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 Betreff des Beitrags: Re: Textvariante zu Marah Durimeh in der HKA
BeitragVerfasst: 30.1.2009, 22:40 
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Markus hat geschrieben:
Rüdiger, weil, wie er schon richtig sagte, May "nur" mit reinen Abenteuergeschichten und Belehrungen gar nicht mehr populär wäre, jedenfalls nicht so wie jetzt.


Davon habe ich kein Wort gesagt.

:wink:

Gern noch einmal: seine Popularität interessiert mich überhaupt nicht. Vor allem sehe ich mittlerweile fast nur negative Folgen derselben.

Markus hat geschrieben:
und das Abenteuer dazugehört, ohne dessen sich kein Schwein je für ihn interessiert hätte.


Doch, ich schon. :wink: Seine Humoresken (nicht die vom Dessauer, aber solche wie "Im Wasserständer" oder "Im Wollteufel" z.B.) sowie "In der Heimath" zählen für mich zu seinen schönsten Texten. Da ist nichts mit Abenteuer, bzw. sie spielen sich in der Wohnstube oder in der Kneipe ab.

Markus hat geschrieben:
Das Abenteuer und die Belehrungen, grad bei May, sind ja gar nicht so schlimm Rüdiger.


Wer hat denn was von schlimm gesagt ... von sekundär hab' ich was gesagt.

Markus hat geschrieben:
May konnte es spannend rüber bringen wie kaum ein zweiter, das liegt wohl auch in gewisser Weise daran (zur Beruhigung für Rüdiger )


Ihr haltet mich immer für so furchtbar beunruhigt, das höre ich öfter ... Keine Sorge. Ihr macht euch da manchmal offenbar ganz falsche Vorstellungen.

:wink:

Markus hat geschrieben:
Übrigens hat mich dieser Tread sehr erschreckt, weil ich dachte ich muß mir jetzt noch eine Ausgabe "Reiseerzählungen" anschaffen. Besitze den Reprint der Freiburger Erstausgaben vom KMV, die Weltbildausgabe und auch die Hausschatzreprints von der KMG. Hoffe das reicht.


Je man man sich damit beschäftigt, um so komplizierter wird es ... Wenn es Bände gäbe mit Aufstellungen zu den Unterschieden zwischen den (mindestens) drei Fassungen zu Lebzeiten bei Fehsenfeld, ich würde sie mir sofort besorgen ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Textvariante zu Marah Durimeh in der HKA
BeitragVerfasst: 30.1.2009, 23:39 
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rodger hat geschrieben:
Markus hat geschrieben:
Rüdiger, weil, wie er schon richtig sagte, May "nur" mit reinen Abenteuergeschichten und Belehrungen gar nicht mehr populär wäre, jedenfalls nicht so wie jetzt.


Davon habe ich kein Wort gesagt.

:wink:

Gern noch einmal: seine Popularität interessiert mich überhaupt nicht. Vor allem sehe ich mittlerweile fast nur negative Folgen derselben.

Entweder hast du mich falsch verstanden, oder ich habe mich falsch ausgedrückt. Du hast es natürlich nicht so gesagt wie ich es geschrieben habe, aber ich kann ja zwischen den Zeilen lesen :wink: . Du meintest daß das Abenteuer für dich zweitrangig ist und ich hab ein wenig weiter gedacht daß May ohne Symbolik und eigenes Erleben in seinem Werk nicht der geworden wäre der er ist. Eine gewisse Popularität zieht natürlich sowohl positives wie auch negatives nach sich.

rodger hat geschrieben:
Doch, ich schon. :wink: Seine Humoresken (nicht die vom Dessauer, aber solche wie "Im Wasserständer" oder "Im Wollteufel" z.B.) sowie "In der Heimath" zählen für mich zu seinen schönsten Texten. Da ist nichts mit Abenteuer, bzw. sie spielen sich in der Wohnstube oder in der Kneipe ab.

Aber ich weiß nicht ob du zu Karl May gekommen bist ohne das Abenteuer oder einfach gesagt ohne den Roman, die Handlung an sich. Will ich aber auch jetzt hier gar nicht behaupten, um Gottes Willen :lol: .

rodger hat geschrieben:
Wer hat denn was von schlimm gesagt ... von sekundär hab' ich was gesagt.

Das ist deine Meinung. Für mich steht das Abenteuer, die primäre Handlung gleichberechtigt neben der Symbolik.

rodger hat geschrieben:
Ihr haltet mich immer für so furchtbar beunruhigt, das höre ich öfter ... Keine Sorge. Ihr macht euch da manchmal offenbar ganz falsche Vorstellungen.

So war es nicht gemeint. Wollte damit nur sagen daß hier kein Grüppchen existiert daß seine Meinung vertritt und du als Einzelner deine. Alles ist gut durchmischt, it´s a Flickenteppisch you know :lol: . Aber ich glaub dir wär es auch egal ob alle Welt eine andere Meinung hat als du :wink: .

rodger hat geschrieben:
Je man man sich damit beschäftigt, um so komplizierter wird es ... Wenn es Bände gäbe mit Aufstellungen zu den Unterschieden zwischen den (mindestens) drei Fassungen zu Lebzeiten bei Fehsenfeld, ich würde sie mir sofort besorgen ...

Dann würde bei mir alles aus den Nähten platzen. Hatte schon die Neufassung vom "Waldröschen" aus dem Olms-Verlag weggegeben (nicht die Fischer-Ausgabe) weil ich sie nicht brauche, habe ja den Erstdruck. Ok, wer wirklich Ernsthaft Forschung betreibt, der braucht alles was es gibt. Aber dafür fehlt mir die Zeit, das Geld und der Platz. Außerdem sollte man noch Herr seines Hobbys sein, nicht umgekehrt :wink: .


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 Betreff des Beitrags: Re: Textvariante zu Marah Durimeh in der HKA
BeitragVerfasst: 30.1.2009, 23:54 
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markus hat geschrieben:

Entweder hast du mich falsch verstanden, oder ich habe mich falsch ausgedrückt.


Oder auch beides. Ich habe Dich falsch verstanden, weil Du Dich falsch ausgedrückt hast.

:wink:

markus hat geschrieben:

Aber ich weiß nicht ob du zu Karl May gekommen bist ohne das Abenteuer oder einfach gesagt ohne den Roman, die Handlung an sich.


Ich meine mich in etwa dahingehend zu erinnern daß ich damals gemerkt habe der Mann gefällt mir, den mag ich, der liegt mir. Und das hat sich bis heute nicht wesentlich geändert.

markus hat geschrieben:

Das ist deine Meinung. Für mich steht das Abenteuer, die primäre Handlung gleichberechtigt neben der Symbolik.


Von Symbolik habe ich auch nichts gesagt ... Ich lese May schon gern wenn er einen Spaziergang beschreibt oder Essen und Trinken in der Kneipe oder sonstwas, auch wenn von Symbolik weit und breit nichts zu sehen ist.

markus hat geschrieben:

Aber ich glaub dir wär es auch egal ob alle Welt eine andere Meinung hat als du


So ist es.

markus hat geschrieben:

Dann würde bei mir alles aus den Nähten platzen. Hatte schon die Neufassung vom "Waldröschen" aus dem Olms-Verlag weggegeben (nicht die Fischer-Ausgabe) weil ich sie nicht brauche, habe ja den Erstdruck. Ok, wer wirklich Ernsthaft Forschung betreibt, der braucht alles was es gibt. Aber dafür fehlt mir die Zeit, das Geld und der Platz. Außerdem sollte man noch Herr seines Hobbys sein, nicht umgekehrt :wink: .


Ich hab' auch schon einiges weggegeben, Kolportageromane in der Weltbild-Ausgabe, Pawlak-Bände ... viele der GW liegen in Schubladen im Schrank (wenn ich mir eines Tages so ein Paschen- oder ein anderes Verschieberegal anschaffe, schlägt deren große Stunde, dann dürfen sie alle da hinein). Ich betreibe nicht "ernsthaft Forschung". Aber ich interessiere mich halt für Textvarianten. Geld habe ich auch nicht viel, aber für die nötigen bzw. gewünschten Bücher reicht's immer noch.


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 Betreff des Beitrags: Re: Textvariante zu Marah Durimeh in der HKA
BeitragVerfasst: 31.1.2009, 11:26 
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rodger hat geschrieben:
Ich lese May schon gern wenn er einen Spaziergang beschreibt oder Essen und Trinken in der Kneipe oder sonstwas, auch wenn von Symbolik weit und breit nichts zu sehen ist.

Das mag ich auch gern. Die kleinen, ja fast unbedeutenden Ereignisse in Mays Werk, sind mir fast lieber als die große Handlung. Diese Ereignisse sind es ja wo man meint er wäre selbst dabeigewesen, so plastisch schildert er sie. Man merkt daß das alles von Herzen kommt :wink: , richtig Bodenständig, das gefällt mir. Man kann über May sagen was man will, ich glaube er ist sein Lebtag immer der geblieben der er war, von der Old Shatterhand-Legende einmal abgesehen, ein ganz normaler Verückter wie die meisten von uns :) .

rodger hat geschrieben:
wenn ich mir eines Tages so ein Paschen- oder ein anderes Verschieberegal anschaffe, schlägt deren große Stunde, dann dürfen sie alle da hinein

Dä hätt ja doch die dicke Kohle :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: Textvariante zu Marah Durimeh in der HKA
BeitragVerfasst: 31.1.2009, 12:44 
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Vielleicht nochmals (ungefähr zum 137. Mal), ich habe niemals gesagt/geschrieben welche "Leseebene" bei May die "wichtigere sei", ich habe nicht einmal geschrieben, welche für mich die wesentlichere ist (, weil ich das nämlich selber garnicht so genau weiß (und wissen will, und das ist gut so).)
Ich will und wollte nur mal wieder darauf hinweisen, dass ich es nach wie vor für faszinierend halte, dass für meine Generation, einige Generationen vor mir und einige nach mir, fast das gesamte Wissen über den Orient, den Islam, die Unterschiede zwischen Sunniten und Schiiten, über die Jesidi (oder wie man sie heute hier nennt), dass all dies und noch viel mehr zum allergrößten Teil aus der Lektüre der Bücher Karl Mays stammt. Erstaunlicherweise lässt sich auch noch heute feststellen, dass größte Teile dieses Wissens immer noch stimmen.
Schon von daher ist es interessant, oder eigentlich wesentlich und wichtig, wenn man May und seine Bücher näher kennen lernen will, wenn man versucht herauszufinden aus welchen Quellen er selbst dieses Wissen geschöpft hat und wie er dies so weiter verarbeitet hat, dass eben nur seine Bücher dieses Wissen weiter getragen haben und nicht die Originalquellen, die heute fast alle unbekannt sind. Dies mag zwar die Eine oder der Andere langweilig finden (, weil da eben teilweise auch "Erbsenzählen" dazu gehört), aber das ändert nichts an der Tatsache, dass auch diese Beschäftigung nach meiner Überzeugung notwendig für das Verständnis der Bücher Mays ist.

Und noch eine (kleine) Wiederholung, die verschiedenen Varianten der "grünen" Ausgaben sind in den jeweiligen Anhängen der Fehsenfeld-Reprints (vielleicht bis auf die von Rüdiger zitierte Ausnahme in "Weihnacht!") dokumentiert. Ebenso natürlich in den "editorischen Berichten" der entspr. HKA-Bände, falls diese schon existieren.

Helmut


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 Betreff des Beitrags: Re: Textvariante zu Marah Durimeh in der HKA
BeitragVerfasst: 31.1.2009, 13:10 
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Schreibe ich denn wirklich so ein chinesisch, daß mich jetzt jeder falsch versteht? :(

Ich hatte doch lediglich geschrieben daß ich sowohl Rüdigers, als auch Helmuts Ansicht teile, aber nicht welche Leseebene beide favorisieren. Wir sind uns doch glaube ich alle einig, daß die eine Leseebene die andere ergänzt, daß keine ohne die andere auskommt. Das ist wie immer meine ganz persönliche Meinung, wenn ihr jetzt immer noch was zu mäckeln habt, kann ich auch nix dran ändern heieieieiei... :roll:

:wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Textvariante zu Marah Durimeh in der HKA
BeitragVerfasst: 31.1.2009, 13:53 
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Ich versteh Dich falsch
Du verstehst mich falsch
Er versteht mich falsch
Ich versteh ihn falsch
Du verstehst ihn falsch
Er versteht Dich falsch
(Habe ich noch was vergessen?)

:lol:

So in etwa könnte ein Gedicht von Ernst Jandl aussehen.
:P

Helmut


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 Betreff des Beitrags: Re: Textvariante zu Marah Durimeh in der HKA
BeitragVerfasst: 31.1.2009, 16:47 
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Helmut hat geschrieben:
Ich versteh Dich falsch
Du verstehst mich falsch
Er versteht mich falsch
Ich versteh ihn falsch
Du verstehst ihn falsch
Er versteht Dich falsch
(Habe ich noch was vergessen?)

:lol:


Ja, den Plural :roll: :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: Textvariante zu Marah Durimeh in der HKA
BeitragVerfasst: 31.1.2009, 18:37 
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und natürlich noch:

Ich versteh mich falsch
Du verstehst Dich falsch
Er versteht sich falsch


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 Betreff des Beitrags: Re: Textvariante zu Marah Durimeh in der HKA
BeitragVerfasst: 31.1.2009, 18:43 
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Helmut hat geschrieben:

die verschiedenen Varianten der "grünen" Ausgaben sind in den jeweiligen Anhängen der Fehsenfeld-Reprints (vielleicht bis auf die von Rüdiger zitierte Ausnahme in "Weihnacht!") dokumentiert.


Die von mir 'zitierte Ausnahme' betraf Marah Durimeh und somit nicht "Weihnacht", außerdem keine grüne Ausgabe, sondern die illustrierte, und war damit insofern auch keine Ausnahme.

Aber ich weiß was Du meinst.

:lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: Textvariante zu Marah Durimeh in der HKA
BeitragVerfasst: 22.7.2009, 22:08 
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Mir sind heute weitere Textunterschiede aufgefallen zwischen Fehsenfeld-Reprint "Durchs wilde Kurdistan", der Fassung auf den Internetseiten der KMG sowie HKA/Weltbild, die im Anhang des Reprints (FII) nicht dokumentiert sind:

In HKA/Weltbild heißt es "Ihre Stimme klang geheimnisvoll, wie aus fernen Vergangenheiten heraus [...] und die Augen, die auf das Gestirn des Tages gerichtet waren, zeigten einen lichten, feuchten Glanz." (HKA S. 544, Weltbild S. 566)

Im Reprint steht "Ihre Stimme klang dumpf und hohl, wie wirklich aus dem Grabe heraus [...]", der zweite Teil ist dann identisch. (S. 630)

Auf den Seiten der KMG wiederum steht "Ihre Stimme klang dumpf und hohl, wie wirklich aus dem Grabe heraus [...], und die Augen, welche auf das Gestirn des Tages gerichtet waren, zeigten einen feuchten Glanz tiefer, seelischer Rührung".

Drei verschiedene Varianten.

Eine weitere Abweichung gibt es kurz darauf, Kara Ben Nemsi sagt im Reprint (S. 636) : "Auf diese Weise verkündige ich meinen Glauben." (so auch auf den Seiten der KMG).

HKA/Weltbild: "Auf diese Weise verkündige ich meine Religion der echten, wahren Menschlichkeit" (HKA S. 548/49, Weltbild S. 570).


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 Betreff des Beitrags: Re: Textvariante zu Marah Durimeh in der HKA
BeitragVerfasst: 23.7.2009, 13:58 
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Zu den DREI Varianten bei May innerhalb der Ausgaben Fehsenfeld I und Fehsenfeld II finden wir Erhellendes unter

http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg ... dexhtm.htm

Es heißt dort u.a.:

Zitat:
Interessant ist, daß innerhalb der frühen grünen Fehsenfeld-Ausgaben schon einmal eine Bearbeitung vorgenommen wurde. So heißt es in der 1. Auflage 'Durchs wilde Kurdistan':

" ... und erblickte eine alte Frau, deren Äußeres mich schaudern machte. Sie schien ihre hundert Jahre zu zählen; ihre Gestalt war tief gebeugt und bestand wohl nur aus Haut und Knochen; ihr fürchterlich hageres Gesicht machte geradezu den Eindruck eines Totenkopfes ... " (S. 207)

Im 46.-50. Tsd., o.J., lautet diese Stelle:

"... und erblickte eine alte Frau, an der mein Auge mit Bewunderung hängen blieb. Sie war gewiß hundert Jahre alt, doch ihre Gestalt stand gerade und hoch aufgerichtet; ihre Augen hatten jugendlichen Glanz; ihre Züge waren seltsam schön und weich ..." (ebenfalls S. 207)

In der 'Illustrierten Ausgabe' heißt es dann auf Seite 172:

"... und sah eine ganz eigenartig schöne Frau, deren Alter so hoch war, daß es, wie ich später erfuhr, gar nicht mehr bestimmt werden konnte. Dennoch trug sie ihre imposante Gestalt hoch, gerad und aufrecht, und in ihrem hochedel geformten Gesicht war fast keine Spur einer Falte zu sehen ... "

Die in der ersten Fassung beschriebene Marah Durimeh fügt sich nahtlos ein in die abenteuerliche Reise durch Kurdistan; sie ist zwar etwas unheimlich und ungewöhnlich, aber mit ihrem totenähnlichen Äußeren und ihrem Dasein als "Höhlengeist", der seinen Wohnsitz im Dunkel des Berges hat, paßt sie in die Handlung des noch in Ardistan spielenden Dramas von Verfolgung, Blut und Rache, trotz der Versöhnungsrolle, die ihr hier schon zugeteilt wird.

Dann folgt die Verwandlung. Das 46.-50. Tausend erschien im Jahre 1904; die dritte Schaffensperiode Mays' hatte begonnen; Silberlöwe III und IV waren vollendet; der Dichter versuchte, das mumienhaft gezeichnete Bild Marah Durimeh's zu verändern, vorerst nur äußerlich. Das Totenkopfähnliche verschwindet, die gebeugte Gestalt richtet sich aufg aber sie bleibt noch dem Irdischen verhaftet; sie bleibt noch die 'Alte' (F I, S. 219), deren Stimme "dumpf und hohl, wie wirklich aus dem Grabe heraus" ertönt (F 1, S. 630, 6. Zeile v. u.).

In der Illustrierten Ausgabe ist dann die Metamorphose vollendet; Marah Durimeh hat den Boden Ardistans verlassen und ist emporgestiegen zu den 'Lichten Höhen' der Berge Dschinnistans! Körperlich ist sie nun imposant, mit hochedel geformten, faltenlosen Zügen, trotz des nicht mehr meßbaren Alters (F II, S. 172). Die "Alte" wird zur "Greisin" (F 11, 9. 182); sie "kauert" nicht mehr, sondern kniet (F II, S. 182); ihr hochehrwürdiges Gesicht wird wundersam; die aus dem Grabe kommende hohle Stimme tönt nun geheimnisvoll, wie aus ferner Vergangenheit (P II, S. 521, 13).


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