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BeitragVerfasst: 28.8.2007, 9:34 
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nächstes Mal genauer Lesen und Nachdenken;
dies ist natürlich keine Einzelausgabe, sondern eine Ausgabe innerhalb einer Reihe.


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 Betreff des Beitrags: Re: Arno Schmidt über Karl May
BeitragVerfasst: 2.11.2008, 15:56 
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In den "Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft" erschien in der Nummer 152 (Juni 2007) ein sehr lesenswerter Artikel von Frank Rainer Huck: “Der Sammler. Ein unbekannter Briefwechsel Arno Schmidts”. Darin berichtet Huck über den Briefwechsel zwischen Arno Schmidt und der Bibliothek des SDR aus dem Jahre 1959 (Schmidt hatte sich für sein Karl-May-Essay einige Bände ausgeliehen).

Das wäre zwar interessant, doch wirklich skurril wird der Fall durch einen in Hucks Aufsatz erstmals dokumentierten “betrügerischen Buchtausch” Arno Schmidts, der es nicht leiden wollte, dass die Erstausgabe der Mayschen "Himmelsgedanken" unbeachtet in der SDR-Bibliothek verstaubte, wo er das Buch doch so dringend benötigte.

Frank Rainer Huck hat mir freundlicherweise erlaubt, den Artikel Interessierten, die keinen Zugriff auf die Mitteilungen der KMG haben, zugänglich zu machen. Ein Scan (ca. 3,1 MB, gezippte PDF) kann hier heruntergeladen werden:

Update 5.6.2011: veraltete URL gelöscht, der Aufsatz findet sich jetzt hier http://www.asml.de/index.php/frank-rain ... r-sammler/


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 Betreff des Beitrags: Re: Arno Schmidt über Karl May
BeitragVerfasst: 19.11.2008, 0:51 
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Dernen hat geschrieben:
Einen solchen Sammelband mal anzustoßen wäre doch eine schöne Idee.

Ich hatte kürzlich Gelegenheit, Bernd Rauschenbach von der Arno Schmidt Stiftung nach so einem Sammelband mit allen May-Texten Schmidts (ohne Sitara) zu fragen. So ein Band war tatsächlich mal geplant, wurde aber wieder fallen gelassen, da sich die verschiedenen Essays zu wenig unterscheiden. Da wiederholt sich vieles, ein solcher Sammelband wäre also zu großen Teilen redundant.

Auch eine Einzelausgabe von Sitara wird es wohl so schnell nicht geben, Interessierte könnten ja zum Taschenbuch bei Fischer greifen. Suhrkamp sieht da wohl keine rechte Zielgruppe.


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 Betreff des Beitrags: Re: Arno Schmidt über Karl May
BeitragVerfasst: 7.12.2008, 18:38 
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Interessant zum Thema Schmidt und May, und auch zum wirklich hochinteressanten (!) Thema Spiegelung eigener Anteile im Außen (das nicht zuletzt auch Karl May sehr beschäftigt hat ...):

"Sitara erledigt nicht nur das Phänomen Karl May, es ist eine Ich-Spaltung oder, besser, eine Distanzierung von bestimmten Ich-Anteilen; May ist charakterlich und wesensmäßig so ziemlich alles, was Schmidt nicht sein will, was er an sich selbst verurteilt und nicht erträgt. Im Buch findet im doppelten Sinn eine 'Scheidung' statt, die Schmidt am Ende auf die Formel bringt: Er Mystiker & Schnellschreiber; ich Rationalist & Mosaikarbeiter."

(Wolfgang Martynkewicz, Arno Schmidt; Rororo-Monographie, S. 100)

Auch Wollschläger benutzte in dem Zusammenhang das Wort "Scheidung" ("Die Insel", S. 97); ich erlaube mir, das ein wenig anders zu sehen ... "He loved him" (ebenfalls "Die Insel", S. 97, im gleichen Satz), immer noch. So ein Buch (Sitara) zu schreiben und scheinbar mit Pauken und Trompeten einen Bruch zu vollziehen, schließt das eben keineswegs aus.


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 Betreff des Beitrags: Re: Arno Schmidt über Karl May
BeitragVerfasst: 7.12.2008, 19:04 
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siehe z.B. auch
Zitat:
- ferner das durch sein ganzes Leben wachgebliebene Bedürfnis nach wissenschaftlichem Verdienst und in dessen Folge hier die strikte Verwerfung des Mayschen Abenteuer-Werks (die er mir gegenüber immer als strategische List bezeichnete; die Kolportageromane hat er seiner Frau gern an langen Winterabenden vorgelesen) ...


So Wollschläger über Arno Schmidt in
"Arno Schmidt und Karl May" im JBKMG 1990


Helmut


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 Betreff des Beitrags: Re: Arno Schmidt über Karl May
BeitragVerfasst: 6.6.2011, 0:50 
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Antwort auf diesen Beitrag.

Thomas Math hat geschrieben:
Diese Etym Theorie hoert sich ja recht bescheuert an.

Das ist sie auch, zumindest so, wie Schmidt sie darstellt. Weshalb manche Schmidt-Leser da auch lieber von "Etymistik" reden. Ich frage mich, wie ernst er das eigentlich gemeint hat. Unterm Strich, also zum Verständnis von Schmidts Texten, ist das imho aber wurscht: für Schmidt ist das eine produktive Theorie, nach er er Texte baut. Ihr sagen wir mal "objektiver Wahrheitsgehalt" spielt eigentlich keine große Rolle. Man darf nicht vergessen, dass Schmidt Schriftsteller war, Praktiker - kein Theoretiker. Und jeder Autor ist (wie er selbst mal irgendwo sagt) ein "habitueller Lügner".

Niemand - lassen wir Steiner & Co mal außen vor - käme auf die Idee, Goethe Farbenlehre ernsthaft als physikalisches Modell zu diskutieren. Aber natürlich ist die Farbenlehre für Goethe selbst sehr wichtig und jeder, der sich intensiv mit Goehte und seinem Werk beschäftigen will, kommt um die Farbenlehre irgendwann nicht herum.

Wenn ich mich da allerdings richtig erinnere, hat er "Sitara" durchaus so ernst gemeint, dass er es Alexander Mitscherlich geschickt hat. Und wohl bass erstaun war, dass der damalige Nestor der dt. Psychoanalyse darauf nicht begeistert angesprungen ist. Schmidt hat wohl geglaubt, einen ernsthaften und wichtigen Beitrag zu liefern. (Was er in der Tat ja auch getan hat, viele Beobachtungen sind zweifellos richtig und die Frage, welche psychischen Instanzen bei der "Zeugung der Culisse" eine Rolle spielen, ist alles andere als uneben. Nur der Ausbau zu einer veritablen "Etym-Theorie" inkl. dem Postulat einer "4. Instanz" - je nun.


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 Betreff des Beitrags: Re: Arno Schmidt über Karl May
BeitragVerfasst: 6.6.2011, 1:55 
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Goethe hat seine Farbenlehre wie ich mal las wichtiger genommen als manches andere obwohl sie natürlich Unsinn war.
Ich dachte Autor ist wer Geschichten erzählen kann.
Die Vorstellung,das man Texte mit Silbenbaukästen quasi zusammen montieren kann ist schwierig für mich.
Dr. Mitscherlich war auch nicht gerade der größte Wissenschaftler und propagierte eine fast schon religiöse Theorie die durchaus in einer Reihe mit Farbenlehre und Etymtheorie stehen kann.
Ich habe mal die Werke Schmidts gegoogelt. schon die Titel sind für mich faszinierend.
Kaff oder Mare Crisium,Abend mit Goldrand Leider hat es sich damit auch schon,da ich zumindest die Textstellen die im Internet zugaenglich sind nicht verstehe.
Weshalb eigentlich der Aufruhr um dieses Buch,das die Etymtheorie schon recht abgehoben (von der Realität )ist,ist doch recht offensichtlich und das May nicht schwul war auch ziemlich klar und selbst wenn,who cares.
Vielleicht nur vielleicht hatte der Mann einfach Humor.


)


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