, um dieses Buch anständig zu verfilmen. Deshalb erfinden wir eine nobel klingende Ausrede, warum es eigentlich gar nicht nötig ist, den Erdrutsch-Showdown zu zeigen.“ :oops: :twisted:

Also nein, so gehts nicht. Das wäre, wie wenn man den die letzte Fahrt der Titanic verfilmen wollte, ohne dessen Untergang oder gar das Schiff selbst je zu zeigen — denn das Wichtige sind ja ohnehin die Gefühle der handelnden Personen. :P

rodger hat geschrieben:
Faterson hat geschrieben:
Am Rio de la Plata / In den Cordilleren gehört wohl zum Allerfeinsten, was Karl May je schrieb

Empfinde ich gar nicht so. Der Anfang ist stark (die Expositionen sind ja oft schön bei May), im weiteren Verlauf fällt es dann mehr und mehr ab, schon im ersten Band, auch im zweiten.

Ist sehr wohl möglich, ist schon längere Zeit her, wo ich diese beiden gelesen habe. Der Anfang von Am Rio de la Plata ist allerdings furios, kann mich auch nach vielen Jahren gut daran erinnern. Vielleicht hasse ich die beiden Bücher, wenn ich sie demnächst wiederlese; das passierte mir mit Im Lande des Mahdi III: als Kind liebte ich dieses Buch, als Erwachsener musste ich erkennen, dass das Buch bodenloser Kitsch ist. (Die Rede ist von den 1896 angeleimten beiden letzten überlangen Kapiteln, nicht von den hervorragenden beiden ersten Kurzkapiteln von 1893, die noch zu Im Lande des Mahdi II gehören und heutzutage unlogischerweise im missratenen III. Band vorzufinden sind.)

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 Betreff des Beitrags: Re: English Winnetou I, II, III vom Karl May Museum
BeitragVerfasst: 1.9.2008, 21:13 
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Faterson hat geschrieben:

anständig


Bedeutet anständig = Action ?

:roll:

Faterson hat geschrieben:

denn das Wichtige sind ja ohnehin die Gefühle der handelnden Personen.


Ja, freilich. Verbunden, wie gesagt, mit Gedanklichem, Ideellem (usw.).

Das, was beim Titanic-Film am meisten "reinhaut" (sicher individuell verschieden) ist das Abblubbern (ich drücke mich bei passenden und eben auch unpassenden Gelegenheiten gerne etwas hemdsärmelig aus) von Herrn DiCaprio (das kann man so an jedem Tümpel drehen) und sicher nicht der Schiffsuntergang. Daß einem die Vergänglichkeit von allem und jedem derart um die Ohren oder auch um das Bewußtsein gehauen wird ist m.E. beeindruckender als das Versinken eines Schiffes.


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 Betreff des Beitrags: Re: English Winnetou I, II, III vom Karl May Museum
BeitragVerfasst: 1.9.2008, 22:01 
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Titanic ist schon ein sehr symbolträchtiger Film. Der Untergang, die Action und die Hysterie finden nicht nur an der Oberfläche des Meeres statt, sondern sind überhaupt künstlerich-symbolisch sehr oberflächlich, während Di Caprio wahrlich in die Tiefe sinkt, auch symbolisch, die ganze Szene hat Tiefe. Auch das rote Herz, dieser dicke Klunker von Rose, das Zeichen ihrer Liebe, fällt später in die Tiefe des Ozeans, die Tiefe der Seele.
Das Schiff sinkt zwar auch in die Tiefe des Meeres, aber man sieht es nicht, es kann irgendwo sein, am Grunde des Ozeans, das weiß keiner.
Di Caprio und das Herz hingegen sieht man wie sie langsam in die Tiefe sinken. Aber sie werden wieder aufsteigen, denn sie sind zu höherem bestimmt, während das Wrack der Titanic für immer
auf dem Grunde des Meeres bleibt.

Jetzt deutet mir nur noch einer die Symbolik aus "Der weisse Hai", als man zum Schluß sieht wie der tote Hai (ja die Bestie des Films, oder sollte der Mensch gemeint sein?) in die Tiefe sinkt und gut ist :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: English Winnetou I, II, III vom Karl May Museum
BeitragVerfasst: 1.9.2008, 22:55 
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markus hat geschrieben:
in die Tiefe sinkt und gut ist


Ich wollte schon darauf eingehen, da merkte ich, daß mir nicht klar war, was gemeint ist:

ist nun der Hai gut, als (nachdem) er in die Tiefe sinkt, oder ist nicht er, sondern es gut, also "und gut ist" im Sinne von "und fertig" (hatten wir sprachlich so ähnlich auch schon mal hier, fällt mir gerade ein) ?

Im ersteren Fall, ja, das ist so ähnlich in einer Verfilmung von Dr. Jekyll und Mr. Hyde, da wird er am Schluß, als Hyde gerade gestorben, wieder Jekyll, ist also eigentlich nicht böse ... (ganz friedlich sieht er da aus) nachdem sozusagen die Bande gelöst sind ... vielleicht ist es beim Hai auch so, man könnte auch sagen, er braucht nicht mehr böse zu sein ...

Im anderen Fall ist das so eine typische Kino-Wunschvorstellung, Happy End, das Böse gibt es nicht mehr, das wollen ja Politiker allen Ernstes heute noch erreichen, bzw., sie geben vor, das zu wollen ...

:wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: English Winnetou I, II, III vom Karl May Museum
BeitragVerfasst: 2.9.2008, 2:25 
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rodger hat geschrieben:
Bedeutet anständig = Action ?

Nein, aber wenn Action eine bedeutende Rolle in einer literarischen Vorlage spielt, darf sie in einer ernstzunehmenden Verfilmung nicht fehlen. Gegen Ende von Winnetou IV ist Action keine Kulisse, sie steht nicht im Hintergrund, sondern im Mittelpunkt: eine Winnetou IV-Verfilmung ohne den Erdrutsch ist keine Verfilmung, so viel steht für mich fest. Bild

Es ist, wie wenn ein Komponist in einem Stück Trommeln heftig zum Einsatz kommen läßt — solche Passagen kann man nicht mit Flöten oder sanften Harfentönen ersetzen, oder :?: Sie sind ein integraler Bestandteil des Stücks, wie der Erdrutsch meines Erachtens ein integraler Bestandteil von Winnetou IV und seiner Wirkung ist.

rodger hat geschrieben:
Das, was beim Titanic-Film am meisten "reinhaut" (sicher individuell verschieden) ist das Abblubbern [...] von Herrn DiCaprio [...] und sicher nicht der Schiffsuntergang.

Das ist nur dein Eindruck, ich sehe das ganz anders. Mir persönlich war das Schicksal des Herrn DiCaprio in dem Film ziemlich egal; ob er nun weiter lebt oder nicht, was macht das für einen Unterschied :?: Es starben ja Hunderte andere Menschen bei derselben Gelegenheit...

An Titanic gefiel mir die Liebesgeschichte an sich (nicht deren konkrete Protagonisten, die ich nicht sonderlich interessant fand), vor allem aber das Märchenhafte am ganzen Geschehen. Titanic von James Cameron ist ein modernes Märchen des 20. Jahrhunderts und als solches kaum zu überbieten.

Aber wenn ich schon wählen müsste, ob ich mehr von den technischen Special Effects oder von DiCaprios Abblubbern beeindruckt war, waren es doch die Special Effects. Bild

markus hat geschrieben:
Titanic ist schon ein sehr symbolträchtiger Film. Der Untergang, die Action und die Hysterie finden nicht nur an der Oberfläche des Meeres statt, sondern sind überhaupt künstlerich-symbolisch sehr oberflächlich

Ich weiß nicht, was so sonderlich „oberflächlich“ an Titanic — einem Märchen, wie gesagt — sein soll. Es ist zwar unter „Intellektuellen“ Mode, über den Film zu spotten, aber einige Einwände verstehe ich nicht recht... :?

Wenn hier schon über Abblubbern diskutiert wird, und auch Moby-Dick erwähnt wurde... Heute las ich zufällig einen anderen Meister-Roman zu Ende, dessen letzte Szenen sich ebenfalls in den Wassern des Ozeans abspielen (wohl ganz anderswo als bei Titanic und Moby-Dick) — nämlich Martin Eden von Jack London. Was für ein genialer Roman! :shock: Gibt es ein Buch Karl Mays, das man von der Qualität her als ebenbürtig mit Martin Eden bezeichnen kann :?: Das wird schwierig sein... Übrigens bemerkte ich einige thematische Zusammenhänge zwischen den beiden: Martin Eden ist ja gewissermaßen auch ein „deutscher“ Roman, weil da unentwegt von Nietzsche die Rede ist und der Held des Romans in ihm seine Inspiration schöpft... während Karl Mays „Edelmensch“ auch als Gegen-Entwurf zu Nietzsches „Übermenschen“ verstanden werden kann oder sollte, wie bekannt ist. 8)

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 Betreff des Beitrags: Re: English Winnetou I, II, III vom Karl May Museum
BeitragVerfasst: 2.9.2008, 8:11 
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Faterson hat geschrieben:
eine Winnetou IV-Verfilmung ohne den Erdrutsch ist keine Verfilmung, so viel steht für mich fest.


Nur was heißt ‚ohne den Erdrutsch’. Freilich muß er vorkommen, aber nicht unbedingt gezeigt. Erwähnt reicht. Du schriebst doch selbst kürzlich

„Das nennt man Kunst: dass man bei Lesern durch bloße Buchstaben solche Gefühle, die wir wohl kaum je wieder vergessen werden, hervorzaubern kann.“

Eben. Bloße Buchstaben.

Faterson hat geschrieben:
Es ist, wie wenn ein Komponist in einem Stück Trommeln heftig zum Einsatz kommen läßt — solche Passagen kann man nicht mit Flöten oder sanften Harfentönen ersetzen, oder


Aber vielleicht z.B. mit Bleistift oder Kugelschreiber auf harter Unterlage ? (wenn Rythmus & Intensität stimmen ? - Mit Flöten oder Harfen natürlich nicht, das ist ja wesensmäßig etwas ganz anderes)

Faterson hat geschrieben:
Mir persönlich war das Schicksal des Herrn DiCaprio in dem Film ziemlich egal
[…]
An Titanic gefiel mir die Liebesgeschichte an sich (nicht deren konkrete Protagonisten, die ich nicht sonderlich interessant fand)


'DiCaprio' habe ich nur geschrieben weil ich nicht weiß wie die Rolle hieß die er gespielt hat. (Außerdem hatte ich zunächst 'de Caprio' geschrieben und anschliessend vorsichtshalber gegoogelt und korrigiert; soviel zu vermeintlicher Protagonistenverehrung) :wink:

Freilich ging es um die Liebesgeschichte an sich, das 'Schöne' (Ideale) und dessen Vergänglichkeit, das - Letzten - Endes – nicht – erfüllt – werden – können einer Idee, das ist von ‚Der alte Mann und das Meer’ über den ‚Tod in Venedig’ bis weißichwas immer wieder das gleiche, in jeweils anderem Gewand. Und das kommt in besagter Szene (neben der allseits bekannten Bug-'Fliegerei' die einzige, an die ich mich konkret erinnere) eben sehr sehr deutlich herüber, die Idee bleibt, ihre körperliche Manifestation säuft ab, unwiederbringlich, gnadenlos.

Mit den Special Effects, das ist halt Geschmackssache, mich beeindruckt so etwas nicht (oder kaum). Ich habe mal auf einer Freilichtbühne vor Beginn der Vorstellung realisiert, Aha, da oben wird dann nachher einer runterspringen, das scheint ja hier seit Jahrzehnten immer das gleiche zu sein (ich war nur 1 x dort), und damit war die Sache sozusagen für mich erledigt, er hätte meinetwegen gar nicht mehr springen müssen, wenn ich das vorm inneren Auge sehe, reicht mir das völlig. Als die Szene dann kam, haben sich alle um mich herum vor Begeisterung kaum noch eingekriegt, und ich habe völlig verständnislos dagesessen und innerlich mit den Schultern gezuckt.

Faterson hat geschrieben:
Gibt es ein Buch Karl Mays, das man von der Qualität her als ebenbürtig mit Martin Eden bezeichnen kann


Nein.

(Entschuldigung, Karl, aber ich bin ehrlich, ich kann nicht anders.) :wink:

Es gibt einen bzw. mehrere Jack London Threads in diesem Forum, unter ‚Abenteuerliteratur’, die könnten Dich interessieren (was bevorzugst Du hier eigentlich als Anrede, Faterson, Alexander, Sascha (etc.) ? (Die Frage ist ganz ernst gemeint, in Sachen Duzen / Siezen / Anreden gibt es Sensitivitäten b.A., da habe ich mal einem eine ganze Seite in Form einer Geschichte drüber geschrieben, die ich anschließend leider mehrmals erklären musste, was der Angelegenheit nicht unwesentlich ihren Reiz nahm)). :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: English Winnetou I, II, III vom Karl May Museum
BeitragVerfasst: 2.9.2008, 16:42 
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Guten Tag die Herren :D ,


An den Herrn der Kommas :wink: :

Ich habe es schon selber gemerkt daß da "in die Tiefe sinkt, und gut ist" ein Komma hin mußte, aber es war zu spät. Ich wollte wirklich damit sagen daß mein Beitrag sozusagen fertig ist, aus, Schluß, vorbei, Finito, Howgh. Aber man könnte es auch gut ohne Komma zweideutig betrachten
wie du meintest. Der Fisch sinkt in die Tiefe und ist gut (war er jemals böse oder tat er nur was seine Natur war und die Menschen, auch der Zuschauer, wollten daß er böse ist um ihn zu vernichten :?: ), man könnte fast Mitleid mit ihm bekommen.
Noch zweideutiger wäre es natürlich wenn man beim Wort "sinkt" das k mit einem g vertauscht, aber dann wäre es eine Komödie :wink:

Hier im Forum habe ich keine Probleme mit duzen, trotzdem duze ich nicht jeden "Neuling" gleich ungefragt, sondern warte lieber ab. Wo ich das duzen total nicht leiden kann ist bei Ikea. Nicht daß mich vieleicht ein Angestellter duzt, sondern daß es die Hinweisschilder sind. Komme mir da vor wie im Kindergarten.


Zu dem Herrn mit der Zeitnot :wink: :

Wie kann es einem egal sein ob Herr Di Caprio stirbt oder nicht, nur weil hunderte andere auch sterben? Auf einen mehr oder weniger kommt es nicht an oder wie? Solche Art des Zynismus nimmt wohl immer mehr zu.

Seinerzeit fand ich die zweite Hälfte von Titanic, als die Action und die Special Effects begannen, auch besser als das Liebesgeschnulze am Anfang. Das war eher was für meine Freundin. Aber wielange bleiben nach dem Kinobesuch die Actionscenen hängen? Ein paar Minuten spricht man noch drüber und dann ist gut, der nächste Krawallfilm wartet doch schon
und läßt die Titanic nochmal untergehen. Wer denkt heute noch an den Film, wo doch in der Zwischenzeit mehrere solcher Schinken immer wieder den vorherigen getopt haben (haben mußten!). Dafür wurde aber Unsummen ausgegeben damit sich kaum einer dran erinnern kann.
Doch an die kleinen Momente des Kinos erinnert man sich gut. Ich sage nur Psycho. Mit kleinem Budget ein großer Film. Man gebe einem Spielberg, einem Cameron oder Jackson das Budget von Psycho, sie sollen ihn nachdrehen, sie hätten es schon für den Vorspann verballert, oder es käme nix gutes bei raus.

Daß ich intellektuell sein soll schmeichelt mir, aber ich bin eher der naivste der Naiven :mrgreen: . Und ich dachte immer ihr beide, Faterson und Rodger, wären hier die Intellektuellen 8) .



Übrigens, daß man das Werk May´s selten mit hoher Literatur in Verbindung bringen kann war vorherzusehen, war kein Kunststück. Wer May immer noch nicht, wenigstens ein bischen, versteht, tut mir leid. May´s Welt ist einzigartig und er braucht nicht mit anderen Schriftstellern verglichen zu werden, was aber immer wieder gerne getan wird um ihn vieleicht
doch auf diese Weise einen Platz in die hohe Literatur zu schaffen, was aber totaler Blödsinn ist denn, wie gesagt, er braucht es nicht.
Karl May hat wie kein zweiter es geschafft, Fantasie mit Realität so zu verschmelzen, daß die
Erzählungen für den Leser wahrer klingen als jeder Tatsachenbericht (wie mir mal einer sagte:"Willst du belogen werden, les die Bild-Zeitung. Willst du aber die Wahrheit erfahren, so les die Bibel."). Oder anders gesagt, hätte es die Welt May´s wirklich gegeben, dann nur so wie er sie beschrieb.


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 Betreff des Beitrags: Re: English Winnetou I, II, III vom Karl May Museum
BeitragVerfasst: 2.9.2008, 17:04 
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Am Komma lag die Doppeldeutigkeit nicht (ich weiß gar nicht mehr ob da eins stand ...)

*

Zum Fisch mit g oder k:

Da geht er hin und sinkt nicht mehr ...

:wink:

*

Mit "hoher Literatur" hat das mit May und London / Eden für mich gar nichts zu tun. Sondern mit Inhaltlichem (das könnte auch z.B. in einem Groschenheft so sein).

Mir ist beim Einkaufen bei Lidl (ich lenke mich dort am besten immer ein wenig gedanklich ab, dann ertrage ich die üblicherweise bollerige Dummdösigkeit der Leut' dort besser) noch eingefallen, daß natürlich in "Mein Leben und Streben" z.B. auch Stellen enthalten sind, die an "Martin Eden" durchaus heranreichen bzw. mithalten. Die Sache mit dem Lob des Gefängnisses verglichen mit der Welt und ihren Menschen draußen zum Beispiel. Aber so diesen Londonschen einigermaßen abgeklärten Vogelperspektiven-Durchblick hatte May wohl nicht so durchgängig.


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 Betreff des Beitrags: Re: English Winnetou I, II, III vom Karl May Museum
BeitragVerfasst: 2.9.2008, 17:14 
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rodger hat geschrieben:
natürlich [sind] in "Mein Leben und Streben" z.B. auch Stellen enthalten, die an "Martin Eden" durchaus heranreichen bzw. mithalten.

Volltreffer :!: Ich hab jetzt keine Zeit, detaillierter auf eure vorangehenden Beiträge zu reagieren, aber als ich deinen früheren Beitrag zuerst las, Rodger, ist mir sofort Mein Leben und Streben eingefallen: Das ist ein Buch, dessen beste Kapitel, zum Beispiel das maysterhafte Kapitel 5, ›Im Abgrunde‹, sich durchaus mit den besten Passagen bei Jack London und wem sonst noch messen können.

(Dafür gibt es in Mays Autobiografie das gräßliche, überlange und völlig überflüßige Kapitel 8, das seine Strafprozesse behandelt — Martin Eden hingegen enthält kein überflüßiges Kapitel, obwohl es deren nicht weniger als 46 hat.)

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 Betreff des Beitrags: Re: English Winnetou I, II, III vom Karl May Museum
BeitragVerfasst: 2.9.2008, 17:20 
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rodger hat geschrieben:
Aber so diesen Londonschen einigermaßen abgeklärten Vogelperspektiven-Durchblick hatte May wohl nicht so durchgängig.


Vieleicht wollte May es auch gar nicht so haben. Gut, man kann es immer von der schönen Seite sehen, vieleicht hatte es May wirklich nicht drauf. Aber das ist mir egal, ich lese ihn ja nicht weil ich hohe Literatur erwarte, sondern weil er mir etwas gibt was ich (noch) nicht beschreiben kann.

Wo wir schon dabei sind, ich geh lieber nach Aldi. Ich mag es nicht wenn Hygieneartikel bei Lebensmittel aufbewahrt werden :lol: .


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 Betreff des Beitrags: Re: English Winnetou I, II, III vom Karl May Museum
BeitragVerfasst: 2.9.2008, 17:24 
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markus hat geschrieben:

ich geh lieber nach Aldi.


Kennst Du den Witz mit dem Manta-Fahrer * und dem Türken ?

:lol:

("Ich sage nichts weiter"; Richard Wagner)

:mrgreen:


* War mein schönstes Auto. Goldgelb.

:wink:

Markus hat geschrieben:
Ich mag es nicht wenn Hygieneartikel bei Lebensmittel aufbewahrt werden


Im Laden und unbenutzt geht es ja noch ...

:wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: English Winnetou I, II, III vom Karl May Museum
BeitragVerfasst: 2.9.2008, 17:28 
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markus hat geschrieben:
Wo wir schon dabei sind, ich geh lieber nach Aldi. Ich mag es nicht wenn Hygieneartikel bei Lebensmittel aufbewahrt werden :lol: .

Off Topic — Hier in der Slowakei haben wirs einfacher: Aldi existiert nicht, folglich bleibt nur Lidl in dieser Sparte. Ein ausgezeichneter Laden, wie ich finde, denn dort findet man viele deutsche Produkte, auch Markenprodukte, die sonst in den slowakischen Handelsketten nicht erhältlich sind. Noch besser: ich kann mit dem Fahrrad hinfahren, es vor Lidl abstellen und es während des Einkaufens die ganze Zeit im Auge behalten. (Anderen Handelsketten hierzulande können Radfahrer als Kunden wohl gestohlen sein.)

Und noch ein guter Punkt für Lidl: während des Berliner KMG-Kongresses letztes Jahr war Lidl am Ostbahnhof meine Lieblingseinkaufsstelle. :twisted: Am Hauptbahnhof in West-Berlin konnte man überhaupt nichts Vernünftiges kaufen, man musste schon mit der U-Bahn zum Lidl am Ostbahnhof fahren (und noch ein guter Supermarkt steht gleich neben Lidl in der Unteretage des Ostbahnhofs).

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 Betreff des Beitrags: Re: English Winnetou I, II, III vom Karl May Museum
BeitragVerfasst: 2.9.2008, 17:32 
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Und Karl May konnte man bei Lidl zeitweise auch schon erwerben. So eine blaue Billig-Ausgabe mit Originaltext.


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 Betreff des Beitrags: Re: English Winnetou I, II, III vom Karl May Museum
BeitragVerfasst: 2.9.2008, 17:34 
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Faterson hat geschrieben:
Ich hab jetzt keine Zeit, detaillierter auf eure vorangehenden Beiträge zu reagieren...


Man, immer dieser persönliche Zwang den man sich auferlegt. Ich anworte auch nicht immer auf alles und jeden, schon gar nicht pünktlich und trotzdem finde ich das nicht unhöflich. Sind hier ja nicht beim Verhör :mrgreen: .


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 Betreff des Beitrags: Re: English Winnetou I, II, III vom Karl May Museum
BeitragVerfasst: 2.9.2008, 17:44 
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Fragt der Mantafahrer den Türken:"Wie komm ich nach Aldi?". Sagt der Türke:"Zu Aldi.". Sagt der Mantafahrer:"Scheisse, schon halb sieben?". :lol:

Bei Norma bekam man letztes Jahr noch die Bearbeitungen von Kelter.


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