Re: K.-H. Eckardt über Karl May


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Geschrieben von J. Florstedt am 19. Januar 2004 10:50:08:

Als Antwort auf: Re: K.-H. Eckardt über Karl May geschrieben von Sächsischer Schwan am 19. Januar 2004 01:44:32:

Ich persönlich halte Schiller für einen großartigen Dramatiker, aber bei der Lyrik hinkte er Goethe gewaltig nach - und die beiden diesbezüglich auf einen Sockel zu heben, halte ich für sehr leichtfertig.
Bei May ist das anders.
Bernd Arlinghaus löste vor zwei Jahren in unserem Freundeskreis einen kleinen Eklat aus, da er May kurzerhand zu einem lausigen Dichter erklärte (nicht wörtlich zitiert, aber darauf lief es hinaus). Das gab natürlich den erwarteten Aufschrei der Spätwerk-Fans, die Mays Lyrik wirklich heftig verteidigten.
EIGENTLICH wollte Arlinghaus nur darauf hinaus, dass Mays TECHNIK grässlich sei. Über den Inhalt wollte er sich nicht äußern. Entweder ist man schon soweit, dass man das Spätwerk lieben kann - oder man ist es halt nicht. (Ich bin es nicht. Und manchmal bedauere ich das.) Also inhaltlich erlaube ich mir zu Mays Gedichten auch kein Urteil; dazu ist mir eine Welt voller Dämonen auf meiner Seele und eines Gottes im Himmel zu fremd - aber das, was ich mit irdischen Mitteln überprüfen kann (Reime, Verse, Stilmittel,...) weist May nicht als großen Lyriker aus und stellt ihn entschieden mit auf die Stufe unserer Schwanin. Auch wenn bei ihm die unfreiwillige Komik zu kurz kommt.

Beste Grüße

ta




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