Lebendiger Kulturaustausch
 
 

Karl May vermittelt moralisch unerschütterliche Prinzipien, vertreten durch ihre Heroen mit ihren Kerntugenden: Toleranz, Friedensliebe, Religionsfrieden, Völkerverständigung. Die regionalen und religiösen Konfliktlinien, die er in seinem Werk vor über einhundert Jahren analysierte, sind erschreckend aktuell. Er verkörpert einen lebendigen, überraschend gegenwartsbezogenen Kulturaustausch.

Karl May

»Vor allen Dingen bin ich Mensch, und wenn ein andrer Mensch sich in Not befindet und ihm helfen kann, so frage ich nicht, ob seine Haut eine grüne oder blaue Farbe hat.«
[Old Surehand I, Freiburg 1894, S. 242]

 

»Einen Weißen? … Aber das ist fürchterlich!« – »Nicht fürchterlicher, als wenn man einen Schwarzen verkauft. Mensch ist Mensch.«
[Waldröschen, Dresden 1883, S. 189]



»Aber ich klage die ganze sich ›zivilisiert‹ nennende Menschheit an, daß sie trotz aller Religionen und trotz einer achttausendjährigen Weltgeschichte noch heutigen Tages nicht wissen will, daß dieses ›Zivilisieren‹ nichts anderes als ein ›Terrorisieren‹ ist!«
[Und Friede auf Erden!, Freiburg 1904, S. 278]

 

»Jeder Mensch will glücklich werden; das ist falsch. Jeder Mensch soll glücklich machen; das ist richtig.«
[Und Friede auf Erden!, Freiburg 1904, S. 551]]

Die humane Tendenz seiner Bücher und ihr Einsatz für unterdrückte Völker (wie die Indianer und die Kurden) sichern dem »Shakespeare der Jungens« (Ernst Bloch) immer wieder Interesse und Respekt für seine visonäre Weltanschauung.

Hermann Hesse (Schriftsteller)
»Er ist der glänzendste Vertreter eines Typs von Dichtung, der zu den ganz ursprünglichen gehört, und den man etwa ›Dichtung als Wunscherfüllung‹ nennen könnte … Kürzlich las ich zum erstenmal zwei Bücher eines Autors, der seit Jahrzehnten der gelesenste in Deutschland ist und den ich noch nicht kannte. Es ist Karl May. Von Leuten, die etwas verstehen, war mir immer gesagt worden, er sei ein ganz übler Macher und Schmierer. Es gab einmal eine Art Kampf um ihn. Nun, ich kenne ihn jetzt und empfehle seine Bücher. Sie sind phantastisch, unentwegt und hanebüchen, von einer gesunden, prächtigen Struktur, etwas völlig Frisches und Naives, trotz aller flotten Technik. Wie muß er auf die Jugend gewirkt haben! Hätte er doch den Krieg noch erlebt und wäre Pazifist gewesen! Kein Sechzehnjähriger wäre mehr eingerückt.«
[Hermann Hesse, Gesammelte Werke, 12. Band, Schriften zur Literatur II, Stuttgart 1970, S. 356f.]

Albert Schweitzer (Theologe, Arzt)
»… was mich am stärksten an seinem Schrifttum gefangennahm, war das herzhafte Bekenntnis zur Friedfertigkeit und gegenseitiger Verständigung, das fast alle seine Bücher belebt und uns wilde Rüpel nachdrücklicher als vieles Hochgeschraubtes belehrt hat, Großmut und Nachsicht zu üben, kurz gesagt: im Nebenmenschen, selbst wenn er auf Irrwegen geht, den Bruder in Christo zu sehen – – und gerade das halte ich für das Unvergängliche an seinem Werk!«
Zitiert nach ›die therapie des monats‹, Mannheim, Heft 9/1960

Heiner Geißler (Politiker)
»Karl May hat wie kaum ein anderer Schriftsteller bei Millionen Jugendlichen durch seine phantasievolle Erzählweise erste tiefe Eindrücke von Abenteuer, fremden Ländern, Menschen und Sitten hinterlassen. Ob ›Von Bagdad nach Stambul‹ oder ›Durchs wilde Kurdistan‹, seine Helden Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar haben viele junge Menschen fasziniert. Karl May hat vielen jungen Menschen etwas sehr Wichtiges vermittelt: Die Neugier auf Bücher. Wenn heute Abenteuer aus aller Welt unseren Kindern und Jugendlichen ›mundgerecht‹ vom Fernsehen in die Wohnstube gebracht werden, finde ich dies manchmal schade; es fehlt dabei die Chance, sich die Szenen und Landschaften mit Hilfe der eigenen Phantasie auszumalen. Die Spannung der geschilderten Abenteuer, die lebendige Darstellung der Ereignisse, die Information über fremde Länder und Menschen machten das Faszinierende an den Karl-May-Büchern aus. Aber auch der Beitrag zur Völkerverständigung, die Anerkennung von Minderheiten, das Erwecken von Sympathie und Hilfsbereitschaft für bedrängte und benachteiligte Menschen dürfen ebenfalls nicht gering eingeschätzt werden. Die Karl-May-Bücher haben bis auf den heutigen Tag ihre Anziehungskraft aus guten Gründen nicht verloren.«
[Grußwort. Pressemappe Karl-May-Spiele, Bad Segeberg 1983]

Helmut Kohl (Politiker)
»Karl Mays Reise- und Abenteuerromane habe ich als Schüler sehr gern gelesen, und das mit wachsender Begeisterung. Die spannenden Handlungen zogen mich ebenso in ihren Bann wie die durch ihre Originalität gewinnenden Helden. Winnetou ist mir wohl deshalb in so lebhafter Erinnerung geblieben, weil mich die Freundschaft zwischen dem weißen Jäger Old Shatterhand und Winnetou beeindruckte. Und kaum anders verhält es sich mit dem Roman ›Ardistan und Dschinnistan‹. ›Die Erde sehnt sich nach Ruhe‹, heißt es da, ›die Menschheit nach Frieden, und die Geschichte will nicht mehr Taten der Gewalt und des Hasses, sondern Taten der Liebe verzeichnen.‹ Das entsprach den Vorstellungen, mit denen ich als Schüler während des Krieges Karl May gelesen habe.«
[Mittelbayerische Zeitung vom 22./23.2.1992]

Oskar Lafontaine (Politiker)
»Wir alle sind Winnetous Erben. Old Shatterhand, Winnetou, Kara Ben Nemsi, Hadschi Halef Omar, der Hobble Frank und die Tante Droll: Welcher Junge kennt sie nicht, diese Helden des 19. Jahrhunderts? Karl May, das ist ein Volksklassiker, der klassenlose deutsche Schriftsteller des 19. Jahrhunderts. Seine Fangemeinde ist riesig. Zu ihr zählen Arno Schmidt und Ernst Bloch, aber auch ›Lieschen Müller und Egon Mustermann‹. In der ehemaligen DDR war er von der Staatsmacht nicht gerne gesehen. Es wurde zum Abenteuer, seine Abenteuerromane zu lesen. Er zog an - wie vieles Verbotene. Seine Lesebücher gehören zum gemeinsamen emotionalen Bestand der Nation. Wiederentdeckt werden aber müßte auch der andere Karl May. Der Karl May für Erwachsene, der Karl May von ›Ardistan und Dschinnistan‹. Hier fehlt der übertrieben missionarische deutsche Ton. Nachdem er – lange Zeit nach den Reiseerzählungen – den Orient und Amerika tatsächlich besucht hatte, war ihm die Phantasie versperrt. So begann er die Reise in das Innere des Menschen. So paradox es klingt: Wirklich realistisch wurde er erst da, wo die Phantasie mit ihm durchging. In der Symbolik seines Alterswerkes. Das zu lesen lohnt heute wieder.«
[Mittelbayerische Zeitung vom 22./23.2.1992]

Rafik Schami (syrischer Schriftsteller)
Bei Allah, dieser Karl Ben May hat den Orient im Hirn und Herzen mehr verstanden als ein Heer heutiger Journalisten, Orientalisten und ähnliche Idiotisten.
[Aus: Der Rabe Nr. 31, Zürich 1991]

Mit einer geschätzten Weltauflage von 200 Millionen verkaufter Bücher, in nahezu 50 Sprachen übersetzt, ist Karl May der auflagenstärkste deutsche Autor. Dieses kulturelle Erbe zählt zu den wichtigen und unverzichtbaren Wurzeln seiner Wahlheimat Radebeul bei Dresden. Er steht für ein weltoffenes Sachsen. Zukunft braucht Herkunft! May hat mit seinen Werken und seinem Namen, ebenso wie etwa der Weinbau, Radebeul bekannt gemacht. Nach wie vor wird von Mays großer überregionaler Popularität profitiert. Das Museum seiner Stiftung ist nicht nur ein beliebtes touristisches Ausflugsziel, sondern auch für unzählige Kindereinrichtungen und Schulklassen ein besonderer Ort zum Lernen. 

 

 
Der Pazifist Karl May

Karl May – Fantast, Bestseller-Autor und Visionär

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