Frauen im far west


Karl-May-Forum


Geschrieben von Ellen Winter am 25. März 2004 13:27:11:

Ladies!
Gentlemen!

„Sennor, ich muß gehorchen. Aber wissen Sie vielleicht - -
Nun, was?
Daß Sie es gar nicht verstehen, mit einer jungen Sennorita umzugehen?
Das weiß ich leider schon längst.“

Das ist Karl May! So kennen und schätzen wir den Mayster. Auch wenn das Ende der Geschichte mit dem Lasso-Stunt auf dem Salzsee haarsträubend und die Bekehrung des Sendador nicht mehr erträglich ist. Aber egal jetzt.

Habe mir so meine Gedanken gemacht über den Mayster und die Frauen im far west. Auch wenn die oben zitierte Sennorita nicht auf den Plains oder im Felsengebirge, sondern im Gran Chaco zuhause war. Beim Mayster scheint es am Verständnis für die Frauen im far west gefehlt zu haben. Sie bekommen vom Mayster nur Nebenrollen zugebilligt. So stellt beispielsweise die Karl-May-Gesellschaft zurecht fest, dass die Westmänner des Maysters im Zölibat leben müssen.

Ausnahme ist hier Old Firehand. Der wusste, was er an seiner Frau hatte.

Zu dem Verhalten Old Shatterhands Nscho-Tschi gegenüber habe ich mich ja früher schon geäußert.

Der Mayster hat offensichtlich übersehen, dass eine Besiedlung des Westens ohne uns Frauen nicht möglich gewesen wäre. Im Wilden Westen haben nicht nur die Colts geraucht, sondern es wurde auch gekocht, gewaschen, gesät und geerntet. Es wurden Kinder auf die Welt gebracht und groß gezogen.

Und das älteste Gewerbe hat einen ebenso großen Teil zu der Erschließung des far west beigetragen, wie die Western Pacific oder Wells Fargo.

Diese Einstellung des Maysters ist umso unverständlicher, als er bei seinen Abenteuern im fernen Osten sehr wohl die Frauen zu schätzen wusste. In jeder Beziehung:
„Sie antwortete nicht, aber sie lehnte das Köpfchen fester an mich. Es kam eine seltsame, fremde Regung über mich. Dieses Mädchen war die einzige Seele unter den Uëlad Mescheer, welche es wirklich aufrichtig mit mir meinte. Ich legte ihr die Hand unter das Kinn, hob ihr Gesicht empor und küßte sie auf die warmen, nicht widerstrebenden Lippen.“

Aber es wird noch besser:
„Wäre ich ein Beduine gewesen, so hätte es leicht sein können, daß sie meine Mochallah geworden wäre.“

Dabei hat Kara Ben Nemsi wohl etwas vergessen. Zu den Zeiten, da er noch als unbekannter Ich-Erzähler im Westen unterwegs war, hat er einer jungen Frau droben an der Grenze zwischen Nebraska und Oregon die Ehe versprochen. Und nun küsst er so ein Camel-Girl, der Schuft!

Anders als die Westmänner, müssen die Gefährten von Kara Ben Nemsi, wie beispielsweise Halef, nicht im Zölibat leben.

Frauen im Osten übernehmen sogar Hauptrollen. Es ist Marah Durimeh, welche in „Kurdistan“ den Frieden stiftet und dann im Spätwerk als „Mutter aller Edelmenschen“ auftritt.

Dazu interessieren mich die Meinungen der Teilnehmer in diesem Forum, der alten Scalper und erfahrenen Jäger ebenso wie die der Greenhorns und natürlich der Ladies.

Well, das war es für heute. Danke fürs lesen und damit Hallo!

Ellen Winter





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