Re: Frauen im far west


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Geschrieben von rodger am 25. März 2004 18:46:23:

Als Antwort auf: Frauen im far west geschrieben von Ellen Winter am 25. März 2004 13:27:11:

Hallo Ellen,

Ich habe überhaupt den Eindruck, daß die Wildwest-Geschichten dem Mayster „dröger“ geraten sind als die im Orient, und lese persönlich die Geschichten mit Hadschi Halef wesentlich lieber als die mit dem staubtrockenen Winnetou.

Daß May dem weiblichen Geschlecht durchaus zugetan war, spürt man in den Kolportageromanen, wo er auch schon mal schwerenöterhaft oder auch zweideutig witzig daherkommt. Aber in der damaligen Zeit hatte man es offiziell nicht so mit diesen Dingen, und so hat er es weitgehend ausgeklammert.

In „Satan und Ischariot“, wo ihm ansonsten recht heftig das Fell juckt im Sinne von Lust auf Experimente (Winnetou in Dresden und Afrika), scheint er sich in den Judith-Episoden gerade so zu einer Art förmlichen Seriosität zu zwingen.

Es fällt auf, daß May in seinen Werken einen Hang zu Ferkeleien hat, allerdings nur, was Essen und Kleidung betrifft, immer wieder gibt es genüßliche Schilderungen von Unappetitlichkeiten. Ich vermute, mal wieder ganz spekulativ und unwissenschaftlich, würde er heute schreiben, würde er einem Henry Miller oder Philipp Roth in nichts nachstehen.






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