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 Betreff des Beitrags: Im Reich des Silbernen Löwen II, Nachlässige Vergesslich-
BeitragVerfasst: 4.11.2008, 16:06 
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oder arrogante Überheblichkeit?

Hallo!

Bisweilen weiß ich nicht, was ich von Kara Ben Nemsi halten soll; und von Karl May.
Da schreibt der eine und der andere erzählt dies:

»Was fehlt dem Scheik der Haddedihn?« erkundigte sich Nafar Ben Schuri. »Hat er vielleicht den Suchuna 2)?«
»Nein,« antwortete ich.
»Oder die Berdija 3)?«
»Nein.«
»Oder die Chumma mutallati 4)?«
»Auch diese nicht. Er hat gestern vergifteten Kaffee getrunken. Davon ist ihm noch übel. Weiter ist es nichts.«
Ich wußte, daß ich log; aber die Klugheit verbot mir, die Wahrheit zu sagen.
----------
1) Advokat. 2)Heißes Fieber. 3) Kaltes Fieber. 4) Wechselfieber.
Fassung der KMG S. 129f

Etwa dreihundert Seiten später nun diese Stelle (Ich bringe sie ausführlich und bitte um Verständnis.). Kara Ben Halef hat den Scheik der Kalhuran und seine Frau vor den angeblichen persischen Soldaten gerettet.

Er berichtete sehr sachgemäß und bescheiden. Es fiel ihm nicht ein, seine Person hervorzuheben. Wenn es einer besonderen Betonung der Person bedurfte, so ließ er diesen Ton vielmehr nicht auf sich[,] sondern auf Tifl fallen. Freilich gelang es ihm nicht, in ruhigem Zusammenhange zu sprechen. Zwar ich hörte ihm zu, ohne ihn zu stören, aber seine Mutter unterbrach ihn mit ungezählten Fragen und Bemerkungen. Ihr Liebling hatte ja etwas sehr Wichtiges erlebt, etwas, was Hadschi Halef Omar, wenn er jetzt bei uns gewesen wäre, ganz unvermeidlich eine »Heldenthat« genannt hätte, und diese That mußte natürlich in mütterlichem Stolze von allen Seiten auf das sorgfältigste beleuchtet werden. Als er geendet hatte, sah sie mich an und fragte:
»Du hast gehört, oh Sihdi, was er, die Wonne meiner Augen, uns erzählte. Nun sag, was du an seinem Verhalten auszusetzen hast!«
»Nichts,« antwortete ich.
»Wirklich nichts?«
»Nein.«
»Glaubst du, daß sein Vater, mein guter Hadschi Halef Omar, derselben Meinung sein würde?«
»Ja.«
»Ich danke dir! Denn das ist eine Anerkennung, welche gar nicht größer sein könnte! Bedenke doch, wie jung er ist. Ihr beide aber seid erfahrene Männer. Wenn er so gehandelt hat, wie ihr selbst gehandelt hättet, und du sagst ihm das, so ist das ein Lob, zu dem ich nichts hinzuzufügen habe. Für die Sorge aber, welche die Mutter um ihn hegt, ist er doch wohl etwas zu verwegen gewesen. Man soll Mut und Tapferkeit besitzen; aber man braucht sich doch nicht so mit aller Gewalt der Gefahr auszusetzen.« »Hat er das gethan?«
»Ja.«
»Inwiefern?«
»Insofern, als er so offen gesagt hat, daß er der Gast der Dschamikun sei. Es wäre besser gewesen, wenn er das verschwiegen hätte. Dann hätten sie ihn nicht als ihren Gefangenen betrachten dürfen.«
»Es ist in Wirklichkeit ja gar nicht dazu gekommen, daß man ihn als solchen behandelt hat.«
»Aber man hätte es sehr leicht thun können! Man war ja berechtigt, ihn sofort zu töten, und da er keine anderen Waffen als sein Messer besaß, hätte er sich gar nicht dagegen wehren können.«
»So schnell geht das nicht!«
»In der Regel nicht. Jedem Blutgerichte pflegt eine Verhandlung vorauszugehen. Aber du weißt ja ebenso gut wie ich, daß es keine Regel giebt, die nicht ihre Ausnahmen hat. Du hast Kara gelobt, und ich stimme in dieses Lob so gern mit ein; dabei aber habe ich seine allzu große Kühnheit zu tadeln, ohne zu berücksichtigen, ob du dich an diesem Tadel beteiligst oder nicht. Er mußte unbedingt verschweigen, daß er jetzt zu den Dschamikun gehört.«
»Das hätte, wie er ja selbst ganz richtig gesagt hat, ihn zu Lügen führen müssen.«
»Lügen! Giebt es nicht Notlügen?«
»Für mich nicht.«

»Freilich giebt es die. Man wird durch die Not dazu getrieben, und darum sind sie erlaubt!«
»So sagt man. Aber grad daß es Notlügen gebe, das ist die größte aller Lügen. Ich nenne sie anders.«
»Wie?«
»Feigheitslügen! Es ist gar nicht schwer, sich bei jeder Lüge, die man macht, einen zwingenden Grund zu denken, den man dann als "Not" bezeichnet. Aber nicht diese größere oder geringere Not ist es, welche zu der Lüge zwingt, sondern die Feigheit, mit welcher man vor ihr die Flucht ergreift, verhindert den furchtsamen Menschen, die Wahrheit offen zu bekennen. Es giebt keine Not, und wäre es sogar der Tod, die so groß wäre, daß die Folgen der Notlüge nicht noch weit über sie hinauswachsen könnten. Das hat unser Kara trotz seiner Jugend eingesehen, und darum ist es zwar sehr tapfer, aber noch vielmehr klug von ihm, daß er sich so fest vorgenommen hat, niemals, und würde er auch noch so sehr zu ihr gedrängt, eine Lüge zu sagen.«
»Aber wenn er sich nun durch sie das Leben retten kann? Sein Leben gehört doch nicht ihm allein, sondern auch mir und seinem Vater und uns allen. Er hat alles, alles zu thun, um es sich und uns zu erhalten!«
»Giebt es irgend eine Lüge, von der er ganz bestimmt voraussagen könnte, daß sie es ihm retten werde?«
»Da fragst du mich zu viel, Effendi. Es ist ja bei jeder Lüge möglich, daß sie sofort erkannt und durchschaut wird.«
»Sehr richtig! Und wird sie durchschaut, so verschlimmert sie nur die Lage. Sie verzehnfacht das Mißtrauen und verstärkt die Gefahr, die man durch sie vermeiden will. Das ist aber noch das Geringste, was ich gegen sie zu sagen habe. Die Lüge, auch die Notlüge, ist eine Mörderin. Sie tötet die Selbstachtung. Und geradezu fürchterlich ist es, daß der Lügner gar nicht bemerkt, daß er diesen Selbstmord fortgesetzt an sich begeht. Grad er setzt gern und stets den höchsten Trumpf auf seine Ehre. In Wirklichkeit aber fühlt er gar wohl, daß sie ihm vollständig fehlt. Das macht ihn ungewiß und mißtrauisch gegen andere. Der Glaube an sie geht ihm verloren. Er verliert das Vertrauen zur Menschheit durch seine eigene Schuld, durch seine eigene Lügenhaftigkeit. Er hat das moralische Band, welches ihn mit allen vereinigte, freventlich zerrissen und muß an jedem Augenblicke gewärtig sein, als rechtsloser Mensch, als Ausgestoßener behandelt zu werden.«
»Wie du das sagst, o Effendi, klingt es schlimm!«
»Jawohl! Aber auch das ist noch das Schlimmste nicht. Das Allerschlimmste an der Lüge sind die fliegenden Samen.«
»Fliegende Samen? - Wie meinst du das?«
»Es giebt Pflanzen, welche, wenn sie ausgeblüht haben, in ihren Kronen hunderte von kleinen, leichten Körnchen erzeugen, die alle mit einem weißen, federfeinen Schirmchen versehen sind. Ein jeder Lufthauch, der so ein Schirmchen faßt, nimmt den daran befindlichen Samen mit sich fort, und da, wo er ihn fallen läßt, entsteht eine neue Pflanze. So ein Gewächs kann durch diese Art der Verbreitung in kurzer Zeit für eine ganze Gegend verderblich werden. Das Unkraut verbreitet sich so, daß es nur mit der größten Anstrengung wieder auszurotten ist.«
»Und so thut es auch die Lüge?«
»Ja. Sie ist grad dann am gefährlichsten, wenn sie nicht entdeckt wird, wenn der Lügner seinen Zweck erreicht hat, wenn die sogenannte Notlüge die Not scheinbar beseitigt hat. Da gedeiht die Lüge in größter Heimlichkeit. Niemand sieht sie stehen. Niemand vernichtet sie. Nur der Lügner kennt sie. Er pflegt und hegt sie. Er sorgt dafür, daß kein Mensch sie bemerkt. Er sieht darauf und freut sich darüber, daß alle ihre Folgen und alle ihre Samen sich entwickeln. Sind diese Folgen reif, so bleiben sie nicht an Ort und Stelle; sie werden fortgetragen. Oft nicht weit, oft aber auch in große Ferne. Dort lassen sie sich nieder und beginnen zu wachsen und sich zu vermehren. Die Lüge treibt tausend neue Blüten, die alle, alle wieder Lügen sind, deren Samen dann weitergetragen werden, hierhin und dorthin, in Masse aber besonders auch wieder dorthin zurück, wo die erste stand und so gute Pflege fand. Der Same dieser ersten fiel auch in die Nähe. Er fand den besten Boden. Er wuchs und wuchs und brachte immer neue Pflanzen. Der Lügner hat, nachdem ihm die erste Lüge gelang, nicht wieder nachzusehen. Jetzt kommt er hin und sieht zu seinem Schreck, daß seine Unwahrheit zum Unkraut geworden ist, welches alles Gute überwuchert. Die Nachbarn werden laut, die ferner Wohnenden auch. Man fragt; man forscht, und man entdeckt die Herkunft dieses Uebels. Da ist es nun um ihn für alle Zeit geschehen. Verstehst du mich, Hanneh?«
»Beinahe,« antwortete sie.
»Ja, das Unkraut kann man freilich stehen sehen, die Lüge aber nicht, weil sie keinen Körper hat. Aber ihr Gift verpestet nicht bloß die Gedanken, sondern auch die Worte und Thaten, und diesen ist es deutlich anzumerken, daß sie bei Lug und Trug entstanden sind. Man nennt die Lüge einen häßlichen Schandfleck an dem Menschen; aber sie ist noch mehr: Sie ist die Mutter aller Uebel, die es giebt. Es giebt wohl keine Missethat, welche nicht durch die Lüge vorbereitet oder wenigstens begleitet wird. Hanneh, meine Freundin, ich sage dir, daß Kara recht gehandelt hat, als er die Wahrheit sagte. Oder glaubst du, daß man einer Lüge geglaubt hätte?«
»Wahrscheinlich nicht.«
»Ganz gewiß nicht! Er kam aus der Gegend der Dschamikun. Wäre er so feig gewesen, sie zu verleugnen, so wäre das Mißtrauen der Perser für ihn schädlicher geworden als die Wahrheit, die er ihnen so offen und ehrlich sagte. Sie nannten ihn dieses Mutes wegen »toll«. Sie hielten ihn für einen unbedachtsamen, leichtsinnigen Menschen, mit dem sie leichtes Spiel zu haben glaubten. Nur darum unterließen sie jene Vorsichtsmaßregeln, welche sie im andern Falle ganz gewiß getroffen hätten. Der Scheik der Kalhuran hat es vor allen Dingen der Wahrheitsliebe Karas zu verdanken, daß er gerettet worden ist. Eine Notlüge aber hätte diese Rettung höchst wahrscheinlich ganz unmöglich gemacht. Oder meinst du, hieran noch zweifeln zu müssen, wie du vorhin thatest?«
»Nein. Du hast mir ja bewiesen, daß ich unrecht hatte. O, Sihdi, ich bin keine Lügnerin; gewiß bin ich das nicht; aber so häßlich und so schädlich, wie du es jetzt beschrieben hast, habe ich mir die Lüge doch nie gedacht. Ich habe mich stets vor ihr gehütet, denn ich war zu stolz, mich mit ihr abzugeben; nun aber ist sie für mich ebenso wie für Kara, meinen Sohn, zur Unmöglichkeit [Unmöglichkeit] geworden. Man töte mich; aber lügen werde ich nie!

Fassung der KMG S. 436ff
========

Das ist eine massive Predigt gegen die Notlüge! Aber ist es nicht schiere Heuchelei?

Da misst doch einer ganz entschieden mit zweierlei Maß! Aus nachlässiger Vergesslichkeit oder mit dem Überlegenheitsgestus der Obermotzes zu einem Untermotz? Nach dem Motto: Quod licet Karo Ben Nemso, non licet Hadscho Karo Ben Halefo!

Gruß Fritz


Zuletzt geändert von FritzR am 4.11.2008, 16:36, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Und gleich noch eins zum Reich des Silbernen Löwen III
BeitragVerfasst: 4.11.2008, 16:31 
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Registriert: 29.9.2008, 1:03
Beiträge: 136
Hallo!

Warum sind philosophisch-theologische-diskursive Auslassungen Karl Mays fast stets so schrecklich unklare Schwafeleien mit unscharfen Begriffen, schwiemeligen Aussagen, unverständlichen Prämissen und schlich ein hanebüchener Galimathias?

Wie etwa im Gespräch mit dem Ustad im vierten Teil des Silbernen Löwen:

Zunächst aber war meine Zeit für den Ustad in Beschlag genommen, über dessen Vergangenheit ich jetzt einen Bericht zu erwarten hatte, der für mich so wichtig werden sollte, wie ich es jetzt, in diesem Augenblicke, gar nicht ahnte. Wir kurzsichtigen, unwissenden Menschen, die wir auf ganz verkehrten anthroposophischen Wegen wandeln, sind vollständig blind und taub gegen die große Wahrheit, daß der eine sich in dem andern zu erkennen habe. Der Gesamtmensch ist jedem einzelnen derart eigen, daß nicht nur die körperlichen und geistigen Gesichtszüge, sondern auch die Lebensführungen von Personen, die uns bei oberflächlicher Betrachtung als sehr verschieden erscheinen, doch mit absoluter Notwendigkeit große innerliche Aehnlichkeiten, ja oft sogar Gleichheiten besitzen müssen, durch welche die Menschenkenntnis ganz unbedingt zur Selbsterkenntnis werden müßte, wenn wir nicht die fatale Eigenheit besäßen, uns mehr nach bösen als nach guten Menschen umzuschauen und den Zusammenhang mit der Menschheit nur in unser eigenes Belieben zu stellen. Wie sich der Kreislauf des Blutes durch Millionen Körper auf ganz dieselbe Weise vollzieht, so pulsiert in diesen Millionen auch der Geist durch gleiche Adern, und wenn diese letzteren sichtbar vor unsern Augen lägen, so würden wir gar wohl bemerken, daß unter tausend auf den Seciertisch gelegten Geistern es nicht einen einzigen gäbe, der sich sowohl anatomisch als auch in Beziehung auf seinen Vitalismus und das, was ich vorhin Lebensführung nannte, derart von den andern unterschiede, daß es dem Professor nicht mehr möglich wäre, an ihm allein in aller Ausführlichkeit zu demonstrieren, warum alle übrigen nun jetzt mit ihm das gleiche Schicksal haben.
Wer hat jetzt noch Lust, dem kühnen oder vielleicht auch staarkranken [?] Sprachgebrauche zu folgen und Geister zu distinguieren? Während der eine Mensch durch eine ebenso mühevolle wie langweilige Addition selbst bei einem achtzigjährigen Leben nicht dazu kommt, die Summe zu erreichen, wird der andere schon in seinem zwanzigsten Jahre durch eine schnelle Multiplikation zu dieser Summe geführt. Aber jeder einzelne der treu und gewissenhaft zusammengestellten Summanden des ersteren wiegt vor den Augen des höchsten und gerechtesten aller Geister mehr als das ganze durch eine bequemere Rechnungsart vollständig mühelos gefundene Produkt des letzteren. Der kleinste Geist kann groß trotz seiner Kleinheit, der größeste aber klein trotz seiner Größe sein. Unter den Geisterlein und sonst noch spukenden Winzigkeiten, welche mich vorhin bei der Lampe des Ustad belästigten, hat sich wahrscheinlich manche Längstvergessenheit befunden, welche damals, als man sie ihm auszublasen begann, zu den Geistesgrößen gerechnet wurde. Jetzt nun haben diese aus dem Leben geschwundenen Größen in der »Gruft« des »hohen Hauses« traurige Wache zu halten, daß die Lampe ja nicht wieder angebrannt werde!
Es ist mir im Vorhergehenden nicht eingefallen, anzudeuten, daß ich nicht an Geistesgrößen glaube. Sie waren da, sie sind da, und sie werden immer vorhanden sein; aber sie waren und sind es nur für die Menschen, doch nicht für den, der alle Nieren prüft. Er sendet die Jahrhunderte, in deren Verlaufe sich ihre Größe zu bewähren hat, und wenn sie vorüber sind, so waren sie wie ein Tag der heut vergangen ist. Für die nie versiechende Fülle der Ewigkeiten hat dann jeder, selbst der berühmteste Menschenname doch nur diesen einen Tag gelebt. Aber der Segen, den ein Menschenkind dem andern brachte, reißt sich vom Namen los, und wohl dereinst dann dem, dem es vergönnt ist, aus seiner irdischen Berühmtheit emporzusteigen, um dort in diesem Sinne namenlos zu werden!
Woher diese Gedanken? Umwehte mich hier auf dem freien Platze vor der »Gruft« eine jener geistigen Atmosphären, welche sich aus solchen namenlos gewordenen Bestandteilen zusammensetzen? Kamen die vom Staube befreiten Gedanken guter, edler, hoher Abgeschiedenen hier zusammen, um sich da oben im Alabasterzelte zur Fahrt gen Himmel zu vereinigen? Ich konnte mich nicht länger mit ihnen beschäftigen, denn der Ustad kam jetzt zurück und bat mich, mit ihm in die Bibliothek zu gehen. Er griff nach der Lampe, um sie mitzunehmen. Als er sah, daß mein Blick an der Schrift des Schirmes hängen blieb, sagte er:
»Die Liebe hört nimmer auf! Jawohl, die göttliche! Aber diese hier, sie ging für mich zu Ende. Oder hatte sie überhaupt niemals bestanden? Waren diese herrlichen Worte nicht mit dem Herzen, sondern nur mit der Hand gestickt worden? Mit dem kleinen, zarten, schönen Händchen, welches für mich zur Kralle wurde, obgleich ich es so oft, so oft an meine wahrheitstreuen Lippen gedrückt hatte?«
Hierauf trat er zu dem Perlmuttertischchen, zeigte auf das Testament und fuhr fort:
»Gott ist ein Geist! Ich suchte diesen Geist. Ich glaubte, daß er, der alles belebt, auch den Körper der Menschheit beseele. Darum forschte ich in ihr nach ihm. Ich beobachtete sie, wenn sie wachte, wenn sie schlief und wenn sie betete. Im Wachen war sie ihr eigener Gott. Im Schlafen träumte sie nur von sich allein. Und im Beten lag sie vor sich selbst auf allen Knieen! Da stand der Geist des Herrn im Morgenlande auf und ging als Hirt, der seine Herde suchte, von Land zu Land, von Volk zu Volk, von Herz zu Herz. Ueberall, wohin er kam, rief man ihm Hosiannah zu; dann wurde er verworfen und gekreuzigt. Allüberall, auf jedem Golgatha, sah man den Leib des Herrn an seinem Kreuze hängen. Wo aber blieb der Geist? Der Geist, von dem wir uns in alle Wahrheit leiten lassen sollten? Wo wurde dieser Geist in dieser Wahrheit angebetet? Ich fragte hier auf Erden hin und her. Ich fand wohl manchen Stall und manche Krippe, wo Engel lobgesungen und Hirten, Könige und Weise angebetet hatten. Auch fand ich noch den Duft des Weihrauchs und der Myrrhen, die man dem Geist der Liebe dargebracht; er aber selbst, er hatte sich geflüchtet, dem Haß und seiner Waffe zu entgehen. Wohin? Man sagte: nach Egyptenland.«
Nun berührte er das Manuskript mit seiner Hand, zog sie aber schnell wieder zurück, als ob er etwas Häßliches oder gar Feindliches berührt habe, und sprach:
»Hier liegt der Leib des Geistes, mit dem ich nach dem Geiste suchen ging. Er starb und ward begraben. Er hörte auf, zu leben, als ich dieses letztgeschriebene Wort vernahm, daß des Menschen Gedanken nicht die Gedanken Gottes seien. Warum sollte ich mit den Gedanken meines Geistes noch fernerhin nach jener Wahrheit suchen, die ich mit ihnen niemals finden kann, weil sie ganz andere als die göttlichen sind!«
Er schaute mich an, als ob er eine Zustimmung von mir erwarte. Ich aber schüttelte leise den Kopf und sagte:
»Du hättest mit diesem Worte nicht aufhören, sondern mit ihm beginnen sollen. Es mußte dir sagen, daß nicht mit der Schärfe des Geistes, sondern mit dem vertrauenden Blicke des Glaubens zu suchen sei. Wärest du mit seinen offenen Augen so, wie du sagtest, "hier auf der Erde hin und her gegangen," so hättest du gewiß nicht leere Krippen gefunden, aus denen der Herr vor Herodes geflohen ist, sondern so manches freundliche Bethanien und so manches liebe Emmahus, wo er vor und nach der Kreuzigung bei den Seinen weilte, um mit ihnen das Brot zu brechen. Meinst du, weil du den Geist des Herrn nicht fandest, können auch andere ihn nicht gefunden haben?«
»Ich fand ihn doch! Oeffne diese Leiche, und lies das erste Wort!«
Als ich die vordere Seite des Manuskriptes aufschlug, sah ich die groß geschriebene Ueberschrift: »Der Glaube ist es, der die Welt überwindet!«
»Nun?« fragte er. »Habe ich nicht gethan, was du sagtest? Bin ich nicht mit dem Glauben suchen gegangen? War er nicht das Alpha dieses Buches? Warum bin ich nicht auf diesem Wege, sondern auf einem anderen zum Omega gekommen?«
»Dein Alphaweg war der Hosiannahweg. Du gingst vom Glauben aus, um den Herrn zu finden. Doch da trat jener Geist zu dir, der den Messias einst versuchte. Dieser siegte; du aber bist unterlegen. Es war nicht Gottes Geist, sondern dein eigener, nach dessen Ruhm du fortan suchen gingst. Du fandest ihn, den gleißnerischen, falschen. Man rief dir Hosiannah zu, obgleich es nur ein Esel war, auf welchem du durch die schreiende Menge rittest. Er trat mit seinen Hufen die Palmenzweige deines Ruhmes nieder. Sie waren es auch wert! Denn schon begannen Stimmen hinter dir das »Kreuzige« zu rufen ---«
»Effendi!« unterbrach er mich erstaunt. »Du weißt es, was geschah? Wie kannst denn du es wissen?!«
»Nur ich? Das weiß doch jedermann! Wer nach der Wahrheit strebt, hat durch den Jubel sogenannter Freunde hinauf nach Golgatha zu steigen, um von ihnen verlassen, von den Feinden aber gezwungen zu werden, seinen Geist aufzugeben.«
»Seinen -- Geist -- aufzugeben!« wiederholte er. »Wie wahr, wie wahr das ist! Sage mir: Hat man es zu thun? Muß man es thun?«
»Warum fragst du mich, den Sterblichen? Frage den, der uns noch heut dadurch erlöst, daß er uns vorangestorben ist! "Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist!" so rief er aus, indem er von seinen Leiden Abschied nahm. Sag mir, o Ustad, hast du dieses sein Beispiel befolgt? Hast du, als man dich deines Geistes wegen marterte, ihn so, wie er den seinen, dem Herrn befohlen? Hier liegt die Leiche; so sagtest du. Wohin aber ist ihr Geist gegangen? Hast du dich zwingen lassen, ihn aufzugeben? Hättest du ihn in die Hände seines Herrn gelegt, so würde er in diesem seinem Leibe wieder auferstehen [auferstehen] können, wie einst Isa Ben Marryam in ganz demselben Leibe auferstanden ist!«
Fassung der KMG S.12ff
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Während ihm, also Karl May, wenn er in Metaphern, Bildern und Gleichnissen redet, so unvergleichlich Texte gelingen, wie diese:

»Nein. Bitte, sprich weiter! Du sagtest, daß du viele jener gepachteten Himmel kennen gelernt habest?«
»Ja. Indem ich dir einen von ihnen beschreibe, lernst du mit ihm auch alle anderen kennen. Also höre! Ich kam auf meinem Pferde Imtichat 1) vom Dschebel Din 2) herab in ebenliegendes Menschenland. Da kehrte ich ein und erfuhr, daß hier der Weg zum nahen Paradiese sei. Ich ließ mir diesen Weg zeigen und folgte ihm. Die Leute, welche mir begegneten, schienen alle sehr fromm zu sein. Sie hielten die Hände gefaltet und schlugen die Augen ganz anders auf, als man für gewöhnlich thut. Bewohnte Zelte und Häuser gab es gar nicht mehr, dafür aber lauter Gebäude, welche Allah geweiht waren, wenn auch unter anderen Namen. Ich sah Moscheen neben hochfensterigen Bauten, an denen Türme standen, indische Tempel und chinesische Pagoden, malayische Götterhäuser und amerikanische Medizinzelte, hottentottische Götzenhütten und die in die Erde gegrabenen Andachtslöcher der Australen. Viele, viele Menschen strömten vor mir her. Sie alle wollten in den Himmel. Aber fast ebenso viele kamen traurig zurück, weil sie nicht hineingedurft hatten. Ich fragte sie, warum, und erfuhr, daß sie nicht im Besitze von Erlaubnisscheinen gewesen seien. Da ritt ich weiter. Das Gewühl wurde immer größer, bis ich das Thor des Himmels vor mir sah. Da hielt die Menge an, weil sich quer über den Weg das Chabl el Milal 3) spannte. Ich war nicht da, um schon jetzt in den Himmel zu kommen und dort zu bleiben, sondern nur, um ihn zu prüfen. Darum ging mich dieses Seil nichts an. Ich spornte mein Pferd, und es sprang darüber weg. Nun befand ich mich auf dem freien Platze vor dem Thore des Paradieses. An der sehr, sehr hohen Mauer standen herrliche Palmen, Bäume und Sträucher, welche prächtig zu blühen schienen. Aber da ich keinen Duft bemerkte, schaute ich schärfer hin, und da sah ich denn, daß es keine wirklichen, sondern nur gemalte waren. Nur ein einziger von allen war ein wirklicher Baum, aber ein höchst sonderbarer. Er war sehr niedrig, doch unendlich breit. Blüten und Früchte trug er nicht, aber Tausende von eigentümlichen Blättern, welche die Form menschlicher Köpfe hatten, die lebendig zu sein schienen, denn sie bewegten die Augen immerfort, wobei sie mit den nie schweigenden Lippen plapperten. Ich drehte mich um und fragte einen der Dastehenden, was das für eine seltsame Pflanze sei.
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1) Die Prüfungen. 2) Berg des Glaubens. 3). Seil der Konfessionen.

"Das ist der Baum El Dscharanil," wurde mir geantwortet. "Kennst du ihn nicht? Er wurde hierher gepflanzt, weil der Baum der Erkenntnis, der einst mitten im Paradiese stand, abgestorben ist. Seitdem muß man die Blätter des El Dscharanil fragen, wenn man wissen will, ob man das Wohlgefallen Allahs besitze oder nicht. Denn nur sie allein sind es, denen er alle Geheimnisse seines Ratschlusses anvertraut, sonst niemandem weiter auf der ganzen Erde."
Kaum hatte ich dies erfahren, so wurde ich von einigen der Blätter gesehen. Es erhob sich erst ein unverständliches Flüstern. Dieses wurde immer lauter, je mehr Augen sich auf mich richteten, bis sich endlich alle Lippen bewegten und meinen Namen riefen. Infolge dieses vereinten Geschreies thaten sich alle in der Nähe liegenden Thüren auf, und über mich ergoß sich eine Menge von Gestalten, von denen ich erdrückt worden wäre, wenn ich nicht hoch auf dem Pferde gesessen hätte. Ich spornte es zu einigen Seitensprüngen an, so daß ich freien Raum gewann, und fragte, was man wolle. Die Antwort erklang in allen Sprachen, die es auf der Erde giebt. Die mich Umringenden waren ja auch in die Trachten aller Völker gekleidet. Jeder von ihnen hatte etwas in der Hand, was er sein "heiliges Buch" nannte, und jeder von ihnen versicherte, daß er der einzig und allein berechtigte Aussteller der hier vorzuzeigenden Erlaubniskarte sei. Ich aber machte kurzen Prozeß mit ihnen allen und verlangte die Unterschrift dessen zu sehen, von dem man diesen Himmel gepachtet habe. Das hatte noch niemand gethan, und darum waren sie von dieser meiner Forderung so verblüfft, daß sie alle wieder in ihren Thüren verschwanden. Ich konnte also ungehindert durch das Thor des Paradieses reiten. Doch als ich an dem Baum der Neugierde und Geschwätzigkeit El Dscharanil vorüberkam, riefen alle seine Köpfe in einem und demselben Tone:
"Er kommt zwar hinein, doch niemals wieder heraus. Wer dieses Himmelreich betritt, der ist verloren. Dafür haben wir gesorgt, wir, die Gottesstimmen!"[«]
Hier machte der Ustad eine Pause. Welch ein Bild er mir da vor die Augen stellte! Fremdartig, aber nicht ganz unwahr. Was ich als gerecht denkender Beobachter dagegen zu sagen hatte, das hob ich mir für später auf, weil sein Gedankengang zu interessant war, als daß ich ihn in demselben hätte stören mögen. Er sprach auch sehr bald weiter:
»Sobald ich das Thor hinter mir hatte, blieb ich, mich umschauend, halten. Wie groß war mein Erstaunen, als ich nichts, aber auch gar nichts zu entdecken vermochte, was ich hätte himmlisch oder paradiesisch nennen können! Ich befand mich in einer unbeschreiblich kahlen, öden, leblosen Traurigkeit. Man hatte es nicht einmal für der Mühe wert gehalten, die Innenseite der Mauer ebenso zu bemalen wie die äußere. Die Malereien da draußen waren angebracht worden, durch die mit ihnen bezweckte Täuschung die kurzsichtigen und vertrauensseligen Gläubigen anzulocken. Da man aber keinen, der das Chabl el Milal hinter sich hatte, wieder zurückkehren ließ, so hielt man es nicht für nötig, diese Beschönigungen dann im Paradiese fortzusetzen. Ich sah weder Baum noch Strauch. Kein Wasser floß. Kein Weg war zu erkennen. Nichts als verwehte Spuren im ausgetrockneten, unfruchtbaren Sande, so lag vor meinen Augen das sogenannte Eden, von welchem die "Erleuchteten des Herrn" in hundert Zungen der Verzückung sprachen! Es mußte jedem Fuße grauen, einen Vorwärtsschritt in diese wüste Hoffnungslosigkeit zu wagen. Und doch schien man es für ganz selbstverständlich zu halten, daß jeder Angekommene diese ihn ganz unvermeidlich packende Angst zu überwinden habe. Es war dafür gesorgt, daß kein am Eingang Stehengebliebener den Nachfolgenden diese seine Bangigkeit verraten konnte. Es gab hier schnellbereite Wesen, welche ihn sofort wegzuschaffen hatten. Sie standen zu beiden Seiten des Thores, um, hinter der Mauer versteckt, bei jeder neuen Ankunft als vorzüglich auf den Mann dressierte Kameele und Esel schnell herbeizueilen, damit niemand Zeit finde, bedenklich zu werden. Auch als ich erschien, rührten sie augenblicklich die Beine. Da aber sahen sie mein Pferd. Das war genug für sie, mir fern zu bleiben. Wie bei den Menschen alles Unedle von dem Edlen abgestoßen wird, so auch hier bei diesen Tieren. Ich nahm mir Zeit, sie zu betrachten. Die Esel waren alle von tiefdunkelster Farbe, klein, fast winzig, doch mit so hochgehendem Sattelgestell, daß der Hinaufgekletterte sich wohl sehr erhaben vorkommen konnte. Anstatt des gebräuchlichen Riemenzeuges gab es nur eine kurze Aufsatzleine, welche das Maul des Esels so in die Höhe zog, daß die Augen nichts mehr von der Erde, sondern nur noch den Himmel sehen konnten. Das war so tierquälerisch, daß ich den Kopf über den Unverstand schütteln mußte, der zu dem Naturzwange, zu allem immer nur "Ja" sagen zu müssen, auch noch diese "Köpfe-hoch-Dressur" zu fügen weiß! Aber dieses Zuviel für das Tier hatte man durch ein Zuwenig für den Reiter ausgleichen zu müssen gemeint: Es gab für ihn keinen Zügel, um den Esel zu lenken. Er mußte einfach dorthin, wohin der letztere abgerichtet worden war.«
Der Ustad hatte während dieser Beschreibung mit gebeugtem Kopfe nur in sich hineingeschaut. Jetzt sah er mich an und fragte:
»Hast du mich verstanden, Effendi?«
»Ja,« nickte ich.
»Willst du etwas dazu bemerken?«
»Jetzt nicht, sondern später, wenn du fertig bist. Ich könnte ja nicht ganz und voll antworten, wenn ich dich nur halb sprechen ließe. Also bitte, weiter!«
»Ja weiter: die Kamele! Du kennst die edlen, herrlichen Bischarihn-Hedschihn, welche für Geld fast nie zu haben sind. Ihre Vornehmheit wird durch Stammbäume nachgewiesen. Du kennst auch das unvergleichlich nützliche bucharische oder turkistanische Kamel, ohne welches es in jenen Gegenden der Erde weder Leben noch Bewegung geben könnte. Doch kennst du auch jene tief verkommene Art des Kameles, welche bei euch in ungesunden, lichtlosen Ställen gezogen wird, um in Gesellschaft von Bären, Stachelschweinen und Murmeltieren dressierte Affen durch die Welt zu tragen? Als ich noch Knabe war, fand ich sie sehr belustigend. Seitdem ich aber edle Rasse kenne, thut mir der Anblick solcher Tiere wehe. Man sagt, daß diese Zucht vorzugsweise von Italien ausgehe. Wenigstens pflegen die Führer solcher Sehenswürdigkeiten, welche fast immer Virtuosen auf der Sackpfeife sind, nach welcher Bär und Affe tanzen müssen, meist italienischen Geblütes zu sein. Nun denke dir ein solches, im tiefsten Schmutze geborenes und mit der Peitsche erzogenes Kamel, mit Dornen und Disteln gefüttert und mit schmutzigem Wasser getränkt, nie vom Ungeziefer gereinigt, ein vom Hunger und Elend gefügig gemachtes Skelett mit haarlos geschundener Haut und wundem Gehufe, so hast du ein Bild der Kamele, die hier in dem Himmelreich standen, von fettreichen Pächtern entmagert, für die sie die Qualen zu dulden und sich schweigend zu opfern hatten! Ihre tiefhängenden Köpfe waren mit Doppelstricken an beide Kniee gefesselt, so daß sie nie den Himmel, sondern nur die Erde in den Augen hatten. Zum Kniebeugen reichten diese Stricke aus, doch nicht dazu, das Haupt emporzuheben. Und einen weiten, freien Schritt zu thun, auch das litt diese ihre Fessel nicht. Sie konnten nur behutsam vorwärtsschleichen und hatten nichts zu thun als das, was die Dressur befahl. An ihren Mäulern hingen Lippenkörbe, damit sie gegen Züchtigungen sich ja nicht wehren könnten und ja nicht von den giftigen Kräutern fräßen, an denen zwar sogar Kameele sterben, die aber für die Zwecke solcher Paradiese besonders wertvoll sind. Die Sättel waren hohe Throngestelle, mit farbenreichem Teppichwerk belegt, mit Fransen- und mit Federschmuck behangen, so daß der Reiter, falls es ihm gelang, sich auf der stolzen Höhe festzusetzen, und wenn er jene Phantasie besaß, die leidenschaftlich gern auf Höckern reitet, sich leicht als Allahs Liebling dünken konnte. --- Hast du auch dieses Bild verstanden, Sihdi?«
»Ja,« antwortete ich. »Es ist ja deutlicher, als ich es geben möchte. Ich bitte dich, dein Pferd nun abzuwenden!«
»Ich habe es gethan. Ich ritt davon, mit offenem Auge in dieses vielgerühmte Himmelreich hinein. Fragst du mich vielleicht, wie lange es dauerte, bis ich es kennen gelernt hatte? Ein ganzes, ganzes Menschenelend lang! Soll ich beschreiben, was ich sah, was ich entdeckte? Wer kann Unbeschreibliches beschreiben! Schon gleich am ersten Tage blieb ich nicht allein. Der Menschheitsjammer kam zu mir und weinte mir aus tiefen Augenhöhlen zu. Er hat mich nicht verlassen bis zum letzten Schritt. Das Erdenweh gesellte sich zu mir. Es kroch zu mir aufs Pferd und schlang die Arme fest um meine Hüften. Des Lebens Elend faßte meinen Bügel und schleppte sich an meiner Seite weiter. Es kam die Not gerannt und griff in die Kanthare [Kandare], um mich in meiner Richtung zu beirren. Wenn sich die Dämmerung senkte, tanzten die Schatten des Verbrechens vor mir her, und in der stillen Nacht begannen Schuld und Strafe hinter mir zu heulen. Ich ritt wochenlang durch Trümmerstätten, in denen mich der hohnlachende Menschenwahn als Gespenst der Vernichtung begrüßte. Ich kam über schier endlose Gräberfelder, aus deren Höhlen das irre Gekicher der Unduldsamkeit schrillte. Ich sah Tempelruinen, in denen der Unverstand im tiefsten Stumpfsinne hockte. Um die zerbrochenen Säulen einstiger Heiligtümer schlug die Narrheit ihre widerlichen Capriolen. An ausgetrockneten Quellen träumte die Gleichgültigkeit in Lumpen, die ihre Blöße kaum bedecken konnten. Die Scheinheiligkeit andächtelte vor eingestürzten Kapellen, für deren Erhaltung sie keine Hand gerührt hatte. Zuweilen tauchte am Horizonte einer jener Reiter auf, welche Einlaßkarten besessen hatten; aber sein Tier wendete sich sofort zur Flucht, sobald es sah, daß ich kein Kamel und keinen Esel ritt. Und wenn sich irgendwo noch ein anderes Wesen in diesem starren Himmelreiche zeigte, so hatte ich entweder einen listigen Fennek 1) gesehen, der mit Lammesaugenaufschlag schnell verschwand, oder es war ein fraßgieriger Dibb 2), welcher mit eingezogenem Schwanze und heuchlerisch gesenktem Kopfe von weitem an mir vorüberschlich.«
----------
1) Wüstenfuchs. 2) Hyäne

Fassung der KMG S. 24ff

May ist ganz offensichtlich kein geschulter Denker, sondern ein phantasiereicher Märchenonkel!
Gruß Fritz


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 Betreff des Beitrags: Re: Im Reich des Silbernen Löwen II, Nachlässige Vergesslich-
BeitragVerfasst: 4.11.2008, 16:54 
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Zitat:
Da misst doch einer ganz entschieden mit zweierlei Maß! Aus nachlässiger Vergesslichkeit oder mit dem Überlegenheitsgestus der Obermotzes zu einem Untermotz? Nach dem Motto: Quod licet Karo Ben Nemso, non licet Hadscho Karo Ben Halefo!


(Ich kann kein Latein, aber der Sinn erschließt sich erfreulicherweise aus dem Kontext)

Mit zweierlei Maß messen ist eine der Realität angemessene Verhaltensweise. Mal gilt dieses, mal jenes. Mit Vergesslichkeit hat es wenig zu tun, mit Obermotz und Untermotz wohl auch nicht, in solchen Kategorien hat Karl May vermutlich letzten Endes nicht wirklich gedacht, auch wenn er gelegentlich den Anschein erwecken mag.

Zitat:
Warum sind philosophisch-theologische-diskursive Auslassungen Karl Mays fast stets so schrecklich unklare Schwafeleien mit unscharfen Begriffen, schwiemeligen Aussagen, unverständlichen Prämissen und schlich ein hanebüchener Galimathias?


Die Frage ist ein wenig falsch gestellt, korrekt müsste es statt „Warum sind …“ in etwa heißen „Warum empfinde ich (und mit mir viele andere) … als“

Damit die, die das so sehen, beruhigt in ihrem Unverständnis verweilen können und nicht irritiert sein müssen.

Zitat:
May ist ganz offensichtlich kein geschulter Denker, sondern ein phantasiereicher Märchenonkel!

Daß Denken ein unvollkommenes Hilfsmittel ist, dessen man sich notgedrungen bedient, wurde hier, wenn ich mich recht entsinne, schon gesagt.

(Muß ich denn auch auf alles antworten ...)

:wink:

:mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: Im Reich des Silbernen Löwen II, Nachlässige Vergesslich-
BeitragVerfasst: 4.11.2008, 19:48 
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Hallo zusammen,

FritzR frug: "Warum sind philosophisch-theologische-diskursive Auslassungen Karl Mays fast stets so schrecklich unklare Schwafeleien mit unscharfen Begriffen, schwiemeligen Aussagen, unverständlichen Prämissen und schlich ein hanebüchener Galimathias?"

Wie ich es empfinde, hält May mit seinen persönlichen weltanschaulichen Innereien stets hinterm Berg; dies schließt nicht aus, das an mehr oder weniger Stellen seiner Werke Aussagen und Überzeugung übereinstimmen, doch über große, genauer: größte Strecken wirken die weltanschaulichen Aussagen im Werk für das Publikum berechnet und tönen entsprechend aufgesetzt und nach viel Theaterdonner. Persönliches leuchtet da kaum durch.

Der Autor bietet dem Publikum, was es seiner Meinung nach lesen will: vor allem ein teutonisch-christliches-jugendfreies, sonst aber höchst variables Gesinnungsgemenge. Das mag daran liegen, dass die Zeit Mays eine Zeit vieler Umbrüche war und sein Publikum ebenso wie er selbst in seiner Weltanschauung zerrissen und wankend; z. B. zwischen Friedenssehnsucht und Militarismus, Arbeiteridentität und Aufstiegsdrang, Klassenfeindschaft und Bewunderung für Adel und Majestäten, Deutschtümelei und Exotismus.

Wirklich philosophisch, also nach Weisheit suchend, habe ich May in seinem Werk nie gefunden. Es hat maximal den Anstrich von Philosophie oder Theologie - wie ein Gemälde, das zwar die Versatzstücke religiöser Bildsprache verwendet, echte Originalität und Kunstfertigkeit aber vermissen lässt. Wenn der 'Künstler' - wie May - für solcherlei Machwerke dann noch eine kaum angemessene Beachtung und Geltung einfordert, wird deutlich, wie wenig ihm die Instrumentalisierung des 'Religösen' selbst bewusst ist.

In diesen Fällen ist die Grenze zum Lächerlichen und Peinlichen deutlich überschritten: Silberlöwe, Bibel und Babel, Christus oder Mohammed und dergleichen mehr: Nur Schall und Rauch. So was liefert weder Unterhaltung noch Belehrung, zeigt vielmehr wie ein Autor sich selbst überfordert.

Beste Grüße

Sven


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 Betreff des Beitrags: Re: Im Reich des Silbernen Löwen II, Nachlässige Vergesslich-
BeitragVerfasst: 4.11.2008, 22:12 
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In den ersten Absätzen habe ich mit Herrn Beckers Beitrag kaum Probleme, im vorletzten wird’s schwierig, im letzten geht’s gar nicht mehr.

Bei „Christus oder Mohammed“ handelt es sich in der Tat um eine teilweise wirklich unangenehm peinliche Angelegenheit. Wenn es denn zutrifft, ist so etwas durchaus anmerkbar, wer wird da zimperlich sein. „Babel und Bibel“ (bei einer Pauschalverurteilung sollte man vielleicht doch den Titel richtig schreiben, das würde vielleicht zumindest formal etwas überzeugender wirken) und „Im Reiche des silbernen Löwen“ aber so pauschal und rigoros abzuhandeln, ist nun seinerseits Schall und Rauch, und die Grenze zum Lächerlichen und Peinlichen deutlich überschreitend, ick säch' jo, wer’s sagt isses selber. Nun gut, jedem seine Meinung, es sei aber dezent darauf hingewiesen, daß es zum „Silberlöwen“ auch andere Meinungen gibt, z.B. von einem gewissen Herrn Wollschläger, und der erscheint mir persönlich im vorliegenden Fall denn doch als der relevantere. Auch Beitragsschreiber überfordern sich gelegentlich selbst.

:wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Im Reich des Silbernen Löwen II, Nachlässige Vergesslich-
BeitragVerfasst: 5.11.2008, 0:03 
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sven.becker.kiel hat geschrieben:
Wie ich es empfinde, hält May mit seinen persönlichen weltanschaulichen Innereien stets hinterm Berg; dies schließt nicht aus, das an mehr oder weniger Stellen seiner Werke Aussagen und Überzeugung übereinstimmen, doch über große, genauer: größte Strecken wirken die weltanschaulichen Aussagen im Werk für das Publikum berechnet und tönen entsprechend aufgesetzt und nach viel Theaterdonner. Persönliches leuchtet da kaum durch.
Wirklich philosophisch, also nach Weisheit suchend, habe ich May in seinem Werk nie gefunden. Es hat maximal den Anstrich von Philosophie oder Theologie - wie ein Gemälde, das zwar die Versatzstücke religiöser Bildsprache verwendet, echte Originalität und Kunstfertigkeit aber vermissen lässt. Wenn der 'Künstler' - wie May - für solcherlei Machwerke dann noch eine kaum angemessene Beachtung und Geltung einfordert, wird deutlich, wie wenig ihm die Instrumentalisierung des 'Religösen' selbst bewusst ist.


Lieber Herr Becker, ich kann Ihren Ausführungen nur zustimmen.
May hat mit Philosophie und Theologie im wissenschaftlichen und auch im "kirchlichen" Sinne nichts am Hut. Das ist nicht seine Domäne.

Selbst in den Vorträgen in Buffalo und Wien ist die stümperhafte Art, wie May seiner kindlich-kindischen Religiösität einen Mantel ernsthafter philosophischer Argumentation umlegen will, mit Händen zu greifen.

Und wenn es dann gar zum indianisch-germanischen, zum orientalischen-germanischen Wesen kommt, an dem die Welt genesen soll, dann ist schon gar Hopfen und Malz verloren.

Wenn hier von einem notorischen Querschießer auf die hohe Meinung Wollschlägers zum Silbernen Löwen hingewiesen wird, und dies als Argument für die Qualität der Mayschen Westentaschenphilosophasterei betrachtet wird, so ist dies eine willkürliche Fehldeutung.
Es ist damit nicht gesagt, dass Wollschläger Mays Leib-Geist-Seele-Gelalle, das ich zitierte, schätzt. Von dem ist bei Wollschläger, soweit ich sehe, nirgends die Rede.
Bezeichnenderweise wird nur der Name Wollschlägers genannt, aber keine Belegstelle zitiert für die Behauptung.

Wollschlägers Hochschätzung des Silbernen Löwen beruht auf ganz anderen Gründen. Auf der artistischen Gestaltung und Verwebung der Erzählebene, der biografischen Ebene, die untergelegt ist und der "symbolischen" Ebene, die drüber gelegt - um nicht zu sagen "drübergestülpt" - ist.

Grüße Fritz


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 Betreff des Beitrags: Re: Im Reich des Silbernen Löwen II, Nachlässige Vergesslich-
BeitragVerfasst: 5.11.2008, 9:19 
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Bester Herr Wick,

wieso verweisen Sie auf die Meinung eines Dritten? Mir ist klar, dass es andere Meinungen gibt; von der höchstihren erfahre ich indes herzlich wenig. Wie so oft bedauere ich, dass Sie wenig zur Sache, dafür umso mehr ad hominem schreiben.

Wollschläger und seine Meinung in allen Ehren, doch die allenfalls rudimentär vorhandene Philosophie, Theologie und der mangelnde weltanschauliche Diskurs in Mays Werk, um den es hier geht, kann durch niemanden herbei- oder schöngeschrieben werden; und: es spräche nicht für Wollschläger, würde er dies versuchen.

Beste Grüße

Sven


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 Betreff des Beitrags: Re: Im Reich des Silbernen Löwen II, Nachlässige Vergesslich-
BeitragVerfasst: 5.11.2008, 9:27 
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(dieser Beitrag war etwas arg unhöflich geraten)


Zuletzt geändert von rodger am 14.1.2009, 18:14, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Reich des Silbernen Löwen II, Nachlässige Vergesslich-
BeitragVerfasst: 5.11.2008, 9:50 
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Wie überaus bedauerlich, denn ich hatte gehofft, als gänzlich Ahnungsloser von Ihren sachdienlichen Beiträgen profitieren zu können. Ich hatte immer gedacht, dass es auch Sinn eines Forums sei, dass ein Beitragender dem anderen "Lehrer seiner Leser" sein könne; - so kann man sich täuschen.

Beste Grüße

Sven


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 Betreff des Beitrags: Re: Im Reich des Silbernen Löwen II, Nachlässige Vergesslich-
BeitragVerfasst: 5.11.2008, 11:32 
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rodger hat geschrieben:
Sie beide haben überhaupt keine Ahnung und ich ziehe es vor auf diesen Unfug nicht mehr zu reagieren.


Maschallah! Halleluja! Hamdulillah!


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 Betreff des Beitrags: Re: Im Reich des Silbernen Löwen II, Nachlässige Vergesslich-
BeitragVerfasst: 5.11.2008, 11:47 
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sven.becker.kiel hat geschrieben:
Wollschläger und seine Meinung in allen Ehren, doch die allenfalls rudimentär vorhandene Philosophie, Theologie und der mangelnde weltanschauliche Diskurs in Mays Werk, um den es hier geht, kann durch niemanden herbei- oder schöngeschrieben werden; und: es spräche nicht für Wollschläger, würde er dies versuchen.


Was Wollschläger am Silbernen Löwen schätzt, übrigens wie Arno Schmidt auch, kann man bei Wohlgschaft nachlesen, der - selber, meiner Meinung nach nicht schlüssig, bemüht, aus May eine repektablen Theologen zu machen - die generelle Einschätzung Mays als Philosophen und Theologen darstellt.

Dazu: Wohlgschaft. KM Biografie, S. 1382fff

Gruß Fritz


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 Betreff des Beitrags: Re: Im Reich des Silbernen Löwen II, Nachlässige Vergesslich-
BeitragVerfasst: 5.11.2008, 11:55 
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Zitat:
Was Wollschläger am Silbernen Löwen schätzt,

kann man bei Hans Wollschläger nachlesen ;-)


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 Betreff des Beitrags: Re: Im Reich des Silbernen Löwen II, Nachlässige Vergesslich-
BeitragVerfasst: 5.11.2008, 12:03 
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Ich würde den beiden Herren (FritzR und Becker) einfach mal empfehlen, den Aufsatz Wollschlägers im JBKMG 1970 zum Silberlöwen nachzulesen. Ich will da nur ein Zitat anführen:
Zitat:
eins wäre nicht unbillig zu verlangen: Daß überall, wo von den "Reiseerzählungen" Karl Mays die Rede ist, doch auch jene Arbeiten seines Alters gedacht werde, die weder zur Sparte der Massenunterhaltung gehören, noch aufs Film- und Fummelniveau der zuständigen Geschäftemänner. Sondern in die Literatur.

Ich weiß, dass dies nicht den angeführten Einwand entkräftet, aber dazu empfiehlt es sich, den ganzen Artikel (und manch anderen) zu lesen.

Außerdem sind ebenso die Artikel und Bücher Wohlgeschafts empfehlenswert um zu einem etwas "kenntnisreicheren" und abgewogeneren Urteil zu finden.

Helmut

Ich habe dies vor den letzten beiden Beiträgen geschrieben. Daher ist dies hier entsprechend zu relativieren.


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 Betreff des Beitrags: Re: Im Reich des Silbernen Löwen II, Nachlässige Vergesslich-
BeitragVerfasst: 5.11.2008, 12:10 
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Wollschläger kann man übrigens auch online nachlesen. Zum "Löwen":

Das »Hohe Haus« * Karl May und das Reich des Silbernen Löwen
http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg ... 70/118.htm

Erste Annäherung an den »Silbernen Löwen«. Zur Symbolik und Entstehung
http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg ... 979/99.htm

Und allgemein der in jeder Beziehung große Aufsatz:

»Die sogenannte Spaltung des menschlichen Innern, ein Bild der Menschheitsspaltung überhaupt«. Materialien zu einer Charakteranalyse Karl Mays
http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg ... 972/11.htm


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 Betreff des Beitrags: Re: Im Reich des Silbernen Löwen II, Nachlässige Vergesslich-
BeitragVerfasst: 5.11.2008, 12:21 
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Aber, aber meine Herren!

Es geht hier doch gar nicht darum, ob z. B. der Silberlöwe auch eine "Reiseerzählung" sei oder ob es sich dabei um "Literatur" handele. Sofern von mir richtig verstanden, ging und geht es um die Schlüssigkeit, Aussagekraft und damit Wertigkeit der weltanschaulich geprägten Teile im May'schen Werk. Dafür ist die Kategorisierung als "Reiseerzählung" oder "Literatur" ohne Belang. Damit wird nur abgelenkt - und ich frage mich: Warum?

Beste Grüße

Sven


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